Was ist Dubai-Schokolade und warum ist sie so beliebt
In den letzten Monaten ist die sogenannte Dubai-Schokolade wortwörtlich in aller Munde. Sie hat es geschafft, sich in Windeseile zu einem echten Trendprodukt zu entwickeln - nicht zuletzt dank ihrer einzigartigen Mischung aus Pistaziencreme, knusprigen Kadayif-Fäden (auch als Engelshaar bekannt) und hochwertiger Schokolade.
Rezeptur und typische Zutaten
Dubai-Schokolade ist Schokolade, die mit Pistaziencreme und Kadaifi gefüllt ist. Die Füllung setzt sich vorwiegend aus Pistaziencreme und gerösteten, zerkleinerten Teigfäden (Kadayif) zusammen. Neben der Pistaziencreme und den dünnen Teigfäden ist häufig noch Sesam-Mus (Tahini) sowie Vollmilchschokolade enthalten.
Die Kombination des Fadenteigs und der Pistazien-Creme verleiht der Schokolade beim Aufbrechen ihr besonderes Aussehen. Diese Kombination aus weich und knackig ist etwas, das viele so noch nie probiert haben - und genau das macht den Reiz aus.
Typischer Aufbau einer Tafel
- äußere Schicht: Vollmilch- oder dunkle Schokolade (oft Edelvollmilch)
- mittlere Schicht: Pistaziencreme, teils mit gehackten Pistazien angereichert
- knackige Einlage: geröstete Kadayif- oder Kadaifi-Fäden (Engelshaar)
- optionale Zutaten: Tahini (Sesammus), bunte Verzierung
Ursprung und Erfinderin
Die Erfindung der Dubai-Schokolade wird Sarah Hamouda zugeschrieben, sie ist die Inhaberin des Unternehmens "Fix Dessert Chocolatier" in Dubai. Die Idee kam ihr während ihrer zweiten Schwangerschaft, als sie nichts fand, das ihren Heißhunger stillte. Sie entschied sich, sich selbst etwas auszudenken. Die Dubai-Schokolade war geboren. 2022 war Markteinführung.
Die Schokolade selbst, wie der Name bereits verrät, kommt aus Dubai. Hier vertreibt die Manufaktur namens "Fix Dessert Chocolatier" die Tafeln. Die Schokolade des Originals wird vom Schweizer Hersteller Max Felchlin AG produziert.
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Warum der Hype? Faktoren für die enorme Beliebtheit
Der Hype um das Produkt sei "angetrieben durch den starken Einfluss der sozialen Medien und die wachsende Sehnsucht bestimmter Konsumentengruppen nach exklusiven Genussmomenten und ihrer starken Trend-Orientierung", erklärt Tim Gensheimer, Markt- und Sozialforscher am SINUS-Institut. Für diese Zielgruppen - oft Konsumpioniere - spielt der Preis eine untergeordnete Rolle. Im Gegenteil: Ein hoher Preis steigert sogar das exklusive Erlebnis und verleiht dem Produkt zusätzlichen Status.
Soziale Medien wirken dabei als Katalysator. Innerhalb weniger Tage erreiche ein Trend weltweit Konsumenten, "die immer auf der Suche nach dem nächsten großen Genusserlebnis sind". "Ohne Social Media wäre dieser rasante Erfolg undenkbar", so Gensheimer.
Einzelne virale Videos, in denen Influencer:innen das Knacken der Tafel zelebrieren, haben die Verbreitung massiv beschleunigt. Menschen filmen sich dabei, wie sie die Packungen in Kleinstarbeit auseinanderfriemeln oder ungeduldig zerreißen, um an die Schokolade zu gelangen. Wenn die dann noch ordentlich knackt und cruncht, kann man sich vieler Likes sicher sein.
Exklusivität und knappe Verfügbarkeit
Die originale Dubai-Schokolade gibt es nur in Dubai an wenigen Orten zu kaufen: über Deliveroo in Dubai und Abu Dhabi, am offiziellen FIX-Stand im Duty Free des Dubai International Airport Terminal 3, in den Minibars des Jumeirah Marsa Al Arab Resorts und bei speziellen offiziellen Aktionen. Diese begrenzte Verfügbarkeit schuf künstliche Knappheit und trug zur Faszination bei.
Stundenlanges Anstehen für 150 Gramm Schokolade - so geschehen in Düsseldorf, Berlin, Frankfurt und zuletzt Hamburg. Dabei geht es nicht um irgendeine Schokolade, es geht um die sogenannte Dubai-Schokolade.
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Preisgestaltung: Warum so teuer?
Die geschickt vermarktete Schokolade hat ihren Preis - um die 15 Euro kostet das begehrte Stück. Die hohe Qualität der Zutaten und die aufwendige Handarbeit machen Dubai-Schokolade zu einem teuren Vergnügen. Die Pistazien-Creme und die Fair-Trade-Schokolade sind kostspielig, und an der Herstellung einer Tafel sind viele Menschen beteiligt. Diese Faktoren tragen dazu bei, dass der Preis gerechtfertigt ist.
