Kann Zucker gegen Haarausfall helfen — Wirkungsweise von Desoxyribose
Forscher haben eine vielversprechende Anwendung gegen die häufigste Art von Haarausfall entdeckt. Es ist eine süße Lösung. Bei der Erforschung eines Zuckers sind Wissenschaftler eher zufällig auf eine mögliche neue Behandlung gestoßen: Desoxyribose-Zuckergel zeigte in einer Studie mit Mäusen sehr gute Ergebnisse.
Ausgangspunkt der Forschung: Desoxyribose und Wundheilung
Ausgangspunkt war die Forschung an dem Zucker Desoxyribose, der natürlicherweise im Körper vorkommt und am Aufbau der DNA beteiligt ist. Wissenschaftler der University of Sheffield und der COMSATS University in Pakistan untersuchten, wie dieser Zucker die Wundheilung bei Mäusen unterstützt. Dabei fiel ihnen etwas Unerwartetes auf. Rund um die behandelten Wunden wuchs das Fell schneller nach als bei unbehandelten Tieren. Das Gel beschleunigte die Regeneration des Fells: Bei einer Testgruppe, die mit dem Gel behandelt wurde, wuchs das Fell schneller nach als bei unbehandelten Mäusen.
Tierexperiment: Anwendung bei männlichem Haarausfall
Jetzt wählten sie gezielt männliche Mäuse mit testosteronbedingtem Haarausfall und entfernten das Fell von deren Rücken. Dann trugen sie jeden Tag eine kleine Menge des Desoxyribose-Zuckergels auf die freigelegte Haut auf. Während der 20-tägigen Studie wurden Fotos in verschiedenen Stadien aufgenommen, und die Wirkung war deutlich sichtbar. Nach dem Auftragen des Gels zeigte sich innerhalb weniger Wochen ein kräftiger Haarwuchs. Lange, dicke Haare wuchsen nach.
Vergleich mit etablierten Medikamenten
Das Desoxyribose-Gel war so effektiv, dass es laut den Forschern genauso gut wirkte wie Minoxidil - ein gängiges Mittel gegen Haarausfall, das unter dem Markennamen Rogaine bekannt ist. Sowohl Minoxidil als auch das Zuckergel förderten bei Mäusen mit männlichem Haarausfall eine Haarregeneration von 80 bis 90 Prozent. Bei dem Versuch wurde auch Minoxidil an kahlen Mäusen getestet, und einige der Tiere erhielten eine Kombination aus Zuckergel und Minoxidil. Eine Kombination beider Wirkstoffe hatte keine wesentlich bessere Wirkung.
Vermutete Wirkmechanismen
Warum das Desoxyribose-Gel längeres und dickeres Haarwachstum bei Mäusen stimuliert, ist bisher nicht klar. Das Desoxyribose-Gel stimulierte das Haarwachstum möglicherweise aufgrund einer Zunahme von Blutgefäßen und Hautzellen. „Je besser die Blutversorgung der Haarzwiebel, desto größer ihr Durchmesser und desto mehr Haarwachstum“, erklärten die Forschenden. Womit sich der Kreis schließt und der Zusammenhang mit der verbesserten Wundheilung offenbar wird.
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Warum neue Therapien dringend gebraucht werden
Erblich bedingter Haarausfall betrifft Millionen Menschen weltweit. Es handelt sich dabei um eine natürliche Folge von Genetik, Hormonspiegeln und Alterung und zeigt sich unterschiedlich bei Männern und Frauen, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung. Anlagebedingte Alopezie wird durch eine genetische Veranlagung, den Hormonspiegel und Alterung verursacht und betrifft bis zu 40 Prozent der Bevölkerung. Bisher sind nur zwei Medikamente zur Behandlung zugelassen.
Grenzen und Nebenwirkungen bestehender Therapien
Wenn Minoxidil nicht hilft, können männliche Patienten auf Finasterid (Markenname Propecia) zurückgreifen - ein verschreibungspflichtiges orales Medikament, das die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron hemmt. Schlimmer noch: Das Medikament kann teils schwere Nebenwirkungen verursachen, wie erektiler Dysfunktion, Schmerzen in Hoden oder Brust, vermindertem Libido und Depressionen.
