Marzipan: Duden-Bedeutung, Genus, Deklination und umstrittene Herkunft
Marzipan (das, auch der, [ˈmartsipaːn] oder [martsiˈpaːn][1]) ist eine Süßware aus gemahlenen Mandeln, Zucker und - je nach Herkunft - beigefügten Aromastoffen. Die aus blanchierten und geschälten Mandeln und Zucker hergestellte Masse wird als Marzipanrohmasse bezeichnet; das Verhältnis von Rohmasse und weiterem zugesetzten Zucker bestimmt die Qualität des Marzipans. Die Herkunft des Wortes Marzipan ist umstritten.[2]
Im Deutschen gibt es eine ganze Reihe an Substantiven mit schwankendem Genus. Daneben finden Sie die als richtig geltenden Artikelformen, wobei die erstgenannte Form die von uns empfohlene darstellt. Die angegebenen Genitiv- und Pluralformen beziehen sich, soweit nicht anders angegeben, ebenfalls auf die erstgenannte Variante. „Marzipan“ ist neutral. Der Artikel lautet „das Marzipan“. „Marzipan“ wird stark dekliniert. Die Endungen sind s/s/i.
Die wichtigsten Formen von „Marzipan“ sind: Genitiv Singular „Marzipans“ und Nominativ Plural „Marzipan(i)(s)“. Das Substantiv „Marzipan“ wird in allen vier Fällen (Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ) dekliniert. Die Deklination umfasst die Formen im Singular und Plural und zeigt, wie sich das Wort je nach Kasus verändert. „Marzipan“ gehört zum Wortschatz auf C2-Niveau. Gerade auch für Deutsch-lernende ist die korrekte Deklination des Wortes Marzipan entscheidend.
Bedeutung und Qualitätskriterien
Marzipan wird in vielen Formen und als Zutat vieler Produkte angeboten, wie Marzipanfrüchte, Marzipanbrot, Mozartkugeln und Dominosteine. In Bäckerei und Konditorei finden sich vielfältige Artikel, wie Mandelhörnchen, Marzipanschnecken oder Pralinen mit unterschiedlichen Füllungen. Marzipan besitzt einen sehr hohen physiologischen Brennwert. Das Aroma von Marzipan ergibt sich zum größten Teil aus Aromen der verwendeten Mandeln bzw. deren Röstaromen.
Die Herstellung von verkaufsfertigem Marzipan aus Marzipanrohmasse erfolgt nach deutschem Lebensmittelrecht durch Ankneten mit Puderzucker im Verhältnis von maximal 1:1 (Qualitätsstufe 50/50). Die Marzipanqualität ist umso höher, je niedriger der Zuckergehalt ist. Es wird hierbei oftmals das Enzym Invertase eingearbeitet.
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Herstellungsschritte
- Auslese der Mandeln, Reinigung und Schälung.
- Mischen und Reiben. Zuerst werden die Mandeln mit dem Zuckeranteil grob zerrieben, dann zwischen Porzellanwalzen fein gewalzt.
- Abrösten.
- Abkühlen und Verpacken.
Die (optionale) Zugabe von Invertzuckersirup vor dem Abrösten bewirkt eine leichte Karamelisierung.
Herkunft des Wortes „Marzipan“
Sicher ist nur, dass das Wort im 16. Jahrhundert aus dem italienischen marzapane entlehnt wurde. Die Bezeichnung Marzipan leitet sich von der ital. Bezeichnung marzapane ab, womit eigentlich die Schachteln bezeichnet wurden, in denen das Marzipan aus Venedig nach Deutschland kam. In Venedig wurde es im 13. Jahrhundert als Marzapane erwähnt. Eine volksetymologische Umdeutung ist »marci panis«, das Markusbrot.
Zur weiteren Etymologie gab und gibt es zahlreiche Spekulationen und Hypothesen, darunter Herleitungen aus dem lateinischen Marci panis („Markusbrot“), dem persischen marzbān oder märzäpan („Markgraf“, vgl. auch Marzban) oder dem griechischen maza oder massa („Mehlbrei“). Einer 1904 publizierten Theorie zufolge leitet sich marzapane aus dem venezianischen matapan ab, einer venezianischen Münze, die erstmals 1193 geprägt wurde. Ihre Bezeichnung soll sich vom arabischen mautaban nach dem Verb wataba („stillsitzen“) ableiten, was „einer, der seinen Platz nicht verlässt“ bedeutet.
