Französische Bulldogge: Die Risiken von Schokolade, Fellfarbe und Gesundheit
Die Französische Bulldogge ist eine beliebte Hunderasse, die durch ein kräftiges, kompaktes Erscheinungsbild und verschiedene Fellfarben bekannt ist. In Haushalten, in denen Schokolade allgegenwärtig ist, entsteht jedoch ein besonderes Risiko für diese und andere Hunde. Schokolade ist für Hunde - und somit auch für die Französische Bulldogge - giftig und kann dramatische Folgen für ihre Gesundheit haben, insbesondere in Bezug auf das Plasma und die Organe wie Herz und Leber.
Warum ist Schokolade für die Französische Bulldogge giftig?
Das giftige Element in Schokolade heißt Theobromin und kommt natürlicherweise in Kakaobohnen vor. Menschen verfügen über ein Enzym, das Theobromin schnell abbaut, bei Hunden fehlt dieses Enzym jedoch, sodass sie diesen Stoff nur sehr langsam verstoffwechseln. Das Giftige an der Schokolade ist das Kakaopulver, das aus den Kakaobohnen gewonnen wird.
Die Zeit, nach der nur noch die Hälfte der Ausgangsmenge im Blut vorhanden ist, beträgt beim Hund für Theobromin circa 17 bis 18 Stunden. Man nennt diese Zeit auch Halbwertszeit. Dies ist eine lange Zeit und erklärt, warum die Symptome oft erst nach mehreren Stunden auftreten, dann aber recht lange andauern.
Die Giftstoffe in der Schokolade werden innerhalb weniger Stunden im Magen-Darm-Trakt aufgenommen und im gesamten Körper verteilt. Abgebaut werden diese in der Leber. Die Ausscheidung der Abbauprodukte erfolgt über die Nieren.
Kakaogehalt und Gesundheitsgefahr
Je höher der Kakaogehalt, desto gefährlicher ist die Schokolade für Hunde. Besonders viel Theobromin ist in dunkler Schokolade wie Zartbitterschokolade, Blockschokolade oder Kochschokolade enthalten, während weiße Schokolade praktisch kein Theobromin enthält. Die höchste Theobromin Konzentration haben Sorten mit hohem Kakaoanteil, beispielsweise Koch- oder dunkle Schokolade.
Lesen Sie auch: Einzigartige Windbeutel Torte backen
Weiße Schokolade enthält praktisch kein Theobromin. Milchschokolade enthält meist bis zu zwei, Zartbitterschokolade fünf bis acht und Kochschokolade etwa 15 Milligramm Theobromin pro Gramm. In Kakaopulver und Bitterschokolade ist der Gehalt mitunter noch höher.
Symptome einer Schokoladenvergiftung bei der Französischen Bulldogge
Symptome einer Vergiftung beim Hund sind sehr vielfältig und treten manchmal sofort, oft aber auch erst nach einigen Stunden auf.
- Erhöhte Anspannung und Erregbarkeit
- Erhöhte Herzfrequenz
- Ruhelosigkeit
- Erbrechen
- Erhöhter Durst
- Vermehrter Urinabsatz (bis zur Harninkontinenz)
- Muskelzittern
- Krämpfe
- Schnelle Atmung, Atemnot
- Kreislaufprobleme bis hin zum Kreislaufzusammenbruch
- Herzstillstand
- Bewusstseinsstörungen
- Innere Blutungen
- Fieber
- Stolpern, schwankender Gang
- Zittern und Krampfanfälle
Besonders Patienten mit bereits vorhandenen Herzproblemen können bereits ab einer Menge von 40mg/kg plötzlich versterben. Bei Hunden mit Vorerkrankungen, insbesondere Herzerkrankungen und Neigung zu epileptischen Anfällen, können auch schon geringe Dosen schwerwiegende Folgen haben.
Wie lange dauert es bis Symptome auftreten?
Die ersten Anzeichen sind meist Durchfall und Erbrechen, gefolgt von vermehrtem Durst, Hecheln und Unruhe. Erste Symptome können nach ca. 4 Stunden auftreten. Die Symptome einer Vergiftung treten in der Regel innerhalb von 6 bis 12 Stunden nach der Verdauung auf. In schwerwiegenden Fällen können Krampfanfälle und andere schwere Symptome bereits innerhalb von zwölf Stunden zum Tod des betroffenen Hundes führen.
In schweren Fällen können darauf Muskelzuckungen, Krämpfe und Herzstillstand folgen.
Lesen Sie auch: Süße Weihnachten auf Französisch
Die Symptome können je nach verzehrter Menge tagelang anhalten.
