Wicklein Burggraf Lebkuchen: Geschichte und Herstellung einer Nürnberger Tradition
Seit Jahrhunderten ist Nürnberg eng mit Lebkuchen verbunden. Hier liegen die Wurzeln des Original Nürnberger Lebkuchens - und hier schlägt bis heute das Herz unserer Backtradition.
Unsere Geschichte begann in einer Zeit, als Nürnberg dank seiner zentralen Lage ein bedeutendes Zentrum des internationalen Gewürzhandels war. Kostbare Gewürze und Honig aus den umliegenden Reichswäldern schufen ideale Voraussetzungen für die Herstellung feiner Nürnberger Lebkuchen.
Bereits damals legte die sogenannte „Lebküchner-Ordnung“ verbindliche Qualitätsstandards für das traditionelle Handwerk fest. Diese Verbindung aus Herkunft, Handwerkskunst und Qualität prägt Wicklein bis heute.
Frühe Wurzeln und Meisterrecht
1643 erhielt der aus Auerbach stammende Johann Jäckel das Meisterrecht. Es war damals die entscheidende Voraussetzung, um sein Handwerk selbstständig auszuüben und eine eigene Backstube zu führen.
Ein Jahr später setzte er diesen Schritt in die Tat um. 28 Jahre danach zog sein Sohn Hans nach Nürnberg und heiratete Barbara Nußberger aus einer alteingesessenen Lebküchnerfamilie.
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Die traditionsreiche Lebküchnerei bleibt in Familienhand und erhält zugleich den Namen, der bis heute für Nürnberger Lebkuchentradition steht. Durch diese Eheschließung übernimmt Jäckel den seit 1611 bestehenden Betrieb der Mairs.
Von Jäckel zu Wicklein
Nach dem Tod seines Schwiegervaters übernimmt Gottfried Wicklein bereits 1915 die Verantwortung für die Lebküchnerei. Trotz Kriegswirtschaft und der Zerstörung der Fabrik im Zweiten Weltkrieg hält er am Unternehmen fest und baut es nach 1945 mit viel Tatkraft wieder auf.
Die Tochter des Letztgenannten, Gunda Jäckel (1889-1953), war mit Lebkuchenfabrikant Gottfried Wicklein verheiratet und führte die Firma von Heinrich Jäckel fort.
Aus dieser Ehe ging der Sohn Karl Wicklein hervor der den Betrieb als Nachfolger mit Christa Walter (geb. Wicklein) leitete. Nach dem Tod Karls war Christa Walter alleinige Firmenchefin.
Deren Sohn, Ernst-August Walter, führte das Unternehmen von 1972-1988, gemeinsam mit seiner Schwester Christa Eder (geb. Walter) die seit 1979 in der Lebkuchenfabrik tätig war.
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Die Familien Wicklein und Walter bauten die im Zweiten Weltkrieg zerstörten Fabrikanlagen in der Bucher Straße wieder auf und konnten trotz des in der Nähe gelegenen Konkurrenten Schöller (Lebkuchen-Produktion ab 1957) weiter bestehen.
Marke, Modernisierung und Wachstum
Seit 1615 ein Stück Nürnberg zum Zelebrieren Seit über 400 Jahren verbinden wir Original Nürnberger Lebkuchen, echtes Handwerk und neue Ideen - mit einer klaren Haltung zu Qualität, Herkunft und verantwortungsbewusstem Wirtschaften.
Wicklein has been baking in Nürnberg since 1615, combining traditional gingerbread craftsmanship with fresh ideas. The brand is closely connected with Original Nuremberg gingerbread and the flavour of the city.
Unter der Leitung von Karl Wicklein und seiner Schwester Christa Walter wird die Produktion ausgebaut und modernisiert. Neue Backstraßen und zusätzliche Saisonkräfte schaffen die Grundlage für weiteres Wachstum.
Nach Karls frühem Tod führt Christa das Werk weiter und übergibt es später an ihren Sohn Ernst August. Mit seinem Ausscheiden endet 1988 die Zeit als familiengeführtes Unternehmen - das Traditionsverständnis bleibt jedoch erhalten.
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Die Lebkuchen- und Zuckerwarenfabrik Gottfried Wicklein wurde 1988 vom Mitbewerber E.
Wicklein-Lebkuchen werden noch heute unter dem traditionsreichen Markennamen verkauft. Viele Nürnberger Traditionsfirmen aus der Lebkuchen- und Spielwarenindustrie, wurden in jüngerer Vergangenheit von den "Großen" geschluckt oder existieren überhaupt nicht mehr.
