Espresso mit Schokolade: Der Marocchino und Caffè Mocha im Vergleich
Viele Kaffeeliebhaber kennen die Klassiker wie Cappuccino oder Latte Macchiato, doch der Marocchino ist eine weniger bekannte, aber ebenso faszinierende Kaffeespezialität mit einer schokoladigen Note. Dieses Getränk wird aus Espresso, Schokolade und Milchschaum zubereitet und stammt ursprünglich aus Norditalien, genauer aus Alessandria in der Region Piemont, nur eine Autostunde südöstlich von Turin.
Ursprung und Name des Marocchino
Der Name Marocchino leitet sich vom italienischen Wort für „marokkanisch“ ab und steht für eine Farbe, die an Marokko-Leder erinnert - ein braunes Lederband, das früher in Italien zur Haarfärbung verwendet wurde. Die ersten Berichte zu diesem Kaffee stammen aus dem frühen 20. Jahrhundert. Historisch gesehen wurde der Marocchino vermutlich in Alessandria oder Turin erfunden und basiert auf dem traditionellen Bicerin di Cavour - einer geschichteten Kaffeespezialität aus Espresso, heißer Schokolade und Sahne, die im 19. Jahrhundert in Turin entstand.
Die Zutaten und Zubereitung des Marocchino
Ein klassischer Marocchino besteht aus drei Hauptzutaten:
- Kräftiger Espresso, idealerweise frisch gemahlen und zubereitet mit einer Siebträgermaschine.
- Flüssige Schokolade oder Kakaopulver, die/der an den Innenseiten des Glases verteilt wird, um dem Getränk die typische schokoladige Note zu verleihen.
- Milchschaum, der dem Getränk eine cremige Textur verleiht und für das typische Schaumhäubchen sorgt.
Um die perfekte Schokoladenschicht zu erzielen, wird ein Stück Schokolade geschmolzen und durch Schwenkbewegungen an den Innenseiten des Glases verteilt. Es ist wichtig, die Schokolade in der passenden Konsistenz zu haben, damit sie sich gut verteilt und das Getränk nicht zu süß wird. Anschließend wird der Espresso langsam in das Glas gegossen, gefolgt vom frisch aufgeschäumten Milchschaum. Optional wird das Getränk mit Kakaopulver bestäubt, was den Geschmack zusätzlich intensiviert.
Variationen des Marocchino
Es gibt zahlreiche Variationen des Marocchino. Einige Bars in Italien bestreichen das Glas vor dem Einfüllen von Espresso und Milchschaum mit Schokoladencreme wie Nutella. Andere verwenden Schokoladensauce, die jedoch selten eingesetzt wird. In manchen Regionen wird sehr fester Milchschaum und bitterer Kakao bevorzugt. Auch kalte Varianten finden sich: Hier wird der Espresso abgekühlt und kalte, leicht aufgeschlagene Milch ersetzt den heißen Milchschaum. Eiswürfel und Eisschokolade machen daraus ein sommerliches Getränk.
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Der Caffè Mocha - Espresso, Milch und Schokolade vereint
Das Caffè Mocha ist ebenfalls ein Espressogetränk mit Schokolade, das vor allem in Europa und Amerika weit verbreitet ist. Es kombiniert Espresso, heiße Milch und Schokoladensirup oder geschmolzene Schokolade, oft mit Milchschaum oder Sahne als Topping. Diese Kombination ist süßer und milder als reiner Espresso, jedoch weniger kräftig als ein typischer Cappuccino.
Der Name „Mocha“ verweist auf die jemenitische Stadt Mocha (al-Mukha), eines der historischen Kaffeehandelszentren. Die Bezeichnung wurde im Laufe der Zeit auch verwendet, um einen schokoladig schmeckenden Kaffee zu beschreiben, der oft mit türkischem oder arabischem Kaffee assoziiert wird.
Zutaten und Zubereitung des Caffè Mocha
- Bereiten Sie einen doppelten Espresso zu, möglichst mit frisch gemahlenen Bohnen und einer Siebträgermaschine, um ein kräftiges Aroma zu erhalten.
- Schmelzen Sie 2-3 Teelöffel Schokolade (Zartbitter- oder Vollmilchschokolade) in einem Glas, indem Sie diese entweder in der Mikrowelle oder über einem Wasserbad verflüssigen. Fügen Sie ggf. etwas Wasser oder Milch hinzu, bis eine geschmeidige Masse entsteht.
- Gießen Sie den Espresso über die geschmolzene Schokolade und rühren Sie gut um.
- Erwärmen und schäumen Sie Milch auf, wobei sowohl Kuhmilch als auch vegane Milchalternativen (z. B. Hafermilch, Erbsenmilch, Kokosmilch in Barista-Qualität) verwendet werden können.
- Gießen Sie die aufgeschäumte Milch vorsichtig über den Schoko-Espresso-Mix, sodass sich eine schöne cremige Schicht bildet.
- Optional können Sie das Getränk mit geraspelter Schokolade, Kakao oder Sahne garnieren.
Variationsmöglichkeiten des Caffè Mocha
- Coconut Mocha: Verwendung von hochwertiger Kokosmilch, die gut schäumt, für ein exotisches Aroma.
- White Chocolate Mocha: Weiße Schokolade statt dunkler Schokolade, oft mit Vanillenote kombiniert.
- Mocha für Kinder: Ersatz des Espressos durch Kakao für ein koffeinfreies Erlebnis.
- Kalter Mocha: Abgekühlter Espresso, kalte Milch oder Milchschaum und Eiswürfel verwandeln das Getränk in einen erfrischenden Sommerkaffee.
Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Marocchino und Caffè Mocha
| Merkmal | Marocchino | Caffè Mocha |
|---|---|---|
| Ursprung | Norditalien (Piemont, Alessandria, Turin) | Benannt nach Mocha im Jemen, verbreitet in Europa und Amerika |
| Zubereitungsart | Espresso in Glas mit geschmolzener Schokolade an der Innenwand und Milchschaum | Espresso mit geschmolzener Schokolade und heißer Milch, meist in Tasse, mit Schaum oder Sahne |
| Tassenart | Kleines, oft breiter oben verlaufendes Glas | Meist große Tasse oder großes Glas |
| Geschmack | Kompakt, intensiv, leicht bittersüß mit cremiertem Schaum | Milchiger, süßer, cremiger und größer im Volumen |
| Schokoladenzutat | Zartbitterschokolade, Kakaopulver oder Nutella | Schokoladensirup oder geschmolzene Schokolade |
Wann und wie genießen?
Der Marocchino eignet sich hervorragend als kleiner Genuss zum Start in den Tag oder als besonderes Nachmittagshighlight in Cafés, besonders in der kalten Jahreszeit. Dazu werden oft kleine Gebäcke wie Amarettini, Kekse oder salzige Snacks serviert. Ebenso geschätzt wird seine optisch ansprechende Präsentation in kleinen Gläsern.
Der Caffè Mocha ist dank seiner cremigen und milden Schokoladennote ebenfalls ein beliebtes Getränk, das sich durch zahlreiche Variationen flexibel an jede Vorliebe anpassen lässt. Ob heiß oder kalt - der Mocha bringt süße Momente für Kaffeeliebhaber, die Espresso und Schokolade schätzen.
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