Die besten Elisenlebkuchen im Thermomix: ein ausführliches Rezept und Praxistipps

Echte Nürnberger Elisenlebkuchen sind die einzige Lebkuchensorte, bei der das Mehl optional ist.

Die deutschen Leitsätze für Feine Backwaren erlauben den Namen „Elisenlebkuchen“ nur, wenn der Anteil an Mandeln, Haselnüssen und Walnüssen mindestens 25 Prozent vom Gesamtgewicht beträgt und maximal zehn Prozent Getreidemehl im Teig stecken.

In unserem Rezept sind es 450 Gramm Mandeln und Haselnüsse auf 160 Gramm Zucker, und wir nutzen gar kein Mehl.

In unserem Rezept liegt der Nussanteil bei rund 50 Prozent, also weit oberhalb der Pflicht.

Das ist nicht zufällig.

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Warum Elisen ohne Mehl so saftig werden

Mandeln und Haselnüsse binden Feuchtigkeit anders als Mehl.

Sie geben beim Backen Öl ab, das den Lebkuchen von innen heraus saftig hält, während die Eiweißstruktur aus aufgeschlagenen Eiern für die luftige Krume sorgt.

Wer hier mit gemahlenen Mandeln aus der Tüte arbeitet, bekommt ein flacheres Ergebnis.

Infografik: Wirkung von Mandeln vs. Mehl auf Lebkuchenstruktur

Arbeitsaufwand und Mahlen im Thermomix - der richtige Rhythmus

Konkret arbeiten wir in zwei Mahldurchgängen.

Erst gehen 50 Gramm Mandeln zusammen mit 100 Gramm Orangeat in den Mixtopf, 10 Sekunden auf Stufe 8.

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Das Orangeat würde solo am Messer hängen bleiben, mit den Mandeln zerlegt es sich zu kleinen, gleichmäßigen Stücken.

Genauso machen wir es mit den nächsten 50 Gramm Mandeln und 100 Gramm Zitronat.

Die restlichen 200 Gramm Mandeln und 150 Gramm Haselnüsse mahlen wir in einem dritten Durchgang 8 Sekunden auf Stufe 7, weil wir hier nicht zu fein wollen.

Würzen und Aromen

Wir würzen mit 1 1/2 TL Zimt und 1/2 TL Lebkuchengewürz.

Das Lebkuchengewürz lässt sich gut selbst mischen, unsere Mischung haben wir im Rezept Lebkuchengewürz aus dem Thermomix beschrieben.

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Frisch gebacken sind sie noch etwas trocken am Rand, durchgezogen werden sie weich, aromatisch und schmecken nach Orangeat, Honig und der typischen Lebkuchengewürzmischung.

Das wichtigste: der perfekte Eischnee

Im Originalrezept werden 4 Eier, 160 Gramm Rohrzucker und 20 Gramm Honig 3 Minuten auf Stufe 4 aufgeschlagen.

Das ist die wichtigste Stelle des gesamten Rezepts.

Wer hier ungeduldig wird und nach 90 Sekunden abbricht, bekommt einen flachen Lebkuchen mit feuchter Mitte.

Die Masse muss richtig schaumig werden, fast wie ein Biskuit.

Beim Anheben des Mixtopfdeckels sollte sich eine cremige, hellgelbe Masse zeigen, die vom Spatel langsam in Bändern abfließt.

Wer einen Schmetterling-Aufsatz hat, bekommt das Volumen noch besser hin, weil die Luftbläschen feiner verteilt werden.

Teig fertigstellen und schonend verrühren

Erst danach kommen die gemahlenen Nüsse, die zerkleinerten Kandierten und die Gewürze dazu.

Die Mischung wird 40 Sekunden auf Stufe 5 verrührt.

Mehr nicht.

Wer hier weiter rührt, schlägt die Luft aus dem Eischaum heraus und bekommt einen kompakten, harten Lebkuchen.

Wir achten darauf, dass die Masse gerade homogen ist und stoppen sofort.

Die Masse ist relativ feucht, weil viel Ei und kein Mehl drin ist.

Formen, Dressieren und Backen

Auf Backoblaten mit 70 Millimeter Durchmesser passt etwa ein gehäufter Esslöffel Teig pro Stück.

Wir streichen ihn mit einem nassen Spatel zu einer Kuppel, die in der Mitte gut einen Zentimeter hoch ist und am Rand etwas dünner ausläuft.

Der Teig fließt beim Backen leicht, also lieber etwas zu hoch dressieren als zu flach.

Wer eine Lebkuchenglocke * nutzt, hat es einfacher mit gleichmäßigen Größen. Pflicht ist sie nicht.

Bei 160 °C Ober- und Unterhitze brauchen die Elisen rund 25 Minuten.

Bei Umluft reichen 140 °C.

Wer einen heißen Backofen hat, sollte nach 20 Minuten anfangen zu prüfen.

Die Oberfläche darf goldbraun werden, in der Mitte sollte sie auf leichten Druck noch ganz minimal nachgeben.

Wenn sich der Lebkuchen hart anfühlt, war er zu lange drin und wird trocken.

Schema: Backzeiten und Temperaturvergleich Ober-/Unterhitze vs. Umluft

Glasurvarianten

Direkt nach dem Backen sind die Lebkuchen außen leicht knusprig und innen schon weich.

Sie schmecken jetzt noch nicht optimal.

Wir lassen sie auf einem Gitter komplett auskühlen und ziehen sie dann mit einer von zwei Glasuren auf.

Für die Schokovariante schmelzen wir 150 Gramm Zartbitterkuvertüre 4 Minuten / 50 °C / Stufe 1 im sauberen Mixtopf und tauchen die Oberseiten ein, kurz abtropfen lassen, auf dem Gitter trocknen.

Für Zuckerguss verrühren wir 150 Gramm Puderzucker mit etwas Zitronensaft, bis die Glasur dickflüssig vom Löffel reißt, und pinseln sie auf.

Beide Varianten haben Tradition.

Video: Glasieren und Finish der Elisenlebkuchen im Thermomix

Fehler, die wir gelernt haben - und wie man sie vermeidet

  1. Zu warmen Eierschaum. Wenn der Mixtopf vom Vorgang noch warm ist, schlägt der Schaum nicht voll auf. Wir wischen den Mixtopf vor dem Aufschlagen kurz mit kaltem Wasser aus.

  2. Zu dünn aufgetragene Masse. Auf der Oblate sieht ein flacher Klecks erstmal aus wie genug Teig, beim Backen wird er aber zur Scheibe und trocknet aus. Lieber kuppelförmig dressieren.

  3. Zu früh probieren. Frisch gebackene Elisenlebkuchen schmecken brav, aber nicht großartig. Erst nach mindestens einer Woche im verschlossenen Blech entwickelt sich das Aroma.

Aufbewahrung, Reifezeit und Haltbarkeit

Bei uns laufen die Elisen ab Anfang November in Schichten durch den Backofen, weil sie nach drei Wochen in der Blechdose erst richtig gut werden.

Wir bewahren sie in einer Blechdose mit Pergamentpapier zwischen den Lagen auf.

Frischhaltedose aus Plastik macht sie nach ein paar Tagen klebrig, weil Restfeuchte nicht entweicht.

Ein Apfelschnitz oben drauf hält die Lebkuchen weich, falls sie doch mal zu trocken werden sollten.

So halten sie problemlos vier bis sechs Wochen, und wir backen die ersten Bleche bewusst Anfang November, damit sie zum dritten Advent ihre beste Phase erreichen.

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