„Bienchen, Bienchen, gib mir Honig“: Bedeutung, Herkunft und die Geschichte hinter Fumagallis legendärem Clown-Klassiker
„Bienchen, Bienchen - gib mir Honig“ zählt zu den ikonischsten Nummern der modernen Clownerie. Hinter dem scheinbar kindlichen Refrain steht eine jahrzehntelange Bühnekarriere, die Entwicklung des modernen Clowns aus der Commedia dell’arte - und das bewegte Leben von Gianni Huesca alias Fumagalli.
Als Fumagalli hat er im Zirkus alles gewonnen, doch den höchsten Preis hat ihm das Leben abverlangt: den Tod seines Kindes. Als Fumagalli hat er im Zirkus alles gewonnen, doch den höchsten Preis hat ihm das Leben abverlangt: den Tod seines Kindes. Warum macht er trotzdem weiter?
Wer ist Fumagalli? Der „Stan Laurel“ der Manege
Er ist ein Clown von Weltruf, ideenreich, vielseitig und mit lachendem Gesicht. Mit viel Liebe zum Detail präsentiert der Spaßvogel mit dem feuchten „f“ seinen legendären Circusspäße: Die schlagfertigen Kaskaden mit Bruder Daris, die Gesangskünste mit Volare und natürlich den Lachschlager „Bienchen, Bienchen, gib mir Honig“. Doch auch vor Zauberei macht er diesmal nicht halt.
Fumagalli - der Superstar der guten Laune. Der „Stan Laurel“ der Manege“ ist zuständig für die lauten Lacher im Programm und seit mehr als 40 Jahren Spaßmacher mit Haut und Haaren.
Seither reisen Gianni Huesca und sein Bruder Daris um die ganze Welt, um ihre Fans zu beglücken. „Wir haben schon überall auf der Welt gespielt - in China, Marokko, Korea, Russland... Die Mentalitäten der Menschen sind so unterschiedlich, aber das Schöne ist: Unsere Show verbindet sie alle.“
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Biografische Herkunft: Familie, Fellini, Commedia dell’arte
Als Sohn einer berühmten italienischen Artistenfamilie wurde Natalino Gianni Huesca (so sein bürgerlicher Name) zu Weihnachten 1956 in Genua geboren. Vater Enrico Fumagalli agierte in einem Dutzend Fellini-Filmen vor der Kamera, doch sein Sohn wollte immer nur eines: Clown sein und Freude bringen.
Gianni Huesca wurde im Jahr 1956 in Genua, einer Hafenstadt im Norden Italiens, in eine Clowns- und Künstlerfamilie hineingeboren. „Meine ganze Familie spielt im Theater oder in Arenen. Wir alle sind Schauspieler oder machen etwas mit Film“, erklärt der Fumagalli-Clown. Sein Vater, Enrico Fumagalli, war selbst ein bekannter italienischer Schauspieler: Er stand in zahlreichen Filmen des italienischen Regisseurs Frederico Fellini als Clown vor der Leinwand, spielte im Theater und im Zirkus.
Nach der Schule begann Gianni Huesca „Commedia dell’Arte“ (dt. Berufsschauspielkunst) in Italien zu studieren und entdeckte schnell, dass er nicht nur große Leidenschaft für das Schauspiel hegte, sondern auch dafür, sich aufwändig zu verkleiden, zu schminken und das Publikum zum Lachen zu bringen.
Die Nummer: „Bienchen, Bienchen - gib mir Honig“ als Lachschlager
Aber eines ist sicher: Sein geliebter Klassiker „Bienchen, Bienchen - gib mir Honig“ wird definitiv zu sehen sein. Viel verraten möchte Fumagalli über seine letzten Shows in der diesjährigen Weihnachtszeit nicht, denn sie sollen eine große Überraschung für das Publikum werden.
Mit viel Liebe zum Detail präsentiert der Spaßvogel mit dem feuchten „f“ seinen legendären Circusspäße: Die schlagfertigen Kaskaden mit Bruder Daris, die Gesangskünste mit Volare und natürlich den Lachschlager „Bienchen, Bienchen, gib mir Honig“.
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Durch Witz, schauspielerisches Talent und Leidenschaft bringen die Brüder ein Publikum zum Lachen zu bringen, das nicht unterschiedlicher sein könnte.
Bedeutung der Phrase in Fumagallis Spiel
„Con una risata“ (= mit einem Lächeln) machtst Du Deine Träume wahr, sagt Fumagalli und strahlt über das ganze Gesicht.
Mit all diesen Gebärden überschreitet der Clown verbotene Grenzen der Gesellschaft und wird damit zum Spötter der Realität.
