Echter Deutscher Honig: Eigenschaften, Vielfalt und Qualität
Bunte Wiesen und blühende Sträucher sind selten geworden, aber wo es sie noch gibt, ist es ein Genuss für Bienen. Die Bienen besuchen unzählige Blüten auf der Suche nach Nektar und Pollen. Das Ergebnis ist ein aromatischer Vielblütenhonig. Für deutsche Imker ist dies eine kleine Ernte, die die Auszeichnung „Echtes Schmankerl“ verdient. Echter deutscher Honig steht für Reinheit, Qualität und Regionalität. Im Gegensatz zu Importhonigen oder Mischungen kommt er direkt aus den Bienenstöcken deutscher Imker - unverfälscht, naturbelassen und streng kontrolliert.
Was ist echter deutscher Honig?
Honig ist ein Naturprodukt. Für 500 g Blütenhonig müssen ca. 2 Millionen Pflanzen angeflogen werden. Schon beim Aufsammeln werden Nektar und Honigtau durch die Bienen verarbeitet und mit körpereigenen Sekreten angereichert. Im Bienenstock transportiert die Stockbiene das Sammelgut von einer Wabenzelle zur anderen und entzieht dem Honig durch Verdunstung Wasser. Zusätzliches Wasser verdunstet durch nächtliches Fächeln des Bienenvolkes. Später verschließt die Biene die Zellen mit einer dünnen Wachsschicht und schützt so den fertigen Honig vor fremden Einflüssen.
Zuerst müssen die Zelldeckel von den Waben entfernt werden, dies nennt man entdeckeln. Die Honigschleuder dreht sich so schnell, dass der Honig aus den Zellen geschleudert wird. Je nach Sorte wird der Honig dann einige Tage oder Wochen lang regelmäßig gerührt. Manche Sorten mehrmals am Tag. Honig wird erst dann geschleudert, wenn er reif und haltbar ist. Aufgrund der strengen Qualitätsrichtlinien bedeutet das maximal 18 % Wassergehalt für Honige, die unter der Marke Echter Deutscher Honig vermarktet werden sollen. Schleuderhonig ist immer „kalt geschleudert“.
Sortenvielfalt des deutschen Honigs
Die Vielfalt des deutschen Honigs ist groß, abhängig von der Region und den jeweiligen Trachtpflanzen. Ähnlich wie bei einem guten Wein kann man auch beim Honig verschiedene Farben, Buketts, Geschmacksrichtungen und Aromanuancen erkennen und jeden „Jahrgang“ neu genießen. Regionale Unterschiede wie Boden- und Klimaverhältnisse haben einen direkten Einfluss auf die Natur und somit auf das Trachtangebot (Nektar, Pollen und Honigtau) für Honigbienen. Deshalb ist Honig auch nie gleich Honig.
Blütenhonig
Blütenhonig bezeichnet generell Honig aus dem Nektar verschiedener Pflanzenarten. Sein Duft enthält Anteile von bis zu 500 verschiedenen Pflanzen. Aufgrund der großen Blütenvielfalt rund ums Jahr variieren Farbe, Bukett und Konsistenz sehr stark, mit einem meist feinen Aroma.
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Sortenhonige
Daneben gibt es spezielle Sortenhonige aus dem Blütennektar - überwiegend einer bestimmten Trachtpflanze (z. B. Akazie, Linde, Löwenzahn u. v. a.).
Honigtauhonige
Honigtauhonige entstammen dem Honigtau zahlreicher Baumarten und sind eine Besonderheit mit unverwechselbarem Geschmack: dunkle, flüssige Honige mit meist kräftigem, malz-würzigem Aroma und vielen Mineralstoffen. Abgerundet mit feinen Geschmacksnoten vereinzelter Blütentrachten sind Honigtauhonige eine echte Rarität, da sie aus klimatischen Gründen nicht jedes Jahr geerntet werden können. Am bekanntesten sind Waldhonige, Fichten- und Tannenhonig. Daneben produzieren aber auch bspw.
