Symptome von Diabetes mellitus: Formen, Anzeichen und Folgen

Diabetes mellitus, häufig auch als „Zuckerkrankheit“ bezeichnet, ist eine der am weitesten verbreiteten chronischen Stoffwechselerkrankungen der Welt. Das Hauptmerkmal ist ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie), welcher die Blutgefäße, Nerven und verschiedene Organe langfristig schädigen kann. In diesem Artikel erfahren Sie in maximaler wissenschaftlicher Tiefe und Übersichtlichkeit alles zu den Symptomen, Besonderheiten und Spätfolgen der wichtigsten Diabetesformen, zur Diagnosestellung und zu den Möglichkeiten, Diabetes rechtzeitig zu erkennen.

Infografik zu Typ-1-, Typ-2- und Schwangerschaftsdiabetes

Was ist Diabetes mellitus?

Diabetes mellitus ist ein Überbegriff für verschiedene Erkrankungen des Zuckerstoffwechsels, bei denen es zu einer gestörten Aufnahme von Glukose aus dem Blut in die Körperzellen kommt. Betroffene haben dadurch einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel, was sich langfristig schädlich auf unterschiedliche Organe auswirkt. Um Zucker aus der Nahrung als Energiequelle nutzen zu können, benötigt der Körper das Hormon Insulin. Bei Menschen mit Diabetes ist die Wirkung von Insulin vermindert und/oder die Bauchspeicheldrüse produziert zu wenig bis gar kein Insulin mehr - der Zucker verbleibt dadurch im Blut.

Das eindeutigste Symptom bei Diabetes mellitus ist ein chronisch erhöhter Blutzuckerwert. Von einem erhöhten oder hohen Blutzuckerspiegel sprechen Ärzte, wenn der Nüchtern-Blutzucker zwischen 100 und 125 mg/dl liegt (Prädiabetes). Für Diabetes mellitus sprechen Werte ab 126 mg/dl oder höher.

Diabetes-Typen: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Was alle Diabetesformen gemeinsam haben, sind dauerhaft zu hohe Blutzuckerwerte. Ursache ist ein Insulinmangel oder eine Insulinresistenz. Im Wesentlichen werden folgende Typen unterschieden:

  • Typ-1-Diabetes: Meist im Kindes- oder Jugendalter, Autoimmunerkrankung.
  • Typ-2-Diabetes: Über 90 Prozent aller Diabetesfälle, meist ab dem 40. Lebensjahr, zunehmend aber auch bei Jüngeren.
  • Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes): Tritt erstmals während einer Schwangerschaft auf.
  • Weitere Diabetesformen (Typ 3, MODY etc.): Seltener, durch genetische Defekte, Hormonstörungen oder Medikamente verursacht.
Weltdiabetes-Karte - Verbreitung und Häufigkeit
Diabetes-Typ Häufigkeit Typische Symptome Alter bei Erkrankungsbeginn Therapie
Typ-1-Diabetes 5-10% Starker Durst, Gewichtsverlust, Muskelschwäche, Müdigkeit Meist Kinder/Jugendliche Lebenslange Insulintherapie
Typ-2-Diabetes 90% Schleichend: Müdigkeit, Infekte, Sehstörungen Erwachsene, zunehmend auch Kinder Lebensstiländerung, Tabletten, ggf. Insulin
Schwangerschaftsdiabetes 7-10% der Schwangeren Unspezifisch, oft keine Beschwerden 24.-28. SSW Ernährung, Bewegung, ggf. Insulin
Weitere Formen 1-3% Abhängig von Ursache Meist Erwachsene Speziell angepasst

Hauptsymptome von Diabetes mellitus

Die Symptome bei Diabetes mellitus hängen vom Grad des Insulinmangels und dem Ausmaß der daraus resultierenden Stoffwechselveränderung ab. Bis zum Auftreten der ersten Symptome können Monate vergehen, da diese oft unspezifisch sind. Erst ab der Überschreitung eines kritischen Blutzuckerwertes wird die Erkrankung klinisch bemerkbar.