Nürnberg - Herkunft, Schutz und Erleben
Nürnberg - Heimat des Original Nürnberger Lebkuchens Das Zuhause von Wicklein Seit Jahrhunderten ist Nürnberg eng mit Lebkuchen verbunden. Hier liegen die Wurzeln des Original Nürnberger Lebkuchens - und hier schlägt bis heute das Herz unserer Backtradition.
Nürnberg ist seit Jahrhunderten die Heimat des Original Nürnberger Lebkuchens - und das aus gutem Grund: Über bedeutende Handelswege gelangten kostbare Gewürze wie Zimt, Nelken und Kardamom in die Stadt.
Den Honig lieferten die Zeidler aus dem Nürnberger Reichswald - mittelalterliche Waldimker, die dort Bienenvölker hielten und Honig gewannen. So entstand eine einzigartige Lebkuchentradition, die wir bei Wicklein bis heute mit Leidenschaft bewahren.
Geschützte Herkunft Nur Lebkuchen, die im Stadtgebiet Nürnberg hergestellt werden, dürfen die geschützte Bezeichnung „Nürnberger Lebkuchen“ tragen. Seit 1996 ist diese besondere Herkunft europaweit als geschützte geografische Angabe - kurz g.g.A. - anerkannt.
Für uns bei Wicklein ist das mehr als ein Siegel: Es ist ein Herkunftsversprechen und eine Nürnberger Tradition, die wir mit Sorgfalt bewahren und immer wieder neu zelebrieren.
Tradition zum Erleben Mitten am Nürnberger Hauptmarkt befindet sich unsere Wicklein Lebküchnerei. Hier kannst du frisch gebackene Original Nürnberger Lebkuchen genießen, ausgewählte Spezialitäten entdecken und bei Workshops selbst kreativ werden.
So bringen wir die Nürnberger Lebkuchentradition an einen Ort, an dem Handwerk, Genuss und die besondere Atmosphäre unserer Heimat zusammenkommen.
Vom Ursprung in Unfinden bis zur Fabrik in Nürnberg
Wo liegt der Ursprung der Wicklein-Lebkuchen? In Nürnberg natürlich. Richtig, aber nicht nur. Denn seine ersten Lebkuchen verkaufte Gottfried Wicklein, der der Firma seinen Namen gab, Anfang des 20. Jahrhunderts im Dorf Unfinden in den Haßbergen.
So erfährt man es in Georg Magirius‘ Buch „Frankenliebe. 33 Orte zum Staunen und Verweilen“. Seine Bäckerei war dort, wo heute das Gasthaus Schwarzer Adler Wein aus eigenem Anbau ausschenkt.
Nur wenige Schritte entfernt haben Unfindener vor wenigen Jahren das alte Brauhaus reanimiert. Und zwar zur Pflege von Vielfalt und Geschmack.
Auf solche Tugenden kam es auch Bäcker Wicklein an. Er hatte das Handwerk des Lebküchners in Mainbernheim bei Kitzingen gelernt.
Die Lebküchnerei erweiterte er dort zur Fabrik, die zeitweise 700 Mitarbeiter beschäftigte. Hervorragende Qualität sei ihm wichtig gewesen, erinnert sich seine Großnichte Christa Fritsch aus Unfinden im Gespräch mit der Main Post.
Sie selbst habe zeitweise in der Fabrik in Nürnberg gearbeitet. Alles sei noch ohne Maschinen hergestellt worden.
Ihr Großonkel habe nur ausgezeichneten Honig und beste Mandeln verwendet, den Teig selbst kontrolliert. Unfinden ist einer von 33 staunenswerten Orten, die Georg Magirius im Buch “Frankenliebe” porträtiert.
Er hat es im Würzburger Echter Verlag veröffentlicht. Es hat 156 Seiten, außerdem viele farbige Abbildungen, kostet 12 Euro und liegt in der 2. Auflage vor. Thomas Häußner hat es lektoriert. Die ISBN-Nummer lautet 978-3-429-05437-3.
Internationalisierung und Erlebnis
Von Nürnberg in die Welt In den vergangenen Jahren haben wir uns kontinuierlich weiterentwickelt - mit innovativen, vielfach ausgezeichneten Produkten, cleveren Verpackungslösungen und attraktiven Präsentationen im Lebensmitteleinzelhandel.
Gleichzeitig sind wir Schritt für Schritt über unsere Heimat Nürnberg hinausgewachsen und heute auch auf internationalen Märkten wie Japan, im Mittleren Osten und in den USA vertreten.
Dabei verbinden wir unsere Nürnberger Lebkuchentradition mit neuen Ideen und bleiben unseren Wurzeln stets treu. Die Lebküchnerei öffnet ihre Türen Mit der Eröffnung unserer Lebküchnerei am Nürnberger Hauptmarkt haben wir einen besonderen Ort für Wicklein geschaffen.
