Die Buchreihe „Frank und Bert“ von Chris Naylor-Ballesteros: Entstehung, Inhalt und Besonderheiten
Die „Frank und Bert“-Reihe begeistert seit 2022 zahlreiche kleine und große Leser mit ihren bezaubernden Geschichten über Freundschaft, Empathie und das gemeinsame Spiel. Die Bücher stammen vom britischen Autor und Illustrator Chris Naylor-Ballesteros. Sie erscheinen im deutschen Sprachraum als Übersetzungen im Coppenrath Verlag und richten sich an Kinder ab 3 Jahren. Insgesamt sind bislang vier Bände erschienen, die alle liebevoll und humorvoll von den Abenteuern des kleinen Fuchses Frank und des großen Bären Bert erzählen.
Entstehung und Publikationsrhythmus der Reihe
Chris Naylor-Ballesteros legte den Grundstein für die Frank und Bert-Serie im Jahr 2022. Von da an sind vier Bücher der Buchreihe entstanden. Der Teil „Frank und Bert“ leitet die Reihe ein. Wer alle Bände der Reihenfolge nach lesen möchte, der sollte sich zuerst diesem Buch widmen. Die deutsche Fassung des ersten Bandes trägt im Original den Titel „Frank and Bert“. Der nächste Teil „Die Sache mit dem Fahrradfahren“ erschien bereits ein Jahr darauf, nämlich 2023. Fortgeführt wurde die Serie dann über zwei Jahre hinweg mit zwei neuen Bänden. Insgesamt drei Jahre lang wurde im Durchschnitt jedes Jahr eine Fortsetzung der Reihe publiziert. Die gemittelte Frequenz an Veröffentlichungen liegt in dieser Buchreihe bei einem Jahr. Dieser Rhythmus belebt den Glauben an einen neuen Teil, da er noch nicht verpasst wurde. Die Publikation des fünften Bandes müsste der Berechnung zufolge in 2026 stattfinden. Uns erreichte bislang keine offizielle Ankündigung zu einem fünften Buch.
| Jahr | Buch | Bemerkung |
|---|---|---|
| 2022 | Frank und Bert | Start der Reihe |
| 2023 | Die Sache mit dem Fahrradfahren | Erster Nachfolgeband |
| 2024 | Bd. 3 (Titel unbekannt) | Weiterführung |
| 2025 | Bd. 4 (Titel unbekannt) | Neuester Band |
Protagonisten: Frank und Bert
Frank und Bert sind beste Freunde. Die besten Freunde Frank und Bert sind ein kleiner Fuchs und ein großer Bär. Ihr gemeinsames Lieblingsspiel ist Versteckenspielen. Frank strickt schampar gerne. Für Bert hat er soeben einen pinken Schal gestrickt. Die blaue Mütze hat er auch gestrickt und einmal sogar eine riesengrosse Picknickdecke. In ihrer Beziehung steckt viel Witz, Wärme und gegenseitiges Verständnis. Frank und Bert lieben es, gemeinsam eine Fahrradtour zu machen. Doch es gibt dabei ein winziges Problem. Bert kann wirklich nicht gut Radfahren. Die Entenfamilie kann sich gerade noch vor ihm in Sicherheit bringen. Der Hase leider nicht: Als Bert mit Schwung durch eine Pfütze rollt, wird er bis hinter die Ohren nass. Und dem Biber fährt Bert aus Versehen mitten über den Schwanz. Autsch!
Handlung und zentrale Motive
Versteckspiel als Spiegel der Freundschaft
Frank und Bert sind beste Freunde und am liebsten spielen sie Verstecken. Nur ist Bert überhaupt nicht gut darin. Deshalb gewinnt immer Frank. Jedes. Einzige. Mal. Was bedeutet schon der kurze Moment, wenn man als Gewinner aus einem Spiel hervorgeht, im Vergleich zu der Freude, die man jemandem anderem bereiten kann? Aber was, wenn Gewinnen gar nicht alles ist? Frank überlegt. Ist es nicht wichtiger, ein guter Freund zu sein ...?
Frank findet Bert jedes Mal. Bert meint, es liege nur daran, dass er zu wenig Zeit habe sich zu verstecken. Frank zählt bis 100 und folgt einer Spur. Als er Berts Bärenpopo in einer Höhle stecken sieht, entscheidet er sich, seinen Freund aufzuheiten. „Bert!“, ruft er, „Ich geb’s auf!“ Die Illustration im Paratext zeigt ihn, wie er Bert den leuchtend pinken Schal strickt, der später eine große Rolle spielt.
