Honig aus Franken: Besonderheiten und Erzeuger
Honig ist für viele Menschen ein normaler Bestandteil des Frühstücks. Doch was macht Honig aus Franken so besonders? Und wie gelangt der Honig eigentlich ins Glas? Der folgende Artikel gibt einen umfassenden Einblick in die Besonderheiten des fränkischen Honigs, den aufwändigen Entstehungsprozess, die Vielfalt der Honigsorten, die regionale Imkertradition und die Bedeutung der Bienen für unsere Kulturlandschaft.
Honig ist ein wertvolles Naturprodukt, das in einem natürlichen Prozess von Honigbienen erzeugt wird. Der dabei entstehende Honig ist genauso interessant wie die Biene selbst. Jeder Honig hat seinen besonderen Geschmack. Die Konsistenz, genauer gesagt die Viskosität des Honigs reicht von dünnflüssig über cremig bis fest. Sie ist ebenso wie seine Farbe und sein Geschmack abhängig von den besuchten Blüten oder dem gesammelten Honigtau. Es gibt große Unterschiede bei den Honigsorten, bezüglich Aroma, Farbe, Geschmack und Konsistenz.
Die Geschichte der Honigerzeugung in Franken
In den naturnahen und waldreichen Regionen Oberfrankens wurden seit jeher Bienen zum Zweck der Honigerzeugung genutzt. Schon die Menschen der Urzeiten sammelten den Honig wilder Bienenvölker. Im Mittelalter entstand der streng geschützte Berufsstand der Zeidler, die den Honig wilder Bienenvölker ernteten. Die Zeidlerei florierte vor allem in Gebieten mit großen Nadelholzbeständen, die als natürlicher Lebensraum wild lebender Waldbienen die ideale Voraussetzung für die gewerbsmäßige Beschaffung von Honig boten.
Wichtige Standorte der frühen Zeidlerei waren daher im Mittelalter z.B. Gebiete im Fichtelgebirge und vor allem im Nürnberger Reichswald. Wie die Nürnberger Lebzelter bildeten auch die Zeidler der Reichsstadt und des Nürnberger Umlandes schon frühzeitig Zünfte mit bestimmten Rechtsbräuchen und Privilegien aus. 1350 wurde den ihnen durch Kaiser Karl IV. in dem berühmten „Zeidel Fryheit Brieff“ die Niedere Gerichtsbarkeit zugesprochen. Außerdem durften sie sich mit einer spezifischen grünen Tracht und langer Zipfelmütze kleiden.
Bereits 1768 wird als erster Imkerverband außerhalb des Zeidlerwesens die Fränkische Imkergesellschaft gegründet. Zur endgültigen Aufgabe der teilweise nebenher existierenden Waldimkerei kommt es erst im 19. Jahrhundert. War bis in den Beginn des 19. Jahrhunderts Honig das gebräuchlichste Süßungsmittel für Backwaren und andere Süßspeisen, entstand ihm mit der Herstellung von Rübenzucker eine billige Konkurrenz.
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Noch heute finden sich zahlreiche Imker im Nürnberger Land. Bereits seit dem Mittelalter ist das Nürnberger Land Hochburg für das Zeidlerwesen. So waren etwa die ersten Feuchter Siedler Zeidler - also Waldbienenzüchter im Reichswald. Heute findet sich in Feucht das Zeidelmuseum, das auch eigenen Honig herstellt.
Der Weg vom Nektar zum Honigglas
Bienen haben eine außerordentliche Arbeitsteilung. Die Sammelbiene saugt Nektar oder Honigtau über ihren Rüssel auf und transportiert ihn in der Honigblase in den Stock. Dort wird der zuckerhaltige Saft an die Stockbienen weitergegeben. Diese fügen bieneneigene Enzyme hinzu und reduzieren den Wassergehalt des Nektars.