Die tödliche Dosis: Wie viel Schokolade ist gefährlich?
| Schokoladenart | Theobromin in mg / 100g |
|---|---|
| Vollmilchschokolade | 200 |
| Dunkle Schokolade | 800 |
| 70% Schokolade | 2.000 |
| M&Ms Erdnuss | 110 |
| Kakaopulver | 1.600 |
| Schokopudding | 75 |
| Schokopuddingpulver | 600 |
| Brownies | 75 |
| Schokochip Cookies | 125 |
| Milky Way | 70 |
Vergiftungssymptome können bereits ab einer Aufnahme von 20 mg Theobromin pro kg Körpergewicht auftreten, lebensbedrohlich kann es schon bei 60 mg Theobromin pro kg werden und ab einer Dosis von 250 mg/kg besteht nur noch eine 50%ige Überlebenschance.
Die mittlere letale Dosis beträgt für Theobromin 100 bis 200 mg pro Kilogramm Körpergewicht für Hunde. Bei dieser Dosis sterben 50 Prozent der Tiere.
Für einen 10 kg schweren Hund kann im schlimmsten Fall schon eine halbe Tafel Schokolade mit 70 % Kakaoanteil tödlich sein.
Chronische Vergiftungsgefahr
Wenn Ihr Hund immer wieder, vielleicht auch von verschiedenen Familienmitgliedern Schokolade in kleineren Mengen bekommt, kann das zu einem lebensbedrohlichen Problem werden. Kommt immer wieder neues Theobromin dazu, steigt die Konzentration im Blut immer mehr an. Eine nahezu ungefährliche Menge an Schokolade kann, wenn sie von Ihrem Hund über mehrere Tage wiederholt zu sich genommen wird, chronische Vergiftungserscheinungen mit sich bringen. Sie kann zu Atemlähmung oder Herzversagen führen und ebenfalls tödlich enden.
Lesen Sie auch: Köstliche französische Kekse im REWE
Gefährdung durch Fellfarbe und Vorerkrankungen
Die Französische Bulldogge gibt es in verschiedensten Fellfarben, die keinerlei Einfluss auf die Schokoladentoxizität haben. Entscheidend ist vielmehr, ob Vorerkrankungen wie Herzprobleme oder Epilepsie vorliegen, da diese die Wirkungen des Theobromins drastisch verstärken.
Eine 100-g-Tafel Milchschokolade kann bei einem 10 kg schweren Hund bereits erste Vergiftungserscheinungen auslösen, während dieselbe Menge dunkle Schokolade im schlechtesten Fall sogar tödlich wäre. Gerät derselbe Hund an edle Schokoladensorten mit sehr hohem Kakaogehalt (> 70 %), genügen sogar 10 g, damit er sich unwohl fühlt, ab 30 g wird es unter Umständen gefährlich und nach einer 100-g-Tafel liegt seine Überlebenschance nur noch bei etwas über 50 Prozent.
Was tun, wenn die Französische Bulldogge Schokolade gefressen hat?
Wenn Sie sicher wissen, dass Ihr Hund eine bedenkliche Menge Schokolade gefressen hat, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt zu einem Tierarzt auf! Ist der Hund noch fit und die Schokolade nicht zu lange im Magen, kann ihm der Tierarzt ein Brechmittel verabreichen oder den Magen spülen. Im Anschluss kann die Gabe von Aktivkohle (als Kohletabletten oder als Pulver) sinnvoll sein. Bei schweren Vergiftungen ist jedoch eine intensive Therapie notwendig. Schwere Vergiftungen zeigen sich durch Herzrhythmusstörungen und Krämpfe.
- Fahren Sie am besten nach einer kurzen telefonischen Ankündigung in die Tierarztpraxis oder Klinik.
- Bringen Sie die Verpackung der Schokolade mit, ebenso Proben von Kot und Erbrochenem.
- Bleiben Sie möglichst ruhig, der Hund sollte warm gehalten und die Atemwege freigehalten werden.
- Wenn möglich kurze Videosequenzen von Symptomen aufnehmen.
- Versuchen Sie, ihn mithilfe von Salzwasser zum Erbrechen zu bringen nur, wenn ein tierärztlicher Notdienst nicht erreichbar ist - und nur einmal!
