Franken Genuss Nuss Nougat Creme: Inhaltsstoffe, Herstellung und Sicherheitsaspekte
Nuss-Nougat-Cremes erfreuen sich sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern großer Beliebtheit. Die Zusammensetzung von Nougatcremes ist in den Leitsätzen für Ölsamen und daraus hergestellte Massen und Süßwaren festgelegt.
Rechtliche Vorgaben und deklarationspflichtige Bestandteile
Danach enthält Nuss-Nougat-Creme mindestens 10 % Haselnusskerne, höchstens 67 % Zucker, Kakaoerzeugnisse sowie pflanzliche Speisefette und -öle. Es können geringe Mengen geschmackgebender Stoffe wie z.B. Vanillin zur Abrundung des Geschmacks und geringe Mengen Lecithin (E 322) zugesetzt werden. Lecithin kommt in jeder lebenden Zelle vor. Als natürlicher fettähnlicher Stoff gehört es zur Gruppe der Phospholipide. Wegen seines bipolaren Aufbaus ist Lecithin ein wichtiger Baustein der Zellwände. Besonders Knochenmark, Nervengewebe, Herz und Leber sind reich an Lecithinen. Die Stoffe beeinflussen darüber hinaus den Transport von Fetten und Cholesterin im Blut und wirken als Bestandteil der Gallenflüssigkeit an der Fettverdauung mit.
Lecithin ermöglicht als Emulgator, dass sich Fett- und Wasser-Phasen eines Lebensmittels nicht trennen. Als Mehlbehandlungsmittel verbessert es die Knet- und Formeigenschaften von Teigen und verlangsamt das Altbackenwerden von Gebäck. In Margarine sorgt Lecithin dafür, dass sie in der Pfanne nicht spritzt. Als Antioxidationsmittel schützt die Fette zudem vor den verderbenden Einflüssen des Sauerstoffs. Lecithin wird überwiegend aus Sojabohnen gewonnen. Auch Sonnenblumen, Raps, Erdnüssen, Mais und Eigelb können Rohstoffe sein. Kann aus Sojabohnen, Mais, Erdnüssen, Eigelb, Sonnenblumen- oder Rapsöl hergestellt sein. Daher Pflicht der Allergenkennzeichnung.
Typische Zusammensetzung und Nährwerte
Die Basis von Nuss-Nougat-Cremes ist Zucker mit einem Anteil von etwa 50 % (Vorgabe: max. 67 %). Der deklarierte Haselnussanteil liegt in den meisten Produkten bei etwa 13 % (Vorgabe: mind. 10 %). Eine Ausnahme bilden die untersuchten Bioprodukte mit einem deklarierten Haselnussanteil von 15 bzw. 33 %. Nuss-Nougat-Cremes enthalten außerdem pflanzliche Fette und/oder Öle wie Rapsöl und Palmöl/-fett. Der deklarierte Fettgehalt lag in den Proben zwischen 32 und 46 %.
Mit Brennwerten von etwa 560 kcal/100 g zählen Nuss-Nougat-Cremes zu den hochkalorischen Lebensmitteln. Das LVI BS/H überprüfte sowohl die Fett- und Eiweißgehalte als auch die Gehalte an gesättigten Fettsäuren. Allerdings entsprach die Kennzeichnung von vier untersuchten Proben nicht den Vorgaben der VO (EU) 1169/2011. Die Nährwertkennzeichnung von drei Proben war als Fließtext und nicht tabellarisch dargestellt, obwohl auf der Verpackung ausreichend Platz vorhanden war. Eine Probe wies diverse Kennzeichnungsmängel auf, u.a. war die Nährwertkennzeichnung unleserlich und die Angabe des Haselnussanteils fehlte.
