Grüne Tee mit Milch und Honig: Wirkung und Wissenswertes

Grüner Tee erfreut sich aufgrund seiner potenziellen gesundheitlichen Vorteile großer Beliebtheit. Zahlreiche Studien deuten auf günstige Auswirkungen auf die Gesundheit hin, insbesondere auf das Herz-Kreislauf-System. In diesem Artikel werden wir die Wirkung von grünem Tee beleuchten und untersuchen, wie sich die Zugabe von Milch und Honig auf seine gesundheitlichen Eigenschaften auswirken kann.

Die gesundheitlichen Vorteile von grünem Tee

Grüner Tee wird seit etwa 20 Jahren erforscht. Die genauen Wirkmechanismen der enthaltenen Substanzen sind bislang nicht abschließend erforscht. Es hat sich aber herausgestellt, dass die Summe der im grünen Tee enthaltenen Pflanzenstoffe einen schützenden Effekt auf das Herz-Kreislauf-System haben. Als besonders wirksam haben sich die sogenannten Katechine erwiesen, die zu den sekundären Pflanzenstoffen aus der Gruppe der Flavonoide gehören und natürlicherweise in grünem Tee enthalten sind.

Professor Dr. med. Hans Hauner, Ernährungsmediziner und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung e.V., erklärt: „Die Untersuchungen zu grünem Tee zeigen, dass die Katechine gefäßerweiternd und somit durchblutungsfördernd wirken. Damit und über andere Wirkungen helfen die Pflanzenstoffe, Ablagerungen in den Gefäßen (Arteriosklerose) vorzubeugen. Grüner Tee kann somit das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Bluthochdruck etwas senken.“

Diese Schutzwirkung lässt sich auch damit erklären, dass grüner Tee zudem den Fettstoffwechsel (Lipidstoffwechsel) sowie den Zuckerstoffwechsel (Glukosestoffwechsel) positiv beeinflussen kann. Im Gegensatz dazu zeigen Forschungsergebnisse bei schwarzem Tee keine so deutliche Schutzwirkung, vermutlich weil durch die Fermentierung (Gärung) wertvolle schützende Wirkstoffe verloren gehen.

Empfohlene Menge

Offizielle Empfehlungen, wie viel Grüntee Sie trinken sollten, um von der positiven Wirkung zu profitieren, gibt es nicht. Laut dem Ernährungsmediziner gilt bei grünem Tee wie bei allen anderen Nahrungsmitteln auch: Konsum in Maßen. „Ein bis zwei Tassen grüner Tee am Tag ist meines Erachtens eine gute Orientierung. Tasten Sie sich langsam an grünen Tee heran und schauen Sie, wie Sie ihn vertragen“, rät Professor Hans Hauner.

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Wer mehr trinken wolle, dürfe das im Grüntee enthaltene Koffein nicht vergessen. Auch die enthaltenen Bitterstoffe bekommen nicht jedem gleichermaßen gut. Wer Herz-Kreislauf-Medikamente oder andere Medikamente einnehmen muss, fragt am besten seinen behandelnden Arzt, wie viel Grüntee unbedenklich ist. Das gilt übrigens auch für andere koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Schwarztee, koffeinhaltige Limonaden und Energydrinks. Zudem sollten Patientinnen und Patienten, die Medikamente einnehmen, abklären, wie viel Zeit zwischen der Medikamenteneinnahme und dem Genuss von koffeinhaltigen Getränken liegen sollte.

Inhaltsstoffe und ihre Wirkung

Grüner Tee besitzt hunderte gesunde Inhaltsstoffe, die sich bei den unterschiedlichen Sorten in Art, Anzahl, Qualität und Menge unterscheiden.

  • Polyphenole: Sekundäre Pflanzenstoffe, die Farbe und Geschmack pflanzlicher Lebensmittel beeinflussen. Sie wirken antioxidativ und hemmen entzündliche Prozesse im Körper. Grüner Tee besitzt die höchste antioxidative Fähigkeit aller Lebensmittel überhaupt.
  • Catechine: Gehören zur größten Untergruppe der Polyphenole. Sie haben ein hohes antioxidatives Potential und bekämpfen Krankheitserreger wie Pilze, Viren und Bakterien. Außerdem können sie ebenso den Blutdruck senken und wohl den Glukose- und Fettstoffwechsel positiv beeinflussen. Da der grüne Tee nicht fermentiert wird, bleiben die Catechine fast vollständig erhalten.
  • Alkaloide: Zu den wichtigsten in grünem Tee gehören Koffein, Theobromin und Theophyllin. Die anregende Wirkung der Alkaloide steht in Wechselwirkung mit anderen Inhaltsstoffen. Dadurch wirken sie wesentlich verträglicher und harmonischer auf euren Körper, als es zum Beispiel im Kaffee der Fall ist. Auch in puncto Koffein schlägt grüner Tee Kaffee: Das Koffein des Tees - das Teein - gelangt langsamer und gleichmäßiger in den Blutkreislauf als das in Kaffee.
  • Aminosäuren: Grüner Tee besitzt eine große Menge an Aminosäuren, die gerade für (Kraft-)Sportler mega wichtig sind. Handelt es sich um einen Tee hoher Qualität, kann L-Theanin bis zu 50 % der Aminosäuren ausmachen. L-Theanin ist eine wasserlösliche Aminosäure, die den Geschmack des Tees mitbestimmt.
  • Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente: Grüner Tee enthält viele Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Eisen gehört zu den wichtigsten Spurenelementen. Grüner Tee enthält hohe Mengen davon und kann über den Verzehr der Teeblätter vom Menschen aufgenommen werden. Teesorten mit dem höchsten Eisengehalt sind Bancha und Matcha.