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Der neonfarbene Schal von Bert, dessen Faden sich durch die Seiten und Szenen zieht, dem nicht nur wir folgen und der uns schmunzeln lässt. Sogar das extra lange Zählen bis Hundert, bevor die Suche losgeht, ändert daran nichts. Eine sich aufrollende, neon-pinke Wollfadenspur von Berts Schal, die sich durch die gesamte Geschichte zieht, führt Frank zu seinem Freund. Der kauert unbeholfen in einer Felsspalte. Franks Freude über den Sieg aber ist von allerkürzester Dauer. Zwischen zwei Doppelseiten schlägt sie um in tiefe, mitfühlende Nachdenklichkeit.
Mit einem Augenzwinkern erzählt der britische Autor und Illustrator Chris Naylor-Ballesteros, was echte Freundschaft ausmacht. In seiner Bilderbuchgeschichte erfahren schon kleine Zuhörer auf sehr leichte, lustige und unterhaltsame Art und Weise, wie wichtig Empathie und Mitgefühl sind. Die Figuren stehen deutlich im Vordergrund, da der Hintergrund oft flächig weiß ist oder aus in graugrünem Buntstift gehaltenen Landschaften besteht. Vor diesem Farbschema heben sich einzelne bunte Elemente gut ab, beispielsweise die bunten Blätter an Bäumen, aber vor allen Dingen die leuchtend pinke und blaue Wollschnur.
Fußball, Picknick und das Thema Freundschaft
Frank und Bert lieben es, Fußball zu spielen. Nur manchmal geht es ein kleines bisschen schief und Bert stolpert über den Ball. Bert hat ein Geschenk für seinen besten Freund Frank. Frank ist unheimlich neugierig und kann es kaum aushalten, bis er es auspacken darf. Doch als Bert auch noch ein Nickerchen macht, hält Frank es schließlich nicht mehr aus. Heimlich wirft er einen Blick in das Päckchen - und entdeckt seine Lieblingsplätzchen. Davon muss er natürlich sofort eins probieren. Oder zwei. Beim Picknick verbindet sie neben den typischen Leckereien auch die Freude an der gemeinsamen Zeit. Diese schöne, neue Picknickdecke möchten die beiden Freunde heute einweihen. Was brauchen sie alles für ein schönes Picknick? Was fressen Füchse und Bären?
Die Geschichte selbst ist sehr lustig erzählt, da Frank aus der Ich-Perspektive berichtet. Er erzählt uns auch, wie unheimlich einfach es ist, Bert zu entdecken und teilt uns seine Gedanken mit, als er sich entscheidet, so zu tun, als würde er ihn nicht finden. Für ihn ist es wichtiger einen guten Freund zu haben.
Illustrationsstil und Gestaltung
Frank und Bert ist farblich schon sehr ansprechend gestaltet. Das leuchtende Pink und die beiden Figuren auf dem Buchumschlag wirken sehr einladend. Mit auf das Wesentliche reduzierten Bildern und ebenso kurzen, aber aussagekräftigen Worten, präsentiert sich dieses Bilderbuch, das uns zum Schmunzeln aber auch Nachdenken bringt. Die Figuren stehen deutlich im Vordergrund, da der Hintergrund oft flächig weiß ist oder aus in graugrünem Buntstift gehaltenen Landschaften besteht. Vor diesem Farbschema heben sich einzelne bunte Elemente gut ab, beispielsweise die bunten Blätter an Bäumen, aber vor allen Dingen die leuchtend pinke und blaue Wollschnur.
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Der mit Buntstiften karikaturenhaft gezeichnete Stil der Figuren lenkt den Blick auf ihre Gesichtsausdrücke, die bei genauem Hinsehen sehr viel erzählen. Bert beispielsweise guckt recht schelmisch mit einem halben Lächeln in die Luft, während Frank den Rezipierenden erklärt, dass Bert Versteckenspielen überhaupt nicht kann.
