Coppenrath Verlag „Stempel schnitzen“ – Anleitung, Materialtipps und Praxistricks

Du möchtest gleich anfangen und dir eigene schöne Stempel selber schnitzen? Stempel sind eine einfache und schöne Idee Geschenke, Briefe und Notizen zu individualisieren. Ich schnitze sie mir selbst, weil es nochmal ein Stück persönlicher ist und weil es einfach riesigen Spaß macht. Stempel selber herstellen ist wunderbar entschleunigend. Klingt nach einer tollen Idee, oder? Na klar! Genau dann ist dieses Projekt perfekt - denn es ist leicht umzusetzen, macht sofort Spaß und schenkt dir schnelle Erfolgserlebnisse.

Das Coppenrath Verlag Bastelset „Stempel schnitzen“ - was ist drin und für wen ist es geeignet?

Schnell fand ich auch gleich ein geeignetes Bastel-Set vom Coppenrath Verlag: "Stempel schnitzen" aus der Serie 100% selbstgemacht. Mit ca. 14 Euro für das Bastelset von Coppenrath* habt Ihr ein tolles Einsteiger-Set in der Hand, welches sich absolut lohnt. Im Set ist (fast) alles enthalten, um sofort mit dem Schnitzen loszulegen. Gestalte deine eigenen Stempel mit diesem Alles-drin-Starter-Set. Enthält alles zum sofortigen Loslegen für kreative Köpfe. Alles drin zum Sofort-Loslegen! Dieses Set bietet dir alles, was du brauchst, um sofort mit dem Stempelschnitzen zu beginnen und deine eigenen individuellen Stempel zu gestalten.

Wie gesagt: nur fast! Aber dieses Set ist ja für Kinder gedacht und in Anbetracht des scharfen Werkzeuges, fehlen mit im Vordergrund Sicherheitshinweise zur Verwendung. Ihr braucht also zusätzlich zu den Stempelplatten und dem Schnitzwerkzeug einen Bleistift, entweder Pauspapier oder besser noch: Transparentpapier. Damit arbeitet es sich hervorragend. Es reicht sogar, wenn ihr einen weichen Bleistift benutzt, einfach über das Transparentpapier zu reiben, um das Motiv abzudrucken.

Materialüberblick: Schnitzgummi, Werkzeuge, Farben und Stempelkissen

Nie gehört! Schnitzgummi ist eine Platte aus Vinyl, die extra für das Schnitzen von Stempeln hergestellt wird. Es gibt die Platten in unterschiedlichen Größen. Da ich sie sowieso immer zuschneide, kaufe ich mir meist große Platten, denn da ist das Preisleistungsverhältnis am besten. Ich kaufe meist das Schnitzgummi von Factis. Das gibt es in weiß und auch in blau. Das weiße Stempelgummi ist noch ein wenig weicher. Ansonsten kann ich noch das Schnitzgummi von Speedball empfehlen. Das nennt sich easy carve, und der Name hält, was er verspricht und dann ist das Gummi auch noch rosa. Leider ist es hier in Europa manchmal schwierig zu bekommen.

Nothing fancy, really. Ich benutze mein uraltes Linolschnittbesteckset. Da ich es genau einmal zum Schnitzen mit Linoleum verwendet habe, ist es auch nach wie vor super scharf. Was ich gerne an dem Set mag, ist, dass es verschiedene Aufsätze hat. Für großflächige Stellen kann man zu einem breiten Messer greifen, für feine Details gibt es dünnere Aufsätze. Mit einem Holzstab bekommt man die Aufsätze auch gut aus dem Griff gelockert.

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Ich musste beim Testen anderer Werkzeuge feststellen, dass mein Set zwar günstig ist aber qualitativ hochwertig. Das ist bei anderen Einsteigersets nicht der Fall. Das von mir verwendete Set wird von der deutschen Firma Abig hergestellt und die Klingen sind scharf, sie sitzen perfekt in der Halterung, kein Verrutschen, genaues Arbeiten etc. Diese Sets kann ich wirklich von Herzen empfehlen. Denn nur mit gutem Werkzeug macht das Arbeiten Spaß! Außerdem sinkt die Verletzungsgefahr drastisch. Wenn ihr also eher negative Erfahrungen gemacht habt, mag es auch am Werkzeug liegen. Zusätzlich zum Linolwerkzeug nutze ich ein handelsübliches Teppichmesser.

