Glasur-Techniken für Keramik: ausführliche Anleitung und Übersicht
Das Glasieren gehört zu den wichtigsten Schritten im Töpferprozess, denn es verleiht Ihren Keramikstücken nicht nur einen schönen Glanz, sondern schützt sie auch und macht sie widerstandsfähiger. Beim Glasieren spielen super viele Faktoren mit, z.B. die Brenntemperatur, die Beschaffenheit des Tons und natürlich auch die Kombination der Farben. Für alle Anfänger, die noch nicht glasiert haben, gebe ich kurz einen Überblick über die verschiedenen Glasuren (wirklich nur angerissen, darüber könnte man ja ein Fachbuch schreiben).
Welche Funktionen erfüllt die Glasur?
Die Glasur erfüllt beim Töpfern gleich mehrere Funktionen. Zum einen schützt sie die Oberfläche Ihrer Keramik vor Abnutzung, Feuchtigkeit und Kratzern. Zum anderen sorgt sie für eine ästhetische Veredelung, indem sie Farbe, Glanz und Textur ins Spiel bringt.
Arten von Glasuren: Flüssig- vs. Pulverglasur
Ihr könnt sowohl Pulver- als auch Flüssigglasur benutzen. Beides hat Vor- und Nachteile, aber ich schreibe euch einfach mal kurz einen kleinen Steckbrief zu beiden Varianten.
Flüssigglasuren
Flüssigglasuren sind bereits fertig angemischt und man kann sofort loslegen. Sie lassen sich sehr leicht verarbeiten, indem man sie entweder zwei bis drei Mal mit dem Pinsel aufträgt oder verdünnt über das Stück gießt. Alle BOTZ-Glasuren sind flüssig angerührt und somit gebrauchsfertig. Flüssigglasuren sind bereits fertig angemischt und man kann sofort loslegen. Sie haften super gut und ich persönlich habe die besten Erfahrungen mit den Glasuren von Botz gemacht. Die Farben tropfen nicht, sehen immer ziemlich exakt aus wie auf der Farbkarte und haben eine etwas zu hohe Temperatur bei meinem letzten Hochbrand problemlos weggesteckt. Super Glasuren, besonders auch für Anfänger. Bezüglich Verbrauch: Streichfähigkeit sind alle Glasuren sehr ergiebig. Eine 200-ml-Dose entspricht ca. Ein weiterer großer Vorteil von Flüssigglasuren: Sie verursachen keinen Staub. Beim Glasieren spielen super viele Faktoren mit, z.B. die Brenntemperatur, die Beschaffenheit des Tons und natürlich auch die Kombination der Farben. Die Marke BOTZ bietet Flüssigglasuren in einer Vielzahl von Farbtönen in unterschiedlichen ml-Gebinden. Alle BOTZ-Glasuren sind kennzeichnungsfrei! und mit BOTZ Glimmer, Engobe sowie Unidekor mischbar.
Pulverglasuren
Pulverglasur ist in der Regel günstiger als Flüssigglasur, enthält dafür aber auch kein Stellmittel (das das Absinken der Glasur verhindert, sodass man zwischendurch immer wieder aufrühren muss) und kein Mittel, mit dem die Glasur besser am Ton haftet. Das kann man alles separat kaufen und hinzufügen. Aber gerade wenn man viele oder große Stücke glasiert, ist Pulverglasur super praktisch, da man sie in einer recht großen Menge anrühren und über die geschrühte Ware schütten kann. Außerdem geht es viel schneller als die Glasuren drei Mal mit dem Pinsel aufzutragen. Bislang habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass die Farbe bei Pulverglasuren der verschiedensten Hersteller bei mir immer ganz anders rauskommt, als erwartet.
Lesen Sie auch: Weihnachtliche Zimtsterne selber machen
Vorbereitung vor dem Glasieren
1. Bevor Sie mit dem Glasieren beginnen, muss das Werkstück vollständig trocken und geschrüht (erster Brennvorgang) sein. Zunächst muss das Werkstück gründlich von Staubresten befreit werden. Pulverglasuren werden mit etwas Wasser angerührt und sollten idealerweise etwa einen Tag lang quellen können. Prinzipiell sollte die Glasur etwas dicker sein als Milch und etwas dünner als Kondensmilch. Daneben gibt es Fertigglasuren, die zu gleichen Teilen mit Wasser verdünnt werden. Dies liegt daran, dass diese Glasuren in mehreren dünnen Schichten aufgebracht werden.
