Einfache spanische Nachspeise Rezepte: Klassiker und schnelle Ideen

Spanische Desserts sind oft schlicht, aromatisch und benötigen wenige Zutaten. Sie kommen in vielen Regionen mit Eiern, Milch, Zucker, Zimt und Zitrone aus und werden nur durch ein oder zwei zusätzliche Zutaten verfeinert. Meist sind sie schnell gemacht und runden Vor- und Hauptspeisen perfekt ab.

Crema Catalana - katalanische Creme

Crema Catalana ist ein spanisches Dessert, von dem wir im Spanien-Urlaub und auf Mallorca nie genug bekommen können. Die spanische Creme Catalana besteht aus einer zarten Creme, die mit einer knusprigen Karamellschicht überzogen wird. Ähnlich der französischen Crème Brûlée verbirgt sich eine leckere Creme unter einer karamellisierten Zuckerschicht, die so herrlich knackt, wenn man mit dem Löffel zugange ist. Dabei erinnert sie sehr an eine Creme Brulee, wird aber viel einfacher zubereitet.

Laut einer Legende ist die Crema Catalana aus einem Unfall entstanden. Die Erfinderinnen, einige Nonnen, wollten damals eigentlich einen Flan herstellen, der jedoch nicht richtig fest wurde. Um ihren Fauxpas zu kaschieren, karamellisierten sie die oberste Schicht und begeisterten damit den Bischof. Egal ob wahr oder nicht, die Crema Catalana schmeckt mit ihrer knusprigen Oberseite fast jedem und gilt nicht nur als typisches Dessert aus Katalonien, sondern ist sowohl in Spanien als auch weltweit beliebt.

Hergestellt wird sie aus Vollmilch, Eigelb, Zucker, Maisstärke, Zitronenschale und Zimt. Eigelbe und Zucker werden schaumig aufgeschlagen, mit Milch glatt gerührte Speisestärke und Zitronenabrieb untergerührt. Dann wird kochende Milch unter Rühren dazugeben und alles (unter ständigem Rühren) erwärmt, bis die Creme andickt. Damit die Creme nicht zum Pudding wird, stellt man den Topf in ein kaltes Wasserbad. Anschließend füllt man die Creme in Schälchen und lässt sie dort abkühlen. Zum Schluss noch Zucker darüber streuen und mit einem Brenner karamellisieren.

Milch mit Zimtstange und Zitronenschale aufkochen - 5 Min. Eigelb mit Zucker, Salz und Maisstärke mit einem Schneebesen schaumig rühren - nach und nach in die heiße Milch gießen - unter beständigem Rühren 1 Min. Creme Catalana wird in flachen Tonförmchen serviert.

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Die Zubereitung ist nicht wirklich aufwendig und viele Zutaten benötigt man auch nicht. Die Creme lässt sich also auch für Gäste toll vorbereiten. Nur das Karamellisieren würde ich erst kurz vor dem Servieren machen, denn mit der Zuckerschicht sollte man das Dessert nicht in den Kühlschrank stellen. Die Schicht wird dann weich und ist nicht mehr knackig.

Crema Catalana mit knuspriger Karamellschicht

Ein Rezeptvorschlag: Crema Catalana Tarte

Mit dieser süßen Crema Catalana Tarte holen wir uns das spanische Lebensgefühl nach Hause! Gleich ausprobieren.

  • 1 Pkg. Tante Fanny Frischer Quiche- & Tarteteig 300 g
  • Etwas Butter zum Befetten
  • 400 g getrocknete Hülsenfrüchte zum Blindbacken
  • 4 Blatt Gelatine
  • 500 ml Milch
  • 20 g Speisestärke
  • 5 Eigelb
  • 100 g Rohrohrzucker + etwas mehr zum Karamellisieren
  • 1/2 unbehandelte Zitrone abgerieben
  • 1/2 TL Zimt
  1. Backofen auf 190 °C Ober-/Unterhitze vorheizen und Teig laut Packungsanleitung vorbereiten. Tarteform mit Butter fetten.
  2. Teig in die Tarteform legen und mit dem überstehenden Teig den Rand verstärken. Teigboden mit einer Gabel mehrfach einstechen.
  3. Zum Blindbacken mit Backpapier bedecken und mit Hülsenfrüchten befüllen. Auf einem Gitter auf unterster Schiene 40-45 Minuten goldbraun backen.
  4. Form aus dem Ofen nehmen, Hülsenfrüchte entfernen und auskühlen lassen. Gelatine in kaltem Wasser einweichen.
  5. 450 ml Milch aufkochen. Restliche kalte Milch mit Stärke, Eigelb, Zucker, Zitronenabrieb und Zimt glattrühren. Rasch in die heiße Milch geben und unter kräftigem Rühren ca. 1 Minute köcheln lassen.
  6. Gelatine gut ausdrücken, in die Creme einrühren und auf dem Tarteboden verteilen. Mindestens 4 Stunden im Kühlschrank festwerden lassen.
  7. Tarte aus der Form nehmen und portionieren. Nach Belieben die Stücke kurz vor dem Verzehren mit etwas Zucker bestreuen und mit einem Bunsenbrenner rasch karamellisieren.