Die Pistaziencreme ist die Zutat, die bei der Herstellung am meisten kostet. Günstigere Cremes haben oft einen niedrigeren Pistazienanteil und enthalten einen hohen Anteil pflanzlicher Öle. Daher empfiehlt es sich auch, zu schauen, wie viel Pistazie in einer Creme wirklich drinsteckt.
Schnelle DIY-Anleitungen und Alternativen
Wer die Schokolade kosten, aber nicht darauf warten oder so viel Geld dafür bezahlen will, kann sie sich auch selbst zu Hause machen - dafür braucht es nur wenige Zutaten. Inzwischen kursieren unzählige Rezepte im Internet und Youtuber erklären Schritt für Schritt, wie man die Schokolade selbst kreiert.
Eine mögliche DIY-Anleitung (Auszüge aus gängigen Anleitungen):
- Vorbereitung der Kadayif-Fäden: Zerzupfe den Kadayif-Teig in kleine Stücke. Erhitze eine Pfanne auf mittlerer Stufe und röste die Fäden mit 1 TL Kokosöl und 1 TL Ahornsirup goldbraun. Lass sie anschließend auskühlen.
- Pistaziencreme herstellen: Mische das Pistazienmus mit fein gehackten Pistazien, bis eine streichfähige, leicht knusprige Masse entsteht.
- Schokoladenschichten: Schmelze die Schokolade über einem Wasserbad. Gieße die Hälfte in eine Form, lasse kurz fest werden, verteile die Pistaziencreme und die gerösteten Kadayif-Fäden, bedecke alles mit der restlichen Schokolade.
- Kühlen: Stelle die Form in den Kühlschrank oder Tiefkühler, bis die Tafel vollständig fest ist.
Man beißt, es cruncht, man knackt die Schokolade auf - das Erlebnis spricht mehrere Sinne an. Um dem Original-Geschmack möglichst nahe zu kommen, empfiehlt sich Edelvollmilchschokolade zu verwenden.
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Kritik, Verbraucherschutz und Qualitätsfragen
Derzeit kommt kaum jemand drum herum - dem Hype um Dubai-Schokolade. In den sozialen Medien wird sie gefeiert und in höchsten Tönen gelobt. Doch es gibt auch Kritik. Und zwar seitens der Verbraucherschützer.
Bei einer Stichprobe von acht Schokoladenprodukten, die als Dubai-Schokolade beworben wurden, sind bei einer Untersuchung alle durchgefallen. Die Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg führte eine Untersuchung von acht Proben durch: Fünf Proben stammten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, drei aus der Türkei. Dabei wurde der Einsatz von Palmöl anstelle von Kakaobutter in den VAE-Proben beanstandet, was eine Verbrauchertäuschung darstellt, da das Produkt nicht den rechtlichen Anforderungen für Schokolade entspricht. Zudem enthielten die VAE-Proben herstellungsbedingte Verunreinigungen, was ihre Eignung für den menschlichen Verzehr in Frage stellt. In den Proben aus der Türkei wurde nicht deklarierter Sesam nachgewiesen, was für Personen mit Sesamallergie ein Gesundheitsrisiko darstellt. Fast alle untersuchten Proben enthielten zudem künstliche Farbstoffe, die einen höheren Anteil an hochwertigen Zutaten vortäuschten.
Das hat zu weiterer Kritik geführt: "Von Betrug bis Gesundheitsschädlichkeit wurde in den ersten Importproben von 'Dubai-Schokolade' alles gefunden", sagte Verbraucherminister Peter Hauk (CDU). Drei Chemische und Veterinäruntersuchungsämter entdeckten in sämtlichen Proben Verunreinigungen, Farbstoffe, Allergene und Fremdfett in Form von Palmöl. Bei einem stichprobenartigen Screening seien in einer Probe mit Pistazienfüllung hohe Anteile an Schimmelpilzgiften (Mykotoxine), vor allem Aflatoxine, festgestellt worden.
Rechtliche Fragen und Marken
Die Produkte in den Supermärkten haben oft nichts mit der richtigen Dubai-Schokolade zu tun. Im Gegensatz zu vielen europäischen Produkten gibt es für die Schokolade aus Dubai keine geschützte Ursprungsbezeichnung (DOP). So löste der Trend eine Flut an Trittbrettfahrenden aus. Der Markt wurde binnen kürzester Zeit mit Produkten geflutet, die anfangs den Namen Dubai-Schokolade trugen. Bis dann ein Gericht in Köln entschied, dass sich nur im Emirat hergestellte Produkte Dubai Chocolate oder Dubai-Schokolade nennen dürfen. Nun findet man in europäischen Supermärkten fast nur noch Süßigkeiten mit der Bezeichnung Dubai “Style” Schokolade - Betonung auf Style! Mit dem Original haben die meisten Produkte nicht viel zu tun, günstig sind sie dennoch nicht.
