Darf man Honig in heißes Wasser geben? Gesundheitliche Auswirkungen

Mit 1,1 Kilogramm pro Person verzehren die Deutschen weltweit am meisten Honig im Jahr. Beliebt ist er als Süßmacher zum Beispiel von Tee, Salatdressing oder pur als Brotaufstrich.

Honig besteht zu 80 Prozent aus den Einfachzuckern Fructose und Glucose und liefert rund 300 Kilokalorien auf 100 Gramm. Außerdem sind Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien in Form von Flavonoiden enthalten. Die Mengen sind allerdings so gering, dass sie kaum einen nennenswerten Beitrag zur Versorgung leisten.

Was passiert, wenn Honig erhitzt wird?

Bei Temperaturen über 40°C werden diese hitzeempfindlichen Verbindungen jedoch zerstört bzw. verändert. Daher wird empfohlen, Honig nicht über 40°C zu erwärmen. Alte Ayurveda-Schriften besagen, dass Honig nicht zu stark erhitzt werden solle. Erhitzter Honig würde nämlich das Blutgewebe verunreinigen und so langfristig toxisch wirken.

Bei höheren Temperaturen wird der im Honig enthaltene Zucker, insbesondere der Fruchtzucker, zersetzt, wobei die Substanz 5-Hydroxymethylfurfural (HMF) entsteht. Durch die Wärme bzw. Erhitzung bildet sich im Honig Hydroxymethylfurfural (HMF). Je höher der Wert ist, desto höher wurde der Honig erhitzt bzw. durch falsche Lagerung erwärmt.

Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kommt in einem Gutachten zum Ergebnis, dass 5-HMF für den Menschen kein gesundheitliches Risiko darstelle. „Honig kann also problemlos auch zum Kochen oder Backen verwendet werden“, unterstreicht Silke Raffeiner, die Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Südtirol.

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Honig enthält zahlreiche gesundheitlich wertvolle Inhaltsstoffe wie Enzyme und Aminosäuren. Bei Temperaturen über 40°C werden diese hitzeempfindlichen Verbindungen jedoch zerstört bzw. verändert. Um die wertvollen Inhaltsstoffe zu erhalten, ist es jedoch sinnvoll, Honig unerhitzt zu verwenden.

Thermometer neben einem Glas Honig und heißem Wasser

Praktische Empfehlungen: Wie sollte man Honig ins heiße Getränk geben?

Die klassische heiße Tasse Tee mit Honig ist deutlich weniger wirksam als von vielen angenommen. Deshalb sollten Sie Ihre Heißgetränke auch möglichst schnell nach dem Einrühren des Honigs trinken. Warten Sie mit dem Einrühren des Honigs deshalb auch, bis sich das Teewasser bzw. die heiße Milch schon etwas abgekühlt hat.

Also den Honig erst kurz vorm Trinken in der Tasse in den abgekühlten Tee oder Löffel Honig in den Mund und Tee rüberschlürfen. Mit kochendem Wasser übergossen, ist Honig nur noch Zuckermischung, alle Enzyme tot. Antibakterielle Wirkung weg.

Honigwasser: Hype oder Nutzen?

Glaubt man diversen Quellen im Internet, ist Honigwasser ein wahrer Zaubertrank. Es soll die Schönheit fördern, für Gewichtsverlust sorgen und vor Krankheiten schützen bzw. lindernd wirken. Lohnenswert oder Hype?

HonigwasserAls Naturprodukt genießt Honig seit jeher den Ruf, gesund zu sein. Seit Jahrtausenden wird die süße Bienennahrung als Hausmittel für die Wundbehandlung eingesetzt. Heute trinken viele Menschen Honigwasser oder -tee zur Linderung von Husten und Schnupfen, oft in Kombination mit Vitamin-C-reichen Säften.

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Dass heiße Zitrone mit Honig bei Erkältungen hilft, konnte jedoch in wissenschaftlichen Studien nicht belegt werden. Allenfalls ist eine geringfügige Wirkung zu erwarten. Der Grund: Die als positiv geltenden Inhaltsstoffe im Honigwasser mit Zitrone sind einfach in zu geringer Konzentration vorhanden.

