Die gute Bio-Schokolade von dm: Hersteller, Sorten und Qualität im Test

Die Bio Vollmilch-Schokolade von Dm "bietet feinen Schokoladengenuss dank bester Kakaobohnen und sorgfältig ausgewählter Zutaten". Das verspricht die Werbung der Drogerie. Die Bio Vollmilch Schokolade, Naturland gehört zu den sechs getesteten Produkten, die wir mit "mangelhaft" bewerten.

Laborbefunde und Mineralölbestandteile

Besonders ärgerlich: Die Dm Bio Vollmilch Schokolade, Naturland ist aus unserer Sicht "sehr stark" mit Mineralölbestandteilen belastet. Der Gehalt an Mineralölbestandteilen liegt sogar über dem ohnehin schon sehr hohen Orientierungswert, den Lebensmittelämter gemeinsam mit dem Lebensmittelverband Deutschland festgelegt haben. Das von uns beauftragte Labor hat also trotz "sorgfältig ausgewählter Zutaten", wie Dm es auf der Webseite formuliert, Mineralölbestandteile nachgewiesen.

Wie diese in die Schokolade gelangten, dazu äußerte sich Dm nicht. Die Drogeriemarkt dm nimmt nach eigenen Angaben Ergebnisse wie das von Ökotest sehr ernst, kann das schlechte Abschneiden jedoch nicht nachvollziehen. „Die von Ökotest festgestellten Werte an MOSH und MOAH lagen nicht nur deutlich unter den Orientierungswerten für Süßwaren und Schokoladen, die von deutschen Lebensmittelüberwachungsbehörden und dem Lebensmittelverband Deutschland e. V. festgelegt wurden“, teilt dm-Geschäftsführerin Kerstin Erbe auf GA-Anfrage mit.

Die "befriedigende" Sensorikwertung drückt es weiter auf "ungenügend". Weil das Gesamturteil aber nicht besser als "mangelhaft" sein kann, wenn die Belastung mit Mineralölbestandteilen den BLL-Orientierungswert überschreitet, lautet das Gesamturteil nicht "ausreichend", sondern "mangelhaft".

Schokoladentafeln auf Holzbrett

Sensorik: Geschmack und Geruch der dm-Bio-Schokolade

Die professionelle Verkoster fanden, dass die Dm-Schokolade im Test wenig nach Schokolade riecht und schmeckt. Die Sensorik-Experten hatten am Geschmack der Dm-Schokolade etwas aussetzen. Die professionellen Verkoster fanden, dass die Dm-Schokolade im Test wenig nach Schokolade riecht und schmeckt.

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Transparenz der Lieferkette und Nachhaltigkeitszertifikate

Immerhin: Dm kennt die Lieferkette bis zum Kakao-Bauern genau und hat das uns gegenüber auch belegt. Außerdem wies das Unternehmen durch das Naturland-Zertifikat nach, dass auf den Kakao-Farmen soziale Mindeststandards eingehalten werden und hochgiftige Pestizide verboten sind. Wir kritisieren allerdings, dass Dm nicht den Fairtrade-Mindestpreis für seinen Kakao zahlt. Denn dieser garantiert den Bauern zumindest ein sicheres Einkommen.

Die meisten Probleme auf Kakaofarmen, wie illegale Rodungen und miserable Arbeitsbedingungen, sind die Folge extremer Armut. Insgesamt zwölf Hersteller im Test zahlen keinen Fairtrade-Mindestpreis. Weitere Kritik: Entwaldung ist in der Kakaoproduktion für die Bio Vollmilch Schokolade, Naturland im Test nicht auszuschließen. Dm legte uns auf Anfrage keine gegenteiligen Belege vor.

