Eisenmangel: Ursachen, Symptome und Behandlung mit besonderem Fokus auf Eisen-Zucker-Verbindungen

Eisenmangel ist ein weit verbreitetes Gesundheitsproblem, das durch eine unzureichende Versorgung des Körpers mit dem Spurenelement Eisen entsteht. Dies kann vielfältige Ursachen haben, von Ernährungsfaktoren bis hin zu spezifischen Erkrankungen. Eisen spielt eine zentrale Rolle in zahlreichen Körperfunktionen, insbesondere beim Sauerstofftransport im Blut. Ein Mangel kann daher erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden haben.

Ursachen von Eisenmangel

Ein Eisenmangel entsteht, wenn der Körper mehr Eisen verliert, als er durch die Nahrung aufnimmt. Zu den häufigsten Ursachen zählen:

  • Blutverlust: Starker Blutverlust, beispielsweise durch starke Menstruationsblutungen oder Entzündungen im Magen-Darm-Trakt, ist eine häufige Ursache.
  • Mangelernährung: Eine unzureichende Eisenzufuhr über die Ernährung, insbesondere bei Vegetariern und Veganern, kann zu einem Mangel führen.
  • Störungen der Eisenaufnahme: Bestimmte Erkrankungen oder Medikamente können die Eisenaufnahme im Darm beeinträchtigen.
  • Erhöhter Eisenbedarf: In bestimmten Lebensphasen, wie Schwangerschaft oder Stillzeit, ist der Eisenbedarf erhöht.

Symptome von Eisenmangel

Die Symptome eines Eisenmangels können vielfältig und unspezifisch sein, insbesondere zu Beginn. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Leistungsabfall
  • Blässe
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Brüchige Nägel und Haare
  • Eingerissene Mundwinkel
  • Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Kälteempfindlichkeit

Bei Diabetikern kann ein Eisenmangel auch den HbA1c-Wert, den Langzeitblutzuckerwert, beeinflussen und zu falschen Ergebnissen führen.

Eisenmangel und Diabetes

Eisenmangel und Blutarmut treten häufig in Verbindung mit Diabetes auf. Bei Diabetikern wird alle drei Monate der HbA1c-Wert gemessen, um die Blutzuckereinstellung zu beurteilen. Weicht dieser Wert dauerhaft von den im Tagebuch erfassten Blutzuckerwerten ab, kann eine durch Eisenmangel verursachte Blutarmut dafür verantwortlich sein. Eine Anämie hat zur Folge, dass weniger Sauerstoff transportiert werden kann und so die Versorgung von Zellen und Gewebe verschlechtert wird. In einer deutschlandweiten Studie wird der Zusammenhang zwischen Eisenmangel, Blutarmut und Diabetes Typ 2 untersucht.

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Eisenmangel im Alter

Gerade im höheren Lebensalter wird Eisenmangel häufiger zum Problem. Spätestens ab dem 65. Lebensjahr tritt er häufiger auf und betrifft dann deutlich mehr Männer als Frauen. Mit zunehmendem Alter kann die Eisenverwertung im Darm behindert sein. Eine eisenarme Ernährung kann dies zusätzlich verstärken.

Eisenmangel und Herzerkrankungen

Eine Studie der Uniklinik Hamburg belegt, dass das Risiko, nach einem Herzinfarkt einen erneuten Herzinfarkt zu bekommen, bei gleichzeitigem Eisenmangel um 70 % höher ist. Zudem haben 50 % der Patienten mit Herzinsuffizienz einen Eisenmangel. Bei diesen Patienten sollte der Ferritinwert (Eisenspeicher-Wert) über 100 liegen. Wenn die Transferrinsättigung unter 20 % liegt, sollte Ferritin sogar über 330 sein.

Diagnostik von Eisenmangel

Zur Diagnose eines Eisenmangels werden in der Regel folgende Blutwerte bestimmt:

  • Hämoglobin (Hb): Zeigt die Konzentration des roten Blutfarbstoffs im Blut an.
  • Ferritin: Gibt Auskunft über die Eisenspeicher im Körper.
  • Transferrin: Ein Eisentransportprotein, dessen Sättigung angibt, wie gut die Zellen mit Eisen versorgt werden.

Behandlung von Eisenmangel

Die Behandlung von Eisenmangel richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad des Mangels. Mögliche Behandlungsoptionen sind:

  • Ernährungsumstellung: Eine eisenreiche Ernährung mit Lebensmitteln wie Fleisch, Hülsenfrüchten und grünem Gemüse kann helfen, den Eisenmangel zu beheben.
  • Eisenpräparate: Bei einem ausgeprägten Eisenmangel können Eisenpräparate in Form von Tabletten, Kapseln oder Sirup eingenommen werden.
  • Eiseninfusionen: In bestimmten Fällen, beispielsweise bei Unverträglichkeit von oralen Eisenpräparaten oder bei schweren Eisenmangelzuständen, können Eiseninfusionen notwendig sein.

Eisen-Zucker-Nanopartikel zur intravenösen Eisensubstitution

Eine moderne und effektive Methode zur Behandlung von Eisenmangel ist die intravenöse Verabreichung von Eisen-Zucker-Nanopartikeln. Diese Nanopartikel bestehen aus einem Eisenkern, der von einer Kohlenhydrathülle umgeben ist. Diese Struktur ermöglicht eine kontrollierte Freisetzung von Eisen im Körper, wodurch eine schnelle und effiziente Auffüllung der Eisenspeicher erreicht wird.

