Dubai-Schokolade bei Aldi Nord: Hype, Rechtsstreit und Verfügbarkeit
Die Dubai-Schokolade hat sich zu einem regelrechten Internet-Hype entwickelt und erfreut sich großer Beliebtheit bei Feinschmeckern und Social-Media-Nutzern. Nach dem Erfolg bei Edeka, Rewe und Lindt zogen auch die Discounter Aldi Süd und Lidl nach und boten die gefragte Schokolade in ihren Filialen an. Doch der Verkauf der Dubai-Schokolade ist nicht ohne Kontroversen verlaufen. Ein Süßwarenimporteur sieht eine Irreführung der Verbraucher und zog vor Gericht.
Der Rechtsstreit um die "Dubai-Schokolade"
Der Wilmers Süßwarenvertrieb will verhindern, dass Aldi und Lidl mit speziellen Verkaufsaktionen vom Hype um die Dubai-Schokolade profitieren. Das Unternehmen, das nach eigener Auskunft die Süßigkeit aus dem Scheichtum exklusiv in Deutschland vertreibt, hat deshalb Abmahnungen an die Discounter verschickt. Hintergrund ist, dass die Discounter jeweils eine eigene Variante der Schokolade verkaufen und dabei den Eindruck erweckten, dass es sich um das Original-Produkt handele. Das Original der Marke Fex Dessert werde aber nur von in Dubai staatlich zugelassenen Firmen hergestellt.
Der Stein des Anstoßes: Die Discounter Aldi Süd und Lidl hatten beziehungsweise haben Dubai-Schokoladen im Angebot, die nicht aus Dubai stammen. Der Importeur Andreas Wilmers ist der Ansicht, dass die Bezeichnung "Dubai-Schokolade" eine Herkunft aus Dubai impliziert und Verbraucherinnen und Verbraucher irregeführt werden könnten, wenn die Schokolade tatsächlich woanders produziert wurde. Er stützt sich dabei auf spezielle Vorschriften im Markengesetz.
Das Landgericht Köln hatte bereits Anfang Januar entschieden, dass ein Produkt in Deutschland nur dann als "Dubai-Schokolade" bezeichnet werden darf, wenn es in Dubai hergestellt wurde oder einen sonstigen geografischen Bezug zu Dubai habe. Aldi Süd hatte in seinen Filialen die "Alyan Dubai Handmade Chocolate" angeboten und in der Werbung mit "Taste of Dubai" angepriesen. Aus Sicht des Kölner Landgerichts genügte dieser Hinweis nicht.
Über den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen den Verkauf der Dubai-Schokolade von Lidl hat das Landgericht Frankfurt anders entschieden und den Antrag zurückgewiesen. Zudem sei auf der Lidl-Dubai-Schokolade - im Unterschied zu jener von Aldi - die Aufschrift durchgehend in deutscher Sprache. Die Verpackungsgestaltung deute nicht auf eine Herkunft aus Dubai hin. Lidl weise auch darauf hin, dass es sich bei dem Produkt um eine "Qualitäts-Eigenmarke" handele. Alles in allem könne ein Verbraucher daher nicht den Eindruck bekommen, dass das Produkt wirklich aus Dubai komme. Eine Irreführung der Verbraucher sah das Landgericht Frankfurt folglich nicht als gegeben an.
Lesen Sie auch: Hype, Inhaltsstoffe und Qualität: Dubai-Schokolade im Vergleich
Aldi hat bereits angekündigt, gegen den Beschluss des Landgerichts Köln Widerspruch einlegen zu wollen. Und auch der im Verfahren vor dem Landgericht Frankfurt unterlegene Süßwarenimporteur Andreas Wilmers kann noch Beschwerde einlegen. Je nachdem, wie sich der Rechtsstreit in beiden Fällen entwickelt, wäre es sogar denkbar, dass die Fälle irgendwann beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe landen. Das höchste deutsche Zivilgericht hatte sich in der Vergangenheit schon häufiger mit Lebensmitteln und deren Herkunftsangaben befasst. 2016 ging es beim BGH um ein als "Himalaya-Salz" bezeichnetes Produkt. In dem Verfahren entschied der BGH (Aktenzeichen I ZR 86/13), dass ein so bezeichnetes Produkt den informierten Durchschnittsverbraucher über die geografische Herkunft in die Irre führt. Das Salz wurde tatsächlich nicht im Himalaya-Hochgebirgsmassiv, sondern in der Salt Range, einer Mittelgebirgskette in der pakistanischen Provinz Punjab, abgebaut.