Der Genuss des Bienenprodukts in Tees - etwa in einem Kardamom-Honig-Tee - ist wohltuend, aber kein Wundermittel gegen Viren und Bakterien. Das gilt auch für Honigwasser mit Zimt, das häufig als Rezept für und gegen alles angeführt wird.

Gesundheitsbezogene Effekte von Honigwasser sind nicht bewiesen. Häufig zu lesen ist, dass Honigwasser die Pfunde purzeln lässt. Dafür soll man regelmäßig morgens ein Glas Honigwasser trinken, eventuell auch als Teil von Ingwerwasser. Das verbesserte auch gleich noch das Hautbild, stärke das Immunsystem, entgifte den Körper und beeinflusse das Cholesterin positiv, was Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen könne. Fakt ist: All diese Wirkungen sind rein subjektiver Natur und nicht objektiv belegbar.

Wenn dir Honigwasser guttut, spricht aber auch nichts dagegen, dass du das Getränk genießt.

Erklärung: So wird Honig gewonnen und Verwendung in Hausmitteln

Wann ist bei Honig Vorsicht geboten?

Honig ist nicht für Babys unter 12 Monaten geeignet. Honig kann Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum enthalten. Die Darmflora ist in diesem Alter noch nicht stabil genug, um die Besiedelung der Keime sicher zu verhindern. Sollte sich das Bakterium ansiedeln, kann es ein lebensbedrohliches muskellähmendes Gift bilden.

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Auch immungeschwächte Personen sollten sicherheitshalber keinen Honig verzehren.

Nebenwirkungen und Kalorien

Honig ist wegen seines hohen Gehalts an Ein- und Zweifachzuckern ein sehr kalorienreicher Energielieferant. Regelmäßig hoher Verzehr kann, wie auch bei anderen zuckerhaltigen Lebensmitteln, zu Übergewicht führen und das Risiko für bestimmte Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2 erhöhen. Daher sollte Honig, wie Haushaltszucker, nur sparsam zum Einsatz kommen.

Gesundheitlich bedenklich ist Honig doch höchstens insofern, dass es halt primär Zucker ist und man damit seine Ernährung "schnell mal" aus dem Gleichgewicht bringen kann... Anderes ist mir nicht bekannt.

Honig als Heilmittel und äußerliche Anwendung

Honig als Heilmittel ist keine Erfindung der Neuzeit. Schon die alten Ägypter haben in der vorchristlichen Zeit die positive Wirkung der klebrigen Köstlichkeit geschätzt. Und auch die antiken Griechen setzten auf den süßen Sirup.

Honig ist im Krankheitsfall ein echter Fitmacher. Das liegt an seiner starken Wirksamkeit gegen Krankmacher. Denn Honig enthält Wasserstoffperoxid, das die unterschiedlichen Erreger und Bakterien bekämpft. Allerdings kann sich der Stoff erst bilden, wenn Honig mit Wasser in Verbindung kommt.

Auch als Energielieferant ist Honigwasser eine gute Wahl - und damit eine echte Alternative zum täglichen Morgenkaffee. Denn der hohe Traubenzuckeranteil im Honig hat eine ähnliche Wirkung wie das Koffein im Kaffee.

Und wie sieht es mit der äußerlichen Anwendung von Honigwasser aus? Als Shampoo, Spülung und Stylingmittel für die Haare kann es durchaus eine pflegende Wirkung haben. Und auch die Haut profitiert von dem Bienenprodukt. Honig ist deshalb auch in vielen Naturkosmetika wie Cremes und Seifen zu finden. Spezieller Medizinalhonig wird sogar erfolgreich für die Wundbehandlung eingesetzt. Um zu Hause den Schnitt im Finger zu behandeln, solltest du allerdings nicht zu deinem normalen Speisehonig greifen.

Qualität, Herkunft und Verfälschungen

Etwa 30 Prozent des hier verzehrten Honigs kommt aus dem Inland. Der Großteil wird aus der Ukraine, Argentinien und Mexiko importiert.

Laut Honigverordnung dürfen dem Honig keine anderen Stoffe als Honig zugefügt werden. Wer es dennoch tut, macht sich strafbar. Die Aktion „From the Hives“ der Europäischen Kommission bestätigt allerdings die Annahme, dass ein Teil des importierten Honigs nicht den Gesetzen entspricht.