Laut Deutschem Patent- und Markenamt gab es zahlreiche Markenanmeldungen, die den Begriff „Dubai“ im Zusammenhang mit Süßwaren umfassen; gleichzeitig mahnten Importeure andere Hersteller ab, da deren Dubai-Schokolade nicht in Dubai produziert wurde.
Nachhaltigkeit und gesundheitliche Aspekte
Bei den ganzen Trends stellt sich die Frage, was der steigende Pistazien-Konsum für die Umwelt bedeutet. Pistazien sind ein klassisches Importgut z. B. aus dem Iran, Kalifornien, Spanien oder der Türkei. Die Nachfrage weltweit ist groß und steigend. Dies wiederum verlangt nach mehr Anbauflächen. Pistazienbäume benötigen viel Wasser; die Bewässerungsmenge an den Anbauorten übertrifft sogar die der wasserintensiven Kulturen von Avocados und Mandeln. Im Iran wird hierfür auch das Grundwasser abgepumpt, was zu regelrechten Wasserkrisen führt. Hinzu kommt noch der Anbau als Monokulturen und der damit verbundene Einsatz von chemischen Düngemitteln und Pestiziden sowie die langen Transportwege des begehrten grünen Schatzes. Dadurch bekommt die leckere Pistaziencreme der überteuerten Dubai-Schokolade einen weiteren, wahrlich bitteren Beigeschmack.
Ist die Dubai-Variante gesünder als normale Schokolade? Das lässt pauschal nicht beantworten, es kommt auf das Rezept bzw. die Inhaltsstoffe an. Greift man z. B. zu einer Schokolade mit hohem Kakaoanteil, reduziert sich der Zuckergehalt entsprechend. Pistaziencreme kann generell gesunde Fette und Proteine enthalten, wobei die Dubai-Schokolade häufig nicht mehr als 10 Prozent davon enthält. Die in Fett gebratenen Teigfäden sind eher ungesund. Die Zufuhr an Kalorien, Zucker und Fetten unterscheidet sich also auch bei dieser Schokoladenvariante nicht groß von anderen. Der 200-Gramm-Riegel “Can't Get Knafeh Of It” von FIX beispielsweise kommt mit sage und schreibe 992 Kalorien und 60 Gramm Fett einher.
Ökonomische und kulturelle Effekte
Die Beliebtheit des Produkts hat sogar Auswirkungen auf den Tourismus. Aida Mohammad Al Busaidy vom Dubai Department of Economy and Tourism sagt, es gäbe immer mehr Besuchende, die den Erwerb einer Dubai-Schokolade als wesentlichen Bestandteil und Grund für den Besuch des Emirates sehen. „FIX ist mehr als nur ein virales Dessert. Es erzählt eine Geschichte von Unternehmergeist, handwerklicher Qualität und kosmopolitischer Anziehungskraft, die alle das Wesen Dubais widerspiegeln.“
Mittlerweile ist die Schokolade genauso Kulturgut Dubais wie die Dattel. Das Dubai-Fieber ist omnipräsent: In Bäckereien gibt es Dubai Style Kuchen, Croissants und sogar Milkshakes. Namhafte internationale Schokoladenmarken wie Lindt, Godiva und Galaxy sind ebenfalls auf den Trend aufgesprungen.
Wird der Hype anhalten?
Ob sich der Hype auf Dauer halten kann, bleibt abzuwarten. Entscheidend für die Nachhaltigkeit des Trends werde sein, ob das Geschmackserlebnis die hohen Erwartungen erfüllt, so Tim Gensheimer. Sein Fazit: "Solange der Reiz der Exklusivität und das Gefühl, Teil eines besonderen Trends zu sein, bestehen bleiben, dürfte die Nachfrage anhalten - auch wenn die Preise im Laufe der Zeit sinken könnten."
Gleichzeitig haben Verbraucherschutzfälle, Qualitätsmängel in Importproben und ökologische Bedenken das Image etwas relativiert. Manche sehen Dubai-Schokolade als kurzlebigen Social-Media-Hype, andere als potenziellen Klassiker, der sich auch über die Phase der viralen Aufmerksamkeit behaupten könnte.
Kurze Anleitungstabelle: Übersicht DIY vs. Original (vereinfacht)
| Aspekt | DIY/Typische Hausrezepte | Original FIX (Auszug) |
|---|---|---|
| Schokolade | Edelvollmilch oder dunkle Schokolade | Vollmilchschokolade, oft hohe Qualität (Max Felchlin) |
| Pistazienanteil | Variabel, oft geringer | Höherer Anteil, teurer Rohstoff |
| Kadayif | Geröstete Teigfäden aus türkischen Läden | Manuell geröstet und eingearbeitet |
| Verfügbarkeit | Weltweit nachmachbar | Begrenzt: Verkauf in Dubai/Abu Dhabi, Duty Free, Deliveroo |
| Preis | Günstiger (je nach Zutaten) | Luxuspreis ~15-20 € pro Tafel |
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