Dubai Schokolade und die Müllermilch Dubai Chocolate Style: Trend, Hintergründe und Streitfragen

Der Dubai-Schokoladen-Hype geht weiter: Jetzt bringt auch die Molkerei Alois Müller eine Müllermilch in der Trendsorte in den Handel. Um besonders viel Begehrlichkeit zu wecken, ist die "Müllermilch Dubai Chocolate Style" streng limitiert. Die Sonderedition ist ab Februar für einen Zeitraum von acht Wochen im Handel erhältlich.

Was ist Dubai-Schokolade?

Dubai-Schokolade ist eine Süßigkeit, die derzeit sehr im Trend liegt. Sie ist süß, schmeckt nach Pistazien und ist relativ teuer. Neben Vollmilchschokolade benötigt man für die Herstellung Pistaziencreme, Sesammus (Tahini) und feine Teigfäden, die man auch im türkischen Gebäck Baklava findet und die wie Engelshaar aussehen. Die originale Dubai-Schokolade stammt von der Manufaktur "Fix Dessert Chocolatier" aus Dubai. Die Gründerin hatte während ihrer zweiten Schwangerschaft Heißhunger und kreierte daraufhin die Schokolade mit der Pistaziencreme. Richtig bekannt wurde die Dubai-Schoki aber erst später durch ein Video einer Food-Bloggerin, das millionenfach aufgerufen wurde.

Dubai Schokolade mit Pistazien und Engelshaar

Die Müllermilch Dubai Chocolate Style: Produktdetails

Die Molkerei Alois Müller bringt das Trendthema Dubai-Schokolade ab Februar ins Kühlregal. Erstmals in der Müllermilch-Geschichte launcht die Molkerei mit der Müllermilch Dubai Chocolate Style eine Sonderedition. Die neue Sorte ist streng limitiert und nur für knapp acht Wochen im Handel erhältlich. Angesagter Schoko-Pistazie-Sesam-Geschmack sorgt für eine aufregende Geschmacksreise ins Land von 1001 Nacht. Wie immer mit 400 ml Inhalt, sonst ist an der Müllermilch Dubai Chocolate Style alles neu: Die erste Müllermilch Sonderedition überrascht alle trendigen Genießer von Februar bis Ende März.

Für die neue und innovative Sorte tut sich fein-dunkle Schokolade mit dem süßlich und kräftig-würzigen Geschmack von Pistazien und leicht nussigem Sesam-Aroma zusammen. Mit ihrem angesagten Schoko-Pistazie-Sesam-Geschmack will das süße Schokoladengetränk die Kunden auf eine Reise schicken, heißt es in einer Pressemitteilung. Denn der süßliche und kräftig-würzige Geschmack von Pistazien und das leicht nussige Sesam-Aroma sei "eine Geschmacksreise in die fantasievolle Welt von 1001 Nacht".

Was steht wirklich in der Zutatenliste?

Die Molkerei Müller bildet auf der Flasche von „Müllermilch Dubai Chocolate Style“ typische Stücke Dubai Schokolade sowie drei Pistazienkerne ab. Am unteren Rand weist die Flasche auf „Schoko-Pistazie-Sesam Geschmack“ hin, die Bezeichnung lautet „Milchmischerzeugnis mit Schokoladen-Pistazien-Sesam-Geschmack“. Die Zutatenliste führt keine Schokolade auf, sondern „3,8 % Schokoladenpulver“, bestehend aus Zucker und Kakao. Pistazie nennt die Liste mit „0,2 % Pistazienmark“. Sesam ist nicht aufgeführt, jedoch „Aroma“.

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Die Bezeichnung „Schokolade“ ist in der Kakaoverordnung geregelt. Danach muss „Schokolade“ einen Mindestgehalt an Kakaobutter und Kakaopulver aufweisen. Informationen über Lebensmittel dürfen nicht täuschen, beispielsweise über die Zusammensetzung. Das ist ein wesentlicher Grundsatz in der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV).

Müllermilch Flasche mit Dubai-Label

Warum der Trend so stark ist: Psychologie und Medien

Dass es ausgerechnet eine Schokolade ist, die zu so einem Trend-Produkt avanciert, kommt nicht von ungefähr. Es liegt quasi im menschlichen Schaltplan. Viele Menschen mögen gerne süße Lebensmittel und Getränke. Unter den Süßwaren stellt Schokolade die größte Produktgruppe dar. In Deutschland verzehrte im Jahr 2022 jede Person im Durchschnitt 8,9 kg Schokolade bzw. Schokoladenprodukte. Die Gründe, warum gerne Schokolade gegessen wird, sind vielfältig. Allein der Energiegehalt hat bereits eine positive Wirkung auf unsere Stimmung, denn der Körper verdaut und wir entspannen uns. Bei neuen Sorten wie der Dubai-Schokolade kommt sicherlich auch eine Portion Neugierde als Kaufgrund mit dazu.