Oft hat man ja noch ein Stempelkissen rumliegen, das mal bei irgendeinem Bastelset dabei war. In den wenigsten Fällen eignet sich dieses Sammelsurium um damit zufriedenstellend kreativ zu werden. Meist sind die Kissen auch schon ausgetrocknet und staubtrocken. Zu Anfang meiner Stempelkarriere habe ich viel in Schwarz gedruckt, so dass ich mir ein ungetränktes Plattenstempelkissen aus Filz gekauft habe. Mittlerweile geht es aber bunter zu bei mir und außerdem gibt es nun auch qualitativ hochwertigere Stempelkissen im Handel.

Linoldruckfarbe aus der Tube verwende ich tatsächlich eher seltener, da es mit den Stempelkissen so viel einfacher und schneller funktioniert. Und wer hat schon Lust sein Kreativchaos aufzuräumen? Wenn ihr also wie ich auf getränkte Kissen zurückgreifen wollt, dann kann ich Euch die Stempelkissen von Tsukineko empfehlen. Die Farbauswahl der unterschiedlichen Linien ist sehr schön modern. Die Kissen lassen sich meist umdrehen und die Farbe so auch von oben auf den Stempel auftragen.

Das Wichtigste bei der Auswahl des richtigen Stempelkissens ist meiner Meinung nach, dass sie pigmentiert sind. Die Pigmente sind nämlich lichtecht und deswegen verblasst dein Stempelwerk nicht nach kurzer Zeit. Wenn du viel stempelst, ist es auch toll, wenn du deine Stempelkissen mit Nachfüllink nachfüllen kannst. Für die Tsukineko Kissen, gibt es solche kleinen Nachfüller. Ansonsten kommt es ein wenig darauf an, was du vor hast.

Die Versafine Clair Stempelkissen liebe ich sehr. Sie sind pigmentiert und ölbasiert. Die Farbe lässt sich sehr gut und dünn auftragen auf die Stempel, so dass die Ergebnisse randscharf werden. Bei stark saugenden Papieren kann es aber sein, dass die Linien verlaufen und Zwischenräume zulaufen. Die Tinte trocknet schnell und deswegen kann man so gut in Schichten arbeiten. Außerdem ist sie wasserfest. Wenn ich beispielsweise Seidenpapier bedrucke, verwende ich dafür meist die Versa Color oder die Versa Magic in Tropfenform. Die kleine Größe ist zudem sehr praktisch.

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Die zuvor genannten Stempelkissen sind wasserbasiert. Es gibt auch Stempelkissen, mit denen sich Glas oder Plastik bedrucken lässt, zum Beispiel die Stazon Stempelkissen. Für den täglichen (Papier-)Gebrauch sind sie aber nicht gemacht (und stinken leider dolle). Wenn du Textil bedrucken möchtest, brauchst du dafür ein spezielles Stempelkissen. Tatsächlich würde ich aber für diesen Fall die tolle Speedball Textildruckfarbe empfehlen. So kannst du dir deine eigenen Farben mischen.

Vorbereitung: Motiv übertragen und Sicherheit

Denkt aber daran, dass der Stempel das Negativ zum später fertigen Bild darstellt. Achte darauf, dass dein Papier nicht verrutscht. Übertrage dein Motiv folgendermaßen: Lege das Butterbrotpapier mit der Bleistiftlinie nach unten auf dein Stempelgummi und reibe 1-2 Mal mit festem und gleichmäßigen Druck darüber. Verwende hierfür die Längsseite des Bleistifts oder ein Falzbein. Achte darauf, dass dein Papier nicht verrutscht. Und achso: Schrift bitte spiegelverkehrt auf das Gummi aufzeichnen. Wenn du Wörter oder Buchstaben schnitzt, musst du sie unbedingt spiegelverkehrt übertragen. Nur so erscheint die Schrift beim Stempeln später richtig herum.

Nimm dir Zeit, damit nichts passiert. Schnitze immer langsam, in Ruhe und von dir weg. Achte darauf, dass deine Finger nicht in der Schnittlinie liegen. Sicherheit geht immer vor! Am besten stellst du dir vor, du schälst eine Orange - mit Gefühl, aber ohne Druck. Achte darauf, dass du immer von dir weg schnitzt. Beim Schnitzen bin ich in einen regelrechten Flow geraten.

