Gesundheitliche Vorteile der Kombination Granatapfel mit Honig
Der Granatapfel wird seit Jahrtausenden als symbolträchtige und heilende Frucht geschätzt, und seine Wirkung wird sowohl in alten Heilsystemen wie dem Ayurveda als auch in der modernen Wissenschaft untersucht. In vielen Kulturkreisen ist die Granatapfelwirkung bereits seit Jahrtausenden bekannt.
Mythos, Kultur und Herkunft
Der Granatapfel wird schon in der Bibel erwähnt. Mit einem Paradiesapfel, dem Granatapfel eben, soll unsere ganze Geschichte bei Eva und Adam begonnen haben. Als begehrter Preis für die Schönste aller Frauen hat der Granatapfel bei Homer sogar den trojanischen Krieg ausgelöst. Fünftausend Jahre Mythos, Kunst, Genuss und erotische Symbolik - dazu kommt, dass kaum ein Obst gehaltvoller als der Granatapfel eingestuft wird. Die Venusfrucht ist eine der ältesten Kulturpflanzen und Heilfrüchte unserer Welt.
Die geheimnisvolle Frucht wird vor allem am Mittelmeer, in Vorderasien und in Indien kultiviert, wo sie als Symbol für Leben, Fruchtbarkeit und Sinnlichkeit gilt. Die Pflanze mit dem botanischen Namen „Punica granatum“ stammt ursprünglich wahrscheinlich aus der Gegend um den heutigen Iran. Angebaut wird sie heutzutage hauptsächlich in Mittel- und Westasien, wo sich der Granatapfel in warmem oder tropischem Klima wohl fühlt.
Inhaltsstoffe und ihre Bedeutung
Ein Granatapfel besteht aus vielen kleinen blutroten Kernen, die einen Cocktail wirksamer sekundärer Pflanzenstoffe enthalten. Diese schützen Herz und Gefäße - und haben noch viele weitere gesundheitsfördernde Effekte. 100 Gramm Fruchtfleisch des Granatapfels enthalten knapp 20 Prozent Kohlenhydrate. Der enthaltene Zucker besteht ungefähr zu gleichen Teilen aus Glukose und Fructose.
Der Grund, warum der Granatapfel oft als gesundes Superfood bezeichnet wird, sind die Polyphenole, sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe. Je tiefroter die Farbe der Granatapfelkerne, desto mehr Anthocyane enthalten sie: Diese Polyphenole aus der Gruppe der Flavonoide sind Farbstoffe, die unter anderem antioxidativ wirken. Die westliche Wissenschaft interessiert sich besonders für bestimmte Tannine im Granatapfel. Aus den Ellagitanninen (allen voran das Punicalagin) im Granatapfel entstehen im Darm Substanzen wie Ellagsäure und Urolithine.
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Granatapfelkerne enthalten außerdem Mineralien wie Kalium, Calcium, Eisen, Magnesium und verschiedene B-Vitamine - darunter auch die Folsäure, von der viele Menschen zu wenig bekommen. In Granatapfelkernen steckt eine seltene, aber sehr gesunde Omega-5-Fettsäure: das Punicin, für das der Granatapfel (Punica granatum) namensgebend ist.
Wirkung aus ayurvedischer Sicht
Im Ayurveda zählten Granatapfelkerne zu den wichtigsten Rasayanas, den ayurvedischen Verjüngungsmitteln. Der Granatapfel zählt aus ayurvedischer Sicht zu den sogenannten Rasayanas. So nennen wir bestimmte Verfahren und Substanzen, die Alterungsprozesse verlangsamen und uns lange fit und gesund halten. Die Charaka Samhita, eine der wichtigsten alten Schriften des Ayurveda, erklärt Rasayanas als Mittel und Maßnahmen, die alle Gewebe stärken - vor allem das Nährgewebe (Rasa).
Aus ayurvedischer Sicht hat der Granatapfel erfrischende, blutreinigende, kühlende und antientzündliche Effekte. Reife, süße Früchte gelten als Tridosha: Das bedeutet, sie harmonisieren alle drei ayurvedischen Konstitutionstypen. Sehr saure Granatäpfel können allerdings das Pitta Dosha verstärken. Was alle Rasayanas gemeinsam haben, ist, dass sie Ojas aufbauen. Ojas steht sinngemäß für unsere Gesundheit, Immunität und Vitalität.