Frühtrachthonig
Frühtrachthonig entstammt der ersten Schleuderung des Jahres und setzt sich im Wesentlichen aus dem Nektar von Weiden, Obstgehölzen, Ahorn u. a. zusammen. Ein bekannter Vertreter ist der Rapshonig, der den Gaumen mit seinem milden Aroma verwöhnt.
Sommertrachthonig
Sommertrachthonig wird bei der Sommerschleuderung gewonnen und enthält stark wechselnde Anteile an Nektar und Honigtau. Aroma, Geschmack und Farbton ändern sich von Jahr zu Jahr. Der Sommertrachthonig wurde durch die fleißigen Bienen von den spätblühenden Pflanzen, wie zum Beispiel Linde oder Phacelia eingetragen. Mit Sommertracht ist der Honig gemeint, der im Sommer von Bienen gesammelt wird. Es handelt sich hauptsächlich um Honig von beispielsweise Linde oder Phacelia. Dieser Honig enthält aber auch schon Anteile vom dunklen, malzig schmeckenden Tauhonig des Waldes. Unser Sommertrachthonig schmeckt natürlich süß und leicht malzig, da er Anteile vom Tauhonig des Waldes besitzt. Sommertrachthonig bleibt nach der Ernte oft mehrere Wochen lang in flüssigem Zustand und wird im Zuge des natürlichen Kandierungsprozesses regelmäßig gerührt. Der Honig ist naturbelassen, fein gesiebt, aber nicht gefiltert, zunächst flüssig, später cremig gerührt.
Inhaltsstoffe und gesundheitlicher Wert
Honig ist nicht nur ein süßer Genuss, sondern auch reich an wertvollen Inhaltsstoffen.
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- Kohlenhydrate: Finden sich in Honig mannigfach.
- Mineralstoffe: Wie zum Beispiel Kalium und Magnesium steuern die Muskel- und Nervenfunktionen.
- Enzyme: Wandeln den Zucker im Honig um und produzieren antibakterielle Stoffe.
- Aromastoffe: Stimulieren das Immunsystem.
Im Vergleich zu Schokolade oder anderen Süßigkeiten ist Honig kalorienärmer und gesünder. Anders als beim Haushaltszucker erhöht sich beim Genuss von Honig der Blutzuckerspiegel nur in Maßen und bleibt über einen längeren Zeitraum hinweg konstant. 100 g Honig haben ca. ca. ca. *) Durchschnittliche Angaben.
Akazienhonig: Eine besondere Sorte
Lieblich, zart und dezent: Der Akazienhonig überzeugt mit einer milden Süße und verfeinert Speisen, Tees und Backwaren, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Der Akazienhonig verspricht einen zarten Vorgeschmack auf die helle, wohlig-warme Jahreszeit. Nach einem sehr langen und kalten Winter sind die Bienen kaum zu bremsen. Eifrig verlassen sie ihren Stock, sammeln wertvollen Nektar und kommen kurz darauf mit dicken, gelben Klümpchen an den Beinen wieder zurück. Aber was hat die Robinie mit unserem Akazienhonig zu tun? In Deutschland hergestellter Akazienhonig stammt von Robinien. Die Akazie ist frostempfindlich und könnte sich in unseren Breiten nicht langfristig halten. Da die Baumarten allerdings entfernt miteinander verwandt sind, hat sich für die Robinie auch der Beiname "Scheinakazie" oder "falsche Akazie" eingebürgert.
Honig direkt vom Imker: Qualität und Nachhaltigkeit
Viele Verbraucher suchen nach dem echten deutschen Honig Test oder fragen sich, ob Honig aus Deutschland gesünder ist als Importhonig. Er stammt direkt aus der Region, wird streng kontrolliert und ist frei von Importmischungen. Viele unabhängige Tests bestätigen, dass deutscher Honig aus regionaler Imkerei in Sachen Reinheit und Qualität überzeugt.
Warum Honig direkt vom Imker kaufen?
- Bestäubung: Kaufst du Honig vom Imker, dann unterstützt du die Imkerei in Deutschland und die Bienen des Imkers. Diese sind sehr wichtig für die Bestäubung unserer Wild- und Nutzpflanzen in der Region. Davon profitieren wir alle.