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Vorteile von Eisen-Zucker-Nanopartikeln:

  • Schnelle Auffüllung der Eisenspeicher: Im Vergleich zu oralen Eisenpräparaten können intravenöse Eisen-Zucker-Nanopartikel die Eisenspeicher im Körper deutlich schneller auffüllen.
  • Gute Verträglichkeit: Die Zuckerhülle der Nanopartikel verlangsamt die Freisetzung von Eisen und verhindert so eine zu schnelle Eisenansammlung im Blut, was das Risiko von Nebenwirkungen reduziert.
  • Hohe Bioverfügbarkeit: Das Eisen aus den Nanopartikeln wird gut vom Körper aufgenommen und verwertet.

Verschiedene Arten von Eisen-Zucker-Nanopartikeln:

Es gibt verschiedene Arten von intravenösen Eisen-Zucker-Nanopartikeln, die sich in der Art der Zuckerhülle unterscheiden. Zu den gängigen Produkten gehören:

  • Eisendextran
  • Natrium-Eisen-Gluconat
  • Eisen-Saccharose
  • Eisen-Carboxymaltose
  • Ferumoxytol
  • Eisen-Isomaltosid

Die Wahl des geeigneten Präparats hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise dem Schweregrad des Eisenmangels, der Verträglichkeit und den individuellen Bedürfnissen des Patienten.

Wirkungsweise von Eisen-Zucker-Nanopartikeln:

Die Eisen-Zucker-Nanopartikel werden nach der intravenösen Verabreichung von Zellen des Immunsystems aufgenommen, insbesondere von Makrophagen. In diesen Zellen wird das Eisen freigesetzt und entweder gespeichert oder an das Transportprotein Transferrin abgegeben, das es zu den Zellen transportiert, die es benötigen, beispielsweise zu den Zellen des Knochenmarks, die für die Bildung roter Blutkörperchen zuständig sind.

Orale Eisenpräparate

Kann die Versorgung mit Eisen durch eine ausgewogene Ernährung nicht gewährleistet werden, kann zu einer Nahrungsergänzung mit Eisenpräparaten geraten werden. Eine langfristige Anwendung kann jedoch Nebenwirkungen wie z.B. Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, Erbrechen oder Verstopfung mit sich ziehen. Eisenpräparate sind in der Apotheke rezeptfrei zu erhalten. Meistens werden zwischen 50 und 200 mg Eisen täglich verordnet. Am besten nimmt man die Tabletten zusammen mit einem Glas Orangensaft ein. Mehr als 5 mg Eisen täglich sollten man nicht ohne ärztliche Kontrolle einnehmen. Denn etwa 5 von 1.000 Nordeuropäern haben eine Genvariante, mit der der Körper zu viel Eisen speichert (Eisenspeicherkrankheit). Umgekehrt gibt es Medikamente, die die Eisenaufnahme im Darm behindern: Antacida (Magensäureblocker), Präparate mit Kalzium, Magnesium oder Zink. Etwa 10 von 100 Patienten vertragen Eisentabletten nur schlecht. Es kann zu Magenschmerzen oder Verstopfungen kommen. Dann sind Eiseninfusionen eine überlegenswerte Alternative.

Ernährung bei Eisenmangel

Lebensmittel mit hohem Eisengehalt in die tägliche Ernährung zu integrieren, ist die wichtigste Maßnahme, um einem Eisenmangel vorzubeugen oder ihn zu beheben. Ein Erwachsener benötigt etwa ein Milligramm Eisen am Tag. Diese Menge wäre leicht über die Nahrung zu decken, aber der Körper kann nur etwa zehn Prozent des verzehrten Eisens tatsächlich über den Darm aufnehmen. Im Ergebnis muss ein erwachsener Mann am Tag etwa 10 Milligramm Eisen zu sich nehmen, bei Frauen vor der Menopause liegt der Tagesbedarf normalerweise bei 15 Milligramm Eisen. Bei einem akuten Eisenmangel kann es nötig sein, die Speicher über Nahrungsergänzungsmittel kurzfristig wieder aufzufüllen. Parallel sollte eine Ernährungsumstellung erfolgen, um einen erneuten Eisenmangel in der Zukunft zu vermeiden.

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Lebensmittel mit hohem Eisengehalt:

  • Fleisch und Wurst (insbesondere Leber)
  • Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Bohnen)
  • Getreide (Hirse, Haferflocken)
  • Nüsse und Samen (Kürbiskerne, Pinienkerne)
  • Gemüse (Spinat, Brokkoli)

Vitamin C fördert die Eisenaufnahme, während Gerbstoffe (in Kaffee, Tee) und Oxalsäure (in Spinat, Rhabarber) die Aufnahme hemmen können.

Vorbeugung von Eisenmangel

Um einem Eisenmangel vorzubeugen, können folgende Maßnahmen ergriffen werden:

  • Ausgewogene Ernährung mit eisenreichen Lebensmitteln
  • Regelmäßige Kontrolle der Eisenwerte beim Arzt, insbesondere bei Risikogruppen
  • Vermeidung von Eisenresorptionshemmern wie Kaffee und Tee zu den Mahlzeiten
  • Behandlung von Grunderkrankungen, die zu Eisenmangel führen können

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