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  • Starker Durst (Polydipsie): Typisch sowohl für Typ-1- als auch Typ-2-Diabetes.
  • Häufiges Wasserlassen (Polyurie): Der Körper versucht überschüssigen Zucker über die Nieren auszuscheiden.
  • Müdigkeit und Schwäche: Trotz hoher Blutzuckerwerte gelangt die Glukose nicht in die Zellen, der Energiegewinn ist vermindert, was zu ständiger Erschöpfung führt.
  • Unerklärter Gewichtsverlust: Besonders bei Typ-1-Diabetes, weil der Körper zur Energiegewinnung Fett abbaut.
  • Heißhunger: Entsteht, weil die Zellen relativ energieleer bleiben.
  • Konzentrationsschwäche, Antriebsarmut, depressive Verstimmung: Insbesondere bei Typ-2-Diabetes im fortgeschrittenen Stadium.
  • Juckreiz und trockene Haut: Bedingt durch Flüssigkeitsverlust und gestörte Hautdurchblutung.
  • Sehstörungen: Resultierend aus schwankendem Blutzucker und Schädigung der Augenlinse.
  • Schlecht heilende Wunden & Infektanfälligkeit: Durch geschwächtes Immunsystem und Durchblutungsstörungen.

Die Symptome können unterschiedlich stark sowie einzeln oder in Kombination auftreten.

Symptome-Checkliste Diabetes mellitus

Unterschiede zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes

Typ-1-Diabetes

Typ-1-Diabetes tritt meist plötzlich im Kindes- oder Jugendalter auf, ist jedoch auch bei Erwachsenen möglich. Hierbei zerstört das Immunsystem fälschlicherweise die insulinbildenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse. Infolgedessen tritt ein absoluter Insulinmangel auf, und ohne Therapie kann der Zucker nicht mehr aus dem Blut in die Körperzellen gelangen. Die Symptome treten häufig binnen Tagen oder Wochen auf und äußern sich als:

  • Starkes Durstgefühl
  • Häufiges Wasserlassen
  • Gewichtsabnahme
  • Muskelschwäche, Müdigkeit
  • Benommenheit bis hin zum Bewusstseinsverlust

Bleibt ein Typ-1-Diabetes unbehandelt, kann es rasch zur sogenannten diabetischen Ketoazidose kommen - ein lebensbedrohlicher Zustand mit folgenden Anzeichen:

  • Starke Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen
  • Vertiefte Atmung, süßlicher Aceton-Atem
  • Mundtrockenheit, extreme Müdigkeit bis zum Koma
Typ-1-Diabetes: Anzeichen und Diagnostik

Menschen mit Typ-1-Diabetes benötigen lebenslang eine Insulintherapie.

Typ-2-Diabetes

Typ-2-Diabetes entwickelt sich meist über viele Jahre schleichend. Häufig ist der Beginn völlig unbemerkt. Die Körperzellen reagieren zunehmend schlechter auf Insulin (Insulinresistenz), sodass die Bauchspeicheldrüse immer größere Mengen an Insulin produziert, bis sie erschöpft ist. Typische Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes sind Übergewicht, mangelnde Bewegung und eine genetische Veranlagung.

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Mögliche Symptome bei Typ-2-Diabetes sind:

  • Starker Durst
  • Häufiges Wasserlassen (besonders nachts)
  • Müdigkeit, Konzentrationsschwäche
  • Gesteigerte Infektanfälligkeit (vor allem Harnwegs- und Hautinfekte)
  • Schlecht heilende Wunden
  • Sehstörungen
  • Trockene Haut, Juckreiz
  • Potenzstörungen und Libidoverlust

Die Erkrankung bleibt häufig wegen der unspezifischen und diskreten Beschwerden über Jahre unentdeckt, was das Risiko für Folgeerkrankungen deutlich erhöht.

Typischer Verlauf und Risikofaktoren Typ-2-Diabetes

Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes): Symptome und Risiken

Schwangerschaftsdiabetes ist eine Störung des Zuckerstoffwechsels, die sich erstmals während der Schwangerschaft entwickelt. Ähnlich wie bei Typ-2-Diabetes reagieren die Körperzellen schlechter auf Insulin. Fast immer ist die Stoffwechselstörung nach der Geburt wieder rückläufig. Allerdings kann sie zu kurzfristigen Komplikationen (etwa übermäßiges Wachstum des Kindes) und langfristig zu einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes führen - sowohl bei Mutter als auch Kind.