Die Verkleidung des typischen (Zirkus-)Clowns besteht aus verschiedenen Elementen. Er trägt oft zu große, bunte Kleidung, eine Perücke und eine rote Nase. Häufig wird durch Größenkontraste, wie zu große Schuhe und Miniaturinstrumente, eine komische Unangemessenheit herausgestellt.
Herkunftskontext: Vom Zanni zur Manege
Die Figur des modernen Clowns entwickelt sich aus den Zanni, den Dienerfiguren in der Commedia dell’arte, die ihrerseits auf ähnliche Figuren in der griechischen und römischen Komödie zurückgehen. Ab Beginn des 16. Jahrhunderts traten Clowns in den Pausen englischer Bühnenstücke auf, um die Zuschauer zu unterhalten.
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Begonnen hat alles in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in einem mit Sägemehl übersäten Spielzirkel, der durch Philip Astley zum Schauplatz des Clowns wurde. Mit der Entstehung fester Spielorte (Cirque Olympique, Cirque Medrano, Cirque d’hiver) veränderte sich auch die Darbietung der Clowns.
Wesen und Symbolik des Clowns werden ganz besonders deutlich in der Unterscheidung zwischen den fast immer gemeinsam auftretenden Figuren Weißclown und dummer August.
Köln als Schicksalsort: Karrierebeginn und Abschied
Als er 1994 nach Köln zum Roncalli Zirkus kam, schlüpfte er erstmalig in seine Rolle als Fumagalli-Clown und wurde schnell zum Publikumsliebling. Seither reisen Gianni Huesca und sein Bruder Daris um die ganze Welt, um ihre Fans zu beglücken.
Als Gianni darüber spricht, dass er seine Karriere als Fumagalli-Clown in Köln beenden wird, leuchten seine Augen: „Mein Lieblingszirkus war schon immer der Zirkus in Köln. 1994 hat meine Karriere als Clown hier begonnen und seither ist das Kölner Publikum mein Allerliebstes. In diesem Jahr wird Fumagalli ein letztes Mal in Köln sein und eine fantastische Show präsentieren.“
Die Fumagalli-Clowns beenden nach über 50 Jahren ihre Karriere. Warum sie sich besonders mit Köln verbunden fühlen und mittlerweile dringend eine Pause brauchen.
Der letzte Vorhang: Weihnachtszirkus und „Bienchen“-Finale
Erst vor zwei Jahren standen die weltbekannten Fumagalli-Clowns nach langen 25 Jahren wieder in Köln auf der Bühne - im Winter dieses Jahres beenden Daris (73) und Gianni Huesca (67) während des 9. Kölner Weihnachtszirkus ihre jahrzehntelange Karriere.
Kommt schneller als man denkt: Der Weihnachtszirkus
Obwohl die Zeichen noch auf Sommer stehen: In fast genau vier Monaten ist wieder Weihnachten. Auch in diesem Jahr gastiert dann wieder der Kölner Weihnachtszirkus während der neben der Zoobrücke. Vom 29. November bis zum 31. Dezember lockt das Ensemble sein besinnlich erleuchtetes Festzelt. Über 80.000 Gäste haben den Zirkus im vergangenen Jahr besucht.
Die neunte Ausgabe soll eine ganz besondere werden. „Unser neues Programm wird in diesem Jahr alles übertreffen“, versichern die Produzenten. Grund soll der bewegende Abschied von den Fumagalli-Clowns sein. Tickets sind hier erhältlich.
Geschäftsführer des Kölner Weihnachtszirkus Ilja Smitt freue sich sehr darüber, dass Daris und Gianni Huesca dem Zirkus noch einmal die Ehre erweisen und hier ihre letzte Show spielen werden. „Unser diesjähriger Höhepunkt wird also zugleich ein bewegender Abschied sein.“
Preisgekrönt: Ehrungen und internationale Resonanz
Für ihr großes Talent wurden sie im Jahr 2015 mit dem „Golden Clown“ beim Zirkusfestival in Monte Carlo ausgezeichnet.
50 Jahre Arbeit ohne Pause
Nach nun mehr als 50 Jahren in der Entertainmentbranche endet im Jahr 2024 eine Ära, mit der viele Menschen großgeworden sind.
