Rezept für Marmelade aus getrockneten Hagebutten: Schritt für Schritt zur vitaminreichen Köstlichkeit
Ob frisch gepflückt, als Tee oder Marmelade - die leuchtend roten Hagebutten sind echte Vitaminbomben. Wild- oder Heckenrosen sind das gesamte Jahr über nicht besonders auffällig, aber ihre Früchte, die Hagebutten, haben es in sich. Vor allem im Herbst machen sie in der Natur auf sich aufmerksam und läuten so langsam die Erntezeit ein.
Hagebutten: Eigenschaften und Gesundheitswert
Die kleinen Früchtchen strotzen nur so an Vitamin C und enthalten zudem Vitamin A und B sowie Mineralstoffe wie Magnesium, Calcium und Kalium. Hagebutten enthalten um ein Vielfaches mehr Vitamin C als Zitronen und der rote Farbstoff Lycopin zählt zu den wirkungsvollsten Antioxidantien. Die vielen tollen Inhaltsstoffe machen Hagebutten zu einem beliebten Hausmittel, allerdings sollte man sie dafür frisch verarbeiten und möglichst schonend erhitzen, da gerade Vitamin C sehr hitzeempfindlich ist.
Hagebutten enthalten außerdem viel Pektin - das natürliche Geliermittel.
Ernte und Vorbereitung der Hagebutten
Wann und wie erntet man Hagebutten?
Du kannst die gesunden Früchte ab Anfang September bis in den Winter hinein sammeln. Die Erntezeit erstreckt sich bis mindestens in den November hinein, die Reifezeit variiert je nach Rosensorte. Es ist wichtig, nur die festen Früchte zu ernten. Gut ausgefärbt, aber noch hart, enthalten die Hagebutten die meisten Vitamine.
Trocken und sonnig sollte es sein, wenn Hagebutten geerntet werden. Nach den ersten Frosttagen werden die meisten Hagebutten weich und lassen sich nicht mehr so einfach entkernen. Um die Gerb- und Bitterstoffe in Zucker umzuwandeln und das Fruchtfleisch weicher zu machen, kannst du die Hagebutten nach der Ernte für mindestens 48 Stunden ins Gefrierfach legen.
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Achte darauf, möglichst nicht direkt am Straßenrand zu sammeln - der Abgase wegen! Da die Hagebutten nicht alle gleichzeitig reif werden, bringt von jedem Spaziergang die reifen Hagebutten mit nach Hause, auch wenn es nur eine Handvoll ist.
Vorbereitung der Früchte
Hagebutten waschen, trocknen und die dunklen Blütenansätze wegschneiden. Die Früchte halbieren, Kerne entfernen und nochmals gründlich waschen. Achtung: Die Haare in den Hagebutten zu entfernen ist sehr mühselig. Wenn du entgegen der Wuchsrichtung der Haare, also vom schwarzen Blütenansatz zum Stiel die Haare auskratzt, geht es einfacher.
Wer die Hagebutten roh essen möchte, sollte Stiel, Kelch und die kleinen Kerne entfernen - auch die sie umgebenden feinen Härchen. Das im Volksmund auch als Juckpulver bekannte Innere ist für den Verzehr ungeeignet.
Das mühsame Entfernen der Kerne muss aber nicht zwingend sein. Beim Einkochen der Hagebutten zu einem Mus oder einer Marmelade werden die ganzen Früchte zunächst in Wasser oder Apfelsaft vorgekocht.
Rezept für Hagebuttenmarmelade aus getrockneten Hagebutten
Zutaten
- 1 kg getrocknete Hagebutten
- 1 Liter Apfelsaft (alternativ Quitten- oder Wasser für reines Aroma)
- ca. 500 g Gelierzucker 1:2 (oder je nach Mus-Verhältnis)
- etwas Zitronensaft
- optional: Zimt für feines Aroma
Zubereitung Schritt für Schritt
- Die getrockneten Hagebutten waschen und von Stielen und Blütenstempeln befreien.
- Mit einem scharfen Messer grob hacken.
- In einen großen Topf geben und mit der Hälfte des Apfelsafts bei mittlerer Hitze ca. eine Stunde lang weich kochen.
- Das Gemisch durch die ein Passiersieb („Flotte Lotte”) drehen und das entstandene Hagebuttenmark auffangen.
- Die Schalen und Kernreste mit der zweiten Hälfte des Apfelsafts vermischen und erneut durch das Passiersieb drehen.