Honig entsteht dadurch, dass Bienen Nektar oder auch andere süße Säfte an lebenden Pflanzen aufnehmen, durch körpereigene Stoffe bereichern und verändern, um ihn dann in den Waben des Bienenstockes zu speichern und reifen zu lassen. Durch die Bienenenzyme findet eine Veränderung des Zuckerspektrums und die Entstehung von sogenannten Inhibinen statt. Letztere hemmen das Wachstum von Hefen und Bakterien im gespeicherten Honig.
Ist der Honig trocken genug, verschließen die Arbeiterinnen die Waben mit Wachs, das sie im Körper produzieren. Sind die Waben geschlossen, im Fachjargon „verdeckelt“, weiß der Imker, dass der Honig reif ist. Vorsichtig entfernt er die gefüllten Honigwaben aus dem Stock und entfernt die Wachsdeckel. Anschließend kommen die Waben in eine Honigschleuder, die sich so schnell dreht, dass der Honig abfließt. Danach wird der Honig gesiebt, um alle Wachsrückstände zu entfernen.
Die deutsche Lebensmittelverordnung besagt, dass dem Produkt „Honig“ nichts zugesetzt und nichts entnommen werden darf. Das Ergebnis ist nun sauber geklärter Honig, der in Gläser abgefüllt werden kann.
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Bienenfleiß - Die enorme Leistung hinter dem Honig
- Um ein einziges Gramm Honig zu erhalten, besucht die Biene 8.000 bis 10.000 Blüten.
- Für 100 g Honig sind etwa eine Million Blütenbesuche erforderlich.
- Für ein 500 g Glas Honig müssen die Sammelbienen eine Wegstrecke von ca. 120.000 Flugkilometern zurücklegen; das entspricht etwa dreimal dem Erdumfang.
| Menge Honig | Anzahl Blütenbesuche | Flugkilometer |
|---|---|---|
| 1 g | 8.000 - 10.000 | ca. 240 |
| 100 g | 1.000.000 | 24.000 |
| 500 g | 5.000.000 | 120.000 |
Bedeutung der Honigbiene für die fränkische Natur und Landwirtschaft
Bienen sind wahre Helden der Natur, sie bestäuben rund 80 Prozent unserer heimischen Nutz- und Wildpflanzen. Die Bestäubungsleistung der Honigbiene ist unerlässlich für die Entwicklung sehr vieler Pflanzen und die Erzeugung von Obst, Garten- und Feldfrüchten. Als markantes Beispiel lässt sich der Fruchtertrag eines Birnbaumes ohne Bestäubung durch Honigbienen auf ca. 45 kg schätzen. Wird die Bestäubung der Blüten dagegen von Honigbienen unterstützt, erntet man am gleichen Baum bis zu 156 kg, also mehr als den dreifachen Ertrag!
Möglichst zahlreiche und gesunde Bienenvölker schaffen daher ideale Voraussetzungen für eine intakte Natur und eine leistungsfähige Landwirtschaft. Kein Wunder also, dass die Honigbiene als eines der wichtigsten Nutztiere gilt. Bayern fördert und unterstützt die Imkerei durch kostenlose Beratung, unabhängige Forschung und finanzielle Förderung, um die ökologische Vielfalt und die Zukunft unserer Nutzpflanzen zu sichern.
Vielfalt der Honigsorten aus Franken
Nektarhonig bzw. Blütenhonig ist wahrscheinlich die bekannteste Art von Honig. Es ist ein Sammelbegriff für alle Honigsorten, die aus Nektar gewonnen werden, also einem zuckerhaltigen Saft von Pflanzen, den die Bienen aus den Blütenkelchen sammeln. Obstblütenhonig, Rapshonig, Löwenzahnhonig und viele Frühjahrs- und Sommerhonige gehören dazu. Blütenhonige zeichnen sich generell durch ihre helle Farbe und einen milden Geschmack aus.
Rapshonig ist hellgelb bis weiß, mild im Geschmack und schnell kandierend. Löwenzahnhonig hat eine goldgelbe Farbe und einen hocharomatischen Geschmack. Obstblütenhonig erkennt man an seiner hell- bis dunkelgelben Farbe und seinem mild-aromatischen Geschmack.