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Prozessbedingte Kontaminanten: Aflatoxine, MCPD- und Glycidyl-Ester
Das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover hat Nuss-Nougat-Cremes auf Prozesskontaminanten und auf die Belastung mit Schimmelpilzgiften (Aflatoxine) untersucht. In 28 Proben wurden die Gehalte an Aflatoxinen bestimmt. Aflatoxine sind Schimmelpilzgifte, die vor allem während der Lagerung von Lebensmitteln durch den Schimmelpilz Aspergillus flavus als Stoffwechselprodukte gebildet werden. Insbesondere Nüsse und daraus hergestellte Erzeugnisse haben ein hohes Gefährdungspotential. Aflatoxine sind stark krebserregend, wobei Aflatoxin B1 die stärkste krebserregende Wirkung besitzt.
Für Nuss-Nougat-Cremes gilt der Grenzwert für Aflatoxine der nationalen Kontaminantenverordnung. In allen untersuchten Proben wurden Aflatoxine nachgewiesen. Die Summe der Aflatoxine B1, B2, G1 und G2 lag in zwei Proben unter der Bestimmungsgrenze (Bestimmungsgrenze 0,12 µg/kg), in den übrigen Proben wurden Gehalte zwischen 0,33 und 1,44 µg/kg ermittelt. In allen Proben wurde der Grenzwert von 4 µg/kg eingehalten.
Weiterhin wurden 28 Proben auf ihre Gehalte an 2- und 3-Monochlorpropandiol- (MCPD) und Glycidyl-Fettsäureestern untersucht. Diese Kontaminanten können während der Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln gebildet werden, insbesondere durch die Temperaturbelastung bei der Fettraffination. Während der Verdauung entstehen aus 2- und 3-MCPD-Fettsäureestern freies 2- und 3-MCPD, aus Glycidyl-Fettsäureestern wird Glycidol freigesetzt. Von toxikologischer Bedeutung sind Glycidol und 3-MCPD. Für 2-MCPD liegen bislang noch keine toxikologischen Studien vor.
In allen untersuchten Nuss-Nougat-Cremes wurde mindestens eine dieser Prozesskontaminanten nachgewiesen (Nachweisgrenze 0,1 mg/kg Fett). Für die Fettsäureester existieren keine Grenzwerte. Ihre Gehalte in Lebensmitteln sollten weitestgehend minimiert werden. Zum Vergleich: Die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI-Wert) für 3‑MCPD wurde 2016 von der EFSA auf 0,8 μg/kg Körpergewicht festgelegt. Das bedeutet, dass ein 35 kg schweres Kind täglich 28 µg 3‑MCPD zu sich nehmen kann, ohne ein gesundheitliches Risiko befürchten zu müssen.
Die Probe mit dem höchsten Gehalt an 3‑MCPD-Fettsäureester berechnet als freies 3‑MCPD von 1,5 mg/kg Fett enthielt einen Fettgehalt von 32 %. Daraus errechnet sich ein Gehalt an 3‑MCPD von 0,5 mg/kg Nuss-Nugat-Creme. Bei einem Verzehr von 10 g Nuss-Nugat-Creme würde man mit der Probe 5 µg 3‑MCPD aufnehmen.
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Herstellung und Varianten: Das fränkische Beispiel
Im Gegensatz zu handelsüblichen Nougat-Brotaufstrichen aus dem Supermarkt besteht die fränkische Nuss-Creme aus Cadolzburg zu über 50 Prozent aus Nüssen. "Wir machen ein reines Naturprodukt", betont Stiegler. Aufgrund des hohen Nussanteils könne er auf andere Fette wie das in Verruf geratene Palmöl verzichten, deren überbordende Verwendung zur Abholzung der Regenwälder beitragen soll. "In meinen Nüssen ist genug Fett drin", freut sich Stiegler. "Reines Naturprodukt": Nuss-Creme besteht zu mehr als 50 Prozent aus Nüssen - ohne Palmöl.
