Edeka Eis Belgische Schokolade: Eine Analyse der Inhaltsstoffe und Qualität
Schon Konfuzius und Kaiser Nero sollen Speiseeis genossen haben, das zu ihren Zeiten hauptsächlich aus Schnee bestand. Auch die alten Griechen schätzten Eis, wobei der "Schnee vom Olymp" als "Götterspeise" galt und mit Honig, Saft oder Wein verfeinert wurde. Heutzutage sind Schoko, Vanille und Nuss die beliebtesten Eissorten der Deutschen. Dieser Artikel beleuchtet die Inhaltsstoffe und Qualität von Schokoladeneis, insbesondere am Beispiel von Edeka Eis Belgische Schokolade und ähnlichen Produkten.
Preisunterschiede und Qualitätsurteile
Die Preisunterschiede bei Schokoladeneis sind enorm. Während man beim Discounter Schokoeis schon für 1,49 Euro pro Liter bekommt, kostet die gleiche Menge Häagen-Dazs Classics Belgian Chocolate gut 11 Euro. Viele Eisliebhaber sind bereit, diesen Preis zu zahlen, da Häagen-Dazs im Test oft sehr gut abschneidet. In einem Test von Schokoladeneis in Haushaltsverpackungen erhielt Häagen-Dazs Belgian Chocolate in der sensorischen Beurteilung eine glatte 1,0. Auch andere Eismarken wurden insgesamt als gut bewertet, während einige Produkte nur befriedigend abschnitten, weil sie geschmacklich nicht überzeugten oder zu viel versprachen. Kritische Keimgehalte wurden nicht festgestellt.
Sensorische Bewertung und Geschmack
Schokoladeneis sollte aromatisch, kräftig nach Schokolade und süß schmecken. Es sollte sich im Mund anhaltend cremig, glatt und geschmeidig anfühlen. Neben Häagen-Dazs Belgian Chocolate fielen bei einer Verkostung Cremissimo Chocolat, das Bioeis Gildo Rachelli und Magnum Chocolate besonders positiv auf. Negativ wurde bewertet, wenn das Eis am Gaumen keinen bleibenden Eindruck hinterließ, schnell schmolz, im Mund dünn und leicht stumpf war oder nur nach Kakaopulver und nicht nach Schokolade schmeckte.
Belgische Schokolade: Definition und Inhaltsstoffe
Auf dem Becher von Häagen-Dazs sind Schokoraspeln neben dem Schriftzug „Belgian Chocolate“ zu sehen, und vor der Liste der Zutaten steht „mit belgischer Schokolade (22 %)“. Allerdings ist nicht klar definiert, was unter belgischer Schokolade zu verstehen ist. Die Analyse ergab, dass etwa die Hälfte der 22 Prozent verflüssigt in die Eiscreme eingerührt ist, während der Rest in den Raspeln steckt. Diese Raspeln enthalten jedoch Baumwollsaatöl, das laut Kakaoverordnung für Schokolade nicht erlaubt ist.
Kakao vs. Schokolade
Prinzipiell muss Schokoladeneis keine Schokolade enthalten; Kakao reicht aus. Wenn ein Hersteller jedoch Schokoladenstückchen auslobt oder wie bei Florida „mit Schokolade“ auf der Verpackung wirbt, muss diese auch enthalten sein. Die Zutatenliste von Florida führte jedoch nur Kakao auf, und auch die Laboranalysen ließen nicht auf Schokolade schließen, obwohl auf der Verpackung Stücke einer Tafel abgebildet waren.
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Einflussfaktoren auf den Geschmack
Maßgeblich für den Geschmack eines Schokoladeneises sind Sorte, Qualität und Menge des Kakaos. Daneben beeinflussen Schlagsahne, Sahne, Butter und Milch den Geschmack. Die meisten Produkte im Test enthielten ausschließlich Kakaobutter und Milchfett als Fett in der Eismasse. Einige setzten hauptsächlich Kokosfett ein, während Eismann und Botterbloom nur Kokosfett verwendeten und gar kein Milchfett enthielten.
