Dubai-Schokolade im Test: Zwischen Trend, Täuschung und Toxinen

Die Dubai-Schokolade, ein viraler Trend, der 2024 seinen Höhepunkt erreichte, verspricht eine exquisite Kombination aus Pistaziencreme, knusprigen Kadayif-Teigfäden und edler Milchschokolade. Doch hält die Realität dem Hype stand? Stiftung Warentest nahm sechs verschiedene Dubai-Schokoladen unter die Lupe, um herauszufinden, ob sich der Trend für Kunden lohnt. Das Ergebnis des Tests (Heft 04/2025) ist ernüchternd: Hohe Schadstoffbelastung, irreführende Kennzeichnungen und enttäuschender Geschmack trüben das Bild des vermeintlichen Premiumprodukts.

Der Dubai-Schokoladen-Hype: Mehr Schein als Sein?

Die Dubai-Schokolade, deren Originalrezept aus Dubai stammt und 2021 entwickelt wurde, erfreute sich im letzten Jahr großer Beliebtheit. Die Kombination aus Pistaziencreme und gebackenen Teigfäden, umhüllt von Schokolade, animierte auf Social Media zu zahlreichen „Taste-Tests“ und Rezepten zum Selbermachen. Mittlerweile gibt es Dubai-Kuchen, Dubai-Energydrinks, Dubai-Waffeln und noch so einiges mehr. Doch die anfängliche Begeisterung wich schnell der Ernüchterung, als erste Laboruntersuchungen Mängel und Verunreinigungen aufdeckten.

Stiftung Warentest im Einsatz: Sechs Tafeln im Visier

Stiftung Warentest prüfte sechs Dubai-Schokoladen im Preis von rund sieben bis 25 Euro pro 100 Gramm. Zwei davon kamen aus Dubai, jeweils eine aus der Türkei und aus den Niederlanden und zwei aus Deutschland. Die Tester wollten wissen, wie viel Pistazie und Füllung tatsächlich in den Tafeln steckt und ob die Qualität den hohen Preis rechtfertigt.

Schadstoffalarm: Krebserregende Stoffe und Schimmelpilze

Der Testbericht deckte eine hohe Belastung mit Schadstoffen bei der Hälfte der Schokoladen auf. In den zwei Schokoladen aus Dubai von den Marken Fex Dessert und Le Damas wurden die Fettschadstoffe 3-Monochlorpropandiol- und Glycidyl-Ester nachgewiesen. Diese Stoffe stehen im Verdacht, krebserregend zu sein und kommen häufig in raffiniertem Palmöl vor, das zur Produktion der Schokolade genutzt wird. Bei der Schokolade der Marke Le Damas konnten zudem auch Schimmelpilzgifte nachgewiesen werden. Insbesondere Aflatoxine, die häufig in Pistazien auftreten, wurden in der Tafel von Le Damas "deutlich" festgestellt.

Diese Ergebnisse decken sich mit vorherigen Analysen des Veterinäruntersuchungsamtes Stuttgart sowie des Landesamtes für Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen. Bei einer Stichprobe von acht Schokoladeprodukten, die als Dubai-Schokolade beworben wurden, sind bei einer Untersuchung alle durchgefallen. "Von Betrug bis Gesundheitsschädlichkeit wurde in den ersten Importproben von 'Dubai-Schokolade' alles gefunden. Das ist so nicht akzeptabel", sagte Verbraucherminister Peter Hauk (CDU). Drei Chemische und Veterinäruntersuchungsämter des Landes (CVUA) in Stuttgart, Freiburg und Sigmaringen entdeckten demnach in sämtlichen Proben Verunreinigungen, Farbstoffe, Allergene und Fremdfett in Form von Palmöl. Fast alle Proben hätten mit künstlichen Farbstoffen einen höheren Anteil an qualitativen Zutaten vorgetäuscht.

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Irreführung und Falschdeklaration: Mangelhafte Kennzeichnung

Im Labor stießen die Tester noch auf ein weiteres Problem: Bei vier der sechs getesteten Schokoladen fehlten Hinweise zu Zusatzstoffen oder Allergikerwarnungen. Auch waren teilweise die Zutatenlisten und Nährwert-Angaben inkorrekt. Mit diesen Falschdeklarierungen hätten diese vier Sorten eigentlich nicht in Deutschland verkauft werden dürfen. In den drei türkischen Proben sei nicht deklarierter Sesam enthalten gewesen. Für Sesam-Allergiker sei dies gesundheitsschädlich. Außerdem seien die Proben aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht für den menschlichen Verzehr geeignet, weil sie herstellungsbedingte Verunreinigungen enthielten.

