Essigkekse: Rezept und Tipps zum Backen traditioneller Essig-Plätzchen

Essigkekse sind ein traditionelles Gebäck, das besonders durch seine einfache Zubereitung und den zarten Geschmack besticht. Sie zergehen förmlich auf der Zunge und sind ein beliebtes Rezept aus alten Zeiten, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Ob süß oder salzig - Essigkekse lassen sich vielfältig variieren und überzeugen durch ihre feine Textur und ihren einzigartigen Geschmack.

Das klassische Essigkeks-Rezept

Im handgeschriebenen Kochbuch der Großmutter steht das Rezept: 20 dag Mehl, 6 dkg Fett (so würde man es heute wohl nicht mehr ins Kochbuch schreiben, nehmen wir also 6 dkg Butter), 10 dkg Zucker, 3 Esslöffel Essig, 2-3 Esslöffel Wasser, 1/2 Backpulver, 1 Dotter. Den fertigen Teig sehr dünn ausrollen, mit simplen Formen wie Sternen, Glocken oder Fischen ausstechen. Mit verquirltem Ei bestreichen und ins Backrohr, bis sie hellbraun sind.

Dekoration braucht es nicht, die simplen Essigkekse funktionieren einfach so, wie sie sind. Und vermutlich gibt es in vielen Familien ein solches simples Rezept aus früheren Zeiten.

Essigkekse auf einem Backblech

Moderne Essigkeks-Rezepte und Varianten

500 g Mehl, 500 g Butter, 2 Eier, 1 Eigelb zum Bestreichen, 2 EL Essig, 1 Prise Salz und 1 Tasse Wasser (ca. 150 ml) werden zu einem Teig verknetet und eine Nacht in den Kühlschrank gestellt. Am nächsten Tag dünn ausrollen, in kleine Stücke schneiden oder beliebig ausstechen, mit Eigelb bestreichen und im vorgeheizten Ofen bei 180 °C Ober-/Unterhitze ca. 10 - 12 Minuten backen, je nach Dicke.

Das Rezept für die richtig schön mürben Plätzchen habe ich vor fast zwei Jahren von der Mama eines Freundes bekommen. Diese Plätzchen zergehen förmlich auf der Zunge, und natürlich hab ich sie direkt nach dem Rezept angeschnorrt.

Lesen Sie auch: Rezept für zuckerfreien Johannisbeeressig

Diese Loibla gehören für uns persönlich einfach zu einer echten Augsburger Weihnacht dazu! Nicht jeder kennt sie, aber die, die sie kennen, lieben sie: Essig Loibla - ganz besonders feines Gebäck.

Weihnachtsplätzchen - Essig Loibla auf einem Teller

Zubereitung verschiedener Formen und Verfeinerungen

Aus Mehl, Butter, Zitronenaroma, Wasser und Essig kann ein Mürbteig bereitet werden, der etwa eine halbe Stunde kalt gestellt wird. Danach wird der Teig ausgerollt, kleine Sterne ausgestochen und auf ein Backblech mit Backpapier gelegt. Gebacken wird, bis sie eine schöne Farbe haben.

Man kann die Essigkekse auch ausrollen und runde Plätzchen ausstechen. Darauf achten, dass eine Hälfte, mit einem Fingerhut ausgestochen, mittig ein Loch erhält. Bei 200 °C für etwa 15 Minuten auf der mittleren Schiene goldgelb backen. Abkühlen lassen. Den unteren Keks mit Marmelade bestreichen und den oberen mit Loch obenauf setzen. Auf Wunsch können die Essig-Plätzchen mit Puderzucker bestäubt werden.

Tipp: Den Essig schmeckt man überhaupt nicht. Er fungiert nur als Backtriebmittel zusammen mit dem Eigelb.

  • Für salzige Varianten: Türkische „Tuzlu Kurabiye“ mit Sesam gestalten, beispielsweise kleine Kringel formen und mit Eigelb und Milch bestreichen.
  • Als feines Weihnachtsgebäck aus Augsburg („Essig Loibla“) mit Haglzucker oder gemahlenen Nüssen bestreuen.
Essigkeks Herstellung Schritt für Schritt

Essigkekse: Nachhaltigkeit und Zutatenwahl

Generell gilt: Je mehr man auf Unverarbeitetes zurückgreift, desto weniger Gedanken muss man sich machen, dass Palmöl (und andere komischen Inhaltsstoffe) darin enthalten ist. Also statt eines Fertiggerichts lieber was Einfaches kochen.