- Beide Mus-Portionen zusammenrühren, Zitronensaft nach Geschmack dazugeben und das Ganze abwiegen.
- Mit Gelierzucker im Verhältnis 1:2 zur Marmeladengrundlage mischen.
- Optional kann nach dem Passieren etwas Zimt hinzugegeben werden.
- Die Masse erhitzen und nach Packungshinweis einige Minuten sprudelnd kochen lassen.
- Die fertige Hagebuttenmarmelade in sterilisierte Gläser füllen und abkühlen lassen.
- Kühl und dunkel lagern; bei sauberer Arbeit hält sich das Hiffenmark locker ein Jahr lang.
Alternative: Marmelade ohne Entkernen
Für Marmelade ohne Entkernen die Hagebutten waschen und - ohne sie zu entkernen - klein schneiden. Zusammen mit 500 ml Apfelsaft in einem großen Topf aufkochen und circa 60 Minuten weich köcheln lassen. Die Masse zum ersten Mal durch die Flotte Lotte (oder ein anderes Passiersieb) drehen; Mus beiseite stellen und die Reste aus dem Passiersieb zusammen mit der anderen Hälfte des Apfelsafts vermengen und erneut passieren. Beide Mus-Portionen zusammenrühren, Zitronensaft nach Geschmack dazugeben und das Ganze abwiegen; mit Gelierzucker im Verhältnis 1:2 zur Marmeladengrundlage mischen. Die Masse erhitzen und nach Packungshinweis einige Minuten sprudelnd kochen lassen.
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Tipps zur Handhabung und Aufbewahrung
- Das Sieb muss so fein sein, dass Kerne und Härchen zurückbleiben.
- Je mehr Hagebutten-Anteil die Mischung hat, desto aromatischer wird die Konfitüre.
- Lagere die Marmelade kühl und dunkel, sie hält sich locker ein Jahr lang.
- Die Marmelade schmeckt fruchtig frisch und passt außer als Füllung für Krapfen auch super zu Brötchen, als fruchtige Sauce zu Joghurt, aber auch zu Fleisch und Käse.
Verwendung der Hagebuttenkerne
Tipp: Die Kerne der Hagebutten brauchst du nicht wegwerfen. Du kannst sie für einen Hagebuttenkern-Tee verwenden. Die ausgeputzten Kerne können als Tee aufgebrüht gegen Rheuma und Gicht eingesetzt werden.
Nährstoffe und regionaler Bezug
| Nährstoff | Gehalt in Hagebutten |
|---|---|
| Vitamin C | bis zu 500mg/100g |
| Vitamin A | reichlich |
| B-Vitamine | reichlich |
| Pektin | hoch |
| Mineralstoffe | Magnesium, Calcium, Kalium |
Hagebutten gehören zu unseren regionalen Superfoods. Gerade im kalt-nassen Herbst können ein paar Vitamine mehr nicht schaden, um einer Erkältung vorzubeugen.
Regionale Namen und traditionelle Verwendung
"Hiffen" ist eine typisch fränkische Bezeichnung für Hagebutten. Sie werden dort, je nach Region, auch als "Hiefen", "Hiften" oder "Hippen" bezeichnet. Hiffenmark ist also eine Konfitüre aus dem Mark der Hagebutten, das in Franken übrigens als DIE typische Füllung für Faschingskrapfen verwendet wird.
Leckere, cremige, säuerlich-frische Hagebuttenmarmelade, die leicht aus dem Gebäck herausläuft, sobald man rein beißt - das ist der fränkische Klassiker.
Weitere Verwendungsmöglichkeiten
- Hagebuttenmarmelade passt hervorragend zu Brötchen, als fruchtige Soße zu Naturjoghurt, zu Fleisch und Käse.
- Du kannst Hagebutten halbieren und putzen, anschließend auf einem Trocken- oder Backblech verteilt trocknen und später als Tee aufgießen.
- Das Fruchtmus aus Hagebutten eignet sich auch für fruchtige Pastasaucen oder als natürliche Nahrungsergänzung im Winter.
Zusammenfassung und Empfehlungen
Alle Hagebutten sind essbar, jedoch unterschiedlich im Geschmack. Sie lassen sich wunderbar zu Marmelade, Mus, Tee und Likör verarbeiten. Die Mühe, Hagebutten zu verarbeiten, lohnt sich: Mit wenigen Zutaten und etwas Geduld erhältst du ein echtes Superfood, das für einen nachhaltigen Vorrat sorgt und dich mit natürlichen Vitaminen durch die kalte Jahreszeit begleitet.
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