Dosenobst ohne Zucker: Inhaltsstoffe, Vorteile und Alternativen

Dosenobst und -gemüse haben oft keinen guten Ruf als hochwertige Lebensmittel. Es wird oft behauptet, dass sie keine Vitamine mehr enthalten. Ernährungswissenschaftler Sven-David Müller betont jedoch, dass bei Obst und Gemüse aus der Dose nicht nur „das Grobe“ bewahrt und haltbar gemacht wird (oftmals für Jahre), „sondern auch alle Inhaltsstoffe“.

Vorteile von Dosenobst und -gemüse

Erhalt der Nährstoffe

Entgegen der landläufigen Meinung, dass das Erhitzen von Lebensmitteln Vitamine und Mineralstoffe zerstört, versichert Müller, dass Obst und Gemüse aus der Dose nur sehr kurz erhitzt werden. Der Vitaminverlust ist dadurch minimal. Das Erwärmen kann sogar die Bekömmlichkeit verbessern, da Möhren, Bohnen und Co. dadurch quasi etwas vorverdaut werden.

Es ist richtig, dass wasserlösliche Mineralstoffe und Vitamine in die umliegende Flüssigkeit übergehen können. Müller empfiehlt daher, den Saft beim Obst oder Gemüse aus der Dose nicht wegzuschütten, sondern alles gemeinsam zu essen. Dosengemüse kann sogar besser sein als manches Marktgemüse, das teilweise zwei Wochen an verschiedenen Orten ausgelegen hat. Eine Dosenmöhre wird nach dem Ernten direkt verarbeitet und eingedost.

Schutz lichtempfindlicher Inhaltsstoffe

Konservendosen bieten zudem den Vorteil, dass auch die lichtempfindlichen Inhaltsstoffe der darin enthaltenen Lebensmittel geschützt sind.

Praktische Alternative

Dosenobst kann eine praktische Alternative sein, wenn eine bestimmte Obstsorte saisonal bedingt nicht im Supermarkt erhältlich ist. Für Kuchen, Pizza-Hawaii und Co. sind die Dosenfrüchte eine gute und praktische Wahl.

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Nachteile von Dosenobst und -gemüse

Zuckerzusatz

Viele Früchte aus Konservendosen - aber eben nicht alle - haben den Nachteil, dass sie mit Zucker versetzt sind. Auch bei Gemüse kommt neben Stabilisatoren und Gewürzen mitunter Zucker zum Einsatz. Müller rät deshalb, auf die Inhaltsstoffliste zu schauen und die Alternative mit dem Hinweis "im eigenen Saft" oder "ohne Zusatz von Zucker" zu wählen.

Weniger Vitamin C

Im Alltag sollte man immer die frische Variante (je nach Saison und Verfügbarkeit) bevorzugen, denn das haltbar gemachte Obst enthält weniger Vitamine. Vor allem das empfindliche und wasserlösliche Vitamin C geht beim Konservierungsprozess verloren.

Schwermetalle und Bisphenol-A

Dosen werden in der Regel aus Weißblech hergestellt, das mit einer dünnen Schicht Zinn überzogen ist. Zinn ist ein Schwermetall, das in die Lebensmittel übergehen kann, insbesondere bei säurehaltigen Lebensmitteln wie Dosenobst oder -tomaten. Die Hersteller beschichten daher die meisten Konservendosen entweder teilweise oder vollständig von innen mit Kunststoff.

Mit den Kunststoffbeschichtungen entsteht allerdings ein neues Problem, denn einer ihrer Bestandteile ist Bisphenol-A (BPA), eine chemische Verbindung, die im Körper eine hormonähnliche Wirkung entfalten kann. Verbraucherzentralen fordern, den Stoff ganz aus Materialien zu verbannen, die mit Lebensmitteln in Kontakt stehen, da die gesundheitlichen Auswirkungen noch nicht abschließend erforscht sind.

Werden Lebensmittel in geöffneten Dosen aufbewahrt, steigt die Wahrscheinlichkeit für eine höhere Belastung durch das Schwermetall erheblich. Deswegen sollten Sie Reste immer in Glas- oder Kunststoffbehälter umfüllen und im Kühlschrank aufbewahren.

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Alternativen zu Dosenobst

Tiefkühlkost

In Tiefkühlkost stecken mehr gesunde Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe als in Konservendosen.

Lebensmittel im Glas

Eine weitere Alternative zu Konservendosen sind Lebensmittel im Glas, die weder Zinn noch Bisphenol-A enthalten.

Frisches Obst und Gemüse

Grundsätzlich sollte man fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag essen, davon drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst.

Die Bedeutung von Obst in der Ernährung

Obst enthält neben vielen Vitaminen und Mineralstoffen auch andere wichtige und gesundheitsfördernde Bestandteile. Wer Obst mit Schale verzehrt, nimmt eine Menge Ballaststoffe zu sich, die der Körper braucht. Obst enthält auch sekundäre Pflanzenstoffe, die positive gesundheitliche Wirkungen haben und beispielsweise freie Radikale im Stoffwechsel abfangen und das Entzündungs- und damit auch Krankheitsrisiko senken können.

Es gibt keine Obstsorten, die gesünder sind als andere. Die Mischung macht's! Essen Sie alles, was Saison hat.

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