Das Highlight der Dubai-Schokolade ist neben dem leckeren Geschmack sicherlich die Konsistenz der Füllung. Zum einen ist da die Cremigkeit der Pistazienkomponente und zum anderen der Crunch, der durch das geröstete Engelshaar entsteht. Im Mund ist richtig viel los - das Essen ist spannend und macht Spaß. Es werden verschiedene sensorische Reize angesprochen, was dazu führt, dass das Sättigungsgefühl etwas verzögert eintritt.

Der Hype um die Dubai-Schokolade lässt sich zunächst einmal durch eine clevere Medienstrategie in Verbindung mit dem Mythos Dubais als Symbol für Luxus erklären. Die Schokolade wird oft mit exklusiven Zutaten und einer luxuriösen Verpackung beworben, die sie als begehrenswert inszenieren. Limited Editions und künstliche Verknappung steigern den Wunsch nach Besitz. Social Media, besonders durch Influencer, macht die Schokolade zum Lifestyle-Symbol, das weltweit als Souvenir oder Prestigeobjekt gehandelt wird. Es wird also eine ganze Klaviatur an Content-Marketing-Instrumenten geschickt bespielt. Zudem profitiert das Produkt von einer schon bestehenden und sehr aktiven Dubai-Influencer-Infrastruktur.

Influencer probieren Dubai Schokolade

Social-Media-Trends entstehen heute meist nicht mehr organisch und aus der Community heraus. Trends werden gemacht: „Das Verhältnis von Social-Media-Trends ist in etwa 80:20. 80 Prozent der Social-Media-Trends werden gesteuert und 20 Prozent kommen aus organischer Reichweite. Genau dieses Glück war bei der Entstehung des Trends rund um Dubai Schokolade sicher dabei - und doch wurde der Trend strategisch gesteuert. Teil der Wahrheit ist auch: Als dann klar war, dass der Trend funktioniert, sind auch andere Akteure mit aufgesprungen, die sich ein Stück vom Trend-Kuchen erhofft haben. Zunächst vor allem Dropshipper und Reseller. Diese Hersteller sind natürlich zwangsläufig langsamer mit dem Markteintritt, denn selbst wenn die Produktentwicklung schnell geht - sie muss eben doch stattfinden. Doch dann sprang so ziemlich jedes Unternehmen auf den Trend auf, das irgendeine Möglichkeit hatte.

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Marketingmechaniken: Verknappung, Emotion, Visualität

Das sieht alles total ästhetisch aus. Die Schokolade selbst wie handbemalt, dazu das goldene Papier. Der Ort Dubai als Heimat vieler Influencer spielte auch eine entscheidende Rolle: „Es braucht die Leute aus Dubai, weil dort eben die originale Dubai Schokolade herkommt. Der Trend funktioniert also auch stark darüber. Da ist fast so eine Art Schokoladen-Tourismus entstanden”. Auch der hohe Preis der Schokolade - das Original kostet umgerechnet etwa 16 Euro pro Tafel - ist ein strategischer Faktor, der für den Erfolg entscheidend ist: „Auch darüber werden Wertigkeit und Handarbeit suggeriert. Heißt: Auch der Preis soll Emotionen erzeugen. Gleichzeitig können sich selbst diejenigen, die nicht super viel Geld haben, mal eine Tafel leisten”, so Nieberle.

Die Idee für die limitierte Sonderausgabe ist im Müllermilch Marketing-Team entstanden und innerhalb von nur drei Monaten realisiert worden. Kooperationen mit unterschiedlichen Foodinfluencern sorgen dafür, dass die limitierte Sorte viral präsent ist. So schnell wurde noch nie eine Müllermilch gelauncht. Als Marktführer im Bereich frische Milchmischdrinks steht die Müllermilch wie keine andere für eine breite Produktpalette mit immer neuen und innovativen Sorten.

Rechtliche Streitfragen und Verbrauchertäuschung

Der Hype um die Dubai-Schokolade hat in Deutschland zu einigen Kontroversen und Rechtsstreitigkeiten geführt. Im Kern geht es um die Frage, ob Schokoladenprodukte, die nicht in Dubai hergestellt wurden, auch als „Dubai-Schokolade“ verkauft werden dürfen. Verschiedene Gerichte haben unterschiedliche Urteile gefällt, was die Situation für Hersteller und Händler zusätzlich verkompliziert.

