Warum sollte man bei Schilddrüsenüberfunktion auf Schokolade verzichten?

Die Schilddrüse ist ein Hochleistungskraftwerk und produziert täglich die Hormone Trijodthyronin (T3) und L-Thyroxin (T4), die zahlreiche Stoffwechselprozesse steuern. Voraussetzung dafür ist, dass die Menge der ausgeschütteten Schilddrüsenhormone nicht zu groß, aber auch nicht zu klein ist. Wird zu viel Schilddrüsenhormon produziert, spricht man von einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Typische Symptome sind Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Schlafstörungen und allgemeine Unruhe. Frauen laborieren etwa 4-mal so oft an Schilddrüsenerkrankungen wie Männer. Grund dafür sind Hormonumstellungen in bestimmten Lebensphasen, wie etwa in der Schwangerschaft.

Schilddrüsenhormone, Stoffwechsel, Auswirkungen

Jods Rolle bei der Schilddrüsenüberfunktion und Ernährungsempfehlungen

Um die Schilddrüsenhormone T3 und T4 herzustellen, braucht die Schilddrüse Jod. Im Falle einer Überfunktion werden zu viele Hormone produziert, daher raten Mediziner:innen, auf jodreiche Nahrungsmittel weitgehend zu verzichten, den Tagesbedarf jedoch zu beachten. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine tägliche Jodzufuhr von 200 Mikrogramm. Günstiger ist es, in der täglichen Ernährung jodarme Nahrungsmittel auszuwählen, wie Obst, mageres Fleisch, Reis, Weißbrot statt Schwarzbrot.

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion ist die Menge an ausgeschütteten Schilddrüsenhormonen zu groß. Um die Überfunktion zu drosseln, sollten tendenziell eher jodarme Lebensmittel konsumiert werden. Wenig Jod steckt unter anderem in Weißbrot, Reis, Tomaten und vielen Obstsorten wie Äpfel, Birnen und Marillen. Eher verzichten sollten Betroffene auf jodreiche Lebensmittel wie Jodsalz, Milchprodukte, Hühnerfleisch und Schokolade.

Jodreiche und jodarme Lebensmittel Tabelle

Warum sollte Schokolade gemieden werden?

Schokolade zählt wie einige andere Milchprodukte und Fertigwaren zu den jodreichen Lebensmitteln, da häufig jodiertes Salz in der Herstellung verwendet wird. Bei Schilddrüsenüberfunktion kann die zusätzliche Jodzufuhr problematisch sein. Deshalb empfiehlt es sich, bei Fertigprodukten die Zutatenliste genau zu prüfen. Während diese Lebensmittel für gesunde Menschen als empfehlenswert gelten, können sie bei Schilddrüsenüberfunktion den Überschuss an Hormonen verstärken.

Schokolade, Fertigprodukte, Jod-Kontrolle

Wirkung von Schokolade auf den Stoffwechsel und die Symptomatik

Eine hochaktive Schilddrüse arbeitet unermüdlich und schüttet daher zu viele Schilddrüsenhormone aus. Eine übereifrige Schilddrüse macht sich durch viele Symptome bemerkbar, oftmals werden diese aber nicht einer Funktionsstörung zugeordnet. Zu den häufigsten Beschwerden zählen Herzrasen, Nervosität, Gewichtsabnahme und Schlafprobleme.

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Da der Stoffwechsel bei einer Schilddrüsenüberfunktion ohnehin schon beschleunigt arbeitet, sollten Betroffene auf Kaffee, Alkohol und Cola verzichten. Diese Getränke kurbeln den Stoffwechsel nur weiter an. Koffein wirkt anregend und kann Symptome wie Herzrasen, Nervosität oder Schlafstörungen verschlimmern. Menschen mit Schilddrüsenüberfunktion reagieren häufig empfindlicher darauf als Gesunde. Eine Tasse Kaffee am Morgen ist in der Regel unproblematisch, doch mehrere Tassen täglich oder starker schwarzer Tee können die Beschwerden verstärken.