Die Basis für Honigtauhonig bzw. Waldhonig ist nicht Blütennektar sondern Honigtau, also Ausscheidungen von pflanzensaftsaugenden Insekten. Winzige Waldbewohner wie Schild- und Blattläuse nehmen den süßen Saft von Laub- und Nadelbäumen auf und verdauen ihn. Dabei geben sie Honigtau ab, den die Bienen einsammeln. Waldhonig ist von rotbrauner bis dunkelbrauner Farbe, sehr aromatisch und bleibt flüssig.
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Stammt der Honig zu mindestens 60 Prozent aus dem Nektar oder Honigtau von nur einer Pflanzenart, kann er als „Sortenhonig“ bezeichnet werden. Damit das gelingt, bringt ein Imker seine Bienen an Orte, wo es viele Blüten oder Bäume von einer Sorte gibt. Sortenhonige sind beispielsweise Raps-, Edelkastanien-, Akazien- oder Tannenhonig.
Zusammensetzung und Qualitätsmerkmale
Honig aus Franken ist regional geprägt: Die im Honig enthaltenen Pollen sind regional und können unter Umständen zur Desensibilisierung mancher Pollenallergien beitragen. Die Landwirtschaft in Bayern, also auch in der Region Ingolstadt, ist frei von genmanipulierten Agrarpflanzen. Dementsprechend ist der regionale Honig auch frei von Pollen der genmanipulierten Pflanzen. Das macht ihn aus unserer Sicht besonders und gesund.
In Deutschland geernteter Honig muss die Deutsche Honigverordnung erfüllen, welche besagt, dass dem Honig nichts hinzugefügt und nichts entzogen werden darf. Besonders vertrauenswürdig ist Honig im Imker-Honigglas des Deutschen Imkerbundes mit der Aufschrift „Echter deutscher Honig“. Dieser ist besonders naturbelassen und enthält maximal 18 Prozent Wasser.
Die Erzeuger in Franken und ihre Motivation
Mit rund 270.000 Bienenvölkern beheimatet Bayern mehr als ein Viertel aller deutschen Bienenstöcke. Dahinter stehen 42.000 Imkerinnen und Imker, die mit Herzblut und Engagement für das Wohl ihrer Bienen sorgen [Stand 2024]. Das sind ein Drittel mehr als im Jahr 2013. Obwohl die Mehrheit in ihrer Freizeit imkert, sind ihre Beiträge zur Bestäubung unserer Pflanzen von unschätzbarem Wert.
Die bayerische Imkerei ist mehr als nur eine landwirtschaftliche Tätigkeit - sie ist eine Tradition, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. Auf meinen Ausflügen in die Natur fazinierte mich das emsige und sorglose Treiben der kleinen Insekten auf den Blumen. Mit den Jahren wurde aus Bewunderung und Neugierde eine Faszination. Ich beschloss im Jahre 2008 meinen Beitrag zum Erhalt der Natur zu erhöhen und schaffte mir ein Bienenvolk an. Die ganze Thematik hatte nach dem ersten Jahr einen Haken… dieser Haken war, dass die Imkerei mich so sehr faszinierte, dass aus den ein oder zwei Bienenvölker schnell zehn und zwanzig wurden.
Jedes Volk hat seinen eigenen Charakter. Jeder Tag bei den Bienen hält eine neue Überraschung für mich parat. Imkerei fordert einen heraus, da Natur nicht strickten Regeln folgt, sondern immer etwas Besonderes daraus macht.
Regionaler Honig ist nicht nur ein süßer Genuss, sondern auch ein Zeugnis für die harmonische Beziehung zwischen Mensch und Natur.