Milchfett vs. Pflanzliches Fett
Wer Wert auf Eis mit viel Milch oder Sahne legt, sollte Milcheis oder Eiscreme kaufen. Je weiter vorn in der Zutatenliste Butterreinfett, Sahne und Vollmilch stehen, desto mehr ist davon enthalten. Es ist wichtig zu wissen, dass es Unterschiede in der Qualität gibt, je nachdem, welche Art von Fett verwendet wird.
Luftaufschlag und Textur
Die Eismasse wird bei fast allen Produkten mit Luft aufgeschlagen. Dies geschieht im Freezer, in dem das Eis gerührt und gefroren wird. Der Aufschlag beeinflusst die Textur, wie cremig ein Eis ist und wie schnell es im Mund zergeht. Je weniger Luftaufschlag, desto fester und schlechter portionierbar ist das Eis.
Zuckergehalt und Kalorien
Eishersteller verwenden neben Zucker oft auch Glukosesirup; Bioanbieter setzen Rohrzucker und Manioksirup ein. Das zuckerreichste Eis im Test war Magnum mit rund 28 Gramm Zucker pro 100 Gramm. Zucker, aber auch Fett bestimmen hauptsächlich den Brennwert. Am fettreichsten waren Roggenkamp und Häagen-Dazs, die vergleichsweise viel Schokolade sowie Schlagsahne oder Sahne enthielten und somit die höchsten Kaloriengehalte aufwiesen. Häagen-Dazs brachte etwa 318 Kilokalorien pro 100 Gramm mit sich, was umgerechnet auf zwei Kugeln à 50 Milliliter 273 Kilokalorien entspricht.
Aromen und Vanille
Die wenigsten Anbieter fügen ihrem Schokoladeneis Aroma hinzu. Einige verwenden „natürliches (Bourbon-)Vanillearoma“ zum Abrunden des Geschmacks. Das hochwertige Aroma aus der Vanilleschote war laut Aromenanalyse bei Häagen-Dazs und Florida auch enthalten, nicht jedoch bei Lidl. Roggenkamp Organics deklarierte „Vanille“ im Schokoladenanteil, und Gildo Rachelli lobte „Vanillepulver“ in der Schmelzschokolade aus. In beiden Bioprodukten ließ sich im Labor jedoch keine Spur von Vanille nachweisen.
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Auffälligkeiten bei Grandessa (Aldi Süd)
Die Grandessa-Eiscreme von Aldi Süd wies einen erhöhten Gehalt an Trimethylpyrazin auf, einem Aromastoff, der auch bei der Kakaoherstellung entsteht. Aldi Süd erklärte, dass es sich um eine „Mischung aus Vanilleschoten und Ferulasäure (Ursprung: Reis)“ handele. Es konnte jedoch weder nachvollzogen noch im Labor nachgewiesen werden, wie und woraus das „natürliche Schokoladenaroma mit anderen natürlichen Aromen“ hergestellt wurde.
Edeka Eis und "Skimpflation"
Ein Fall von „Skimpflation“ wurde bei Edeka festgestellt, wo im „Gut & Günstig“-Eis Sahne durch preiswertes Kokosfett ersetzt wurde. Die Packungen der Marke Gut & Günstig schienen sich auf den ersten Blick nicht zu unterscheiden, jedoch fehlte auf der neueren Packung der Hinweis „mit Schlagsahne“. Statt „Eiscreme Schokolade“ mit Sahne steckt jetzt „Schokoladen Eis“ mit Kokosfett in der Packung. Dies stellt eine Verschlechterung der Eisqualität ohne ausreichenden Hinweis dar.
Gesundheitliche Aspekte
Ein hoher Zuckerkonsum, wie er beim Verzehr von zuckerreichem Eis auftritt, kann zu Gewichtszunahme und Zahnverfall führen. Es ist daher ratsam, Eis in Maßen zu genießen.
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