Milchreis (Arroz con Leche)

In einem Land, in dem Reisgerichte in den unterschiedlichsten Varianten mehrmals die Woche auf dem Speiseplan stehen, verwundert es nicht, dass auch im Dessert das weiße Getreide nicht fehlen darf. Milchreis ist extrem beliebt und fehlt im Restaurant auf keiner Dessertkarte. Zubereitet wird der Rundkornreis mit reichlich Milch, sodass der Reis die Flüssigkeit nicht vollständig aufsaugt und herrlich cremig bleibt. Er wird mit ein wenig Zitronenschale, Zimtstange und Vanille aromatisiert und dann eisgekühlt serviert.

Arroz con Leche - spanischer Milchreis mit Zimt

Flan - spanischer Pudding

Wenn du bereits die vorherigen Zutaten der typischen spanischen Nachtische durchgelesen hast, weißt du schon, was man für das Rezept des klassischen spanischen Puddings, Flan, benötigt. Aus Eiern, Eigelb, Zucker und Milch wird ein süßer Pudding gerührt, der im Ofen gebacken und nach dem Auskühlen gestürzt wird.

Leche Frita - frittierte Milch

Die frittierte Milch oder Leche frita ist kein Dessert, das man üblicherweise in Restaurants serviert bekommt. Das Rezept aus Galizien gehört auf den heimischen Esstisch und wird dort mit den klassischen Zutaten zubereitet, die jeder zuhause hat. Aus Milch, Maisstärke, Butter, Zimt, Vanille, Eigelb und Zucker wird ein fester Pudding gekocht, der im Kühlschrank mindestens zwei Stunden kühlen muss, damit man ihn in Stücke schneiden kann. Diese werden dann in Olivenöl mit Ei und ein wenig Mehl frittiert und danach mit Zimtzucker bestreut.

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Leche Frita - frittierte Milchstücke mit Zimtzucker

Natillas - klassischer Vanillepudding

Man muss kein Konditor sein, um diesen einfachen spanischen Nachtisch zuzubereiten. Natillas ist ein klassischer Vanillepudding aus Milch, Eigelb, Zimt, Zitronenschale, Vanille, Zucker und ein wenig Maisstärke. Er wird mit den beliebten runden Maria-Keksen dekoriert und mit ein wenig Zimt bestäubt kalt aus dem Kühlschrank serviert.

Torrijas - spanische Arme Ritter

Armer Ritter, French Toast oder eben Torrijas - die Idee war in sämtlichen Kulturen immer dieselbe. Was mit altem Brot anstellen? Die harte Konsistenz der Backware wird durch Milch wieder weich gemacht, die zuvor, zumindest in der spanischen Version, mit Zitronenschale, einer Zimtstange und Vanille aromatisiert wurde. Danach wird das wieder weiche Gebäck in Ei gewendet und mit Olivenöl in einer Pfanne frittiert. Das heiße Brot wird dann noch in Zimt und Zucker gewälzt und lauwarm verspeist. Unglaublich lecker!

Torrijas - lauwarme Arme Ritter mit Zimt und Zucker

Quesada Pasiega

Hoch im Norden an der Atlantikküste zwischen dem Baskenland und Asturien liegt das Valle Pasiego, und genau aus diesem Tal und mit der Milch dieser Kühe wird der spanische Nachtisch Quesada pasiega zubereitet. Aus Eiern, Butter, Milch, Zucker, Zitronenabrieb, Molke, Zimt und ein wenig Salz wird eine cremige Masse gerührt, die im Ofen dann zu einem weichen Kuchen, ähnlich wie Käsekuchen, gebacken wird. Da Molke heute schwer zu bekommen ist, wird sie in neueren Rezepten durch Frischkäse oder auch Joghurt ersetzt. Für Käsefans gibt es mittlerweile auch Varianten mit Blauschimmelkäse.

Goxua - dreischichtige nordspanische Süßigkeit

Goxua heißt auf baskisch süß und ist ein typischer Nachtisch aus dem grünen Norden Spaniens. Erfunden wurde es in Vitoria-Gasteiz. Dort kombinierte man die traditionelle Puddingcreme Natillas mit Sahne, Biskuitteig und Karamell und richtete alles in kleinen Schälchen an. Gegessen werden sollte Goxua von unten nach oben, also auf jedem Löffel sollte ein wenig von jeder Schicht zu finden sein. Ganz unten ins Glas kommt die Sahne, darüber wird der Biskuitteig angerichtet und mit der Puddingcreme bedeckt. Zum Schluss dekoriert das Karamell den leckeren Nachtisch.

Cuajada - fermentierte Schafsmilch

Die Cuajada ist ein spanischer Nachtisch, der ursprünglich aus den Bergen Navarras stammt. Das Milchprodukt wird aus Schafsmilch hergestellt und schmeckt mit der fetten Milch des Frühjahres am besten. Für die Cuajada wird die Flüssigkeit auf 40 °C erhitzt und anschließend mit Lab angereichert. Dadurch fermentiert die Flüssigkeit und bekommt eine joghurtähnliche Konsistenz. Ursprünglich über offenem Feuer zubereitet, hatte die Cuajada außerdem eine leicht rauchige Note. Sie wird gerne in kleinen Tonschalen serviert und zusammen mit Honig, Nüssen oder Zucker gegessen.