Regional kaufen und die lokale Bienenzucht unterstützen
Mit dem Kauf von regionalem Honig unterstützen Sie die Bienenhaltung in der Region Franken und Oberpfalz. Mehr regionaler Honigkonsum bedeutet langfristig mehr Bienen in Deutschland, was unsere Biodiversität fördert. Über das Kontaktformular können Sie bequem bestellen, bzw. reservieren. Schauen Sie sich alle Angebote in Ruhe an und suchen sich die gewünschten Produkte aus. Alle Honigsorten aus Franken und Oberpfalz können Sie hier kaufen.
Tipps zur Lagerung und Verwendung von Honig
Wie lagert man Honig richtig? Honig sollte kühl und dunkel gelagert werden, da einige seiner wichtigen Bestandteile sehr licht- und wärmeempfindlich sind. Das Honigglas immer fest verschließen, da es sonst Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnimmt. Kristallisierter Honig, der hart geworden ist, kann vorsichtig wieder verflüssigt werden, indem er erwärmt wird. Jedoch sollte die Temperatur nicht über 40°C steigen.
Das Verflüssigen in der Mikrowelle ist nicht zu empfehlen, da die Temperatur schwer zu kontrollieren ist und die Gefahr besteht, wertvolle Inhaltsstoffe zu zerstören. Besser eignet sich ein Wasserbad: Man gibt Wasser in einen Topf, stellt den Honig hinein und erwärmt das Wasser vorsichtig auf dem Herd.
Honig als Hausmittel und im Alltag
Honig ist nicht nur ein süßer Genuss, sondern ein wahres Multitalent, wenn es um Gesundheit und Wohlbefinden geht! Das süße Gold gilt als eines der ältesten Hausmittel der Welt. Grund sind vor allem seine antiseptische, konservierende und entzündungshemmende Wirkung. Honig wird seit Jahrhunderten zur Behandlung von Wunden und Verbrennungen verwendet. Ein Löffel des Bienenprodukts lindert Husten und Halsschmerzen, da es beruhigend auf die Schleimhäute und antibakteriell wirkt.
Honig kann die Verdauung fördern und hilft, Magen-Darm-Beschwerden zu lindern. In vielen Schönheitsprodukten wird das süße Gold wegen seiner feuchtigkeitsspendenden und nährenden Eigenschaften verwendet.
Beliebtheit und Markt: Frankenhonig im Vergleich
Jeder Deutsche verzehrt im Schnitt ein Kilo Honig pro Jahr. Leider kann nur rund 30% der Nachfrage mit heimischem Honig gedeckt werden. Wichtige Honiglieferanten für Deutschland sind dabei Mexico, Argentinien, Ukraine oder Rumänien. Importierter Honig gilt als eines der meistgefälschten Lebensmittel weltweit. Der Grund: Häufig werden die Vorgaben der EU-Honigrichtlinie nicht eingehalten und der Honig gepanscht. So können in außerhalb der EU produziertem Honig Zusätze wie Süßungsmittel, Farbstoffe oder Wasser stecken.
Die Honigverordnung schreibt eine Herkunftsangabe auf dem Honigglas vor. Doch Achtung: Stammt der Honig aus mehr als nur einem Land, so reichen die Kennzeichnungen „Mischung von Honig aus EU-Ländern“, „Mischung von Honig aus Nicht-EU-Ländern“ oder „Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern“.
Besonders vertrauenswürdig ist Honig im Imker-Honigglas des Deutschen Imkerbundes mit der Aufschrift „Echter deutscher Honig“. Dieser ist besonders naturbelassen und enthält maximal 18 Prozent Wasser.
Honigsorten aus Franken und Oberpfalz (unvollständig)
- Akazienhonig
- Alpenlandhonig
- Blütenhonig
- Buchweizenhonig
- Edelkastanienhonig
- Frühtrachthonig
- Gamander-Honig
- Heidehonig
- Heidelbeerhonig
- Himbeerhonig
- Obstblütenhonig
- Löwenzahnhonig
- Lindenhonig
- Rapshonig
- Sommertrachthonig
- Sonnenblumenhonig
- Tannenhonig, Waldhonig
- Waldblütenhonig
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