Eierschecke Rezept traditionell
In Sachsen hat der Blechkuchen, der gerne auch sächsische Eierschecke genannt wird, absoluten Kultstatus. Kaum, dass man einen Bissen von ihr genommen hat, verzaubert sie einen bereits: Die Eierschecke ist ein ganz besonderer Genuss. Ihre Luftigkeit und Leichtigkeit gekoppelt mit der dezenten Süße sind einfach phänomenal.
Was ist die Eierschecke?
Die Eierschecke ist grundsätzlich ein Kuchen aus Hefeteig, manchmal auch Mürbeteig oder ganz ohne Boden. Bei der Schecke an sich handelt es sich übrigens eigentlich nur um die oberste Schicht der Leckerei, jenem Teil, der dem Kuchen diese Lockerheit schenkt. Ihren Namen hat die Eierschecke übrigens von einer typischen Männerbekleidung aus dem 14. Jahrhundert. Als “Schecke” bezeichnete man im 14. Jahrhundert eine bestimmte Männerkleidung. Der Begriff Eierschecke leitet sich übrigens von dem Wort Schecke her, welches im 14. Jahrhundert eine dreigeteilte Männerkleidung bezeichnete. Der Begriff “Schecke” kann alternativ vom mittelhochdeutschen “schegge” abstammen.
Regionale Bedeutung und Varianten
Die Eierschecke ist eine regionale Spezialität aus Sachsen, es gibt aber ebenfalls Versionen aus Thüringen. In Dresden bekommt man das Gebäck in der Regel in Quadrate geschnitten serviert. Übrigens: Es gibt noch eine besondere Schecke, nämlich die Freiberger Eierschecke. Diese wird traditionell ohne Quark, dafür aber mit einer besonders üppigen Zucker-Ei-Schicht gebacken.
Die “Echte” aus dem Elbflorenz muss natürlich dreischichtig sein. Rosinen kommen bei uns nicht in den Teig hinein, dafür aber eine angenehme Frische, dank Zitrone. Die Eierschecke ohne Boden ist ein Klassiker aus Sachsen / Thüringen. Sie besteht aus zwei Schichten - einer Quarkschicht und einer fluffigen Schicht aus Pudding und Eiweiß.
Zutaten für eine klassische Eierschecke (Springform Ø 26 cm)
- Mehl (für Hefeteig oder Mürbeteig)
- Hefe (bei Hefeteig) oder Butter, Zucker, Ei (bei Mürbeteig)
- Milch
- Zucker
- Butter
- Quark (z. B. 750 g für eine größere Springform bzw. je nach Rezept)
- Vanillepuddingpulver (für die Puddingschicht)
- Eier (Eigelb und Eiweiß werden getrennt für die Scheckenmasse)
- Zitronenschale oder Zitronensaft
Schritt-für-Schritt: Traditionelles Dreischichten-Rezept
Hefeteig (falls verwendet)
Für den Hefeteig das Mehl in eine Schüssel sieben und in die Mitte eine Mulde formen. Hefe in die Mulde bröseln. Milch und Zucker unter Rühren in einem Topf leicht erhitzen und über die Hefe gießen. Nach und nach etwas Mehl vom Rand her einarbeiten. Alles zu einem weichen Teig verkneten. Für den Hefeteig das Ei mit einer Prise Salz cremig schlagen, die Butter in einem Topf zerlassen und unterheben. Den Hefeteig gleichmäßig dick ausrollen und die Springform damit auskleiden. Teig leicht am Rand andrücken. Den Boden einige Male mit einer Gabel einstechen.
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Mürbeteig-Alternative
Für den Mürbeteig geben Sie das Mehl, den Zucker, die Butter und das Ei in eine Schüssel und verkneten diese Zutaten gründlich zu einer einheitlichen Masse. Wickeln Sie die Teigkugel dann in Frischhalte- oder Alufolie und lassen Sie sie mind. Danach widmen Sie sich der Quarkmasse. Fetten Sie eine Springform (26 cm) ein und verteilen Mürbeteig auf dem Boden.