Geschmackstest: Nussig statt pistaziös

Doch auch der Geschmack der Schokoladen überzeugte nicht. Dubai-Schokolade enthält eine Füllung aus Pistazien und ausgebackenen Teigfäden - Engelshaar genannt. Einen kräftigen Pistaziengeschmack habe man aber nur bei einer Tafel feststellen können: Die Sorte von Le Damas. Die anderen schmeckten eher allgemein nussig, Chocovia nach Nugatcreme und Muya erinnerte an Spekulatius. Ansonsten bestand die Füllung der Schokoladen hauptsächlich aus Zucker und Pflanzenöl, teilweise waren auch Aroma- und Farbstoffe enthalten. Der höchste deklarierte Pistazienanteil lag bei 19 Prozent. Die gebackenen Teigfäden sorgen bei allen Tafeln für eine Gebäcknote und ein knuspriges Mundgefühl.

Die Zutaten unter der Lupe: Pistazien, Teigfäden und mehr

Dubai-Schokolade ist Schokolade, die mit einer Mischung aus gebackenen Teigfäden (Engelshaar /Kadayif) und Pistazien bzw. Pistazienmus gefüllt wird. Die Pistaziencreme ist das Teuerste an der Schokolade. Günstigere Produkte haben daher oft einen geringen Pistazienanteil in der Creme. Sie ist neben den goldgelben Teigfäden - auch Engelshaar, Kadayif oder Kataifi genannt - die kennzeichnende Zutat von Dubai-Schokolade. Die Teigfäden geben der Schokolade den typischen Crunch. Sie werden meist mit geklärter Butter vermengt oder bestrichen und dann ausgebacken.

Warnung aus Baden-Württemberg: Sonderprogramm zur Kontrolle

Das Land Baden-Württemberg hat kürzlich eine umfassende Kontrolle von Dubai-Schokolade durchgeführt, die Ende 2024 bereits in einer ersten Stichprobe durchgefallen war. Insgesamt wurden 30 Proben von Dubai-Schokolade untersucht. Darunter befanden sich sowohl Importwaren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Türkei und Jordanien als auch Produkte kleinerer Hersteller aus Baden-Württemberg und anderen EU-Staaten.

Fazit: Teuer, schadstoffbelastet und geschmacklich enttäuschend

Die Dubai-Schokolade konnte im Test der Stiftung Warentest nicht überzeugen. "Einzigartigen Geschmack oder herausragende Qualität fanden wir nicht", erklärten die Tester. Die beiden Schokoladen aus Dubai waren sogar deutlich mit Schadstoffen belastet. Die anderen vier waren zwar in puncto Schadstoffe unauffällig, aber kulinarisch keine Besonderheit. Die für den Test untersuchten Schokoladen kosten zwischen rund 7 und 25 Euro je 100 Gramm - und damit teils mehr als zehnmal so viel wie herkömmliche Tafeln.

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Alternativen und Empfehlungen: Klassische Pistazienschokolade oder DIY

In ihrem Fazit empfehlen die Warentester klassische Pistazienschokolade als preiswerte Alternative. Wer unbedingt Dubai-Schokolade haben möchte, kann sie aber auch einfach selbst herstellen. Wenn du also gerne Pistaziengeschmack in deiner Schokolade möchtest, dann muss es keine teure Dubai-Schokolade kaufen. Normale Pistazienschokolade schmeckt besser.

Verbraucherminister fordert Konsequenzen

Wo Dubai-Schokolade draufstehe, müsse auch echte Schokolade mit hochwertigen Zutaten ohne Verfälschungen oder Verunreinigungen drin sein, so Verbraucherminister Hauk. Er hat wegen der Untersuchungsergebnisse nach eigenen Angaben ein landesweites Sonderprogramm gestartet, um angebotene Dubai-Schokolade genauer unter die Lupe zu nehmen. Dazu gehört auch Ware von kleinen einheimischen Firmen, Konditoreien und Confiserien sowie Proben von Pistaziencreme aus dem Großhandel.

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