Hintergrund: Mineralöl in Schokolade ist ein Branchenproblem

Der Test zeigt: In fast allen Tafeln im Schokoladen-Test steckt Mineralöl. 15 Schokoladen sind aus unserer Sicht stark belastet. Damit sind Belastungen mit Mineralölbestandteilen immer noch ein Problem der Schokoladen-Industrie. Viele Hersteller legen zudem ihre Lieferkette nicht bis zum Kakao-Bauern offen - die meisten können dies auch gar nicht, weil sie überhaupt nicht wissen, wer ihren Kakao produziert hat.

Mineralölbestandteile können vor allem von Verpackungen in Lebensmittel übergehen. Darauf machen Ökotest und das BfR aufmerksam. Schmieröl von Maschinen oder Druckfarbenbestandteile können demnach Ursache sein. Gesetzliche Grenzwerte gibt es für aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) und für gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH) nicht. Beide können sich jedoch im Körper anreichern; MOAH haben zudem möglicherweise erbgutverändernde und krebserzeugende Eigenschaften, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mit Verweis auf toxikologische Daten mitteilt.

Vergleich mit anderen Testergebnissen und Marktüberblick

Stiftung Warentest hat 22 Milchschokoladen unter die Lupe genommen. Davon konnten nur 15 Produkte die Tester überzeugen und das Qualitäts­urteil "gut" erreichen. Neun schnitten mit einem "befriedigend" ab, eins konnte sogar nur das Urteil "ausreichend" erzielen. Stiftung Warentest: Testsieger ist "Die Gute Schokolade". Für nur einen Euro bekommen Sie eine Schokolade, die in allen Kategorien überzeugen konnte und so das Gesamturteil gut (1,9) erreicht hat.

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Im Test der Stiftung Warentest von 22 Produkten im November 2025 erhalten zwölf Schokoladen das Qualitätsurteil „gut“ und sieben ein „befriedigend“. Lauenstein Confiserie 45% Cacao Edel-Vollmilch-Schokolade (Note 1,9), Rewe Bio Edel-Vollmilch Kakao 37%, Bio (1,9) und Valrhona Jivara 40% Cacao (2,0) schneiden am besten ab und erhalten in Bezug auf den Geschmack die Note „sehr gut“. Durchgefallen ist lediglich das Produkt iChoc Planty Classic Bio, weil in der getesteten Charge Salmonellen entdeckt wurden.

Auswahl verschiedener Schokoladenmarken

Was macht gute Schokolade aus? Kriterien und Kennzeichnung

Wie sich eine Schokolade nennen darf, hängt mit dem Kakaoanteil zusammen. Ein Produkt darf sich Schokolade nennen, wenn der Kakaoanteil bei mindestens 35 Prozent liegt, wie aus der Kakaoverordnung hervorgeht. Davon sind mindestens 18 Prozent Kakaobutter und 14 Prozent fettfreie Kakaotrockenmasse.

Bei Bitterschokoladen ist der Kakaoanteil höher. Üblicherweise hat Zartbitter- beziehungsweise Halbbitterschokolade einen Kakaoanteil von mindestens 50 Prozent, wie unter anderem die Verbraucherzentrale schreibt. Eine Schokolade darf sich dann Edelbitter nennen, wenn mindestens 40 % Edelkakao enthalten ist.

Gesundheit, Kalorien und dunkle Schokolade

"Dunkle Schokolade ist gesund!" - Diesen Satz kann man häufig lesen. Aber woran erkennt man gesunde Schokolade? Reicht es Zartbitterschokolade zu essen oder muss es noch dunkler sein? Im Ernährungskompass des Wissenschaftsjournalisten Bas Kast zählt Schokolade mit einem Kakaoanteil ab 70% zu den gesunden Lebensmitteln. Damit gehört Zartbitter-Schokolade mit einem Kakaoanteil von in der Regel 55% noch nicht zu den gesunden Schokoladen.

