Das Buch der Schokolade: Inhalt und Hintergrundinformationen

Schokolade fasziniert Menschen seit Jahrtausenden - als Genussmittel, Kunstobjekt und Kulturgut. Das „Buch der Schokolade“ präsentiert auf rund 200 Seiten eine umfassende und faszinierende Reise durch die Welt des Kakaos und der Schokolade. Dabei verbindet das Buch Warenkunde, Küchenpraxis sowie feuilletonistische Sonderseiten zu einem anschaulichen Gesamtbild des Themas.

Einblicke in Geschichte und Kultur der Schokolade

Das Buch führt dabei tief in die uralten Hochkulturen Mittelamerikas, insbesondere der Maya und Azteken, zurück, die vor über 3000 Jahren den Ursprung der Kakaonutzung legten. Kakao war dort kein Nahrungsmittel im heutigen Sinne, sondern ein wertvolles Getränk und Träger religiöser Rituale. So wird der frühe Gebrauch von Kakao nicht als Essen, sondern als belebendes Getränk geschildert, das vor allem den gehobenen Schichten vorbehalten war.

Die spanischen Eroberer erkannten schnell den wirtschaftlichen Wert des Kakaos als Zahlungsmittel, fanden den Geschmack des bitteren Getränks aber zunächst unangenehm. Erst die europäische Weiterentwicklung hin zu heißer Schokolade mit Zucker und Gewürzen machte die Schokolade populär. Ebenso spannend ist die kirchenpolitische Debatte, ob Schokolade als Nahrung oder Getränk während der Fastenzeit erlaubt sei - Schlussendlich entschieden Päpste immer zugunsten der Schokoladenliebhaber.

Das Buch schildert außerdem die Entwicklung der Schokolade in Europa bis ins 19. Jahrhundert, in der sich politische Systeme und Genusskulturen widerspiegeln: In Frankreich war Schokolade ein Luxusgetränk des Adels, während in England der Kaffee populärer wurde. Die Transformation von der flüssigen Schokolade zur ersten festen Schokoladentafel und schließlich zur Milchschokolade mit Milchpulver machte Schokolade für die breite Bevölkerung zugänglich.

Historische Darstellung der Kakaoernte

Aufbau und Inhalte des Buches

Das „Buch der Schokolade“ überzeugt durch seinen reich bebilderten, strukturierten Aufbau:

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  • Historischer Teil: Ausführliche Fakten und kulturgeschichtliche Hintergründe wie der Einsatz von Kakao als Zahlungsmittel bei den Azteken oder die Frage, ob Schokolade ein Getränk oder eine Speise ist.
  • Warenkunde: Vorstellung der wichtigsten Kakaobohnenarten und Schokoladensorten, Informationen zur Verarbeitung von Kakaobohne, Schokomasse bis zur fertigen Tafel sowie Do-it-yourself-Anleitungen zur Herstellung von Schokolade im kleinen Maßstab (Bean-to-Bar).
  • Küchenpraxis: Step-by-step-Anleitungen zum richtigen Umgang mit Schokolade gepaart mit vielseitigen, sowohl klassischen als auch innovativen Rezepten bekannter Spitzenköche und Patissiers. Beispiele sind Fenchel-Orangen-Salat mit Kakaovinaigrette, Wildhase in Schokoladensauce und Schokoladen-Nuss-Millefeuille mit asiatischem Gemüse.
  • Feuilletonistische Sonderseiten: Die besondere Gestaltung mit anschaulichen Infografiken, die die wichtigsten Anbauländer übersichtlich gegenüberstellen sowie Einblicke in ökologische und soziale Aspekte des Kakaoanbaus.
Infografik der wichtigsten Kakaoproduzenten weltweit

Schokoladenkunst und handwerkliches Know-how

Ein weiteres Highlight des Buches ist die Verbindung von Schokolade mit Kunst und Handwerk. So zeigt es Arbeiten von herausragenden Schokoladenkünstlern wie Warren Laine-Naida, der Schokolade nicht nur als dekoratives Material, sondern als eigenständige künstlerische Sprache versteht. Auch Meisterpatissiers wie Ewald Notter oder Franz Ziegler präsentieren in ausführlichen Bildbeispielen die Entstehung großer Schokoladenschaustücke.

