Auswirkungen von Energy Drinks mit Zucker auf den menschlichen Körper
Energy Drinks sind nach wie vor sehr beliebt - vor allem bei Jugendlichen. Viele trinken sie, um wacher und fitter zu werden. Beides, besonders in Kombination, bringt gesundheitliche Probleme mit sich.
Was steckt in Energy Drinks drin?
Energy-Drinks bestehen hauptsächlich aus Wasser, viel Zucker (bzw. Süßstoff), Koffein, Aromen und Säuerungsmitteln, teils auch Taurin und einigen Vitaminen.
Oft setzen sich Energy Drinks aus folgenden Zutaten zusammen: Wasser, Zucker, zum Beispiel Saccharose oder Glukose, oder Süßungsmittel wie Sucralose, Acesulfam-K oder Erythrit, Säuerungsmittel wie Citronensäure, Säureregulatoren, Kohlensäure und Koffein.
Häufig werden außerdem Vitaminmischungen zugesetzt, überwiegend B-Vitamine, sowie Taurin und Glucuronolacton. Auch Pflanzenextrakte wie Panax Ginseng-Wurzelextrakt und Guaranasamenextrakt kommen teils zum Einsatz.
Die meisten Energy Drinks schmecken künstlich süß und enthalten hohe Mengen an Koffein. Meist sind es 32 Milligramm pro 100 Milliliter. Das entspricht der gesetzlichen Höchstmenge.
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Zuckergehalt und Säuerungsmittel: direkte Folgen
Energy Drinks enthalten in der Regel viel Zucker. Eine große Dose dieses Getränks, also 500 Milliliter, enthält rund 60 Gramm Zucker, umgerechnet 20 Stück Würfelzucker. Dies begünstigt die Entstehung vieler Erkrankungen wie Übergewicht und Diabetes und ist zudem schädlich für die Zähne.
Bei den getesteten Energy-Drinks fanden Verbraucherprüfungen häufig zu viel Zucker: 21 von 22 Sorten enthielten zu viel Zucker. Eine 250-Milliliter-Dose Red Bull Energy Drink enthält beispielsweise insgesamt 27,5 Gramm Zucker.
Neben dem Zucker ist der Zusatz von Säuerungsmitteln wie Citronensäure ein weiterer Risikofaktor für die Zahngesundheit. Säuerungsmittel greifen den Zahnschmelz an und erhöhen somit das Kariesrisiko.
Der hohe Zuckergehalt führt zu starken Blutzuckerschwankungen. Da der Blutzucker auch schnell wieder abfällt und Konsumenten wieder müde werden, wird zur nächsten Dose gegriffen. Das Suchtpotenzial entsteht dadurch, dass sowohl die starken Blutzuckerschwankungen durch den enthaltenen Zucker als auch das schnelle Abebben des gewünschten Wachmacher-Effekts dazu führen, dass die Konsumenten schnell zur zweiten und dritten Dose greifen.
Koffein: Dosis, Wirkung und gesetzliche Höchstmengen
Eine Dose mit 250 Millilitern enthält 80 Milligramm Koffein, etwa so viel wie eine Tasse Kaffee. Das klingt zunächst harmlos, aber es bleibt oft nicht bei einer Dose. Wenn mehrere Energy Drinks hintereinander getrunken werden, können unerwünschte Wirkungen auftreten.
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Die gesetzlichen Bestimmungen zu Energy Drinks sind in Deutschland in der Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränkeverordnung festgelegt. Danach handelt es sich bei Energy Drinks um koffeinhaltige Erfrischungsgetränke, die maximal 320 Milligramm Koffein pro Liter enthalten dürfen.
Die Europäische Sicherheitsbehörde (EFSA) hat in einer wissenschaftlichen Bewertung Höchstmengen für die Aufnahme von Koffein angegeben. Bei Erwachsenen sind Koffein-Einzeldosen von bis zu 200 Milligramm gesundheitlich unbedenklich. Dies entspricht 2 bis 3 Tassen Kaffee oder 0,6 Liter Energy Drink. Über den Tag verteilt gelten 400 Milligramm Koffein für gesunde Erwachsene als unbedenklich, ausgenommen Schwangere und Stillende.
Bei Kindern und Jugendlichen ist die Höchstmenge in der Regel niedriger. Für sie besteht ein gesundheitliches Risiko, wenn sie mehr als 3 Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag aufnehmen. Dies ist bei einem gesunden jungen Menschen mit einem Körpergewicht von etwa 50 Kilogramm 150 Milligramm Koffein.