- Transparenz: Honig wird oft gefälscht. Beim Honig vom Imker kannst du dir relativ sicher sein, dass es sich um reinen Bienenhonig handelt. Du weißt woher der Honig stammt und außerdem wie mit den Bienen umgegangen wird.
- Inhaltsstoffe: Wenn Honig erhitzt oder stark verarbeitet wird, verliert er seine gesundheitsfördernden Eigenschaften. Bei der industriellen Herstellung werden teils Propolis und Pollen herausgefiltert oder Enzyme durch Wärme zerstört.
- Nachhaltig: Honig aus der Region ist nachhaltiger. Importierter Honig hat oft mehrere tausend km Transport mit Schiff und LKW hinter sich, was unnötige Emissionen verursacht und unserer Umwelt schadet.
- Pollenallergie: Naturbelassener Honig kann mit seinem regionalen Pollen desensibilisieren und bei Heuschnupfen helfen. Bei der industriellen Verarbeitung wird Blütenpollen oft herausgefiltert, damit der Honig später nicht kristallisiert.
Die Problematik von Mischhonigen und Fälschungen
Im Supermarkt liest man oft „Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern“ auf den Etiketten der Honiggläser. Um den Honigbedarf in Deutschland zu decken, wird ca. 80% unseres Honigs importiert. Dies entspricht etwa 70.000 Tonnen Honig, der in großen Containern nach Europa und Deutschland geschifft wird. Glücklicherweise muss die Herkunft des Honigs stets auf dem Etikett angegeben werden. Die Industrie bedient sich jedoch eines kleinen Tricks, denn sie mischt Honig unterschiedlicher Herkunft. Meist wird jedoch nur ein schwindend geringer Anteil an EU-Honig dem billigeren Nicht-EU-Honig hinzugefügt, um ihn so aufzuwerten. Darunter leidet oft die Qualität des Honigs und das Wohl der Bienen.
Um die hohe Nachfrage und günstigen Preise im Supermarkt realisieren zu können, wird Honig billig und in großen Mengen im Ausland eingekauft. In Deutschland sind diese Praktiken aus gutem Grund verboten. Ob der importierte Honig jedoch so produziert wurde, prüft niemand. Häufig kommen auch Medikamente, Antibiotika oder andere Zusätze zum Einsatz, um so die Produktivität zu steigern. Bienenkisten werden auf LKWs und sogar mit Helikoptern von Massentracht zu Massentracht transportiert. Dabei sind die Bienen starkem Stress ausgesetzt, was sich negativ auf ihre Gesundheit auswirkt.
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Bei der Weiterverarbeitung werden wertvolle und gesundheitsfördernde Bestandteile wie Pollen und Propolis herausgefiltert und Enzyme denaturiert. Das Ergebnis: Ein qualitativ minderwertiges Industrieprodukt, das immer gleich schmeckt.
Honigfälschung - ein wachsendes Problem
Zwischen 2000 und 2014 ist der Honigexport in China um 88% gewachsen. Im gleichen Zeitraum nahm die Anzahl der Bienenvölker nur um 23% zu. Der Verdacht liegt Nahe, dass da etwas nicht stimmen kann. Tatsächlich nimmt ebenfalls die Menge an gefälschtem Honig der von Behörden konfisziert wird stetig zu. Dieser „Chinahonig“ wird oft mit Reissirup gestreckt und ist leider nur schwer im Labor nachweisbar. Der Honig wird erhitzt und ultrafiltriert. So werden mögliche Signaturen wie Pollen entfernt, die Hinweise auf die Herkunft geben können. Wertvolle Proteine und Enzyme gehen dabei ebenfalls verloren.