Diese Theorie stützt sich auf das nur in einer einzigen syrischen Quelle überlieferte nachklassisch-lateinische Wort marzapanus, das dort eine Zehntsteuer bezeichnet. Auf der Insel Zypern habe es demnach ganz speziell eine Schachtel bezeichnet, die den zehnten Teil eines Malters (altes Getreidemaß) beinhaltete. Einer anderen Theorie zufolge leitet sich marzapane vielmehr letztlich von der birmanischen Stadt Martaban ab, die für dort hergestellte Keramiktöpfe bekannt war und ist, in denen verschiedene Gewürzwaren und Süßigkeiten aufbewahrt und verkauft wurden.
Kulturgeschichte und Verbreitung
Kulturhistoriker sind sich weitgehend einig, dass Marzipan seinen Ursprung im Orient hat, auch wenn es einer lokalen Legende nach 1407 in Lübeck entstanden sein soll. Gleiches wird jedoch unter anderem auch 1409 aus Königsberg berichtet. Marzipan wurde vermutlich zuerst in Persien, dem heutigen Iran, hergestellt. Es kam im Mittelalter mit den Arabern nach Europa, durch Spanien, wo es eigentlich erst populär wurde. Das „Mazapán de Toledo“ ist noch eines der bekanntesten weltweit.
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Im 14. Jahrhundert war Marzipan beim gehobenen europäischen Adel als Konfekt sehr beliebt. Laut Mercks Warenlexikon von 1920 findet sich die Bezeichnung Marzipan in Lübecker Zunftrollen um 1530.[4] „Als die Rübenzuckerproduktion in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die entsprechende Rohstoffbasis bot, begann die Verbürgerlichung des Marzipans. 1806 gründeten unabhängig voneinander zwei Konditoren die ersten Marzipanmanufakturen im deutschsprachigen Raum: In Reval (estn. Tallinn/Estland) der Schweizer Konditor Lorenz Caviezel und in Lübeck Johann Georg Niederegger. Es besteht zwischen Lübeck und Tallinn Uneinigkeit darüber, auf wen genau die Erst-Einführung des Marzipans in ihren Städten zurückgeht.
Regionale Stile und geschützte Bezeichnungen
„Lübecker Edelmarzipan“ ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung (g. g. A.) und darf nur von Marzipanerzeugnissen getragen werden, die in Lübeck oder bestimmten Orten in der Umgebung hergestellt wurden. „Königsberger Marzipan“ ist lediglich eine Gattungsbezeichnung. Es darf überall hergestellt werden. Typisch ist das Abflämmen der Oberfläche; daher weist es einen charakteristischen gelblich-bräunlichen Farbton auf.
Neben deutschem Marzipan spielt international auch französisches Marzipan (le massepain), das etwas anders hergestellt wird, eine wichtige Rolle. In Frankreich wird zur Herstellung Zuckersirup verwendet, der zusammen mit zerstoßenen Mandeln erhitzt wird, bis eine zähflüssige Masse entsteht. Turrón aus Xixona: Spanische Verwandte des Marzipans und Nougats (nicht zu verwechseln mit dem Turrón aus Alicante). Mazapán mexicano: Mazapán de la Rosa ist eine ikonische mexikanische Süßigkeit, die in den 1940er Jahren von Don Jesús Michel González in Guadalajara entwickelt wurde.
Linguistische Hinweise und Duden-Praxis
Jedes Wort hat seine Geschichte - und darüber geben die etymologischen Angaben Auskunft. Bei allen deutschen Grundwörtern werden die mittelhochdeutschen wie auch die althochdeutschen Formen angeführt, wenn sie belegt sind. Bei den etymologischen Angaben zu Lehn- und Fremdwörtern werden bedeutungsgleiche Entlehnungen in anderen Sprachen durch das Zeichen < verbunden, z. B.: „Butter ... Gehört die Wurzel eines Wortes einer anderen Wortart an, steht die Präposition „zu", z. B.: „basieren ... Durch den Bindestrich zwischen den Herkunftsangaben wird gezeigt, dass das Wort über die angegebenen Sprachen zu uns gekommen ist, z. B. Steht dabei eine Sprachbezeichnung in runden Klammern, so heißt das, dass dieser Sprache, zumindest für bestimmte Bedeutungen oder Verwendungsweisen des betreffenden Wortes, wahrscheinlich eine bestimmte Mittlerrolle bei der Entlehnung zukommt, z. B. Durch das Semikolon zwischen den Herkunftsangaben wird deutlich gemacht, dass es sich um eine künstliche Zusammensetzung aus Wortelementen der angegebenen Sprachen handelt, z. B. Zusammengesetzte Wörter erhalten nur dann etymologische Angaben, wenn ein oder mehrere Wortteile als solche nicht im Wörterbuch vorkommen (z. B. Manuskript) oder wenn sie durch ihre sprachgeschichtliche Entwicklung hindurch stets als Einheit interpretiert wurden (z. B. Maulwurf). Auch wenn die Kompositumbildung eine besondere semantische Qualität aufweist, werden die etymologischen Angaben angeführt (z. B.