Akute unerwünschte Wirkungen
Zu den unerwünschten Wirkungen gehören unter anderem: Nervosität, Schlaflosigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche, Bluthochdruck, Herzrasen, Wahrnehmungsstörungen, Herzrhythmusstörungen und Kreislaufkollaps.
Vor allem in Verbindung mit Alkohol, wenig Schlaf und körperlicher Anstrengung kann zu viel Koffein laut dem BfR zu gesundheitlichen Risiken wie gefährlichen Herzrhythmusstörungen führen. Besonders gefährlich ist, dass die extreme Süße den bitteren Geschmack des Koffeins überdeckt. Dadurch werden schnell größere Mengen in kurzer Zeit getrunken.
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Langfristige Risiken: Stoffwechsel, Herz und Psyche
Der erhöhte Koffeingehalt einzelner Energy Drinks kann bei regelmäßigem und/oder übermäßigem Konsum Bluthochdruck, Herzrasen und Übelkeit begünstigen oder auslösen. Ein dauerhafter Konsum von Energydrinks kann zur Entwicklung von Typ-2-Diabetes oder Übergewicht beitragen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.
Die enthaltenen Säuren schädigen die Zähne und erhöhen das Kariesrisiko. Auch psychische Folgen wie Depressionen und Angstzustände werden mit regelmäßigem Konsum in Verbindung gebracht.
Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass der erhöhte Konsum von Energydrinks auch die Leber schädigen kann. Auch Krampfanfälle des Gehirns, Krämpfe der Herzkranzarterien, Herzinfarkte, Vorhofflimmern und sogar Kammerflimmern mit plötzlichem Herztod werden in Fallberichten und wissenschaftlichen Meldungen im Zusammenhang mit Energy-Drinks beschrieben.
Studien zeigen, dass der Konsum von Energy-Drinks innerhalb kurzer Zeit den Blutdruck deutlich erhöhen kann: Bei 900 ml mit 300-350 mg Koffein stieg der systolische Blutdruck um etwa 15 mmHg, der diastolische um 10 mmHg an. Zusätzlich verlängerten sich EKG-Parameter wie die korrigierte QT-Zeit, was das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöht.
Kombination mit Alkohol und Medikamenten
Besonders gefährlich sind Energy Drinks, wenn sie auf Partys mit alkoholhaltigen Getränken zusammen getrunken werden. Das Koffein "maskiert" die Wirkung des Alkohols. Studien zeigten, dass das Gefühl der Trunkenheit deutlich verringert ist, Müdigkeit und Erschöpfung werden nicht richtig wahrgenommen. Dies führt zu einer höheren Risikobereitschaft.
Auch die Kombination von Energy-Drinks mit psychoaktiven Medikamenten wie Methylphenidat und Amphetaminen sowie mit bestimmten Medikamenten, die die QT-Zeit verlängern, ist nicht ratsam. Bei Menschen mit bereits erhöhtem kardiovaskulärem Risiko kann die Kombination von Alkohol, Koffein und körperlicher Belastung das Herz überfordern.
Zuckerfreie Varianten: keine sorgenfreie Alternative
Es gibt auch zuckerfreie Energy Drinks, denen Süßstoffe wie Sucralose oder Zuckeraustauschstoffe wie Erythrit zugesetzt sind. Sie enthalten dadurch zwar weniger Kalorien, jedoch sind Risiken nicht vollständig ausgeschlossen. Beispielsweise zeigen Modellrechnungen mit Daten aus Tierstudien, dass Kombinationen verschiedener Süßstoffe zu unerwünschten Wirkungen in Nieren und Harnwegen führen könnten.
Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung ist die Datenlage uneinheitlich und es besteht weiterhin Forschungsbedarf zu gesundheitlichen Risiken von Süßstoffen auf den Menschen - besonders für bestimmte Bevölkerungsgruppen wie Kinder oder Schwangere.
Bei den Light-Versionen der Energy Drinks ist zwar kein Zucker enthalten, dafür finden sich darin Süßstoffe. Immer wieder werden Zuckerersatzstoffe mit Nebenwirkungen wie Durchfällen, Veränderungen der Darmflora oder sogar langfristigen Risiken in Verbindung gebracht.