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Cuajada in Tonschale mit Honig und Nüssen

Käsekuchen: vom Klassiker bis zum Basque Cheesecake

Wieder einmal kommen die klassischen Zutaten wie Eier, Zucker, ein wenig Mehl zusammen, um mit Sahne und Frischkäse das wohl beliebteste Dessert zu formen, den Käsekuchen. Seit Jahren ist er in sämtlichen Restaurants des Landes der absolute Hit. Mal wird er mit einer Beerensoße, mal mit Keksboden oder flüssigem Kern serviert. Das baskische Rezept des Käsekuchens, das weltberühmt wurde und von Tokio bis New York als Basque Cheesecake bekannt ist, ist mein Standard-Käsekuchen-Rezept geworden.

San Sebastian Basque Cheesecake - cremig und karamellisiert

Erfrischung: Zitronensorbet mit Cava

Neben dem beliebten Käsekuchen und Milchreis gehört ein kaltes Zitronensorbet mit Cava auf jede Dessertkarte im Restaurant. Es ist in nur wenigen Sekunden gemacht, braucht lediglich drei Zutaten und ist noch dazu herrlich erfrischend. In einem Mixer wird Zitroneneis mit kaltem Cava und flüssiger Sahne vermischt und in einem Sektglas serviert. Das peppt: Frischer O-Saft und perlender Cava bringen das Sorbet zum Tanzen.

Zitronensorbet mit Cava - erfrischender Dessert-Klassiker

Weitere typische spanische Süßspeisen (Kurzüberblick)

  • Churros: Brandteigstäbchen, traditionell mit Schokoladensauce serviert.
  • Mallorquinischer Mandelkuchen: ohne Mehl, mit Zimt und Zitrone - saftig und luftig.
  • Ensaimadas: katalanische Hefeschnecken, außen knusprig, innen duftig, oft gefüllt.
  • Empanadas mit süßer Füllung oder Obstvarianten.
  • Spanische Schokotorte mit Orangen und Olivenöl - intensive Aromen, typisch regional.

Kurze Anleitung für Churros

  1. Den Rahm oder die Sahne in einem Kochtopf oder einer Pfanne aufkochen, Pfanne von der Platte nehmen und die feingehackte Schokolade beigeben.
  2. Wasser mit Butter und einer Prise Salz in einer Pfanne kurz aufkochen, dann die Hitze reduzieren. Das Mehl auf einmal beigeben und mit einer Kelle 1-2 Minuten rühren, bis sich ein geschmeidiger Teigkloss bildet, der sich vom Pfannenboden löst.
  3. Die Eier nach und nach unterrühren. Der Teig sollte weich sein, aber nicht zerfließen. Den Teig in einen Spritzsack mit gezackter Tülle füllen.
  4. Zum Frittieren einen Brattopf bis 1/3 Höhe mit Öl füllen und auf ca. 160 °C erhitzen. Teig portionenweise in das Öl geben. Die einzelnen Churros ca. 8 cm lang abschneiden. Die Churros für ca. 5 Minuten im Öl goldbraun frittieren. Herausnehmen und auf Haushaltspapier abtropfen.
  5. Mit heißer Schokoladensoße servieren; diese ist meist etwas dickflüssiger als normale Schokolade, ähnlich wie Pudding.
Demonstration: Churros zubereiten und in Schokolade tauchen

Praktische Tipps für die Zubereitung spanischer Nachspeisen

  • Viele spanische Desserts lassen sich gut vorbereiten - erst kurz vor dem Servieren karamellisieren oder frittieren.
  • Für Crema Catalana empfiehlt sich ein kleiner Bunsenbrenner zum Karamellisieren.
  • Bei Rezepten mit Molke: Frischkäse oder Joghurt sind praktikable Ersatzstoffe.
  • Typische Aromengeber: Zimtstange, Zitronenschale, Vanille - sparsam eingesetzt wirken sie besonders intensiv.

Tabelle: Vergleich einfacher spanischer Nachspeisen (Zutaten & Besonderheit)

DessertHauptzutatenBesonderheit
Crema CatalanaMilch, Eigelb, Zucker, Speisestärke, Zitrone, ZimtGekochte Creme mit karamellisierter Kruste
Arroz con LecheRundkornreis, Milch, Zucker, Zimt, ZitroneCremiger Milchreis, kalt serviert
FlanEier, Milch, ZuckerIm Ofen gebackener Karamellpudding
Leche FritaMilch, Maisstärke, Ei, MehlGekochter Pudding, frittiert
NatillasMilch, Eigelb, Zucker, Vanille, MaisstärkeVanillepudding mit Maria-Keks

Spanische Nachspeisen bieten eine große Bandbreite: von schnellen Sorbets über cremige Puddings bis zu frittierten Klassikern. Sie sind ideal für zuhause - oft einfach zuzubereiten, mit Zutaten, die in jedem Haushalt vorhanden sind.

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