Auch Schokolade enthält Koffein sowie Theobromin, was den Stoffwechsel zusätzlich anregen und Beschwerden wie Schlaflosigkeit und innere Unruhe verstärken kann. Eine besondere Rolle spielt das Spurenelement Jod: Jod ist nämlich unbedingt erforderlich, damit die Schilddrüsenhormone T4 und T3 gebildet werden können. Im Falle einer Überfunktion werden zu viele Hormone produziert, daher raten Mediziner:innen, auf jodreiche Nahrungsmittel weitgehend zu verzichten.

Koffein, Theobromin in Schokolade, Schilddrüsenüberfunktion

Empfohlene Ernährung bei Schilddrüsenüberfunktion

Eine Ursache der Schilddrüsenüberfunktion ist die sogenannte Autonomie, bei der Teile der Schilddrüse oder das gesamte Schilddrüsengewebe unkontrolliert zu viele Hormone produzieren. Die Steuerung unterliegt dabei nicht mehr der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse). Wird Jod über einen längeren Zeitraum in zu großen Mengen zugeführt, kann dies dazu führen, dass die bereits kranken, unkontrolliert arbeitenden Teile der Schilddrüse zu viele Hormone abgeben.

Neben Schokolade sind weitere jodreiche Lebensmittel wie Algen, Seefisch, Garnelen, Muscheln, Hering, Kabeljau sowie einige Mineralwässer zu meiden. Auch viele verarbeitete Lebensmittel wie Brot, Wurstwaren oder Käse werden mit jodiertem Salz hergestellt.

Jodarme Lebensmittel Jodreiche Lebensmittel
Reis, Weißbrot, Tomaten, Äpfel, Birnen, Marillen Schokolade, Milchprodukte, Jodsalz, Hühnerfleisch, Seefisch, Algen
Infografik: jodarme und jodreiche Lebensmittel

Worauf sonst noch achten?

Als besonders jodreich gelten zum Beispiel Seefische. Mineralwasser kann jodreich sein, der Gehalt schwankt allerdings extrem zwischen verschiedenen Wassern. Einige Marken enthalten mehr als 1000 Mikrogramm je Liter. Um einschätzen zu können, wie viel Jod enthalten ist, sollten Sie die Etiketten von Mineralwasser und anderen Lebensmitteln beachten und mit Ihrem Arzt über einen passenden Ernährungsplan sprechen.

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Neben der Ernährung ist auch der äußerliche Kontakt mit Jod in Form von Desinfektionsmitteln oder jodhaltigem Heilwasser zu vermeiden. Bei der medizinischen Untersuchung mit Röntgenkontrastmitteln ist ebenfalls Vorsicht geboten.

Etikettenkontrolle bei Mineralwasser und Fertigprodukten

Zusätzliche Tipps zur Ernährung

  • Achten Sie immer darauf, genügend Vitamine in Form von Obst und Gemüse zu sich nehmen.
  • Johannisbeeren und Kiwis sind allerdings sehr jodhaltig und sollten nur in begrenztem Maße verzehrt werden.
  • Vitamin-C-reiche Nahrung ist günstig, denn Ascorbinsäure fördert die Bildung der Schilddrüsenhormone.
  • Menschen mit Schilddrüsenüberfunktion können vielfach Vitamin A nicht aus der Vitaminvorstufe Betacarotin, die in pflanzlichen Nahrungsmitteln enthalten ist, bilden. In diesem Fall muss es über die Nahrung zugeführt werden.
  • Innereien können eine gute Quelle von Vitamin A sein.
Ernährungstipps bei Schilddrüsenüberfunktion

Fazit: Schokolade und Schilddrüsenüberfunktion

Bei Schilddrüsenüberfunktion ist der sensible Umgang mit der Jodzufuhr essenziell. Da Schokolade zu den jodreichen Lebensmitteln zählt und zusätzlich Stoffe wie Koffein und Theobromin enthält, die den aktiven Stoffwechsel direkt beeinflussen können, raten Fachgesellschaften und Expert:innen, bei Hyperthyreose weitgehend auf Schokolade zu verzichten. Dies hilft, die Überproduktion von Schilddrüsenhormonen nicht weiter zu verstärken und die Symptomatik zu entschärfen. Die Auswahl jodarmer Lebensmittel und die Kontrolle der Zutatenlisten bei industriellen Produkten sind daher wichtige Maßnahmen für Betroffene.

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