Schritt-für-Schritt Anleitung zum Schnitzen

  1. Beginne nun, das Motiv entlang der abgepausten Linie mit dem Linolschnitt-Messer herauszuarbeiten. Verwende für die Konturen die feinste Klinge. Tipp: Am besten machst du vorab ein paar Versuche auf einem extra Stück Gummi, um ein Gefühl für das Schnitzen zu bekommen.
  2. Schnitze immer langsam und in kleinen Bewegungen.
  3. Nachdem du dein Motiv fertig geschnitzt hast, kannst du mit einem Cutter oder Skalpell die Umrisse ausschneiden. Achte hierbei auf präzise und saubere Kanten. So erhältst du einen klaren Abdruck.
  4. Zum Auftragen der Farbe lege deinen Stempel mit dem Motiv nach oben auf die Arbeitsfläche. Mache zunächst einen Probeabdruck auf weißem Papier. Hierbei siehst du, ob du noch einmal überschüssige Kanten entfernen oder kleine Fehler mit dem Linolschnitt-Messer ausbessern musst. Außerdem kannst du so das feste und gleichmäßige Aufdrücken des Stempels üben.
  5. Wenn du zufrieden mit dem Ergebnis bist, beginne nun damit, dein Textil auf einer Unterlage, die etwas nachgibt, mit Stecknadeln festzustecken. Je straffer der Stoff ist, desto besser der Abdruck.
  6. Beginne damit, dein Stück Stoff mit deinem fertigen Stempel zu bedrucken. Achte stets auf einen festen, gleichmäßigen Abdruck.
Werkzeuge und Materialien zum Stempelschnitzen: Messer, Schnitzgummi, Stempelkissen

Tipps für bessere Drucke und Weiterverarbeitung

Mache zunächst einen Probeabdruck auf weißem Papier. Hierbei siehst du, ob du noch einmal überschüssige Kanten entfernen oder kleine Fehler mit dem Linolschnitt-Messer ausbessern musst. Außerdem kannst du so das feste und gleichmäßige Aufdrücken des Stempels üben. Füge kleine Details hinzu, wenn du magst - z. B. Punkte, Sterne oder feine Linien.

Mit Stoffmalfarben bestrichen, könnt Ihr die Stempel auf unifarbenen Stoffen aufbringen und tolle neue Stoffkreationen designen. Wird der Stoff mit der trockenen Farbe anschließend gebügelt und somit imprägniert, könnt Ihr ihn zu schönsten Stücken vernähen. Das geht sowohl mit Jersey, als auch mit Webstoffen. Den Kaktus-Stempel werde ich benutzen und ihn auf weißem Jersey aufbringen, um später daraus Babysachen für meinen kleinen Neffen zu nähen.

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6. Lasse nach dem Drucken die Farbe im Stoff mind. einen Tag trocknen, besser sind zwei. Nach gründlichem Durchtrocknen bügele dein Textil 3 Minuten bei 150°C auf links. Jetzt ist dein Stoff waschbar bei 60°C.

Abdruck auf Textil: Stempel auf Jersey

Montage, Aufbewahrung und Reinigung

Viele meiner selbstgemachten Stempel, besonders die Alphabete, befestige ich nach Fertigstellung auf einem Holzstück, meistens Multiplex. Diese habe ich mir ganz individuell zuschneiden lassen. Bevor ich die Stempel mit doppelseitigem Klebeband auf dem Trägerstück befestige, stempele ich das Motiv oben auf das Holz auf, so dass ich später direkt erkennen kann, um welchen Stempel es sich handelt. Die Dicke des Holzes könnt ihr beliebig variieren. Ich empfehle aber recht dickes Material (10mm), so dass sich der Träger nicht biegt. Bei sehr kleinen Stempeln, vor allem grafischen Elementen wie Punkte oder kleine Dreiecke, verzichte ich auch gänzlich auf den Träger.

Ich wollte noch ein Wort zum Reinigen eurer Stempel verlieren. Aber eigentlich gibt es nicht viel zu sagen, denn aktiv reinigen tue ich die Stempel eigentlich nicht. Nach Nutzung stempel ich auf einem Schmierpapier solange bis der Stempel keine Farbe mehr abgibt. Tadaa, er ist sauber! So arbeite ich im Alltag meist. Dennoch kann es manchmal nötig sein, seine Stempel zu reinigen. Zum Beispiel, wenn du von einer ölbasierten Stempelkissenfarbe auf eine wasserbasierte wechseln möchtest oder umgekehrt. Dazu nehme ich dann einfach ein Tuch Küchenrolle und feuchte es an und reibe anschließend damit über den Stempel. Das funktioniert natürlich nur, wenn ich wasserbasierte Farben (Zum Beispiel Versafine Magic oder Color) verwendet habe. Wenn ich ölbasierte Farben (Versafine Clair beispielsweise) genutzt habe, nehme ich das Tuch und gebe ein paar Spritzer Pflanzenöl (zum Beispiel Sonnenblumenöl) darauf und gehe genauso vor. Es ist nicht schlimm, wenn du die Stempel nicht direkt reinigst. Diesen Reinigungsvorgang kannst du auch noch Wochen später durchführen.