Im weltweit größten Lebkuchenfachgeschäft mit angeschlossener Backstube treffen Original Nürnberger Lebkuchen, traditionelles Handwerk und die besondere Atmosphäre unserer Heimat aufeinander.
Hier können Besucherinnen und Besucher unsere Spezialitäten entdecken, frisch gebackene Lebkuchen genießen und bei Workshops selbst kreativ werden.
Nachhaltigkeit und Verantwortung
Verantwortung, die weitergeht Als erster Lebkuchenhersteller wurden wir 2023 mit dem ZNU-Zertifikat „Nachhaltiger Wirtschaften“ ausgezeichnet - ein wichtiger Meilenstein auf unserem Weg zu mehr Nachhaltigkeit.
Darüber hinaus engagiert sich unsere Firmengruppe für zahlreiche soziale, gesellschaftliche und kulturelle Projekte in der Region. Auch durch besondere Partnerschaften entstehen immer wieder neue Genussideen: Gemeinsam mit regionalen Partnern haben wir beispielsweise das erste Elisen-Lebkuchenbier gebraut, verfeinert mit unserem Wicklein Elisen-Gewürz.
So entwickeln wir unsere traditionsreiche Marke mit Verantwortung, starken Verbindungen und neuen Ideen weiter. Unser nachhaltiges Wirtschaften entwickeln wir kontinuierlich weiter: von verantwortungsvoll ausgewählten Zutaten über effizientere Technologien bis hin zu fairen Standards für Mitarbeitende und Partner entlang der Lieferkette.
Dazu fördern wir entsprechende Maßnahmen für unsere Beschäftigten und setzen auf innovative, effiziente Technologien, um unseren CO2-Fußabdruck kontinuierlich zu optimieren.
Die 2015 von allen UN-Mitgliedsstaaten einstimmig verabschiedete "Agenda 2030" enthält 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die so genannten "Sustainable Development Goals".
Diese SDGs definieren eine ganzheitlich nachhaltige Entwicklung, die es idealerweise nach und nach zu realisieren gilt. Die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie bildet den gesetzlichen Rahmen, um die "Agenda 2030" und die SDGs hierzulande umzusetzen.
Selbstverständlich werden von uns alle entsprechenden Gesetze und internationalen Verhaltensstandards strengstens eingehalten. Regelmäßige Zertifizierung Unser Unternehmen ist seit dem Jahr 2023 nach dem staatlich anerkannten "ZNU-Standard nachhaltiger Wirtschaften" zertifiziert.
Dieser ist deutschlandweit der erste praxiserprobte und umgesetzte Standard für nachhaltiges Wirtschaften, der alle drei Dimensionen Umwelt, Wirtschaft und Soziales integriert und die Entwicklung eines integrierten Managementsystems zum nachhaltigeren Wirtschaften fordert und fördert.
Mit diesem und weiteren Zertifikaten wird unsere kontinuierliche Nachhaltigkeits-Strategie auch offiziell anerkannt. Sie wird zudem jedes Jahr aufs Neue von unabhängigen Experten in umfangreichen Audits überprüft und von uns weiterentwickelt.
Fairtrade-Kakao aus Überzeugung Seit 2019 verwenden wir ausschließlich Fairtrade-zertifizierten Kakao und gehörten damit zu den Vorreitern der Süßwarenbranche.
Regelmäßig machen wir uns vor Ort ein Bild von den Anbaubedingungen und dem Alltag der Kakaobäuerinnen und Kakaobauern. Garantierte Mindestpreise, klare Vorgaben gegen ausbeuterische Kinderarbeit und ein verantwortungsvoller Anbau sind für uns wichtige Schritte hin zu mehr Fairness im Kakaoanbau.
So tragen wir dazu bei, den Anteil von Fairtrade-Kakao in Deutschland weiter zu erhöhen. Aufforstung von Zimtbaumwäldern Zimt aus der Rinde des Cassia-Baumes ist der Hauptbestandteil unserer traditionellen Gewürzmischungen.
Mit unserer Patenschaft auf Sumatra fördern wir seit 2025 die Neuanpflanzung von Zimtbäumen: Die 4000 Bäume jährlich kompensieren mehr als unseren eigenen Verbrauch. Bislang haben wir 8000 Setzlinge gepflanzt, bis 2030 sollen es 24.000 sein.
Schulungen und Anbautrainings für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Anbauflächen sind ein weiteres Element des Projekts. Damit unterstützen wir die kleinbäuerliche Landwirtschaft und fördern Einkommensquellen für Familien vor Ort.
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