Das gute Gewissen hat natürlich seinen Preis. 180 Gramm des fränkischen Brotaufstriches kosten fast sieben Euro. "Dafür braucht man nicht so viel, weil der Geschmack sehr intensiv ist", sagt Stiegler und verweist auf die kurze Zutatenliste der fränkischen Nougat-Creme. An dem Rezept hat Stiegler ziemlich lange getüftelt. Ein Zufall habe ihn am Ende auf die richtige Mixtur gebracht. "Ursprünglich wollte ich Haselnuss-Pralinen machen", erinnert sich Stiegler und lacht. "Der Erfolg hat uns echt überrascht", gibt Stiegler unumwunden zu.
Mit der ökologischen Aufstrich-Variante scheint der fränkische Haselnuss-Bauer einen Nerv bei vielen Frühstückern getroffen zu haben. Die meisten Kunden kommen normalerweise direkt zum Hofladen ins kleine Gonnersdorf. Dort gibt es auch einen Aufstrich-Automaten, damit sich Fans außerhalb der Öffnungszeiten mit der Haselnuss-Creme versorgen können. Teile der Kundschaft bestellen den Aufstrich in seinem Online-Shop im Internet. "Die einmal bestellt haben, bestellen immer wieder", sagt Stiegler selbstbewusst. Echte Fans würden sich vom puren Geschmack und der palmölfreien Zubereitung überzeugen lassen. "Dafür nehmen sie auch den hohen Preis in Kauf", freut sich Stiegler über das Verständnis seiner Kundschaft.
Über mangelnde Arbeit kann sich der Manufaktur-Chef nicht beklagen. "Meine Freundin Svenja hilft zum Glück mit, damit wir mit der Produktion nachkommen." Auch die Eltern Fritz und Sieglinde packen mit an, damit die Erfolgsstory weitergehen kann. Trotz des Erfolges will Stiegler auf dem Teppich bleiben. "Wir werden immer eine kleine Manufaktur bleiben." Zur Not müsse die Kundschaft auf das nächste Glas eben warten. Die Kunden stehen schon wieder Schlange für seine Haselnuss-Creme, die man ohne schlechtes Gewissen beim Frühstück auf sein Brötchen schmieren kann.
Ökologische Aspekte: Palmöl und Nachhaltigkeit
Folgender Inhaltsstoff ist aus Bestandteilen der Ölpalme hergestellt: Palm. Um Platz für Ölpalmplantagen zu schaffen, werden große Flächen von Regenwäldern gerodet. In Indonesien sind bereits über zwei Drittel der Regenwälder zerstört und zahllose Lebewesen vom Aussterben bedroht. Besonders der Orang-Utan, der weltweit nur in den Regenwäldern von Sumatra und Borneo vorkommt, ist in akuter Gefahr. Die Zahl der wild lebenden Sumatra Orang-Utans ist seit 1900 um 91% gesunken. Seit 2016 gilt auch der Borneo Orang-Utan als unmittelbar vom Aussterben bedroht.
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Durch die Waldzerstörung wird so viel Kohlendioxid freigesetzt, dass Indonesien zum drittgrössten Treibhausgasemittenten geworden ist - nach den USA und China. Dabei kommt ein großer Teil des CO2-Ausstoßes von der Zerstörung der Torfgebiete. Diese speichern riesige Mengen von Kohlenstoff. Für den Anbau von Ölpalmen werden die Torfböden entwässert, wobei Kohlendioxid und Methangas freigesetzt wird. Zusätzlich wird bei der Brandrodung und den damit einhergehenden, alljährlichen Torf- und Buschbränden viel CO2 emittiert.
Palmöl kann als nachhaltig bezeichnet werden, wenn seine Produktion nicht zu Regenwald- und Torflandzerstörung und/oder zu sozialen Konflikten führt. Leider ist der Anteil an wirklich nachhaltigem Palmöl auf dem Markt aber noch sehr klein. Der Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO) geht zwar mit seinen Kriterien zur Zertifizierung in die richtige Richtung, wird aber leider auch von vielen Firmen als grünes Feigenblatt missbraucht. Zudem fehlen bisher Kriterien, welche der Treibhausgasproblematik Rechnung tragen und seriöse und unabhängige Kontrollmechanismen zur Überprüfung der Kriterien.