Um die Spuren und tatsächliche Herkunft zu verschleiern, werden gerne Drittländer benutzt. Der gefälschte Honig wird beispielsweise von solch einer chinesischen Honeyfactory nach Malaysia oder Indonesien geschifft. Dort wird er umetikettiert und weiterexportiert. Plötzlich zeigen Länder mit vergleichsweise wenig Bienenvölkern, einen überproportionalen Anstieg an Honigexporten, der sich nicht erklären lässt. Bei uns wird der Chinahonig dann mit vielen anderen Honigen vermischt und landet schließlich wieder als Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern im Supermarktregal.
Verwendung von echtem deutschen Honig in der Küche
Honig lässt sich nicht nur als Brotaufstrich, sondern auch vielseitig in der Küche verwenden. Er ist etwa ideal, um Fleisch zu glasieren. Honig immer erst ganz zum Schluss auf das Fleisch auftragen, da er sonst verbrennt. Dunkle Sorten wie Wald- oder Tannenhonig passen besonders gut zu Wild und anderen kräftigen Fleischarten. Sehr beliebt ist Honig zur Zubereitung von Salat-Dressing auf Basis von Essig und Öl. Dazu ungefähr auf jeweils einen Esslöffel Honig, Senf und Essig drei Esslöffel Öl verwenden. Beim Backen mit Honig darauf achten, dass Honig süßer schmeckt als normaler Zucker. Man braucht also weniger davon. Zudem bräunt Honig den Teig aufgrund seines Fruchtzuckeranteils.
Honig als Frühstücksalternative
Honig ist eine hervorragende Alternative zu herkömmlichem Zucker und kann auf vielfältige Weise in das Frühstück integriert werden. Egal, ob als Brotaufstrich, in Joghurt oder Müsli - Honig verleiht jedem Gericht eine besondere Note. Besonders aromatisch ist er in Kombination mit frischen Früchten oder Nüssen. Ein weiteres beliebtes Frühstücksrezept ist Honig auf warmem Porridge. Durch die Wärme des Getreidebreis entfaltet sich das Aroma des Honigs besonders gut. Auch Pancakes oder Waffeln lassen sich hervorragend mit Honig anstelle von Sirup genießen. Wer gerne backt, kann Honig als Zutat für selbstgemachtes Brot oder Müsliriegel verwenden.
Honig und Tee: Eine perfekte Kombination
Honig und Tee sind ein unschlagbares Duo. Besonders in der kalten Jahreszeit wird Honig gerne zum Süßen von Tee verwendet. Er verleiht Kräuter-, Früchtetees oder auch Schwarz- und Grüntees eine angenehme Süße. Nicht nur in Tee, sondern auch in Milch oder warmen Getränken mit Gewürzen entfaltet Honig seine besondere Note. Ein beliebtes Getränk ist beispielsweise goldene Milch, eine Mischung aus warmer Milch, Kurkuma, Ingwer und Honig.
Kristallisation von Honig
Ein häufiges Phänomen bei echtem Honig ist die Kristallisation. Dies ist ein natürlicher Vorgang und ein Zeichen für die Qualität des Honigs. Die Kristallisation hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Verhältnis von Fruktose zu Glukose im Honig. Sorten mit einem höheren Glukoseanteil kristallisieren schneller als solche mit mehr Fruktose. Ein weiterer Vorteil von kristallisiertem Honig ist, dass er sich leichter streichen lässt als flüssiger Honig. Manche Menschen bevorzugen gerade diese cremige Konsistenz, da der Honig nicht vom Brot tropft. Schauen Sie in unserem Honigwiki, wie Sie Honig auch wieder verflüssigen können.
Vielseitige Verwendung in herzhaften Gerichten
Honig ist nicht nur zum Frühstück oder im Tee ein Genuss, sondern auch eine wunderbare Zutat für herzhafte Gerichte. Besonders in Dressings, Marinaden und Saucen verleiht er Speisen eine angenehme Süße und rundet den Geschmack ab. Ein Klassiker ist beispielsweise eine Honig-Senf-Marinade für Salate oder Fischgerichte. Honig eignet sich zudem hervorragend zum Backen. Er sorgt für eine schöne Bräunung und hält Gebäck länger frisch. Besonders in Lebkuchen oder Müsliriegeln ist Honig eine beliebte Zutat.
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