Bedeutung und Herkunft der weißen Taube: Symbolik, Geschichte und Biologie
Die weiße Taube ist in vielen Kulturen weltweit ein bedeutendes Symbol, das insbesondere für Frieden, Reinheit, Hoffnung und Unschuld steht. Schon seit alters her hatte die Taube eine symbolische Bedeutung. So stand sie in der Antike sinnbildhaft für Sanftmut, Einfalt und Unschuld. Im Laufe der Geschichte wurden ihr tiefgreifende Bedeutungen zugeordnet, die auch in verschiedenen Religionen und Zeremonien zum Ausdruck kommen.
Symbolik der weißen Taube in verschiedenen Kulturen und Religionen
Ihren Ursprung findet die Deutung der Taube als Symbol des Friedens im Alten Testament. Da die Menschen die von Gott gegebene Freiheit nicht nur für Gutes sondern auch für Böses nutzten, ließ Gott in seinem Zorn eine Flut ausbrechen, die alle Menschen und alles Unheil zerstören sollte.
Im Christentum ist die Taube vor allem als Symbol für den Heiligen Geist bekannt. Das Symbol tritt häufig im Kontext der Firmung auf, da beim Sakrament der Firmung der Heilige Geist eine zentrale Rolle spielt. Bei der Firmung wird denjenigen, die sich ihm öffnen, Gottes Geist verliehen. Der Firmling wird durch den Geist Gottes gestärkt, so wie es auch den Aposteln am Pfingsttag erging.
- Im Judentum steht die Taube für Wehrlosigkeit, Reinheit und Lauterkeit, welches an die Aussage Jesu in Mt 10,16 »arglos wie die Tauben« anknüpft.
- Im Islam ist die Taube ein besonderer Vogel. Der Erzählung zufolge habe eine Taube den Propheten Mohammed auf der Flucht vor Feinden beschützt und gilt seitdem als heilig.
Die Symbolik findet sich in zahlreichen Kulturen. Auch in Asien, Amerika und anderen Kulturräumen ist die Taube stets Symbol des Friedens und der Hoffnung.
Legenden und Geschichten rund um die weiße Taube
Katholische Tradition und Wunder
Gerne wird der Heilige Geist durch Tauben symbolisiert. Es ranken sich viele Geschichten um das Tier. In Köln gibt es eine ganz besondere Kirchengeschichte mit Tauben. Ein Kölner Stadtführer und Theologe berichtet: Besonders ist die Geschichte mit dem Heiligen Kunibert, der im siebten Jahrhundert Bischof von Köln war. Er hat damals der Legende nach in St. Ursula eine Messe gefeiert. Während dieser Messe ist eine Taube gekommen und ins Seitenschiff geflogen, hat sich dort an einer Stelle niedergelassen, an der dann später eine Märtyrerin ausgegraben wurde. Später wurde auch gesagt, die Heilige Ursula selbst sei das gewesen.
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Das war für die Menschen natürlich ein sichtbares Zeichen, und Katholiken haben sowas ja immer ganz gerne. Später hat man in diesem Seitenschiff übrigens sogar alle elf Jungfrauen ausgegraben.
Auch in Portugal, genauer gesagt hat sich in Fatima eine schöne Geschichte ereignet: Im Jahr 1946, also unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, fand das 300-jährige Jubiläum der Weihe Portugals der Gottesmutter statt. Aus diesem Anlass hat ein päpstlicher Legat die Madonna von Fatima im Mai des Jahres 1946 gekrönt. Es gab dazu einen riesigen Umzug und die Portugiesen haben sich bei der Heiligen Jungfrau bedankt, dafür dass ihr Land nach der Vorhersage Mariens vom Krieg verschont geblieben war. Bei diesem Umzug ergab es sich, dass sich drei weiße Tauben auf das Tragegestell setzen, auf dem die Madonna von Fatima war. Die ließen sich auch von den Menschen überhaupt nicht beeindrucken und auch nicht verjagen: Sie sind immer wieder gekommen und immer wieder dort gelandet.
Symbolische Zeremonien und Bräuche
Wegen ihrer Symbolik werden sogenannte Auflasstauben nicht selten für bestimmte zeremonielle Anlässe eingesetzt. So wurden sie beispielsweise von 1920 bis 1988 bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele symbolisch freigelassen.
Im Sinne christlicher Zeremonien tritt das Symbol der Taube auch häufig im Kontext der Firmung auf.
Die weiße Taube signalisiert Reinheit und wird über unsere christlichen Kulturgrenzen hinaus als Symbol verstanden.
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Die biologische Herkunft der Taube
Taxonomie und Artenvielfalt
Die Tauben (Columbidae), von mittelhochdeutsch tūbe (als „die Dunkle“ vermutlich zu germanisch dūƀon), sind eine artenreiche Familie der Vögel. Sie sind die einzige Familie der Ordnung der Taubenvögel (Columbiformes). Die Familie umfasst etwa 42 Gattungen und mehr als 300 Arten, die größte Artenvielfalt gibt es im Bereich Südasien bis Australien.
Die im 18. Jahrhundert ausgerotteten, flugunfähigen Arten Dodo und Rodrigues-Solitär der Maskarenen-Inseln werden nach neueren Erkenntnissen ebenfalls zu dieser Familie gestellt. Mit Ausnahme der Arktis und Antarktis kommt die Familie beinahe weltweit vor.