Lesen Sie auch: Rezeptsammlung: Tortenböden mit Essig

Palmöl ist das weltweit am meisten angebaute Pflanzenöl und auch das auf dem Weltmarkt billigste. Es ist zwar durch den hohen Anteil an gestättigten Fettsäuren kein gesundes Fett, aber da es sehr hitze- und oxidationsstabil ist und wohl tolle Schmelzeigenschaften aufweist, lässt es sich sehr gut verarbeiten und in vielen Bereichen einsetzen. Ist doch toll, dass Palmöl ein so vielfältiges Pflanzenfett ist. Schließlich ist das doch ein nachwachsender Rohstoff, oder? Nein, im Gegenteil, der Anbau von Palmöl zieht verheerende ökologische und menschenrechtliche Probleme nach sich. Denn die Ölpalmen brauchen Regenwaldklima, um gut zu wachsen. Was wird also gemacht? Es wird dafür Regenwald abgeholzt. Dabei wird nicht nur viel CO2 freigesetzt, sondern bedroht auch massiv die Artenvielfalt.

Wer schon einige meiner Rezepte ausprobiert hat, dem ist vielleicht schon aufgefallen, dass ich Margarine meide und viel mit Ölen backe, vor allem bei Kuchen und Cupcakes. Grund dafür waren bisher die darin enthaltenen Transfette und weil es schlicht und ergreifend viel praktischer ist, mit Ölen zu backen. Bei Plätzchen habe ich dann doch zu (rein pflanzlicher) Margarine wie Alsan BIO oder vorher auch noch Deli Reform gegriffen, weil feste Fette den Plätzchenteig erst gut formbar macht.

Zutat Vorteile Nachteile
Butter Traditioneller Geschmack, gutes Backverhalten Tierisch, nicht vegan
Olivenöl / Sonnenblumenöl Vegan, nachhaltig Teig schwer auszurollen, anderer Geschmack
Margarine Vegan, gut formbar Transfette, ggf. Palmöl
Nachhaltigkeit bei Backzutaten

Nährwerte und Bewertung der Essigkekse

Die durchschnittliche Schätzung für eine Portion, basierend auf den Zutaten dieses Rezepts (mit Unterstützung von KI berechnet): Serving size: 1 Plätzchen - Calories: 81 kcal, Fat: 4,6 g, Saturated fat: 0,8 g, Carbohydrates: 8,9 g, Sugar: 2,5 g, Sodium: 0,09 g, Protein: 0,9 g.

Durchschnittliche Bewertung: 4 von 5 Sternen (3 Bewertungen).

Nährwertanalyse Essigkekse

Essigkekse: Tipps für die perfekte Zubereitung

  • Den Teig über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen, damit er besonders mürbe wird.
  • Sehr dünn ausrollen, um die typische zarte Konsistenz zu erhalten.
  • Mit Eigelb bestreichen für eine schöne goldene Farbe.
  • Essig fungiert als Backtriebmittel, Geschmack ist nicht wahrnehmbar.
  • Den Teig kann man variabel formen - Kugeln, Kringel oder Ausstechformen nach Belieben.
  • Für vegane Varianten statt Butter pflanzliche Öle oder Margarine verwenden, aber mit dem festen Teil vorsichtig sein.
  • Essigkekse können mit Marmelade oder Puderzucker verfeinert werden.

In einer Keksdose halten sie sich gut zwei und mehr Wochen, so lange haben sie bei mir allerdings nie überlebt.

Lesen Sie auch: Gurkensalat mit Essig und Zucker

Essigkekse in Keksdose

Essigkekse aus aller Welt: Türkische und Augsburger Varianten

Kurabiyesi - Türkische Mehl-Plätzchen aus nur 3 Zutaten: 100 ml Olivenöl oder Sonnenblumenöl, 3 EL Puderzucker, bis zu 250 g Mehl, 3 EL Puderzucker zum Bestäuben. Plätzchen: Oreo-Keksen, palminfreie Varianten und Zero-Waste-Ansätze - überall lässt sich das Grundrezept variieren und alten Traditionen frischen Anstrich geben.

Türkische Tuzlu Kurabiye

Infografik: Typische Essigkeksformen und Backmethoden

Infografik Formen und Zubereitung Essig-Plätzchen

Zusätzliche Tipps: Zero-Waste und Essig als Reiniger

Universal-Essigreiniger selber machen: 1 EL Essig-Essenz auf 300 ml Wasser, evtl. einige Tropfen ätherisches Öl der Wahl. Damit bekommt man alles sauber und es bleibt auch in der Küche ein nachhaltiges Umfeld.

tags: #essig #kekse #rezept #backen

Populäre Artikel: