Unterschied zwischen Eiskrem und Eiscreme: Was steckt wirklich im Becher?
Eis schmeckt himmlisch und ist ideal bei Hitze. Eis essen ist wie eine kleine Auszeit vom Alltag. Insgesamt gönnt sich jeder Deutsche etwa acht Liter von dieser gefrorenen Köstlichkeit im Jahr. Pro Nase schlecken Deutsche rund acht Liter Speiseeis jährlich. Besonders beliebt ist offenes Eis - zum Beispiel aus der Eisdiele.
Bezeichnungen, Verordnungen und was sie bedeuten
Es gibt viele Sorten und Qualitäten von Speiseeis. Auf die Bezeichnung kommt es an. Ein Blick auf die genaue Bezeichnung des Speiseeises gibt Auskunft über die erlaubten Zutaten. So ist Sahneeis anders zusammengesetzt als Cremeeis und Erdbeereis anders als Erdbeerfruchteis. In der Speiseeisverordnung werden die folgenden verschiedenen Eissortentypen unterschieden:
- Cremeeis enthält mindestens 50 Prozent Milch und auf 1 Liter Milch mindestens 270 Gramm Vollei oder 90 Gramm Eigelb. Cremeeis oder Kremeis löst beim Essen ein sehr cremiges Mundgefühl aus. Verantwortlich dafür sind die verarbeiteten Eier, die mit ihrer emulgierenden Wirkung dem Eis seine cremige Konsistenz verleihen. Vorgeschrieben ist, dass diese Eisart mindestens 50 Prozent Milch und mindestens 270 Gramm Vollei oder 90 Gramm Eigelb je Liter enthalten muss. Wasser darf nicht zugesetzt werden.
- Rahm- oder Sahneeis (Rahmeis) hat einen Milchfettanteil von mindestens 18 Prozent aus der verwendeten Sahne (Rahm). Rahm- oder Sahneeis enthält mindestens 18 Prozent Milchfett und zwar von der Sahne.
- Milcheis enthält einen Milchanteil von mindestens 70 Prozent. Hochwertiges Milcheis enthält sogar 70 Prozent Milch, dafür aber keine Eier. Anstelle von Vollmilch können andere Milchprodukte wie Joghurt, Quark, Kefir oder Buttermilch verwendet werden. Bestimmte Mengenvorgaben sind einzuhalten, damit das Eis als Joghurteis oder Buttermilcheis bezeichnet werden darf. Zudem muss die im Namen genannte Zutat wie Joghurt oder Buttermilch geschmacklich deutlich wahrnehmbar sein.
- Eiscreme muss mindestens 10 Prozent Milchfett enthalten. Eine Eiscreme muss mindestens zehn Prozent Milchfett enthalten und zwar aus Milch, Sahne oder Butter.
- Fruchteis enthält einen Fruchtanteil von mindestens 20 Prozent. Bei Fruchteis auf Wassereisbasis kommen mindestens 20 Prozent Früchte hinzu - bei sauren Fruchtsorten (Zitrusfrüchte, Johannisbeeren etc.) mindestens 10 Prozent. Fruchteis aus Zitrusfrüchten oder anderen sauren Früchten enthält einen Fruchtanteil von mindestens 10 Prozent.
- Fruchteiskrem enthält mindestens 8 Prozent Milchfett und einen deutlich wahrnehmbaren Fruchtgeschmack. Bei einer Frucht-Eiscreme beträgt der Milchfettanteil mindestens acht Prozent und die genannte Frucht muss geschmacklich deutlich wahrnehmbar sein.
- Sorbet (Fruchtsorbet) enthält einen Fruchtanteil von mindestens 25 Prozent. (Frucht-) Sorbet enthält einen Fruchtanteil von mindestens 25 Prozent. Bei Sorbets aus Zitrusfrüchten oder anderen sauren Früchten beträgt der Fruchtanteil mindestens 15 Prozent. Sorbet enthält kein Fett und damit auch keine Sahne oder andere Milchbestandteile.
- Wassereis hat einen Fettgehalt von weniger als 3 Prozent und einen Trockenmassegehalt aus süßenden und/oder weiteren geschmackgebenden Zutaten von mindestens 12 Prozent. Wassereis ist das "billigste" Eis: Die Grundlage ist Wasser, dazu kommen maximal 3 Prozent Fett und mindestens 12 Prozent Geschmack, das heißt süßende und/oder geschmacksgebende Trockenmasse.
- Ist die Bezeichnung „Eis“ angegeben, enthält das Produkt pflanzliche Fette wie Palmöl oder Kokosfett. Bei industriell gefertigtem Eis ist Vorsicht geboten. Steht lediglich "Eis" auf der Packung, enthält es Kokosfett oder andere pflanzliche Fette, die schädlich für die Umwelt sein können. Das spart dem Hersteller Geld, denn Milchfett ist deutlich teurer.
Praktische Unterschiede: Zusammensetzung, Geschmack und Konsistenz
Cremeeis oder Kremeis liefert ein sehr cremiges Mundgefühl durch Eier als Emulgatoren. Bei gekauftem Speiseeis sind oft noch weitere Zutaten drin. So kann statt Milchfett Pflanzenfett verwendet werden, Aromastoffe können Früchte ersetzen. Auch weitere Zusatzstoffe können zugesetzt werden wie zum Beispiel Farbstoffe zum Färben, Dickungsmittel zum Binden von Flüssigkeit oder Stabilisatoren für die Konsistenz.
Die Eisbezeichnungen und ihre Zutaten sind entscheidend für die Sensorik: Sahne- oder Rahmeis schmeckt besonders reichhaltig, Milcheis wirkt natürlich und frisch, Cremeeis besonders vollmundig, Fruchteis und Sorbets eher leicht und fruchtig.
Beispiele für Fruchtbezeichnungen
- Erdbeereis besteht zu mindestens 20 Prozent Erdbeeren und enthält auch Milchfett.
- Erdbeerfruchteis enthält auch mindestens 20 Prozent Erdbeeren, wird jedoch ohne Milchbestandteile hergestellt.
- Eis mit Erdbeere hat einen Fruchtanteil von mindestens zehn Prozent. Es kann, muss aber kein Fett enthalten.
- Bei Eis mit Erdbeergeschmack müssen keine Erdbeeren drin sein. Den Erdbeergeschmack erhält das Produkt ganz oder überwiegend durch entsprechende Aromazusätze.
Kalorien, Portionsgrößen und Verbrauchertipps
Ist Eis eine Kalorienbombe? Wer einen dicken Eisbecher mit Sahne bestellt, hat schnell ein paar Hundert Kalorien zusammen. Eine Kugel Milcheis von etwa 75 Gramm hat rund 150 Kalorien. Eine Kugel Fruchteis hingegen nur 100 Kalorien. Wer am liebsten Schokolade isst, kommt auf ca. 170 Kalorien pro Kugel. Und ein großes Eis am Stiel mit Schokoladeüberzug und Mandelsplittern hat gut und gerne seine 300 Kalorien.
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Übrigens sollte man sich beim Kauf einer Eispackung im Laden nicht von der Größe der Packung blenden lassen. Auf das Gewicht kommt es an. Denn einige Eishersteller blasen ihr Eis förmlich mit Luft auf. Dadurch hat es ein größeres Volumen, aber trotzdem weniger Masse. Beim Preisvergleich lohnt es sich, bei der Mengenangabe nicht nur auf das Volumen, meist in Milliliter angegeben, zu achten, sondern auch auf das Gewicht der Eispackung. Dann ist der Preisunterschied meist nicht so groß, da bei manchen Produkten ein größeres Volumen durch die Zugabe von Luft erzielt wurde!
Hygiene, Lagerung und Gefrierkette
Es enthält Milch und Zucker. Wenn es nicht ausreichend gekühlt wird, ist es ein idealer Nährboden für Keime. Besonders kritisch sind die sogenannten Softeis-Maschinen, denn die kühlen das Eis nur auf eine Temperatur von etwa minus sechs Grad herunter. Hier ist es also besonders wichtig, dass hygienisch gearbeitet wird und die Maschinen regelmäßig gereinigt werden. Softeis hat eine Temperatur von sechs Grad Celsius im Gegensatz zu minus 18 Grad Celsius bei industriell hergestelltem Speiseeis.
Wird zu Hause die Eispackung aus der Tiefkühltruhe geholt und geöffnet, dann sieht man schon mal Eiskristalle. Wer sich fragt, ob das Eis noch genießbar ist, kann beruhigt werden. Die Eiskristalle sind zwar ein Zeichen für eine unterbrochene Kühlkette, bei der die Eiscreme etwas antaut und beim Zurückstellen in den Gefrierschrank wieder gefriert. Doch da sich Bakterien bei minus 18 Grad Celsius nicht vermehren können, kann das Eis nicht schlecht werden. Bei milchhaltigen Eissorten können jedoch der Geschmack und die Konsistenz etwas beeinträchtigt werden.