Wenn ich Textil bedrucke, reinige ich die Stempel danach unter fließendem Wasser. Aber auch hier gibt es unterschiedliche Farben und Inhaltsstoffe. Oft wird die Reinigung vom Hersteller beschrieben. Wenn ich besondere Stempelkissen verwende (Zum Beispiel das Stazon) dann verwende ich auch manchmal den dazugehörigen Reiniger.

Vorlagen, Übung und kreative Einsatzideen

Was ich dir zusätzlich noch ans Herz legen würde sind Schnitzvorlagen. Nicht, weil ich welche verkaufe, sondern weil ich aus eigener Erfahrung sehr gut weiß, dass der Schnitzprozess durchaus komplex sein kann. Und darunter leidet am Ende das Ergebnis, wenn du zeitgleich noch mit dem Kopf bei der Gestaltung bist. Um euch diesen Frust zu ersparen, arbeitet mit Vorlagen. Die könnt ihr im Übrigen auch selbst erstellen. Auch ich arbeite immernoch (eigentlich ist da auch so gar nichts Verwerfliches dran, immer dieser eigene künstlerische Druck) mit Vorlagen, meinen eigenen. Es ist schwierig sich auf die für das Drucken optimierte Gestaltung des Motivs zu konzentrieren und gleichzeitig darauf zu achten, den richtigen Druck auszuüben und die richten Linien wegzuschneiden, bzw. stehen zu lassen.

Mit deinen selbst geschnitzten Motiv-Stempeln kannst du jede Menge Weihnachtszauber verbreiten. Und das Beste: Mit Packpapier, Stoffresten oder alten Papiertüten kannst du wunderbar nachhaltig gestalten. Überdrucken: Verwende verschiedene Farben übereinander. Mix & Match: Schnitze zusätzlich kleine Motive wie Sterne, Punkte oder Schneeflocken und kombiniere sie. Schriftzug ergänzen: Runde deine Karte ab, indem du einen passenden Gruß hinzufügst - entweder mit Handlettering oder einem weiteren Schriftstempel.

Stempel-Motive und Vorlagen: Beispiele für Karten und Geschenkanhänger

Motivation, Einstieg und Lernhilfen

Wenn ihr jetzt rundum informiert seid, seid ihr sicherlich voller Tatendrang und wollt loslegen. Ich rufe Euch zu „nur Mut“. Der ist tatsächlich viel öfter in Gebrauch als gedacht und das Schöne ist, ihr könnt die Message auch weiterverbreiten, indem ihr Euch die Schnitzvorlage kostenlos downloadet. Um den Code zum Nullen des Betrages zu erhalten, könnt ihr Euch zur Konfettipost anmelden (siehe Formular unten). Einfach eingeben, downloaden, losschnitzen. Stempel selber machen ist wunderbar entschleunigend. Manchmal tauchen beim Start kleine Fragen oder Unsicherheiten auf - gerade dann, wenn du etwas Neues ausprobierst. Damit du dich gleich sicher fühlst und voller Freude loslegen kannst, habe ich hier die wichtigsten Antworten für dich gesammelt.

Mini-Video: Grundlagen Stempelschnitzen und Proben

Schnelles Praxis-Checkliste vor dem Start

  • Arbeitsplatz sauber und gut beleuchtet vorbereiten.
  • Materialien bereitlegen: Schnitzgummi, Messer, Bleistift, Transparentpapier, Stempelkissen, Unterlage.
  • Sicherheit: immer vom Körper weg schneiden, Finger aus der Schnittlinie halten.
  • Motiv spiegelverkehrt übertragen, Probeabdruck machen, nacharbeiten.
  • Beim Textildruck: Trocknen lassen, anschließend auf links bügeln (3 min, 150°C).

Weiterführende Hinweise

Die meisten Materialien bekommst du im Bastelgeschäft oder online - und viele hast du wahrscheinlich sowieso schon zuhause. Such dir am besten alles zusammen bevor du loslegst. Ich selbst hatte schon lange Lust, selbst mit dem Schnitzen zu beginnen, aber mir fehlte zum einen oft die Zeit und zum zweiten wusste ich nicht, ob mir das auch wirklich Spaß bringt. Schnell fand ich auch gleich ein geeignetes Bastel-Set vom Coppenrath Verlag: "Stempel schnitzen" aus der Serie 100% selbstgemacht. Mit diesem Set und ein wenig Übung bist du schnell mit eigenen, persönlichen Stempeln unterwegs.

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