Techniken zum Auftragen der Glasur
3. Tunken: Dies ist die häufigste Methode. Sie tauchen Ihr Werkstück in die Glasur und lassen es kurz abtropfen. Streichen: Mit einem Pinsel tragen Sie die Glasur auf die Oberfläche auf. Spritzen: Hierbei wird die Glasur mit einer Spritzpistole aufgetragen. Bei Pulverglasuren wird das Werkstück vollständig in die Glasur eingetaucht oder damit übergossen, möglich ist allerdings auch, die Glasur mit einem Pinsel aufzutragen. Die erste Schicht trocknet dabei recht schnell, da das Werkstück jetzt noch porös ist und die Feuchtigkeit schnell aufsaugt. Meist wird die erste Schicht dabei mit waagerechten und die zweite Schicht mit senkrechten Pinselstrichen aufgebracht, wodurch eine Art Gittermuster entsteht. Schichten auftragen: Tragen Sie mehrere dünne Schichten Glasur auf, anstatt eine dicke Schicht. Auf die Konsistenz achten: Achten Sie darauf, dass die Glasur die richtige Konsistenz hat - nicht zu dünn und nicht zu dick.
Tipps zur Vermeidung von Fehlern
Wie verhindere ich Tropfen und Unebenheiten beim Glasieren? Die richtige Konsistenz hilft; ebenso ist das Auftragen in mehreren dünnen Schichten wichtig. Streichen Sie entstandene Bläschen mit dem Finger glatt. Im Anschluss (z. B. über Nacht) weiter durchtrocknen lassen. Ich möchte die Fails nicht unter den Tisch kehren, denn schlechte Ergebnisse gehören zum Lernen genauso dazu. Es ist aber super wichtig, dass ihr eure Experimente schriftlich festhaltet! Man denkt immer “ach, das merke ich mir”, aber nach dem Brand hat man keine Ahnung mehr, wie genau man ein tolles Ergebnis erzielt hat und kann es dann auch nicht wiederholen.
Praxisanleitungen: zwei detaillierte Projekte
Schale mit mehrfarbiger Überglasur (Botz-Beispiel)
- 1. Im ersten Schritt formen Sie eine Schale nach Wunschgröße. Geben Sie diese anschließend bei mind. Schrüh-brand. Alternativ können Sie eine fertige Schale als Schrühware verwenden.
- 2. Als nächstes tragen Sie Glasur 9104 Cognac in drei Schichten auf. trocknen. Dabei die Standfläche der Schale unglasiert lassen, bzw.
- 3. Tragen Sie danach zwei Schichten 9448 Himmelblau direkt über die getrockneten Schichten Cognac auf. die Schichten jeweils gut trocknen. Streichen Sie entstandene Bläschen mit dem Finger glatt. Im Anschluss (z. über Nacht) weiter durchtrocknen lassen. Empfohlen: Einfach den Rand nicht mit der Unifarbe überglasieren. erzeugen Sie einen stärkeren Kontrast am Rand.
- 4. Geben Sie nun die Schale zum Glasurbrand bei einer Brenntemperatur von 1050°C in den Ofen.
Spitzen-Deckchen aus Großmutter's Zeiten sind nicht mehr zeitgemäß? Verwendungszweck zutreffen. ansprechende Schale mit wunderschönem Dekor-Muster zaubern!
Teller mit Reliefstruktur durch Spitzen- oder Häkeldecke
- 1. Schneiden Sie eine für einen Teller ausreichende Menge Ton. Teigrolle gleichmäßig flach auf ca. 8 mm Stärke aus. Plattenwalze nutzen.
- 2. Breiten Sie die Häkel-/Spitzendecke vorsichtig auf dem Ton aus und platzieren Sie sie. Struktur der Decke mit den Händen oder - vorsichtig - mit der Teigrolle in den Ton ein.
- 3. Häkel-/Spitzendecke vorsichtig aus der Schale herauslösen, um das Relief auszubilden. Trocknen in eine ausreichend große Teller-/Gipsform legen.
- 4. Lassen Sie nun den Teller gut durchtrocknen (z. B. über Nacht). Form. Danach geben Sie ihn in den Schrühbrand bei einer Brenntemperatur von min.
- 5. Lassen Sie nach dem Schrühbrand das Werkstück gut abkühlen. Wässern Sie es ausreichend (z. B. sodass die Farbe gut ins Relief einzieht.
- 6. Unidekorfarbe kurz antrocknen lassen. Dann die Reliefstruktur mit einem feuchten Tuch (z. B.
- 7. Lassen Sie die Farbe wieder trocknen. auf. Auch über das mit Unidekor eingefärbte Relief. Glasieren Sie die Mitte am besten 3 mal.
- 8. Glasieren Sie auf der Rückseite nur den Tellerrand. Lassen/ bzw. frei.
- 9. Nun kommt Ihr Werk zum Glasurbrand bei 1050°C in den Ofen.