Trends: Vegan, ungewöhnliche Zutaten und Preisunterschiede
Veganes Eis wird immer mehr nachgefragt. So lag im Jahr 2021 der Marktanteil dieser Eisart bei knapp fünf Prozent. Statt Milchprodukte oder Eier werden als pflanzliche Alternative häufig Soja-, Mandel-, Hafer- oder Kokosmilch sowie Erbsenprotein, Raps- und Sonnenblumenöl verarbeitet. Sorbets sind von Natur aus vegan, da sie aus Fruchtsaft, Fruchtpüree und Zucker bestehen.
Zu den beliebtesten Eissorten gehören Vanille, Schokolade, Erdbeere, Stracchiatella, Nuss und Erdbeere. Eiscafes kreieren jedes Jahr neue Sorten, teilweise mit ungewöhnlichen Zutaten wie Bier, Tannenspitzen mit Waldhonig, Löwenzahnblüten oder Spargel. Die Nachfrage nach den Eissorten hängt auch vom Wetter ab. Ist es heiß, verkauft sich Fruchteis besonders gut.
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Beim Vergleich der Eissorten aus dem Supermarkt stellt man große Preisunterschiede fest. So reicht die Preisspanne von rund zwei Euro bis zu etwa 15 Euro pro Liter. Dies hängt von der Eisart und damit den verwendeten Zutaten ab, also ob Milch, Sahne oder Eier verwendet wurden. Wird die teure Vollmilch und Sahne durch Magermilch und pflanzliches Fett wie Kokosfett ersetzt, wird das Speiseeis preislich günstiger. Dies trifft auch zu, wenn statt Früchte nur Aromastoffe geschmacksgebend sind. Bei “Cremeeis“, „Sahneeis“ oder „Eiscreme“ sind hochwertigere Zutaten im Vergleich zu „Eis“ verarbeitet.
Vanille- und Nusskennzeichnungen
"Vanilleeis" darf sich nur ein Eis nennen, das Vanilleextrakt oder natürliches Vanillearoma enthält. "Eis mit Vanillegeschmack" kann auch künstliches Vanillearoma enthalten. Dieses Vanillin wird aus Nebenprodukten der Holz- und Papierindustrie hergestellt. Mit dem Original, der Vanillepflanze, hat das nicht mehr viel gemein. Ähnlich verhält es sich bei Nusseis. Bei der Bezeichnung „Nusseis“ muss der Nussanteil mindestens fünf Prozent betragen, bei „Eis mit Nussgeschmack“ werden zugesetzte Aromen für den Nussgeschmack verantwortlich sein und nicht echte Nüsse.
Praktischer Tipp: Selbstgemachtes Eis
Wer selbst Eis herstellt, braucht dafür Milch oder Sahne, Zucker und weitere geschmacksgebende Zutaten wie Gewürze, Schokolade, Kakao, Nüsse oder Früchte. 300 Gramm tiefgekühlte Beerenmischung lässt man zwei bis drei Minuten in einer Schüssel antauen. Danach werden zu den Beeren 500 Gramm griechischer Joghurt und vier Esslöffel Honig zugegeben und mit dem Pürierstab gemixt, bis eine cremige Masse entsteht.
Was ist ein Eis-Kopfschmerz?
Es gibt tatsächlich einen sogenannten Eis-Kopfschmerz - das "Frosthirn". Meistens handelt es sich um ein heftiges Stechen hinter den Schläfen oder der Stirn. Eine Theorie, was genau dieses auslöst, besagt, dass die starke Kälte des Speiseeises die Nerven irritieren kann. Diese senden dann an das Gehirn nicht nur die Information "kalt", sondern auch "Schmerz".
| Eissorte | Mindestanforderung |
|---|---|
| Cremeeis | ≥50% Milch, ≥270 g Vollei oder 90 g Eigelb/L |
| Rahmeis / Sahneeis | ≥18% Milchfett aus Sahne |
| Milcheis | ≥70% Milchanteil |
| Eiscreme | ≥10% Milchfett |
| Fruchteis | ≥20% Früchte (≥10% bei sauren Früchten) |
| Sorbet | ≥25% Früchte (≥15% bei sauren Früchten), kein Fett |
| Wassereis | <3% Fett, ≥12% Trockenmasse |
| Bezeichnung "Eis" | Kann pflanzliche Fette (z. B. Kokosfett) enthalten |
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