Körperbau und Lebensweise
Die Arten der Familie haben einen recht einheitlichen Körperbau mit kräftigem Rumpf und relativ kleinem Kopf, der beim Laufen in charakteristischer Weise vor und scheinbar zurück bewegt wird: Er wird nach jedem Schritt „nachgeholt“, so dass das Bild auf der Netzhaut bis dahin ruht - ein Stellreflex.
Bei den meisten Arten ist das Gefieder grau, graublau oder braun gefärbt, einige Arten wie Zeremonientauben haben weißes Gefieder. Die kleinsten Tauben sind etwa so groß wie eine Lerche, die größten Arten erreichen die Größe eines Haushuhns.
Der Schnabel hat nur in der distalen Hälfte eine Hornscheide. Das Deckgefieder ist recht dicht, die Federfahnen haben basal und seitlich dunige Bereiche. Das Großgefieder besteht aus 11 Handschwingen, 12 bis 18 Armschwingen und meist 12 bis 14 Steuerfedern.
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Beim Trinken heben Tauben den Kopf nicht an, sondern saugen das Wasser auf: „Saugtrinken“. Tauben ernähren sich überwiegend von pflanzlicher Nahrung, die von den meisten Arten unzerteilt verschluckt wird.
Zu den Besonderheiten der Taubenvögel zählt die Bildung der sogenannten Kropfmilch, mit der die Jungvögel ernährt werden. Diese Kropfmilch entsteht durch die kontinuierliche Neubildung und Ablösung von Epithelzellen im Kropf. Die äußerst nahrhafte Flüssigkeit wird von beiden Geschlechtern erzeugt.
Fortpflanzung und Brutverhalten
Das Gelege besteht aus einem bis zwei Eiern. Bei den meisten Arten sind die Eier rein weiß, nur bei einigen bodennah brütenden Arten kommen cremefarbene oder blass gelbbraune Eier vor. Die Jungen sind Nesthocker, sie sind beim Schlupf nackt oder grob gelbhaarig bedaunt.
Die Nester der Tauben sind meist sehr einfache Gebilde. Einige australische Arten brüten häufig auf dem Boden. Bei nestbauenden Arten erfolgt der Bau im Wesentlichen durch das Weibchen, das Männchen übergibt diesem jedoch die zum Bau verwendeten Ästchen und Zweige.
Namen und Etymologie der Taube
- Eine männliche Taube heißt Tauberich, Täuberich, Tauber oder auch Täuber.
- Eine weibliche Taube wird manchmal auch Täubin genannt.
Die Begriffe stammen aus dem mittelhochdeutschen und sind mehrfach belegt: Tauberich (Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft), Täuberich, Tauber, Täuber und Täubin (jeweils Duden).
Die antike Naturwissenschaft nahm an, dass die Taube keine Galle besitze und darum von allem Bösen und Bitteren frei sei. Daher gilt sie als Symbol des Friedens und der Unschuld, Liebe, Treue sowie Mutterschaft.
Rolle und Schutz gefährdeter Taubenarten
Zu den Arten der Tauben, die besonders gefährdet sind, zählen viele, die auf kleinen Inselterritorien endemisch sind. Bestandsrückgang durch Veränderungen ihres Habitats durch menschliche Eingriffe und die Einführung konkurrierender Arten oder Beutegreifer ist ein großes Problem.
| Art | Gefährdung | Ursache |
|---|---|---|
| Socorrotaube | Ausgerottet in Heimat | Habitatverlust und Beutegreifer |
| Purpurbindentäubchen | Stark bedroht | Nahrungsspezialist, Bambussamen |
| Tahiti-Fruchttaube | Aussterben auf Inseln | Ansiedlung von Sumpfweihen |
Für einige Arten spielt die Zucht in Menschenhand eine wesentliche Rolle bei der Arterhaltung. So existieren weltweit noch etwa 300 Socorrotauben, die mit dem Ziel nachgezüchtet werden, diese auf Socorro wieder anzusiedeln.
Die Taube im Alltag: Nutzung und Probleme
Neben der Rolle der Taube als Opfertier, wurde der Vogel früher auch vermehrt zur Übermittlung von Briefen genutzt. Im 9. Jahrhundert begann man die Brieftaube systematisch zu nutzen. Die Stadttaube lebt weltweit in Städten und wird vielerorts als Schädling bekämpft (Taubenabwehr). Nicht alle Taubengeschichten sind positiv, denn es gibt auch Klagen über Gebäudeschäden durch Taubenkot.
Gerade am Kölner Dom leben ja ganz viele Tauben; da stimmt einfach das Verhältnis nicht, es sind zu viele, von daher sind wir schon ein bisschen geschädigt. Es gibt aber auch positive Beispiele, etwa im Ruhrgebiet, wo es früher sehr viele Brieftauben gab und noch heute einige Brieftaubenzüchtervereine bestehen.
Fazit: Die weiße Taube als Leinwand der Symbolik und Realität
Die weiße Taube bleibt eine außergewöhnliche Verbindung aus realer Biologie, kultureller Geschichte, religiöser Bedeutung und sozialer Symbolik. Ihr Bild wurde in Kunst, Zeremonien und spirituellen Ereignissen geprägt und hat sich tief in das kollektive Bewusstsein verschiedener Kulturen eingebrannt.
In ihrer biogenen wie symbolischen Vielfalt bleibt die weiße Taube ein faszinierendes und bedeutungsvolles Tier.
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