Fordere Hersteller aktiv dazu auf, kein Palmöl aus Regenwald- und Torflandzerstörung mehr zu verwenden. Das kannst Du über den jeweiligen Kundenservice oder über ein Kontaktformular tun. Je mehr KonsumentInnen wirklich nachhaltiges Palmöl verlangen, welches weder Regenwald- und Torflandzerstörung, Landkonflikte noch einen Verlust von Arten mit sich bringt, desto eher ist der Hersteller bereit etwas zu unternehmen.
Praktische Hinweise für Verbraucher
- Wegen der Kennzeichnungsmängel und geringen Mengen an Schadstoffen muss nicht auf Nuss-Nougat-Cremes verzichtet werden.
- Achten Sie beim Kauf auf Herstellerangaben zum Haselnussanteil und auf eine klare, tabellarische Nährwertkennzeichnung gemäß VO (EU) 1169/2011.
- Wer Palmöl vermeiden möchte, sollte auf Zutatenlisten und Labels achten; palmölfreie oder zertifiziert nachhaltige Produkte bevorzugen.
- Die Gehalte an Prozesskontaminanten wie MCPD- und Glycidyl-Fettsäureestern sollten minimiert werden; eine ausgewogene Portionsgröße reduziert das individuelle Risiko.
Herstellerbeispiel: Franken Genuss
Mehr Informationen zum Fränkischen Brotaufstrich ohne Palmöl von Franken Genuss: Nach dem Ende der Subventionen für den fränkischen Tabakanbau hat sich das Familienunternehmen in Gonnersdorf bei Cadolzburg im Landkreis Fürth auf den Nussanbau konzentriert. Ausbildung: Nach seinem Landwirtschaftsstudium sammelt Martin Stiegler zahlreiche Erfahrungen in einem Haselnuss-Großbetrieb in den USA. Hier bekam er zahlreiche wichtige Impulse für den Anbau, die Veredelung und die Vermarktung von Haselnüssen.
Erfolgsstory: Mit einer palmölfreien Brotaufstrich-Kreation hat Martin Stiegler viele neue Kunden gewonnen. 20 Prozent seines Haselnuss-Nougat-Aufstriches verkauft Stiegler mittlerweile über seinen Online-Shop im Internet unter der Adresse www.franken-genuss.com.
| Parameter | Typische Werte / Hinweise |
|---|---|
| Haselnussanteil (Vorgabe) | mind. 10 %; typische Produkte ~13 %, Bio: 15-33 %, Franken Genuss: >50 % |
| Zucker | ca. 50 % (max. 67 %) |
| Fettgehalt | 32-46 % in untersuchten Proben |
| Brennwert | ≈ 560 kcal / 100 g |
| Aflatoxine (untersuchte Proben) | 0,33-1,44 µg/kg (2 Proben < 0,12 µg/kg); Grenzwert 4 µg/kg eingehalten |
| 3‑MCPD | Höchste Probe: 0,5 mg/kg Nuss-Nougat-Creme → 10 g Aufnahme = 5 µg 3‑MCPD |
Hinweis zur Kennzeichnung: Angaben auf der Verpackung sind relevant; nur die Angaben auf dem Etikett des Produkts sind ausschlaggebend. Unsere Inhaltsstoffbewertung erfolgt unabhängig vom konkreten Produkt. Aufgrund zeitlicher Verzögerungen und Tippfehlern kann nicht garantiert werden, dass die auf Produktseiten publizierten Zutaten bzw. Nährwerte mit den Informationen auf der Etikette des Produktes übereinstimmen.
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