Wissenschaftliche Befunde und Studien
Viele Studien betonen vor allem die enorme antioxidative Wirkung des Granatapfels. Es heißt, dass die Inhaltsstoffe des Granatapfels stärkere Antioxidantien sind als das Resveratrol in Trauben oder das EGCG im Grüntee. Das Urolithin im Granatapfel soll zudem die Muskel- und Geweberegeneration verbessern. Sehr spannend sind Hinweise darauf, dass Granatapfelextrakt das Wachstum von Krebszellen hemmen kann. In Studien wurde bisher vor allem der Effekt bei Darm- und Prostatakrebs untersucht. Eindeutig belegt ist die Wirkung zwar bisher nicht, aber die Ergebnisse sind vielversprechend.
Weitere mögliche positive Effekte, die Granatäpfel in Studien zeigen konnten: Neuroprotektive Wirkung bei Demenz und Alzheimer, Verbesserung bei Bluthochdruck, Lindern von Wechseljahresbeschwerden, Senken des Cholesterinspiegels, anti-diabetischer Effekt, antimikrobielle Wirkung und Stärkung der Immunabwehr.
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Die Ellagsäure des Granatapfels wird von den Darmbakterien zu Urolithin verstoffwechselt. Dieses Abbauprodukt hat eine antientzündliche Wirkung. Wahrscheinlich kann es auch Löcher in der Darmwand stopfen und so die Darmbarriere stärken. Im Tierversuch gingen Darm-Entzündungen nach einer Woche Behandlung mit Urolithin zurück.
Gezielte Vorteile für Herz, Gefäße und Leber
Klinische Studien haben gezeigt, dass die tägliche Einnahme von Granatapfelsaft Bluthochdruck verringert und die Arteriosklerose beim Menschen abschwächt. Vermutlich schützen die im Granatapfel reichlich enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe - wie Polyphenole und Flavonoide - die Herzgefäße vor schädlichem LDL-Cholesterin. Das könnte sich positiv auf die Leber auswirken: Zumindest im Tierversuch konnte der Granatapfelsaft die schädliche Oxidation in der Leber um 60 Prozent senken und den Körper dabei unterstützen, geschädigte Stellen zu reparieren.
Anti-Aging, Haut und Kosmetik
Weil das Granatapfelsamenöl regenerierende und zellerneuernde Eigenschaften hat, wird es im Ayurveda schon lange geschätzt. Das aus den Kernen gewonnene Öl des Granatapfels ist im Moment einer der beliebtesten Inhaltsstoffe in Anti-Aging-Kosmetikprodukten. Das wertvolle Granatapfelsamenöl belebt die Hautzellen durch seinen antioxidativen und regenerativen Charakter: Die Haut wird auf natürliche Weise gestrafft und geglättet. Die Fettsäure lässt Schwellungen abklingen, verbessert die Hautelastizität, kurbelt die körpereigene Kollagen-Produktion an und kann Entzündungen, auch der Haut, lindern.
Eine Studie kalifornischer Wissenschaftler hat ergeben, dass Granatapfel-Konzentrat die Hautzellen vor UV-Strahlen schützen kann. Es gibt auch Beobachtungen, dass Granatapfel-Öl bei Hauterkrankungen wie Ekzemen hilft. Als Do-It-Yourself Beautyprodukt eignet sich besonders eine Granatapfel Maske für das Gesicht.
DIY Granatapfel-Honig-Maske
1/2 Granatapfel, 1 EL Honig. Die Granatapfelkerne von der festen Schale entfernen und in einem Mixer oder Mörser zu einer Paste zerkleinern. Den Honig hinzugeben und verrühren, bis eine homogene Masse entsteht. Mit einem Pinsel oder den sauberen Fingern die Paste auf das gereinigte Gesicht auftragen und ca. 30 min lang einwirken lassen. Danach einfach mit lauwarmem Wasser abwaschen. Optional kann Honig hinzugefügt werden, um der Maske eine zusätzliche feuchtigkeitsspendende und beruhigende Wirkung zu verleihen. [Für Hautverträglichkeit empfiehlt sich stets, eine kleine Stelle der Haut für ca. 5 min zu testen.]
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Honig: Begleiter mit eigenen Vorteilen
Honig enthält dieselbe Menge an Antioxidantien, so genannten Radikalfängern, wie beispielsweise Äpfel oder Orangen und kann deshalb vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Nicki Engeseth und ihre Kollegen der University of Illinois empfehlen daher, Obst nicht generell durch Honig zu ersetzen. Man solle ihn lediglich häufiger anstelle von anderen Süßstoffen verwenden.
Kombiniert man Granatapfel mit Honig, verbindet man die antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften beider Lebensmittel sowie die feuchtigkeitsspendende und beruhigende Wirkung des Honigs in kosmetischen Anwendungen. In ayurvedischen Zubereitungen gehören Honig und Granatapfel zu den geschätzten Mitteln, die Ojas stärken und verjüngend wirken können.