Regulierung, Tests und Verbraucherwarnungen
Beträgt der Koffeingehalt mehr als 150 Milligramm pro Liter, müssen Getränke laut Lebensmittelinformationsverordnung den Hinweis tragen: "Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen". In Klammern muss der Koffeingehalt in Milligramm pro 100 Milliliter angegeben werden.
Verbraucherschützer und Organisationen wie Foodwatch kritisieren die hohe Zuckermenge und andere Risiken. Bei Tests von 22 Energy-Drinks schneidet kein Produkt besser als "ausreichend" ab; viele Produkte wiesen zu viel Zucker oder hohe Bisphenol-A-(BPA)-Werte in Dosen auf. BPA kann das Immunsystem schwächen, unfruchtbar machen und Allergien auslösen.
Die Verbraucherzentralen fordern unter anderem ein Verkaufsverbot an Minderjährige für Erfrischungsgetränke mit einem erhöhten Koffeingehalt (über 150 mg/l) sowie eine bessere Kennzeichnung mit Warnhinweisen zu Nebenwirkungen in Kombination mit Alkohol und körperlicher Anstrengung.
Wer sollte auf Energy Drinks verzichten?
Menschen mit Übergewicht, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und anderen Stoffwechselerkrankungen sollten auf diese Getränke verzichten. Schwangere, Stillende, koffeinempfindliche Personen, Kinder und Jugendliche sollten Energy-Drinks ebenfalls meiden.
Für Menschen ab dem 35. Lebensjahr besteht ein erhöhtes Risiko für unerkannte Herz-Kreislauf-Erkrankungen; gerade dann sollten Energy-Drinks unabhängig vom Lebensalter vermieden werden, wenn Belastungssituationen überwunden werden sollen.
Gesündere Alternativen und Prävention
Als Alternative zu den Energy-Drinks empfiehlt die Verbraucherzentrale schlicht: Kaffee, schwarzer, grüner oder weißer Tee über den Tag verteilt, da das enthaltende Koffein eine kontinuierliche Wirkung hat und nicht nur punktuell wirkt wie Kaffee. Der Grund: "Die Gefahr, über Kaffee eine zu hohe Menge an Koffein aufzunehmen, ist vergleichsweise gering".
Weitere sinnvolle Maßnahmen sind ausreichend Schlaf und Erholungsphasen, gesunde Ernährung, regelmäßige sportliche Aktivitäten, frische Luft und gesunde Pausensnacks wie Obst mit einer Proteinquelle oder eine Hand voll Nüsse zur Verbesserung der Konzentration.
Mehrere kleine, gesunde Mahlzeiten über den Tag verteilt - mit Vollkorn, Obst, Gemüse und Nüssen - halten wacher als wenige große Portionen. Bewegung und frische Luft wirken ebenfalls vitalisierend und machen munter.
Tabelle: Wichtige Richtwerte und typische Werte
| Parameter | Typischer Wert in Energy Drinks | Referenz / Kommentar |
|---|---|---|
| Koffein (pro 250 ml) | ≈ 80 mg | Entspricht einer Tasse Kaffee |
| Zucker (pro 500 ml) | ≈ 60 g | ≈ 20 Stück Würfelzucker |
| EFSA Einzeldosis Koffein (Erwachsene) | ≤ 200 mg | gesundheitlich unbedenklich |
| EFSA Tageslimit (Erwachsene) | ≤ 400 mg | ausgenommen Schwangere/Stillende |
| Empfehlung für Schwangere/Stillende | ≤ 200 mg / Tag | aus allen Quellen |
| Jugendliche (≤ 3 mg/kg) | Beispiel: 50 kg → 150 mg/Tag | Risiko bereits bei geringeren Mengen |
Wichtige Hinweise und offene Fragen
Ob bei einem dauerhaft hohen Energydrink-Verzehr auch chronische gesundheitliche Folgen auftreten können, ist noch unklar. Dazu gibt es bislang kaum wissenschaftliche Daten. Es besteht weiterer Forschungsbedarf, insbesondere zu langfristigen Effekten von Süßstoffen, Kombinationen von Wirkstoffen und spezifischen Risiken für Kinder, Jugendliche, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen.
Grundsätzlich gilt: Die Menge und Regelmäßigkeit des Konsums machen das Gift. Ein gesunder Mensch wird von einem gelegentlichen Konsum, einer Dose, keinen Schaden nehmen. Grundsätzlich ist jedoch von regelmäßigem oder auch mehrfachem Konsum solcher Mischungen abzuraten.
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