Brand und Brenntemperaturen
Nach dem Auftragen und Trocknen der Glasur muss das Werkstück erneut in einem Brennofen bei hoher Temperatur gebrannt werden. Dies sorgt dafür, dass die Glasur schmilzt und eine glatte, glänzende Oberfläche entsteht. Die Teile wurden alle (bis auf eine Ausnahme) bei 1240 Grad gebrannt. Hier ist die Glasur ein wenig gelaufen, aber das gefällt mir super gut, weil es diese gerade Form etwas auflockert. Bei vielen Projekten wird der Glasurbrand bei etwa 1050°C angegeben, andere Stücke benötigen höhere Temperaturen.
Lesen Sie auch: Frischetipps für Zitronenkuchen
Proben und Dokumentation
Für Glasurproben werden Probeteile aus Ton benötigt, die vor dem Auftragen der Glasur im Schrühbrand bereits geschrüht sein müssen. Die wohl einfachste Variante sind liegende Proben aus rechteckigen Tonplatten. Diese sollten ausreichend groß sein, um das Logo und eine Beschriftung anzubringen. Für eine detailliertere Untersuchung des Flussverhaltens einer Glasur empfehlen sich stehende Proben. Diese können in Form von stehenden Probeteilen oder kleinen gedrehten Bechern gestaltet werden. Die Auswahl der Form und Art der Probeteile aus Ton hängt von den spezifischen Anforderungen und Interessen bezüglich der Glasurproben ab. Beim letzten Brand habe ich angefangen, die Glasuren fotografisch zu dokumentieren. Am Anfang habe ich es mir immer nur in einem Buch notiert, konnte hinterher dann aber oft die Glasur nicht mehr zuordnen.
Alternativen, wenn kein Brennofen vorhanden ist
Ist Glasieren ohne Brennen möglich? Leider nein - eine echte Glasur muss immer bei hohen Temperaturen gebrannt werden, damit sie sich mit der Keramik verbindet und die schützende, glänzende Oberfläche bildet. Acrylfarben: Sie können lufttrocknende Keramikstücke mit Acrylfarben bemalen. Mod Podge oder Klarlack: Diese Produkte können auf die bemalte Oberfläche aufgetragen werden, um einen glänzenden Effekt zu erzielen und die Oberfläche zu versiegeln. Sie besitzen (noch) keinen Brennofen? Verfügen Sie über keinen passenden Brennofen, um die oben aufgeführten Anleitungen durchzuführen? Dafür zur Zeit an räumlichen oder finanziellen Möglichkeiten? Töpfer-Kurs teilnehmen? Kein Problem! In der Regel wird für diese Dienstleistung nur ein kleiner Preis verlangt.
Sicherheit, Gesundheit und Umwelt
Ein weiterer großer Vorteil von Flüssigglasuren: Sie verursachen keinen Staub. besonders beim selbst Anrühren eine große Gesundheits-Gefährdung dar. belasten. Alle BOTZ-Glasuren sind kennzeichnungsfrei! Dies ist besonders wichtig, wenn Sie mit Kindern arbeiten oder empfindliche Menschen in Ihrer Nähe haben.
Praxisbeobachtungen und Inspiration
Anders kann ich es gerade nicht nennen, da ich selbst noch viel ausprobiere und auch immer wieder mal scheitere. Für die Töpfer unter euch zeige ich euch ein paar meiner Projekte mit konkreten Glasuren Angaben als Inspiration. Heute habe ich nur zwei verschiedene Hersteller verwendet, die Flüssigglasuren von Botz und die Glasuren von Keramik Kraft. Hier kann man auch super Töpferzubehör bestellen, allerdings packen die immer Unmengen Styropor in die Versandkartons, was echt nervt. Ok, es erklärt sich von selbst: links ist immer das Stück vor dem Brand mit den Glasurnamen, rechts das fertige Teil. Die Namen stehen hier nicht dran, aber die Glasuren sind von Botz und heißen “Sonnenfeuer” (unten) und “Morgentau” (oben). Morgentau ist meine Lieblingsglasur. Naturfarben und Türkis in allen Variationen mag ich am allerliebsten. Ich würde mich über ein kurzes Feedback freuen, ob euch solche konkreten Glasurbeispiele gefallen. Alles Liebe, seid kreativ!
Kurze praktische Tabelle: Vergleich Flüssig- vs. Pulverglasur
| Eigenschaft | Flüssigglasur | Pulverglasur |
|---|---|---|
| Gebrauchsfähig | Ja, fertig angemischt | Nein, anrühren nötig |
| Verarbeitung | Pinsel, Tunken, Gießen | Tunken, Übergießen, Pinsel |
| Staub | Kein Staub | Staub beim Anrühren möglich |
| Kosten | Etwas teurer | Günstiger pro Menge |
| Planbarkeit der Farbe | Konstanter, verlässlich | Farbvarianz möglich |
Lesen Sie auch: Rezept für blaue Glasur: Einfach und wirkungsvoll
tags: #glasur #techniken #keramik #anleitung #übersicht