Quarkschicht
In der Zwischenzeit die Quark-Schicht vorbereiten. Für die Quarkcreme den Quark mit allen weiteren Zutaten glatt rühren. Vermengen Sie hierfür den Quark, Vanillezucker, das Ei und die Kartoffelstärke miteinander. Pressen Sie den Saft der halben Zitrone aus und geben ihn ebenfalls hinzu. Die Quarkmasse auf dem Teig verteilen und glatt streichen.
Pudding- bzw. Scheckenschicht
Für den Pudding-Schicht den Vanillepudding nach Packungsanleitung mit Milch und 40 g Zucker zubereiten. Pudding nach Anleitung zubereiten und abkühlen lassen. Pudding in eine Schüssel füllen und mit Frischhaltefolie bedeckt abkühlen lassen. Für die Puddingschicht die Eier trennen. Das Eigelb mit dem restlichen Zucker cremig rühren. Die Eiweiße halb steif schlagen und vorsichtig unterheben. In den noch warmen Pudding die weiche Butter in Stückchen einrühren und schmelzen lassen. Vom Herd nehmen und 2-3 Minuten abkühlen lassen. Erst die Butter und danach die Eigelbe unterrühren. Zum Schluss den Eischnee unterheben. Vanillepudding mit dem cremigen Eigelb und der Butter verrühren.
Backen
Backofen auf 160-180 °C (je nach Rezept: Umluft etwa 140-160 °C, Ober-/Unterhitze etwa 160-180 °C) vorheizen. Die Quarkmasse in die gefettete Form füllen und gleichmäßig darin verteilen. Erst die Quarkmasse , dann vorsichtig die Puddingmasse gleichmäßig darauf verstreichen. Die Eierschecke im vorgeheizten Backofen auf der mittleren Schiene für etwa 55-80 Minuten backen, eventuell nach der Hälfte der Zeit mit Backpapier oder Folie abdecken, damit sie nicht zu dunkel wird. Die Eierschecke ca. 10 Minuten im abgeschalteten Ofen stehen lassen. Herausnehmen, mit zerlassener Butter bestreichen und mit Zucker bestreuen.
Gelingtipps & Tricks
- Gut vorbereitet ist halb gebacken: Du kannst den Pudding für die Scheckenschicht super vorbereiten. Gib die Butter in den noch warmen Pudding und rühre ihn regelmäßig um, damit sich keine Haut darauf bilden kann.
- Wenn du ihn bereits am Vortag kochen möchtest, solltest du ihn abgedeckt im Kühlschrank lagern.
- Das Eigelb und den Eischnee hebst du erst kurz vorm Backen unter. So wird die Schecke schön luftig.
- Der perfekte Eischnee: Schlage das Eiweiß steif. Das kann auch mal 5 Minuten dauern. Du kannst die Schüssel schräg halten für den Test. Läuft nichts raus? Dann ist der Eischnee fertig.
- Damit die Schecke schön luftig und trotzdem stabil bleibt, hebe den Eischnee mit dem Silikon-Teigspatel unter. Wenn du das steif geschlagene Eiweiß zu kräftig unterrührst, schlägst du die mühsam eingearbeitete Luft wieder raus.
- Ein unterschätzter Schritt: das Abkühlen! Lass deinen Kuchen nach dem Backen unbedingt im ausgeschalteten Ofen abkühlen. Zwischendurch kannst du mal kurz die Backofentür leicht öffnen, damit ein wenig Dampf entweichen kann.
- Die Schecke wird beim Abkühlen etwas einsinken. Darum backen viele den Kuchen am liebsten bereits am Vorabend und lassen ihn über Nacht auskühlen.
- Um Risse zu vermeiden, klemmt ihr zum Auskühlen einen Holzlöffel in die Ofentür.
- Für eine tolle Zuckerkruste kommen etwas zerlassene Butter und Zucker auf den Kuchen.