Landgericht Köln vs. Landgericht Frankfurt

  • Landgericht Köln: Das Landgericht Köln hat in einer bahnbrechenden Entscheidung klargestellt, dass Schokoladenprodukte, die nicht in Dubai hergestellt wurden, auch nicht als „Dubai-Schokolade“ verkauft werden dürfen. Wer dies dennoch tut, muss mit drastischen Konsequenzen rechnen. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass der durchschnittliche Verbraucher aus der Produktbezeichnung schließe, die Schokolade sei in Dubai hergestellt worden. Die Bezeichnung „Dubai Handmade Chocolate“ suggeriere, dass die Schokolade tatsächlich aus Dubai stamme.
  • Landgericht Frankfurt: Im Gegensatz dazu entschied das Landgericht Frankfurt, dass die Bezeichnung "Dubai-Schokolade" für Produkte, die nicht aus Dubai stammen, keine irreführende geografische Herkunftsangabe darstellt. Das Gericht argumentierte, dass sich der Begriff "Dubai-Schokolade" mittlerweile zu einem Gattungsbegriff gewandelt habe, der sich auf eine bestimmte Rezeptur und nicht auf die geografische Herkunft beziehe.

Die Heterogenität der Entscheidungen zeigt, wie schwierig die juristische Einordnung ist: Das Landgericht Köln sieht in der Bezeichnung „Dubai Schokolade“ eine geografische Herkunftsangabe, während das Landgericht Frankfurt den Begriff als Gattungsbegriff bewertet.

Abmahnungen und Handelsmaßnahmen

Der Schokoladenhersteller Wilmers mahnte im Dezember 2024 Lindt ab, da das Unternehmen mit dem Verkauf seiner Dubai-Schokolade gegen das Markenrecht verstoßen habe. Wilmers ging auch gegen weitere Vertreiber der Dubai-Schokolade vor. Das Landgericht Köln entschied zugunsten von Wilmers und untersagte Aldi den Verkauf seiner Dubai-Schokolade. Zwar war auf der Verpackungsrückseite angegeben, dass die Schokolade in der Türkei produziert wurde, dennoch trug sie die Bezeichnung „Alyan Dubai Homemade Chocolate“. Diese Formulierung könne den Verbraucher zu der Annahme verleiten, dass die Schokolade tatsächlich in Dubai hergestellt wurde. Damit verstieß Aldi gegen das Verbot irreführender Werbung.

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Qualität, Schadstoffe und Verbrauchersicherheit

Was zu diesem Image jedoch kaum passen will: Schadstoffe und billige Zutaten. Doch damit machte die Dubai Schokolade in Deutschland jüngst Schlagzeilen. Eine Untersuchung von Stiftung Warentest fand in unterschiedlichen Dubai Schokoladen und Derivaten Schadstoffe, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Darunter auch die Schokolade von Fex Dessert. Starken Einfluss auf den Erfolg sieht Melissa Nieberle dadurch aber nicht: „Der Trend ist deswegen nicht abgeebbt, aber auch Influencer wurden in der Folge kritischer hinterfragt.”

Was bedeutet das für Verbraucher und Händler?

Die unterschiedlichen Gerichtsurteile und die rechtlichen Auseinandersetzungen rund um die Dubai-Schokolade zeigen, wie wichtig es ist, bei der Vermarktung von Lebensmitteln auf eine korrekte Kennzeichnung zu achten. Verbraucher haben ein Recht darauf, nicht über die Herkunft und Zusammensetzung von Produkten getäuscht zu werden. Für Händler und Hersteller bedeutet dies, dass sie ihre Produkte sorgfältig kennzeichnen und darauf achten müssen, dass die Bezeichnung „Dubai-Schokolade“ nicht irreführend ist.

Aspekt Kernaussage
Produktbeispiel Müllermilch „3,8 % Schokoladenpulver“, „0,2 % Pistazienmark“, Sesam nicht explizit aufgeführt, nur „Aroma“
Marketing Limitierte Auflage, Influencer-Kooperationen, künstliche Verknappung
Recht Uneinheitliche Gerichtsentscheidungen (Köln vs. Frankfurt), Abmahnungen
Verbrauchersicherheit Untersuchungen fanden teilweise Schadstoffe in einigen Produkten

Die Molkerei Müller springt auf den Dubai-Schokoladentrend auf - größer könnten der „Dubai“-Schriftzug und das Stück der Schokoladen-Spezialität auf der Flasche kaum sein - allerdings, ohne die typischen Zutaten nennenswert zu verwenden. Es handelt sich im Wesentlichen um aromatisierten Kakao. Der Name „Müllermilch Dubai Chocolate Style“ zusammen mit der Gestaltung der Flasche lassen ein Getränk mit den für eine „Dubai-Schokolade“ typischen Zutaten erwarten. Tatsächlich führt die Zutatenliste statt Sesam nur „Aroma“ auf.

Die Hersteller wollen den Trend natürlich, um ihre Verkäufe anzukurbeln. Warum aber hält der Trend immer noch an? Zunächst einmal: Weil nach wie vor neue Produkte und zusätzliche Trends wie pinke Angel Hair Schokolade auf den Markt strömen. „Dazu kommt: Es gibt immer noch viele Leute, die Dubai Schokolade nicht probiert haben”, sagt Nieberle. Viele wollen also nach wie vor, obwohl 60 Prozent der Menschen, die Dubai Schokolade bereits probiert haben, keine weiteren Käufe planen.

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