Bitterschokolade mit einem Kakaoanteil ab 70% hat einen vergleichbaren Kaloriengehalt wie Milchschokolade. Der Unterschied liegt in der Verteilung der Makronährstoffe. Besteht z.B. eine Milchschokolade bei 530 kcal pro 100 g hauptsächlich aus Zucker (58%), Fett (29%) und etwas Eiweiß (6%), sieht es bei einer Bitterschokolade mit einem Kakaoanteil von beispielsweise 78% schon ganz anders aus. Diese ist mit 577 kcal pro 100 g sogar noch etwas kalorienreicher. Allerdings besteht die dunkle Schokolade hauptsächlich aus gesunden Fetten (46%), Kohlenhydraten (25%) und Proteinen (10%).

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Sensorik: Vielfalt dunkler Schokolade

In der Verkostung zeigte sich, wie facettenreich dunkle Schokolade ist. Sie kann etwa leicht blumig riechen und nach Zitrone oder Orange schmecken, eine leichte Espresso-, Tabak- oder Vanillenote haben. Die Verkostung zeigte, wie facettenreich dunkle Schokolade ist.

Verkostung von dunkler Schokolade

Kaufberatung: Worauf beim Schokoladenkauf achten?

  • Achten Sie auf unabhängige Testergebnisse zu Schadstoffen, speziell zu MOSH und MOAH.
  • Schauen Sie auf Zertifikate: Bio-Siegel, Naturland, Fairtrade, Rainforest Alliance können Hinweise auf Produktionsstandards geben - aber nicht alle Zertifikate schützen vor Entwaldung oder garantieren Fairtrade-Mindestpreise.
  • Informieren Sie sich über die Transparenz der Lieferkette: Viele Hersteller legen ihre Lieferkette nicht bis zum Kakao-Bauern offen.
  • Sensorik: Am besten probieren - Geschmack ist subjektiv, Sensoriktests geben aber Hinweise auf Aroma, Geruch, Mundgefühl und Nachgeschmack.

Kurze Tabelle: Bewertungskriterien (Gewichtung bei einigen Tests)

Kriterium Gewichtung (Beispiel)
Sensorik (Geschmack, Geruch, Mundgefühl) 50%
Inhaltsstoffe (Schadstoffe, Mikroben) 50%
Transparenz, Kakaoproduktion, Nachhaltigkeit variabel / ergänzend

Praktische Hinweise für Verbraucher

Wer Tee, Kaffee und Co mit Labels wie Fairtrade oder Rainforest Alliance kauft, will Gutes tun. Wir haben vier Siegel geprüft. Wenn Sie Wert auf faire Preise und Lebensgrundlagen für Kakaobauern legen, achten Sie auf Fairtrade-Mindestpreise; die meisten Probleme auf Kakaofarmen sind mit extremer Armut verknüpft.

Rund 9 Kilogramm Schokoladenwaren isst jeder Deutsche pro Jahr. Am beliebtesten ist süße Vollmilchschokolade, auf Platz zwei folgt die dunkle Schokolade. Sie hat mehr Kakao und weniger Zucker als die hellere.

Erklärvideo zu MOSH und MOAH in Lebensmitteln

Die Hersteller reagieren unterschiedlich auf Kritik: Lindt & Sprüngli etwa teilt mit, dass Qualitäts- und Sicherheitsverfahren sicherstellen, „dass all unsere Produkte den geltenden Lebensmittelvorschriften, Sicherheitsstandards und Deklarationsvorschriften entsprechen“. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben auf die Untersuchungen von Ökotest reagiert und die Mineralölkontamination durch verschiedene Maßnahmen erheblich reduziert.

Nachhaltige Kakaofarm

Probieren geht über Studieren: Geschmackstests, die Kenntnis von Prüfberichten und der Blick auf Zertifikate helfen beim Kauf. Achten Sie auf unabhängige Laborergebnisse zu Schadstoffen und auf transparente Lieferketten, wenn Ihnen sowohl Genuss als auch Nachhaltigkeit wichtig sind.

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