Verzehr: Kerne, Saft oder Konzentrate?
Wer das Fruchtfleisch essen möchte, beißt auf die ummantelten Kerne - oder muss es mühevoll abknabbern. Falls Du gerne Granatapfelkerne knabberst, profitierst Du vom gesamten Wirkstoff-Spektrum in Fruchtfleisch und Kernen. Und wenn man einmal herausgefunden hat, wie man die Frucht richtig öffnet, ist es gar nicht mehr so aufwendig. Granatäpfel sind allerdings häufig stark mit Pestiziden belastet: Wir empfehlen Dir deshalb, nach Möglichkeit auf Bio-Früchte zurückzugreifen.
Der Granatapfelsaft wirkt antioxidativ - das heißt seine Inhaltsstoffe verhindern, dass freie Radikale das Gewebe schädigen. Dazu reicht es, zum Beispiel ein Glas Granatapfelsaft am Tag zu trinken - vorausgesetzt, es handelt sich um Direktsaft mit 100 Prozent Fruchtanteil ohne zugesetzten Zucker. Wichtig: Nahrungsergänzungsmittel enthalten den konzentrierten oder fermentierten und gefriergetrockneten Saft der Granatapfelkerne. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt oder an einer chronischen Erkrankung leidet, sollte Granatapfelsaft oder -konzentrat aber niemals ohne das Einverständnis des behandelnden Arztes einnehmen.
Sicherheit und Hinweise
Granatapfelkerne und -saft sind in der Regel gut verträglich. Dennoch gibt es Menschen, die auf die Frucht allergisch reagieren. Der Saft des Granatapfels enthält Zucker und auch einige Kalorien (je 100 Gramm 80 Kilokalorien). Die in Granatapfelkernen enthaltene Säure kann als Nebenwirkung den Zahnschmelz angreifen. Warten Sie daher nach dem Essen oder Trinken mindestens eine Stunde, bevor Sie sich die Zähne putzen.
Bestimmte Medikamente können durch die Hemmung wirkstoffabbauender Enzyme in Darm und Leber nicht richtig abgebaut werden. Bereits ein Glas am Tag reicht aus, um den Abbau von Medikamenten in der Leber zu verlangsamen. Dadurch können sich die Wirkstoffe dort anstauen - bis hin zu einer giftigen Konzentration. Die Verbraucherzentrale warnt bei Granatapfelprodukten aus dem Internet vor falschen Angaben. Achten Sie auf jeden Fall darauf, wie hoch der Granatapfel-Anteil im Produkt ist. Angaben finden Sie in der Zutatenliste.
Praktische Tipps: Saison, Lagerung und Zubereitung
Granatäpfel haben etwa ab September bis Februar Saison. Die reife Frucht hat eine gelblich-rot bis kräftig rot glänzende Schale. Je schwerer der Granatapfel ist, desto saftiger sind die Kerne. Um an das Innere zu gelangen, wird der Granatapfel eingeschnitten und in zwei Hälften gebrochen. Ein Tipp, um größere Sauereien dabei zu vermeiden: den Apfel in einer Schüssel Wasser aufbrechen. Die Kerne sollten sich nach einer Weile absetzen, die weißen Fruchthäute schwimmen oben.
Mit Granatapfelkernen lassen sich leckere Salate und Gerichte zubereiten. In der Winter- und Weihnachtszeit passt Granatapfel zu einem Feldsalat mit geräuchertem Schinken. Für das Weihnachtsmenü lässt sich zum Beispiel aus dem Saft eine feine Soße zu Fisch und Fleisch zaubern. Zum Nachtisch gibt es Granatapfel-Tiramisu mit Nelken und Zimt.
Tabelle: Nährstoffreiche Auszüge pro 100 g Granatapfel (vereinfacht)
| Nährstoff | ca. Gehalt |
|---|---|
| Kohlenhydrate | ~20 g |
| Kalorien | ~80 kcal |
| Vitamin C | vorhanden |
| Mineralien (K, Ca, Fe, Mg) | vorhanden |
| Polyphenole / Anthocyane | reichlich |
Wenn Du die Granatapfelwirkung selbst erleben möchtest, streue ein paar Kerne über Dein Müsli oder trinke ab und zu ein Glas Direktsaft ohne Zuckerzusatz. Für kosmetische Anwendungen lässt sich Granatapfel hervorragend mit Honig kombinieren - beides zusammen liefert antioxidative, entzündungshemmende und feuchtigkeitsspendende Effekte.
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