Honig nach Großbritannien einführen: Einfuhrbestimmungen für Privatpersonen

Die Einfuhr von Honig nach Großbritannien unterliegt seit dem Brexit strengen Regularien, die für Privatpersonen besonders relevant sind - insbesondere wenn Honig aus der EU oder aus Drittländern mitgebracht wird. Diese Vorschriften sollen Großbritannien vor Tierseuchen und Pflanzenkrankheiten schützen und die Sicherheit der Bevölkerung gewährleisten. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über alle relevanten Bestimmungen, Mengenbegrenzungen, Risikoklassen, Anmeldepflichten sowie potenzielle Risiken und Strafen.

Symbolbild: Honiggläser und Reisepass auf einem Tisch

Allgemeine Vorschriften für Lebensmitteleinfuhr nach Großbritannien

Beim Mitführen von Lebensmitteln im privaten Reiseverkehr gelten je nach Herkunftsland unterschiedliche Vorschriften. Diese Informationen gelten für Lebensmittel, die Sie auf privaten Reisen für den Eigengebrauch mitführen. Besonders betroffen sind Waren aus tierischen Erzeugnissen, wie Eier, Honig, Milch und Milchprodukte, Fisch und Fischereiprodukte, Fleisch, Gelatine oder Tierfutter. Ein Seuchenausbruch kann dazu führen, dass Sie keine Lebensmittel aus dem betroffenen Land mitbringen dürfen. Deshalb ist es wichtig, sich vor Ihrer Reise über die aktuelle Situation zu informieren.

Einordnung: EU, Drittland und Sondergebiete

Seit dem Brexit gilt Großbritannien als Drittland - das heißt, EU-Waren unterliegen vollständigen Zollformalitäten und neuen Einfuhrbestimmungen. Die Beschränkungen gelten jedoch nicht im Reiseverkehr zwischen den EU-Mitgliedstaaten sowie für die Einfuhr tierischer Erzeugnisse aus Andorra, Island, Liechtenstein, Nordirland, Norwegen, San Marino und der Schweiz. Besonders zu beachten: Bei der Rückkehr in die EU gelten ähnliche Einschränkungen wie bei der Einreise nach Großbritannien.

Karte: Großbritannien, EU, Sondergebiete und Reiserouten

Aktuelle Regelungen 2024/2025 für den privaten Honigimport

Seit April 2025 dürfen Sie keine Fleisch- und Milchprodukte mehr aus der EU nach Großbritannien einführen. Diese Regelung betrifft auch belegte Brote mit Käse oder Wurst im Handgepäck. Produkte wie Brot, Kekse, Müsliriegel, Schokolade, Marmelade oder Honig können jedoch weiterhin in haushaltsüblichen Mengen für den persönlichen Gebrauch mitgebracht werden. Honig fällt unter die erlaubten Waren, sofern er weder Fleisch noch Milchbestandteile enthält und in haushaltsüblichen Mengen transportiert wird.

  • Erlaubt sind: verpackte und haltbare Produkte wie Honig, Schokolade, Süßigkeiten, Kaffee, Tee und pflanzliche Lebensmittel.
  • Verboten sind: Fleisch und Fleischprodukte (auch Wurst, Salami, Schinken), Milchprodukte (Käse, Butter, Joghurt) und viele tierische Erzeugnisse.
Produktgruppe Erlaubte Mitnahme nach UK (privat) Besondere Auflagen / Verbote
Honig Ja, max. 2 kg pro Person Muss originalverpackt und eindeutig für den Eigenbedarf sein
Fleisch/Milchprodukte Nein Komplettes Einfuhrverbot
Brot, Kekse, Schokolade Ja Nur für den Eigenbedarf, keine frischen Zutaten
Infografik: Erlaubte und verbotene Lebensmittel im Koffer

Typische Einfuhrmengen und Risikoklassen nach dem TOM-Modell

Das neue Border Target Operating Model (TOM) unterteilt Waren in Risikokategorien (gering, mittel, hoch). Honig zählt zu tierischen Erzeugnissen, die im Regelfall als Ware mit geringem oder mittlerem Risiko eingestuft werden - abhängig vom Ursprungsland und der Verarbeitung. Honig, Eier, nicht lebende Landschnecken, Froschschenkel, Gelatine, Kollagen, nicht lebende Insekten: max. 2 kg pro Person.

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  • Waren mit geringem Risiko: Handelsdokument des Lieferanten erforderlich, aber kein Gesundheitszeugnis.
  • Mittleres Risiko: Vorabanmeldung (via IPAFFS), ab 31. Januar 2024 verpflichtende Veterinärbescheinigung; ab 30. April 2024 Kontrollen an Grenzkontrollstellen.

Die zuständigen britischen Behörden stellen Übersichtslisten für Produkte aus der EU zur Verfügung, nach denen sich die Risikokategorie Ihres Honigs einordnen lässt.