Perspektiven für die Humanmedizin
Ein speziell entwickeltes Zuckergel könnte in Zukunft auch Haarausfall bekämpfen. Forscher haben möglicherweise ein bahnbrechendes Mittel gegen Haarausfall entdeckt. Ein Zuckergel, das ursprünglich zur Wundheilung entwickelt wurde, könnte bald kahle Stellen wieder mit Haaren bedecken. Sollte sich das Gel auch beim Menschen als wirksam erweisen, könnte es zur Behandlung von Haarausfall oder zur Stimulierung des Haarwachstums nach Chemotherapien eingesetzt werden. Eine weitere Testphase ist jedoch notwendig, bevor es auf den Markt kommen kann.
Die bisherigen Experimente wurden allerdings nur an männlichen Mäusen durchgeführt, aber weitere Forschungen mit weiblichen Mäusen sind vorgesehen. Erste Forschungsergebnisse mit Mäusen zeigen vielversprechende Effekte.
Ernährung, Lebensstil und Haargesundheit - ergänzende Erkenntnisse
Volles und kräftiges Haar gilt als Zeichen von Gesundheit und Attraktivität. Doch auch Ernährungsgewohnheiten haben Einfluss auf den Haarausfall - im Fokus: Zucker, Alkohol und Vitamine. Das Forschungsteam untersuchte auch, was helfen könnte. Zuckerhaltige Getränke und Alkohol könnten zu mehr Haarausfall und grauen Haaren schon in jüngerem Alter beitragen, während Vitamin D und Eisen wahrscheinlich vorbeugend wirken. Das ist das Ergebnis einer Übersichtsarbeit, für die ein Forschungsteam 17 Studien mit Daten von mehr als 61.000 Personen analysiert hat. Darunter waren 97 Prozent Frauen.
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Konkrete ernährungsbezogene Befunde
- Männer, die 3,5 Liter oder mehr zuckerhaltige Getränke pro Woche zu sich nahmen, hatten ein erhöhtes Risiko für Haarausfall.
- Ein hoher Alkoholkonsum wurde sowohl mit Haarausfall als auch mit vorzeitigem Ergrauen in Verbindung gebracht.
- Vitamin A sollte nicht in zu großen Mengen aufgenommen werden: Das Team sah einen Zusammenhang mit stärkerem, kreisrundem Haarausfall.
- Wer einen ausgeglichenen Vitamin-D- und Eisen-Spiegel hatte, hatte auch weniger Haarausfall.
- Genügend Eiweiß in der Ernährung könnte insbesondere Männer vor dünnem und grauem Haar schützen.
Nahrungsergänzungsmittel im Blick
Verschiedene Multi-Nährstoff-Ergänzungen mit Meeresproteinkomplex, Eierschalenmembran und Extrakten aus Grüntee oder Kakiblättern versprachen gesündere Haare. In einigen Studien sah das Team auch positive Effekte auf die Haardichte, den Glanz oder Haarverlust.
Was bedeutet das für Betroffene?
Die Forscher vergleichen die Effektivität des Zuckergels mit dem Medikament Minoxidil, das gegen erblich bedingten Haarausfall eingesetzt wird. Das Gel könnte ähnlich wirksam sein. Sollte das Desoxyribose-Gel in weiteren Studien seine Wirkung bestätigen, könnte es eine zusätzliche, möglicherweise nebenwirkungsärmere Option zur Behandlung von Haarausfall darstellen. Eine weitere Testphase ist jedoch notwendig, bevor es auf den Markt kommen kann.
| Aspekt | Ergebnis / Beobachtung |
|---|---|
| Wirkstoff | Desoxyribose (körpereigener Zucker) |
| Modell | Männliche Mäuse mit testosteronbedingtem Haarausfall |
| Dauer der Studie | 20 Tage |
| Wachstumssteigerung | 80-90% (ähnlich wie Minoxidil) |
| Kombination mit Minoxidil | Keine wesentlich bessere Wirkung |
| Vermuteter Mechanismus | Vermehrung von Blutgefäßen und Hautzellen, verbesserte Wundheilung |
| Nächste Schritte | Studien an weiblichen Mäusen, weitere präklinische und klinische Tests |
Forscher entschieden sich daraufhin, tiefer in die Materie einzutauchen. Kürzlich entdeckten Wissenschaftler eine potenzielle neue Behandlung für Haarausfall, die sogar gegen erblich bedingten Haarverlust hilft. Die bisherigen Ergebnisse liefern eine Basis für weitere Untersuchungen, um die Sicherheit und Wirksamkeit beim Menschen zu prüfen.
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