Im Jahr 2022 wurden etwa 74.658 Tonnen Honig nach Deutschland importiert. Zwischen 2021 und 2022 wurden von der Aktion „From the Hives“ an den EU-Grenzen 320 verdächtige Honigproben entnommen, genau analysiert und rückverfolgt. Die Ergebnisse zeigen, dass 46 Prozent der 320 geprüften Proben nicht der Honig-Richtlinie entsprachen. In absoluten Zahlen kamen aus China die meisten verdächtigen Importe (74 Prozent).

Die Untersuchungen ergaben, dass der Honig häufig mit Zuckersirup verfälscht wurde, um eine Kostensenkung zu erzielen. Auf der Grundlage der vorstehenden Ausführungen besteht der dringende Verdacht, dass ein großer Teil des aus Drittländern eingeführten Honigs, der als verfälscht eingestuft wurde, auf dem EU-Markt vorhanden und unentdeckt bleibt.

Gegen 44 EU-Betreiber wird bereits ermittelt und sieben sind mit Sanktionen belegt.

Welche Folgen hat gestreckter Honig?

Aus gesundheitlicher Sicht hat die Verfälschung des Honigs keinen negativen Einfluss. Jedoch wird das Vertrauen der Verbraucher:innen verletzt. Das Verdünnen des Honigs erhöht den Gewinn der Betrüger:innen.

Im Jahr 2021 lag der EU-Durchschnittspreis für importierten Honig bei 2,17 Euro pro Kilogramm. Der zugemischte Zuckersirup aus zum Beispiel Reis lag nur bei etwa 40 bis 60 Cent. In Anbetracht derartig billiger Alternativen und eines potenziell unlauteren Wettbewerbs durch die Konkurrenten könnten Berufsimker:innen in der EU davon abgehalten werden, ihre Imkertätigkeit weiterzuführen. Dies kann sich wiederum negativ auf die in der EU erzeugten Honigmengen auswirken.

Sie können einen gestreckten Honig nicht selbst identifizieren. Der Geschmack und das Aussehen sind dem originalen Honig zum Verwechseln ähnlich. Die Hauptverantwortung für die Einhaltung der entsprechenden Vorschriften liegt bei den Lebensmittelunternehmen. Die Behörden der Mitgliedstaaten müssen Betrugsfälle aufdecken und verhindern.

Honigarten und Kennzeichnung

Die Herkunftskennzeichnung von Honig unterliegt gesetzlichen Bestimmungen, die Verbraucher:innen über die Herkunft des Produkts informieren sollen.

Bisher war es ausreichend, bei Honigmischungen allgemeine Hinweise wie „Mischung von Honig aus EU-Ländern“ oder „Mischung von Honig aus Nicht-EU-Ländern“ auf dem Etikett anzugeben. Um die Transparenz zu erhöhen, hat die Europäische Union im Mai 2024 eine Revision der sogenannten „Frühstücksrichtlinien“ beschlossen. Diese sieht vor, dass bei Honigmischungen künftig alle Ursprungsländer auf dem Etikett in absteigender Reihenfolge ihres prozentualen Anteils angegeben werden müssen. Diese Regelung tritt nach einer Übergangsfrist von 24 Monaten im Juni 2026 in Kraft.

Für Verbraucher:innen bedeutet dies, dass sie ab diesem Zeitpunkt detaillierte Informationen über die Herkunft des Honigs erhalten.

Honigarten im Überblick: In Deutschland gibt es die Honigverordnung. Jeder Honig, der in Deutschland verkauft wird, egal ob importiert oder aus dem Inland, muss den Qualitätsstandards dieser Verordnung entsprechen. Sie beinhaltet zum Beispiel Anforderungen zur Beschaffenheit, zur Kennzeichnung, zum Anwendungsbereich und über Verkehrsverbote.

Echter Deutscher Honig: Honig, der die Bezeichnung „Echter Deutscher Honig“ trägt, muss neben den Standards der Honigverordnung außerdem den Qualitätsrichtlinien des Deutschen Imkerbundes e. V. unterliegen. So darf er beispielsweise nur in Deutschland produziert werden und höchstens einen Wassergehalt von 18 Prozent und nicht die wie in der Honigverordnung vorgeschriebenen 20 Prozent aufweisen.