Infografik: TOM-Modell-Risikokategorien für Lebensmittel

Anmeldung, Dokumente und Kontrollen

Seit dem 1. Januar 2022 ist die Vorabanmeldung der Ware durch den Importeur über das Onlineportal IPAFFS verpflichtend. Die Anmeldung muss mindestens 24 Stunden vor Ankunft der Ware erfolgen und Angaben zum zugelassenen Betrieb, zu den Waren, dem Herkunftsland und dem Bestimmungsort enthalten. Ab dem 1. Juli 2022 muss für Honig - je nach Risikokategorie und Ursprung - eine passende Gesundheitsbescheinigung (Export Health Certificate) vorliegen und eine Kopie über das Onlineportal hochgeladen werden.

Anleitung: IPAFFS Anmeldung Schritt für Schritt

Die Einfuhr selbst darf nur noch über dafür zugelassene Zollstellen erfolgen. Die Einteilung erfolgt produktspezifisch: Zum Beispiel zählen Honig und einige andere Erzeugnisse meist zur niedrigen oder mittleren Risiko-Kategorie.

Besondere Ausnahmen und Hinweise

  • Produkte, die beispielsweise bei der Herstellung vollständig durchgekocht und erhitzt wurden, können von bestimmten Bescheinigungspflichten ausgenommen sein.
  • Für Waren, die Milchprodukte enthalten (z.B. bestimmte Honigvarianten), gelten dieselben Vorschriften wie für reine Milchprodukte - insbesondere Nachweis der Erhitzung und zugelassene Herkunftsländer.
  • Für private Postsendungen (z.B. Honig als Geschenk) gelten dieselben Regeln wie im Reiseverkehr.

Sendungen müssen an private Haushalte adressiert und die Produkte klar als nicht tierischen Ursprungs erkennbar sein. In der Zollanmeldung ist außerdem die generelle Bewilligungsnummer anzugeben.

Was passiert bei Verstößen?

Wird die „Einfuhr-Freigrenze“ überschritten oder Produkte nicht angemeldet, drohen neben Beschlagnahmung Bußgelder, Geldstrafen und im äußersten Fall sogar Freiheitsstrafe. Bei fahrlässiger Missachtung eines Einfuhrverbots können bis zu 5000 Euro Bußgeld verhängt werden. Gewerbsmäßiger, gewaltsamer und bandenmäßiger Schmuggel wird mit Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zehn Jahren sanktioniert.

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Symbolgrafik: Zollkontrolle und verbotene Waren

Checkliste für die Einfuhr von Honig nach Großbritannien (privat)

  1. Vergewissern Sie sich, dass Sie den Honig in haushaltsüblicher Menge (max. 2 kg pro Person) mitführen.
  2. Honig muss originalverpackt und für den Eigenbedarf gekennzeichnet sein.
  3. Prüfen Sie die aktuelle Einteilung des Herkunftslands und der Risikokategorie laut britischem TOM-Modell.
  4. Online-Voranmeldung spätestens 24 Stunden vor Ankunft via IPAFFS abgeben.
  5. Sofern erforderlich: Gesundheitsbescheinigung oder Handelsdokument einholen und beim Transit mitführen.
  6. Einfuhr ausschließlich über zugelassene Zollabfertigungsstellen.
  7. Beachten Sie Sonderfälle, etwa bei Geschenksendungen und Postverkehr.

Die strikten Einfuhrverbote dienen dem Schutz vor Tierseuchen und Pflanzenkrankheiten. Entsprechen die Waren nicht den Einfuhrvoraussetzungen, werden die Sendungen vom Zoll zurückgewiesen. Es können Kosten für Rückführung oder Vernichtung anfallen.

Reisen, Transport und weitere Empfehlungen

Für eine unproblematische Reise empfiehlt sich eine strukturierte Vorbereitung und eine Checkliste mit allen nötigen Dokumenten. Für die Einreise nach Großbritannien ist seit dem 2. April 2025 eine elektronische Reisegenehmigung (ETA) erforderlich. Zudem sollten Sie unbedingt die Kontaktdaten Ihrer Versicherung und der Botschaft dabei haben, wichtige Nachweise digital speichern und bei unverpackten Lebensmitteln auf die aktuellen Zollbestimmungen achten.

Infografik: Checkliste für den Grenzübertritt mit Lebensmitteln und Honig

Beachten Sie, dass sich die gesetzlichen Vorgaben - insbesondere Mengen- und Risikogrenzen - immer wieder ändern können. Prüfen Sie kurz vor Ihrer Abreise die aktuellen Informationen der britischen Behörden: Border Force, HM Revenue & Customs und DEFRA bieten tagesaktuelle Updates und Übersichten zu Produktschlüsseln und Freigrenzen.

Erfahrungsbericht: Mit Honig durch den britischen Zoll

Abschließend bleibt festzuhalten, dass Honig nach wie vor eingeführt werden darf, jedoch nur in begrenzten Mengen und unter Einhaltung der detaillierten neuen Vorschriften - einschließlich Voranmeldung, möglicher Dokumentenpflichten und bei privater Nutzung.

Britische Grenzkontrollstelle mit Wartebereich

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