Die moderne Chocolaterie mit prominenten Konditoren wie Daniel Budde, Matthias Frész und Bernd Siefert liefert dabei wertvolle Praxistipps für die Herstellung und Verarbeitung von Schokolade in kleinen Manufaktur-Betrieben.

Kunstvolle Schokoladenskulptur von Warren Laine-Naida

Ökologie und soziale Verantwortung im Schokoladensektor

Der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur und den Menschen hinter dem Kakaoanbau ist ein zentrales Thema des Buches. Es werden agroforstliche Entwicklungsprojekte wie Cacaonica in Nicaragua vorgestellt, die nachhaltige Landwirtschaft fördern. Organische Abfälle der Kakaoproduktion dienen auf Plantagen als natürlicher Dünger und verbessern die Bodenqualität. Die literarische Gestaltung spiegelt neben den Fotografien von namhaften Fotojournalisten auch die bildhafte Tradition der Maya wider.

Der Autor Jürgen Bluhm folgt dem „Zauber der Schokolade“ bis zu den tropischen Heimatregenwäldern und zeigt die Bedeutung des Kakaos als kostbaren, in einem sensiblen ökologischen System verwurzelten Rohstoff. Mit beeindruckenden Fotografien und Illustrationen verdeutlicht das Werk, wie eng Umwelt, Kultur und Genuss miteinander verbunden sind.

Kakaobauer auf nachhaltiger Plantage in Mittelamerika

Rezepte und praktische Anwendungen

Im Anschluss an den technischen Teil bietet das Buch eine ganze Reihe von Rezepten der weltweit bekannten Schokoladenvirtuosen. Die Rezepte sind modern, vielfach puristisch und betonen den reinen Genuss. Die Bilder der Gerichte machen Appetit auf vielfältige Kreationen mit Schokolade, die sowohl süße wie herzhafte Variationen umfassen.

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Besonderer Bonus ist der DIY-Teil, der detaillierte Fotostrecken zeigt, wie man selbst zu Hause Schokolade vom Rohstoff bis zur Tafel herstellen kann - ein faszinierender Einblick für alle, die tiefer in das Thema einsteigen möchten.

Schokoladen-Nuss-Millefeuille in appetitlicher Präsentation

Bekannte Werke und Auszeichnungen

Das „Buch der Schokolade“ reiht sich ein in eine Reihe erfolgreicher, international ausgezeichneter Literatur zum Thema, darunter Werke von Dom Ramsey, Sophie D. Coe sowie anderen renommierten Experten. Es wurde mit dem Gourmand World Cookbook Award ausgezeichnet und gilt als eines der besten Grundlagenbücher über Schokolade weltweit.

Neben dem historischen und kulturellen Background vermittelt das Buch auch handwerkliches Know-how sowie wertvolle Einblicke in moderne Schokoladenkunst, die über die reine Dekoration hinausgeht.

Cover des ausgezeichneten Buches „Schokolade. Das Geheimnis vom Glück“ von Jürgen Bluhm

Schokoladenkultur in der Schweiz

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Schweizer Schokoladenkultur, die weltweite Bedeutung besitzt. Das Buch präsentiert Porträts kleinerer und mittelgroßer Schokoladenhersteller abseits der großen Konzerne wie Lindt oder Toblerone sowie deren Fokus auf den Trend „Bean-to-Bar“. Die in der Schweiz hergestellten Schokoladen sind bekannt für ihren puristischen Geschmack und hohe Qualität mit viel Schokolade und Rahm.

Traditionelle Schweizer Schokoladenproduktion

Fazit

Das „Buch der Schokolade“ ist nicht nur ein informatives Nachschlagewerk, sondern entführt den Leser auf eine faszinierende Reise durch Geschichte, Kultur, Herstellung und künstlerische Gestaltung von Schokolade. Es verbindet tiefgehende Fachinformationen mit köstlichen Rezeptideen und inspirierender Schokoladenkunst. Auch der ökologische und soziale Kontext rund um den Kakaoanbau wird spannend beleuchtet. Für Genießer, Künstler und Hobby-Chocolatiers gleichermaßen bietet dieses Werk einen unverzichtbaren Überblick über die vielfältige Welt der Schokolade.

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