Eine Leiche zum Dessert — Film, Hintergrund und Informationen
Die brillantesten Meisterdetektive der Welt versammeln sich auf dem Anwesen von Lionel Twain (Truman Capote). Der geheimnisvolle Millionär hat die Verbrecherjäger Sidney Wang (Peter Sellers) aus China, Dick Charleston (David Niven) aus New York, Milo Perrier (James Coco) aus Belgien, Jessica Marbles (Elsa Lanchester) aus England und Sam Diamond (Peter Falk) aus San Francisco zu einem Wochenende inklusive Dinner in sein Haus eingeladen.
Als die neugierigen Detektive mitsamt ihren Begleitungen dort eintreffen, werden sie aber lediglich von einem blinden Butler (Alec Guinness) und einer taubstummen Köchin (Nancy Walker) erwartet. Von Twain fehlt zunächst jede Spur - bis er plötzlich am Esstisch auftaucht und seinen verdutzten Gästen den Grund der Einladung verrät: Um Punkt Mitternacht wird ein Mord geschehen, und derjenige, der dieses Verbrechen löst, soll eine Million Dollar kassieren. Dann ist der exzentrische Gastgeber wieder wie vom Erdboden verschluckt.
Handlungskern und Motiv des Gastgebers
Eine Million Dollar plus Vermarktungsrechte, so lautet der Lohn für denjenigen, der das Verbrechen löst. Aber um das Geld geht es Lionel Twain (Truman Capote) ja gar nicht. Viel mehr will er Anerkennung, will in die Geschichte eingehen als größter Kriminologe der Welt. Und dabei scheut er auch nicht davor zurück, es mit den fünf brillantesten Detektiven gleichzeitig aufzunehmen: Sidney Wang (Peter Sellers) aus China, Dick Charleston (David Niven) aus New York, Milo Perrier (James Coco) aus Belgien, Jessica Marbles (Elsa Lanchester) aus England und Sam Diamond (Peter Falk) aus San Francisco. Alle fünf wurden von dem exzentrischen Millionär eingeladen, einen Mord aufzuklären. Der jedoch hat noch gar nicht stattgefunden.
Ton, Stil und Genrezuordnung
Dunkle Bilder, gegenwärtige, bedrückende, amoralische Situationen, kleine Räume, durch die sich vertraute, identifizierbare Gestalten bewegen. „Eine Leiche zum Dessert“ (1976) ist ein Film noir. Ein Plot in der Nähe von Agatha Christies „The Mousetrap“ (1947) - und Figuren, die den ihren nahe stehen. Stereotypen der Schichten, der Klassen und der Nationen. „Eine Leiche zum Dessert“ ist ein Krimi.
Starbesetzte Parodie, in der Autor Neil Simon mit viel Gespür Klassiker und Klischees der Kriminalliteratur auf die Schaufel nimmt. Herrliche Persiflage auf Kriminalfilme. Die Schauspielerriege, von Peter Falk über Maggie Smith bis zu Sir Alec Guinness herausragend besetzt, nimmt sich nicht ernst, genau so wenig wie der Film sich selbst. Sinnlos, witzig, fantastisch!
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Parodieelemente und Quellen der Inspiration
Vielleicht amüsierte er sich aber auch darüber, wie unsinnig viele der Geschichten sind. Allzu große Krimikenntnisse braucht es dann auch gar nicht, um zu sehen, wer hier im Einzelnen so Pate gestanden hat: Charlie Chan, Nick und Nora Charles aus Der dünne Mann, die Agatha-Christie-Helden Hercule Poirot und Miss Marple sowie Sam Spade. Wer gerne Krimis liest, wird sich vielleicht auch schon das eine oder andere Mal über reichlich konstruierte Plots geärgert haben: ein Dutzend Menschen, die alle „zufällig“ am Tatort waren, idiotische Motive, an den Haaren herbeigezogene Tathergänge, fehlende echte Hinweise, nicht nachvollziehbare Schlussfolgerungen - die Liste an literarischen Verbrechen ist lang.
Die bis heute gültige und scheinbar nicht mehr verbesserbare Quintessenz des Detektivgenres findet sich in Murder by Death / Eine Leiche zum Dessert. Gleichermassen mit tiefen Respekt und verspielter Respektlosigkeit kondensierte, höchst unterhaltsame Zusammenfassung aller Filme dieser Art, die es gibt und geben wird. Inspiriert-genial geschrieben, präzise besetzt und ausgelassen gespielt.