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Deklination: tabellarische Übersicht
Die Marzipan Deklination online als Deklinationstabelle mit allen Formen im Singular (Einzahl) und im Plural (Mehrzahl) und in allen vier Fällen Nominativ (auch 1. Fall, Wer-Fall), Genitiv (auch 2. Fall, Wes-Fall, Wessen-Fall), Dativ (auch 3. Fall, Wem-Fall) und Akkusativ (auch 4. Fall, Wen-Fall) übersichtlich als Tabelle dargestellt. Die Beugung bzw. Deklination des Nomens Marzipan ist somit eine Hilfestellung für Hausaufgaben, Prüfungen, Klausuren, für den Deutschuntericht der Schule, zum Deutsch Lernen, für das Studium, Deutsch als Fremdsprache (DaZ), Deutsch als Zweitsprache (DaZ) und für die Erwachsenenbildung.
| Kasus | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | das Marzipan | die Marzipan(i)(s) |
| Genitiv | des Marzipans | der Marzipan(i)(s) |
| Dativ | dem Marzipan | den Marzipan(i)(s) |
| Akkusativ | das Marzipan | die Marzipan(i)(s) |
Verwandte Produkte und Ersatzmassen
Persipan ist marzipanähnlich und wird aus Pfirsich- und Aprikosenkernen hergestellt. Es wird hauptsächlich als Füllung für gebackene Produkte, jedoch nicht in Pralinen verwendet. Grünes Marzipan wird mit 4 bis 8 % Pistazien hergestellt. Resipan war in der DDR ein ab 1985 hergestelltes Persipan, bei dem Maisgrieß mit Zucker und Aroma verarbeitet wurde. Ermapan: war in der DDR eine ab 1961 hergestellte marzipanähnliche Rohmasse. Sie wurde im VEB Elbflorenz Dresden entwickelt und hergestellt.
Marzipan in Medien und Literatur
Marzipan - Süße Versuchung. Dokumentarfilm, Deutschland, 2011, 43:30 Min., Buch und Regie: Andreas Gräfenstein, Produktion: NDR, arte, Reihe: Kulinarische Genüsse, Erstsendung: 8. Das Brot des Marcus - Eine kleine Kulturgeschichte des Marzipans. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, aufgerufen am 16. Torkild Hinrichsen: Marzipan, Das Brot der Engel. Nathalie Klüver: Niederegger. Süßes aus Liebe. 1 2 Ilka Stitz: Marzipan. Eine orientalische Köstlichkeit. In: HistoJournal.
↑ A. Kluyver: Marzipan. In: Zeitschrift für deutsche Wortforschung 6, 1904. S. ↑ Marzipan (Memento vom 7. August 2016 im Internet Archive). In: Adolf Beythien, Ernst Dressler (Hrsg.): Merck’s Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe. 7. Aufl. Gloeckner, Leipzig 1920. ↑ Hannsferdinand Döbler: Kultur- und Sittengeschichte der Welt. Kochkünste und Tafelfreuden. Bertelsmann Verlag, Gütersloh 1972, S. ↑ Alan Davidson: The Oxford Companion to Food. 2. Auflage. ↑ Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie, Garching (Hrsg.): Lebensmitteltabelle für die Praxis. Der kleine Souci · Fachmann · Kraut. 4. Auflage. ↑ Alyson E. Mitchell: Beyond benzaldehyde: The chemistry of raw, roasted and rancid almonds. In: Abstracts of Papers, 253rd ACS National Meeting & Exposition, San Francisco, CA, United States, April 2-6, 2017. ↑ Friedrich Holtz u. a.: Lehrbuch der Konditorei. 5. Auflage. ↑ Deutsches Lebensmittelbuch, Leitsätze für Ölsamen und daraus hergestellte Massen und Süßwaren vom 4. Februar 2010, Abschnitt II B, Nr. ↑ Dagmar Hossfeld: Ideen für neue Gaumenfreuden, in Berliner Zeitung, Nr. 144, 22. Juni 1985, S. ↑ Pet: Würzige und süße Genüsse für das II. Quartal, in Berliner Zeitung, Nr. 61, 13. März 1953, S. ↑ NZ: Neue Masse erübrigt Einfuhren, in Neue Zeit, 18. Mai 1961, S. ↑ Viridiana Mendoza Escamilla: Mazapán en mano, De la Rosa va a la conquista de Centroamérica.
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