Grüner Tee mit Milch: Was passiert mit den Antioxidantien?

Eine neuere Studie zeigt, dass sich die Wirkung der guten Antioxidantien aufhebt, wenn man Milch, Zucker oder Honig in den Tee gibt. Das lässt den gesunden Teemoment in einem anderen Licht erscheinen! Es ist wichtig zu beachten, dass diese Aussage auf einer einzelnen Studie basiert und weitere Forschung erforderlich ist, um diese Ergebnisse zu bestätigen.

Die Rolle von Milch

Es wird vermutet, dass Milchproteine an die Polyphenole im Tee binden und deren antioxidative Wirkung reduzieren können. Dies bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass grüner Tee mit Milch keine gesundheitlichen Vorteile mehr bietet. Es ist möglich, dass einige der positiven Eigenschaften erhalten bleiben, auch wenn die antioxidative Wirkung verringert ist.

Alternativen zu Milch

Wenn Sie die potenziellen Auswirkungen von Milch auf die antioxidative Wirkung von grünem Tee vermeiden möchten, können Sie alternative Optionen in Betracht ziehen:

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  • Pflanzliche Milchalternativen: Kokosmilch kann mit ihrer cremigen Konsistenz und ihrem tropischen und leicht süßen Geschmack eine interessante Ergänzung zu Grüntee darstellen und diesen etwas milder stimmen. Gerade im Sommer lässt sich aus Grüntee und kalter Kokosmilch ein erfrischendes und tropisches Getränk zaubern. Kokosmilch passt sehr gut zu Matcha, lässt sich allerdings auch wunderbar mit Sencha oder Jasmin Tee kombinieren.
  • Pur trinken: Traditionell wird grüner Tee pur getrunken, um seinen feinen Geschmack nicht zu überdecken.

Grüner Tee mit Honig: Süße mit Bedacht

Honig ist eine beliebte natürliche Süßungsoption für Tee. Er hat eine entzündungshemmende und wohltuende Wirkung und ist etwas süßer als Haushaltszucker bei gleichzeitig weniger Kalorien.

Worauf Sie achten sollten

Bevor Sie das heilende Gold in die Tasse fließen lassen, sollte der Tee etwas abgekühlt sein. Ideal ist eine Temperatur unter 40 Grad. Ist der Tee heißer, werden die wichtigen Enzyme im Honig zerstört. Dann bleibt Ihnen zwar immer noch die Süßkraft, aber die heilende und entzündungshemmende Wirkung geht verloren.

Alternativen zu Honig

  • Stevia: Stevia ist eine kleine Pflanze, die ihren Ursprung in Südamerika hat und dort schon seit Jahrhunderten in Gewürzmischungen und in der Ernährung verwendet wird. Ersetzen Sie also Milch, Zucker oder Honig durch Stevia und genießen Sie Ihre Tasse Antioxidantien!
  • Agavendicksaft: Eine gute vegane Alternative zu Honig stellt Agavendicksaft dar, da dieser sowohl in Geschmack als auch Aussehen und Konsistenz an Honig erinnert. Aber Achtung: Agavendicksaft verfügt über eine höhere Süßkraft als Honig. Er muss also niedriger dosiert werden.
  • Ahornsirup: Ahornsirup ist eine weitere vegane Alternative zu Honig. Er hat einen leicht an Karamell erinnernden Geschmack, weshalb er sehr gut zu kräftigeren Grüntee Sorten wie Gunpowder Tee passt.

Matcha Latte: Der grüne Energiespender

Matcha Latte ist die perfekte Verschmelzung von japanischer Teekultur und westlichem Kaffeehaus-Flair. Bei diesem Getränk wird hochwertiger Matcha - ein fein gemahlener Grüntee - mit heißer Milch oder einem Milchersatz kombiniert. Das Ergebnis? Ein cremiges, leicht süßliches Getränk mit einer schönen grünen Farbe und einem einzigartigen Geschmack.

Matcha Latte bietet einen ausgewogenen Energieschub durch die einzigartige Kombination von Koffein und L-Theanin, wobei letzteres für Entspannung und bessere Konzentration sorgt. Das Getränk ist reich an Antioxidantien und die Wirkung des Koffeins hält länger an als bei Kaffee. Man sollte aber eine gesunde Milchvariante wählen. Ein Matcha Latte mit Vollmilch und einem Teelöffel Honig enthält etwa 150 - 160 Kalorien, wobei die genaue Menge von der gewählten Milchsorte und dem Süßungsmittel abhängt.

Zubereitung

  1. Siebe das Matcha-Pulver in eine Tasse oder Schale, um Klümpchen zu vermeiden.
  2. Gieße heißes Wasser (nicht kochend, ca. 80°C) über das Pulver und verrühre es mit einem Matcha-Chasen oder einem kleinen Schneebesen in M/W-förmigen Bewegungen zu einer glatten Paste. Zuerst wird hochwertiges Matcha-Pulver mit 80°C heißem Wasser zu einer glatten Paste verrührt, wofür sich ein spezieller Matcha-Besen besonders gut eignet.
  3. Erhitze in der Zwischenzeit die Milch und schäume sie auf. Gieße die aufgeschäumte Milch dann vorsichtig über die Matcha-Mischung.
  4. Wenn du es süßer magst, rühre etwas Honig unter.

Für einen Iced Matcha Latte: Verzichte auf heiße Milch und gib sie kalt in deine Matcha Mischung.

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