Imkerhonig: Die Bezeichnung kann Ihnen den Eindruck vermitteln, dass dieser Honig von regionalen Imkern abgefüllt wurde. Dabei ist der Begriff „Imkerhonig“ nicht geschützt. Jeder Honiganbieter darf sein Produkt mit „Imkerhonig“ kennzeichnen, egal, ob es sich um ein regionales Erzeugnis handelt oder ein importierter Mischhonig ist. Erst der Blick auf die Herkunfts-Kennzeichnung klärt Sie auf, wo der Honig herkommt.

Bio-Honig: Bio-Honig unterliegt in der Bienenhaltung strengeren Vorgaben als konventionelle Alternativen. Dazu gehören ein ökologischer Anbau oder die überwiegende Bepflanzung mit Wildblumen. Wichtig: Ein Umkreis von 3 Kilometern um die Bienenstöcke herum muss dabei berücksichtigt werden. Des Weiteren müssen die Bienenkästen aus natürlichen Materialien bestehen. Zur Krankheitsbekämpfung und Schädlingsabwehr dürfen nur bestimmte Mittel und Methoden eingesetzt werden. Außerdem dürfen beispielsweise Waben, die Brut enthalten, nicht zur Honiggewinnung genutzt werden. Insgesamt legt die ökologische Bienen-Haltung besonderen Wert auf naturnahe Haltungsbedingungen.

Fairtrade-Honig: Lebensmittel, die ein "Fairtrade"-Siegel haben, unterliegen speziellen Grundsätzen, um die Arbeitsbedingungen in den entsprechenden Ländern möglichst fair zu halten. Sie unterstützen vor allem kleinbäuerliche Betriebe, denen durch langfristige Verträge ein dauerhaftes Einkommen gesichert wird. Außerdem erhalten die Erzeuger:innen unter anderem garantierte Mindestpreise.

Blütenhonig und Waldhonig: Anders als Blütenhonig entsteht Waldhonig, auch Tannen- oder Honigtau-Honig genannt, nicht aus gesammeltem Blütennektar, sondern aus Honigtau. Das sind die Ausscheidungen von pflanzensaftsaugenden Insekten wie etwa Bienen oder Blattläusen. Waldhonig ist sehr viel würziger, dunkel und von Natur aus flüssig. Blütenhonige können von einer einzelnen Pflanze, wie zum Beispiel der Rapshonig oder von verschiedenen Pflanzen stammen, wie die Sommertracht.

Manuka-Honig: Manuka-Honig wird von Honigbienen ausschließlich aus dem Blütennektar der neuseeländischen und australischen Südseemyrte (Manuka) erzeugt.

Praxisfazit (empfohlene Handhabung)

  1. Honig ist unbedenklich beim Kochen, Backen oder zum Süßen von Heißgetränken, aber hitzeempfindliche Enzyme und einige Wirkstoffe gehen bei über 40°C verloren.
  2. Zum Erhalt von Enzymen und antibakteriellen Eigenschaften Honig erst in abgekühlte Getränke einrühren.
  3. Babys unter 12 Monaten sowie immungeschwächte Personen sollten keinen Honig erhalten.
  4. Auf Herkunftsangaben achten und bei Zweifeln auf geprüfte Siegel (Bio, Fairtrade, Deutscher Honig) setzen.
Thema Wichtigste Aussage
Erhitzen Enzyme empfindlich; über 40°C gehen wertvolle Inhaltsstoffe verloren; HMF entsteht, ist aber laut BfR unbedenklich.
Honigwasser Beliebt als Hausmittel, viele Wirkungen nicht wissenschaftlich belegt; kann wohltuend sein, ist aber kein Wundermittel.
Sicherheit Nicht für Babys unter 12 Monaten; immungeschwächte Personen sollten vorsichtig sein.
Qualität Verfälschungen möglich; Herkunftskennzeichnung wird strenger; auf zertifizierte Produkte achten.

Wenn du Honig ins heiße Wasser geben möchtest: Kurz gewartet, bis das Getränk etwas abgekühlt ist, schützt die wertvollen Inhaltsstoffe am besten, gleichzeitig bleibt der Genuss unkompliziert.

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