Variationen und Verfeinerungen
Die Eierschecke lässt sich vielfältig variieren: Neben Zucker kannst du die Schecke ohne Boden auch einfach mit etwas Puderzucker bestreuen. Frucht-Alarm: Neben Dosenfrüchten, die ich auch für meine Pfirsich-Schecke verwende, kannst du die Eierschecke ohne Boden auch mit frischen Beeren verfeinern. Rühre sie in die Quarkschicht ein und backe sie mit. Pudding-Variationen: Statt Vanille bietet sich auch Sahnepuddingpulver oder die Schoko-Variante an. Für noch mehr Schoko-Geschmack rührst du noch etwas Backkakao in die Quarkschicht ein und dekorierst den Kuchen mit Schokostreuseln.
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Lagerung und Serviervorschläge
Am leckersten schmeckt die Eierschecke, wenn du sie gut gekühlt genießt. Gib sie also nach dem Auskühlen direkt für mindestens 1 Stunde (am besten über Nacht) in den Kühlschrank. Die Eierschecke ohne Boden kann für 2 bis 3 Tage im Kühlschrank gelagert werden. In Stücke geschnitten und in einer luftdichten Dose verpackt, hast du in den nächsten Tagen immer etwas parat. Wenn du ihn länger aufbewahren möchtest, kannst du übrige Kuchenstücke auch gut einfrieren. Zum Auftauen lass sie bei Zimmertemperatur stehen, bis die Quarkschicht wieder schön cremig ist.
Backzeiten, Probleme und Lösungen
- Die Eierschecke fällt zusammen: Ich empfehle euch, Umluft statt Ober- und Unterhitze zu verwenden, sowie den Kuchen 10 Minuten im abgeschalteten Ofen stehen zu lassen.
- Die Oberfläche wird zu dunkel: Decke den Kuchen in der zweiten Hälfte der Backzeit mit Backpapier ab.
- Der Kuchen ist nach der Backzeit noch wabbelig: Lass ihn im ausgeschalteten Ofen nachgaren und anschließend gut auskühlen.
Rezeptvarianten: Schnell & Ohne Boden
Die Eierschecke ohne Boden kommt wirklich mit einer handvoll Zutaten aus. Meine Eierschecke ohne Boden ist ein wunderbares Rezept für alle, die am liebsten die oberen Schichten des sächsischen Kuchen-Klassikers essen. Du weißt schon: Diese wolkig-leichte Scheckenmasse und die cremige Quarkschicht darunter. Für mich könnte der Kuchen nur aus Schecke bestehen. Ich mag das DDR-Rezept wirklich gerne, auch, weil es so schnell und einfach gemacht ist.
Schnelle Eierschecke - kurz zusammengefasst
- Quarkcreme zubereiten: Alle Zutaten verrühren und in die Form füllen.
- Pudding kochen: Pudding nach Packungsanleitung kochen, Butter und Eigelb einrühren, Eischnee unterheben.
- Puddingmasse auf die Quarkmasse geben, ca. 55-80 Minuten backen.
- Im ausgeschalteten Ofen abkühlen lassen, mit Butter bestreichen und Zucker bestreuen.
Kulturelles und Persönliches
Die Eierschecke ist ein wahres Kulturgut für uns Sachsen. Sie ist ein echtes Kulturgut und dabei so wunderbar köstlich: die Dresdner Eierschecke. Die Sachsen gelten als wahre Kuchenliebhaber. Und deshalb wurden im Laufe der Zeit zahlreiche köstliche Rezepte kreiert. Die Hausfrauen des Bürgertums servierten das Gebäck besonders gern als Sonntagskuchen. Die reichhaltige Füllmasse wurde aus in der damaligen Zeit recht teuren Zutaten gezaubert, sodass diese Leckerei den „Reichen und Schönen“ vorbehalten war.
Ob du die Eierschecke selbst backen willst oder sie lieber beim Bäcker kaufst: In allen Dresdner Bäckereien wird sie angeboten. Dank dem Kuchenversand von unserer Bio-Bäckerei Spiegelhauer kannst du dir diesen besonderen Genuss einfach zusenden lassen. Die Herstellung erfolgt täglich frisch nach traditionellen Rezepten.
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