Die Symptome sind sehr unspezifisch oder fehlen häufig ganz, was eine routinemäßige Untersuchung der Blutzuckerwerte zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche nötig macht.

Schwangerschaftsdiabetes: Früherkennung und Spätfolgen

Seltener Diabetesformen (Typ 3 und weitere)

Neben den Hauptformen existieren auch seltene Diabetesformen wie MODY („Maturity Onset Diabetes of the Young“), Diabetes infolge von Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, hormonellen Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme. Die Symptome ähneln meist Typ-2-Diabetes und sind abhängig von der Primärerkrankung.

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Diagnostik: Wie wird Diabetes festgestellt?

  • Mehrfache Bestimmung des Nüchternblutzuckers
  • Oraler Glukosetoleranztest (oGTT)
  • Bestimmung des HbA1c-Wertes (Langzeitblutzucker)
  • Zucker im Urin (Glukosurie)

Erhöhte Werte sind stets Anlass, weitere Untersuchungen durch den Hausarzt oder Diabetologen durchführen zu lassen.

Schema: Diagnosekriterien Diabetes mellitus

Folgeerkrankungen durch Diabetes mellitus

Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte schädigen der Reihe nach Blutgefäße, Nerven und Organe. Oft macht sich ein Diabetes mellitus erst durch Komplikationen bemerkbar, etwa langfristige Funktionsstörungen des Herz-Kreislaufsystems, der Nieren, der Augen oder durch schlecht heilende Fußwunden („diabetisches Fußsyndrom“).

  • Augen (Retinopathie): Erhöhtes Risiko für Blindheit durch Netzhautschäden.
  • Nieren (Nephropathie): Kann zu Nierenversagen und Dialysepflicht führen.
  • Nerven (Polyneuropathie): Kribbeln, Taubheit, Schmerzen, Verdauungsstörungen.
  • Herz & Gefäße: Erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, pAVK.
  • Diabetischer Fuß: Durch Durchblutungs- und Nervenstörungen, führt zu chronischen Wunden.
  • Psyche: Erhöhtes Risiko für Depressionen und psychische Belastung.
Spätfolgen von Diabetes mellitus: Organe, Nervenschäden, Blutgefäße

Wie kann man Diabetes vorbeugen?

  • Ausgewogene Ernährung (viel Gemüse, wenig Zucker und einfache Kohlenhydrate)
  • Regelmäßige Bewegung (Kraft- und Ausdauertraining)
  • Normalgewicht anstreben bzw. Gewichtsreduktion bei Übergewicht
  • Verzicht auf Rauchen und zu viel Alkohol
  • Regelmäßige Kontrollen bei Risikofaktoren (familiäre Belastung, Übergewicht, Bluthochdruck)

Typische Fragen & Selbsttest zum Diabetes-Risiko

Verschiedene Symptome können auf Diabetes hinweisen - darunter starker Durst, häufiges Wasserlassen, Heißhunger, Abgeschlagenheit und Sehstörungen. Der Selbsttest bewertet Lebensgewohnheiten und Familiengeschichte, um Ihr individuelles Risiko zu ermitteln. Eine erste Einschätzung kann aufzeigen, ob eine ärztliche Untersuchung sinnvoll ist, ersetzt diese aber nicht.

Diabetes-Risiko erkennen: Symptome, Risikofaktoren, Selbsttest

Zusammenfassung der Symptome nach Diabetes-Typ

Symptom Typ-1-Diabetes Typ-2-Diabetes Schwangerschaftsdiabetes Weitere Formen
Starker Durst + + (+) +/-
Häufiges Wasserlassen + + (+) +/-
Müdigkeit, Schwäche + + (+) +/-
Gewichtsverlust + (+) - +/-
Sehstörungen + + - +/-
Infektanfälligkeit + + - +/-

Mit frühzeitiger Therapie ist die Prognose meist günstig. Behalten Betroffene mit Diabetes mellitus die Blutzuckerwerte im Blick und achten auf eine besonders gesunde Lebensweise, können viele Folgeschäden vermieden werden.

Handlungsplan für Betroffene mit Diabetes-Symptomen

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