Humor, Aufbau und Rezeption
Am meisten Spaß macht Eine Leiche zum Dessert dann natürlich, wenn man mit den Figuren vertraut ist, die einzelnen Anspielungen versteht und zuordnen kann. Aber selbst ohne Vorwissen hat die Parodie einen großen Unterhaltungswert: Keine Szene, kein Dialog, in der nicht irgendein absurder Einfall verbraten wird. Vieles davon ist natürlich reichlich albern, etwa wenn ein blinder Butler mit einer taubstummen Haushälterin zu diskutieren versucht, anspruchsvoll wird die Komödie trotz einiger cleverer Wortspiele nie.
Wie brillant und pointiert, vor allem aber wie spaßig in Eine Leiche zum Dessert dennoch ein ganzes Genre auseinandergenommen wird, zeigt schon, welche absurd hochkarätige Schauspielprominenz an dem Drehbuch Gefallen fand: Peter Sellers, David Niven und Peter Falk spielen Detektive, Alec Guinness den undurchsichtigen Butler, Maggie Smith und Eileen Brennan sind mit von der Partie, und auch der gefeierte Autor Truman Capote darf als eigenwilliger Gastgeber sein komödiantisches Talent zeigen.
Ausstattung, Schauplatz und Inszenierung
Die Ausstattung ist nicht minder luxuriös. Zwar findet das Geschehen in Anlehnung an Zehn kleine Negerlein fast ausschließlich innerhalb des abgelegenen Anwesens statt, dieses ist dafür bis an die Decke mit oft kuriosen Details gefüllt. Getreu der verulkten Vorbilder darf man bei Eine Leiche zum Dessert natürlich keinen Sinn erwarten, es wird nicht einmal versucht, die Ereignisse plausibel zu erklären.
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Dieser Film ist kein Film mit einer logischen Story wie man vielleicht erwarten würde. Die Schauspielerriege, von Peter Falk über Maggie Smith bis zu Sir Alec Guiness herausragend besetzt, nimmt sich nicht ernst, genau so wenig wie der Film sich selbst. Mit höchstem Wiederschauwert ist dieser Film in ... Eine Million Dollar plus Vermarktungsrechte, so lautet der Lohn für denjenigen, der das Verbrechen löst.
Tabellarische Übersicht - Kerninformationen
| Aspekt | Beschreibung |
|---|---|
| Genre | Krimikomödie / Parodie, Elemente des Film noir |
| Drehbuch | Neil Simon (Parodie auf klassische Kriminalgeschichten) |
| Hauptrollen | Truman Capote, Peter Sellers, David Niven, Peter Falk, Alec Guinness |
| Setting | Abgelegenes Anwesen, Dinner-Arrangement, begrenzter Raum |
| Stil | Satirisch, respektvolle und respektlose Hommage an Krimi-Klischees |
Langzeitwirkung und kulturelle Bedeutung
Auch bald 40 Jahre später gehört die Kultkomödie deshalb zum Pflichtprogramm eines jeden nicht ganz bierernsten Krimifans und zeigt den oft so mäßigen und einfallslosen Filmparodien, wie man es richtig macht. Doch wie schwierig das ist, wurde zwei Jahre später auch den Beteiligten selbst klar: 1978 versuchten Simon und Regisseur Robert Moore den Erfolg mit Der Schmalspurschnüffler zu wiederholen, eine Verulkung unter anderem von Casablanca und Die Spur des Falken.
Eine Leiche zum Dessert ist nicht nur eine wunderbare Krimikomödie voller Wortspiele, schrulliger Figuren, absurdem Humor und zahlreicher Anspielungen auf das Genre. Die bis heute gültige und scheinbar nicht mehr verbesserbare Quintessenz des Detektivgenres findet sich in Murder by Death / Eine Leiche zum Dessert.
Getreu der verulkten Vorbilder darf man bei Eine Leiche zum Dessert natürlich keinen Sinn erwarten, es wird nicht einmal versucht, die Ereignisse plausibel zu erklären. Oder um es mit Wangs Worten zu sagen: „Antwort einfach. Aber Frage sehr hart.“
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