Verfügbarkeit und Preise bei Aldi Nord und anderen Discountern
Nachdem die Dubai-Schokolade zunächst in Konditoreien und auf Weihnachtsmärkten erhältlich war, zogen auch die Discounter nach. Aldi Süd und Aldi Nord verkauften ab dem 16. Dezember die Dubai-Schokolade der Marke Alyan - jedoch streng limitiert. Während das Unternehmen die Tafel derzeit über Onlineshops zum Preis von 9,99 Euro verkauft, kostete sie bei Aldi Süd 4,29 Euro.
Auch Lidl brachte ab Mitte Dezember rund 10.000 Schoko-Tafeln in die Filialen. Die Packung war 85 Gramm schwer, schwarz verpackt und bestand aus Nougat, Engelshaaren und 40 Prozent Pistazie, eine der wichtigsten Zutat der Dubai-Schokolade.
Penny verkaufte ab 16. Dezember zwei Varianten der Schokolade. Die 100 Gramm kosteten nach Unternehmensangaben 3,99 Euro. Auch hier galt eine begrenzte Stückzahl. Netto Marken-Discount holte den viralen Genuss ebenfalls in die Netto-Filialen: Ab 23. Dezember war die Dubai-Schokolade dann für 6,99 Euro pro Tafel erhältlich. Auch bei Netto Marken-Discount galt: Nur solange der Vorrat reicht. Und aufgrund der hohen Nachfrage sollte es in ausgewählten Filialen auch eine günstigere Variante für 4,29 Euro geben. Für Naschkatzen wollte der Discounter dann zusätzlich zur Weihnachtszeit ein Dubai-Eis anbieten.
Es ist unwahrscheinlich, dass Aldi die Dubai-Schokolade regulär ins Sortiment aufnimmt - und vor allem zu diesem Preis. „Grund dafür ist vor allem die preisintensive Pistaziencreme, die häufig vergriffen ist", sagte ein Sprecher. Fakt ist: Bei Lindt kostete die Dubai-Schokolade in den Filialen der Chocolaterie zuletzt 14,99 Euro.
Lesen Sie auch: Alles über Camondas Dubai Schokolade
Der Hype um die Dubai-Schokolade
Die Dubai-Schokolade hat sich in kurzer Zeit zu einem Internet-Hype entwickelt, der sowohl Feinschmecker als auch Social-Media-Nutzer anspricht. Kaum ein anderes Lebensmittel hat in letzter Zeit so viel Aufmerksamkeit erregt wie die Dubai-Schokolade mit ihrer Füllung aus Pistaziencreme, Sesampaste und feinem Engelshaar. Der Trend begann wie so oft in den sozialen Medien, wo Videos und Bilder der Schokolade millionenfach geteilt wurden.
Da Pistaziencreme als eine der Hauptzutaten dient und es in Deutschland nur wenige Hersteller gibt, die auf diese Kombination spezialisiert sind, ist es unwahrscheinlich, dass etablierte Marken wie Ritter Sport oder Milka den Trend zeitnah aufgreifen. Ein Branchenkenner bestätigte: „Pistazien sind auf dem Rohstoffmarkt sehr teuer. Kurzfristig ist das Produkt in großen Mengen nicht zu erhalten."
Tipps für den Kauf und die Herstellung
Aufgrund des großen Andrangs könnten Aldi Süd, Lidl und andere Anbieter den Verkauf der Dubai-Schokolade einschränken. Ähnlich wie bei den Corona-Masken vor wenigen Jahren könnten die Tafeln dann ausschließlich an der Kasse über den Tresen gehen.
Wer keine der begehrten Tafeln bekommt, kann Dubai-Schokolade aber auch selbst herstellen. Aldi hatte vor dem Verkaufsstart sogar die Zutaten für das Herstellen der Dubai-Schokolade in den Fokus gerückt, die der Discounter verkauft. So konnten sich die Kundinnen und Kunden die Luxus-Schokolade einfach selbst machen und dabei Geld sparen.
Lesen Sie auch: Der neue Trend: Pinke Dubai Schokolade
tags: #dubai #schokolade #aldi #nord