Die Behandlung beim Tierarzt kann medikamentös Krämpfe lösen, die Körpertemperatur senken oder Herzrhythmusstörungen behandeln. Die Entfernung der Schokolade kann auf folgende Weise geschehen:
- Hervorrufen von Erbrechen (z.B. durch Apomorphin)
- Gabe von Infusionen zur schnellen Ausscheidung
- Verabreichen von Aktivkohle zur Bindung des Theobromins
- Medikamentöse Therapie bei Krämpfen
Wichtig: Auch die Aufnahme kleiner Mengen kann gefährlich sein, wenn der Hund regelmäßig Schokolade frisst! Deshalb sollten Hunde niemals mit Schokolade belohnt oder gefüttert werden.
Checkliste für den Tierarztbesuch
- Wie groß beziehungsweise schwer ist Ihr Hund?
- Wie viel Schokolade hat Ihr Hund gefressen?
- Welche Art von Schokolade war es und wie hoch ist der Kakaogehalt?
- Ist Verpackungsmaterial mit Angaben zu Inhaltsstoffen vorhanden?
- Wann ist es passiert? In welchem Zeitfenster kann es passiert sein?
- Hat Ihr Hund aktuell Symptome? Wenn ja, welche?
- Ist so etwas schon einmal passiert?
- Gegebenenfalls Proben von Kot und Erbrochenem einsammeln und dem Tierarzt vorlegen.
- Bei Krampfanfällen eventuell kurze Videosequenz mit dem Handy aufnehmen und in der Praxis vorspielen.
Sicherheitsmaßnahmen im Haushalt
Lagern Sie Schokolade, mit Schokolade gefülltes Gebäck oder andere schokoladige Naschereien sicher vor Ihrem Hund. Lassen Sie Schokolade auf keinen Fall offen liegen - egal, ob mit oder ohne Verpackung. Verstauen Sie alle Süßigkeiten am besten sicher in einem Schrank, der für Ihren Hund unerreichbar ist.
Sollten Kinder zu Besuch kommen oder im Haushalt leben, die den Hund gerne füttern möchten, erklären Sie ihnen, wie gefährlich Schokolade für Hunde ist.
Auch die Verpackungen können Hunden gefährlich werden, deshalb entsorgen Sie sie am besten direkt und lassen Sie sie nicht herumliegen.
Am effektivsten ist es, Schokolade und andere Süßigkeiten außer Reichweite von Haustieren aufzubewahren, um die Möglichkeit der Vergiftung zu vermeiden. Tierhalter sollten dem Hund keine Schokolade geben, auch nicht als Belohnung oder kleine Nascherei vom Essentisch.
Fellfarbe, Gesundheit und Schokoladenunverträglichkeit
Die Fellfarbe der Französischen Bulldogge spielt keine Rolle bei der Empfindlichkeit gegenüber Schokolade; entscheidend ist die Gesundheit des Tieres und insbesondere das Gewicht. Generell kann ein großer, schwerer Hund größere Mengen an Schokolade fressen, bevor Vergiftungserscheinungen auftauchen, als ein kleiner Hund. Bei vorbestehenden Herzerkrankungen oder Lebererkrankungen besteht akute Lebensgefahr selbst bei geringer Dosis.
Die Behandlung einer Schokoladenvergiftung hängt von verschiedenen Faktoren ab und besteht darin, die weitere Aufnahme der toxischen Substanzen zu verhindern und die Ausscheidung zu fördern.
Tatsächlich wissen es einige Hundehalter nicht: Schokolade ist giftig für Hunde! Eine Aufnahme von Schokolade kann bei unseren Haustieren zu lebensbedrohlichen Vergiftungen führen.
Versicherung als Vorsorge
Da Tierarztkosten schnell einige hundert Euro betragen können, ist es sinnvoll, sich über eine Tierkrankenversicherung zu informieren. Die Versicherung übernimmt auch die Kosten für Operationen, ambulante und stationäre Behandlungen sowie die Diagnostik. Mehr als die Hälfte der Hundebesitzer*innen geht im Durchschnitt mehr als zweimal im Jahr zum Tierarzt und gibt zwischen 100 bis 500 Euro jährlich aus.
Fazit zur Schokolade, Fellfarbe und Gesundheit der Französischen Bulldogge
Je nach Menge und Art der Schokolade ist es ratsam, einen Tierarzt beziehungsweise eine Tierärztin aufzusuchen. Vergiftungserscheinungen treten meist erst nach Stunden ein, dauern dann aber vergleichsweise lange an und können im schlimmsten Fall tödlich enden.
Im besten Fall sollte Ihr Hund gar nicht erst in Kontakt mit Schokolade kommen. Idealerweise vermeiden Sie eine Vergiftung mit Schokolade bei Ihrem Haustier, indem Sie Süßigkeiten sicher lagern und Ihr Umfeld informieren.
tags: #französische #bulldogge #schokolade #fellfarbe #gesundheit