Pädagogische Aspekte und Wertevermittlung
Stärker als viele andere Kinderbücher legt die Frank und Bert-Reihe Wert auf die Vermittlung von Empathie, Rücksicht und wirklicher Freundschaft. Freundschaft bedeutet nicht nur gemeinsame Interessen zu haben, Geheimnisse zu teilen und zusammen zu lachen, Freundschaft bedeutet viel mehr. Sie bedeutet, dass wir uns der Stärken und Schwächen des anderen bewusst sind und auf diese Rücksicht nehmen. Diese Werte vermittelt Chris Naylor-Ballesteros in diesem Bilderbuch. Dafür schlägt er einen sehr witzigen und humorvollen Ton an. Seine Bilder sind auf das Wesentliche reduziert, ebenso der erzählende Text. Doch genau darin liegt die Tiefe dieser Geschichte.
Einfühlungsvermögen und Mitgefühl sind in einer Freundschaft wichtige Eigenschaften. Denn nur so können wir den anderen verstehen, können uns in ihn hineinversetzen, Rücksicht nehmen und ein guter Freund sein. Frank springt über seinen Schatten - denn er betont, dass er selbst auch wirklich gern gewinne - und lässt Bert den Sieg. Zu dieser Situation hingeführt hat eine sich über sieben Doppelseiten ziehende Runde des Versteckspiels. Frank gewährt Bert diesmal Zeit, bis er bis 100 gezählt hat. Die aufgeworfene Interpretationsebene mag sich eher Grundschul- als Kindergartenkindern erschließen. Dies tut dem Buch für jüngere Kinder dennoch keinen Abbruch, denn die Geschichte macht immer Spaß und endet damit, dass beide Freunde mal gewinnen.
Praktischer Einsatz und Erlebnisse beim Vorlesen
Das Buch besticht durch seine Zwischentöne und die Interpretationsmöglichkeiten, die sich hinter der grundsätzlich einfachen Geschichte eines Versteckspiels und einer klaren, luftigen Struktur der Illustration verbergen. Das Format ist überdurchschnittlich groß, das Buch allein dadurch eine haptische Erfahrung, die zum Blättern, Betrachten und Vorlesen einlädt. Auch zum ersten Selberlesen für Grundschulkinder hat sich das Bilderbuch in der Praxis durch wenig Text und große Buchstaben als geeignet erwiesen. Neben dem Text kommen die Zahlen bis 100 vor, wodurch das Buch Elemente von einem Zählbuch aufweist und den Kindern je nach Alter die Möglichkeit gibt, die Zahlen zu entdecken oder sie wiederzuerkennen.
Beim gemeinsamen Lesen können Kinder die Bewegungen von Bert nachvollziehen, zum Beispiel mit einem Wollknäuel ein Häkelstück zerschlingen lassen oder gemeinsam eine Picknickdecke gestalten. Diese dialogische Erzählweise stärkt das Beteiligungsgefühl. Die Geschichte ist herzerwärmend, einfach und relativ kurz. Das gibt mir den Spielraum, sie ein wenig auszuschmücken und die Kinder bei der Gestaltung der Erzählbühne und der Ausgestaltung der Geschichte miteinzubeziehen (dialogische Erzählweise).
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- Das Bilderbuch bietet mit seinem reduzierten Text und der klassischen Bildsprache einen vielfachen Zugang - sowohl zum Vorlesen als auch für das erste Selberlesen.
- Die Neonfarben des Schals und der Mütze bieten sowohl visuelle Anker in der Geschichte, als auch einen Ansatzpunkt für weitere kreative und spielerische Aktionen in der Leseförderung.
- Neben unterhaltsamen Elementen regt die Geschichte zu Reflexion über Freundschaft, Gefühle und Empathie an, auch für jüngere Kinder.
Fazit: Bedeutung und Besonderheit der Frank und Bert-Reihe
Augenzwinkernd und humorvoll erzählt Chris Naylor-Ballesteros seine Geschichte von zwei Freunden, denen klar wird, wie wichtig Einfühlungsvermögen und Rücksichtnahme für eine Freundschaft sind. Mit auf das Wesentliche reduzierten Bildern und ebenso kurzen, aber aussagekräftigen Worten, präsentiert sich dieses Bilderbuch, das uns zum Schmunzeln aber auch Nachdenken bringt. Eine wunderbare Freundschaftsgeschichte für alle Kinder.
Die Frank und Bert-Reihe ist nicht nur eine charmante Reihe von Bilderbüchern, sondern transportiert einfühlsam zentrale Werte der Freundschaft, Empathie und des Miteinanders.
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