Zwar freue sich Gianni Huesca auch darauf, etwas mehr Ruhe zu haben, aber er merke jetzt schon, dass ihm etwas fehle. „Meine Bruder und ich haben fast 50 Jahre lang ohne Pause gearbeitet, da braucht man etwas Ruhe. Aber ich merke, obwohl ich erst seit zwei Monaten zuhause bin, dass ich angespannt bin. Mir fehlt es jetzt schon auf der Bühne zu stehen.“
Zeitleiste: Stationen rund um „Bienchen, Bienchen - gib mir Honig“
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1956 | Geburt von Natalino Gianni Huesca in Genua |
| 1994 | Erste Auftritte als Fumagalli in Köln (Roncalli) |
| 2015 | Auszeichnung „Golden Clown“, Monte Carlo |
| 2024 | Angekündigter Abschied: Letzte Shows in Köln |
Hinter der Maske: Trauer, Verlust und Bühne
Es gibt Tage, da fällt es Gianni besonders schwer, sich in Fumagalli zu verwandeln. Dann setzt er dreimal den Kajalstift am unteren Augenlid an und malt doch wieder daneben, weil ihm die Tränen die Sicht nehmen.
Fumagalli, das ist der berühmteste Clown der Welt, und Gianni ist ein Vater, der nachts keinen Schlaf findet, weil sein Kind gestorben ist.
Früher waren der 58-jährige Gianni und der ewig junge Fumagalli eine Person: Spaßmacher, immer happy. Da nahm Gianni das Lachen von zu Hause einfach mit in die Manege.
Ein paar Tage später sitze ich in Giannis Wohnwagen. Er hat mich nach Ingolstadt eingeladen, wo der Zirkus gerade gastiert. Ein Foto seines dunkelhaarigen Sohnes Nino steht auf dem Holztisch im Wohnwagen, daneben eine Kerze. Über dem Fernseher hängt ein Fan-Schal von Manchester United, Ninos Lieblingsfußballclub. An der Wand: überall Bilder von Nino.
Es ist der 26. April, ein Tag nach Ninos zweitem Todestag. Giannis Sohn starb an einem Gehirntumor, nach vier Jahren Chemo siegte der Krebs über Giovanni, wie Nino eigentlich hieß.
Aber für seinen Vater blieb er immer der kleine Nino, auch wenn der ihn um zwei Köpfe überragte. Gianni hat mit sich gerungen, ob er der Journalistin eine Antwort auf die Frage nach seiner Traurigkeit geben will. Dann hat er sich doch dazu entschlossen: „Ich habe noch nie über Ninos Tod gesprochen. Nur mit meiner Familie. Seit Nino gestorben ist, ist mein Leben eine Katastrophe. Ich weine jeden Tag, er war mein Held, mein Fels, mein König. Er war der tollste Künstler der Welt, und das sollen jetzt alle lesen!“
Gianni will Nino ein Andenken geben. Es ist sein Versuch, die öffentliche Erinnerung an sein geliebtes Kind nicht verblassen zu lassen: „Die Menschen fliegen zum Mond, sie fliegen zum Mars, aber meinem Sohn konnte niemand helfen. Und wo, bitte, war Gott? Ich habe so an ihn geglaubt. Jetzt bin ich sauer auf ihn.“
Auf Ninos Grabstein steht nicht „geboren“ und „gestorben“, sondern „Sunrise“ und „Sunset“, Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Denn für Gianni ging die Sonne an jenem Tag vor zwei Jahren unter, als er in einer Münchner Klinik die Hand seines sterbenden Sohnes hielt. „Als Baby war er dünn und winzig, aber seine Hände waren so groß. I ch habe sein ganzes Leben, 24 Stunden am Tag, mit ihm verbracht. Nicht wie bei normalen Familien, bei denen die Kinder mit 18 aus dem Haus gehen. Wir waren immer zusammen. Niemand kann verstehen, wie sehr er mir fehlt“, sagt Gianni.
Nach dem Sonnenuntergang konnte Gianni ein Jahr lang das Clownskostüm nicht anziehen. „Eine Hälfte von mir liegt bei meinem Sohn im Grab. Wie sollte ich da lustig sein?“, fragt Gianni. Für Nino habe er schließlich doch weitergemacht, der hätte das so gewollt. Und für seine beiden anderen Söhne Niko (24) und Stefano (13). „Ohne sie weiß ich nicht, wo meine Frau und ich jetzt wären.“
Gianni macht eine lange Pause, dann geht er wortlos zum Garderobenwagen. Vor dem Spiegel sprüht er sich die Haare in drei Büscheln nach oben, mit jedem Sprühstoß Haarspray gehen auch seine Mundwinkel nach oben. Das sieht so komisch aus, dass ich lachen muss. Sofort entschuldige ich mich dafür, weil ich sehe, dass Giannis Augen sich mit Tränen füllen. „Tut mir leid“, sagt er, „normalerweise weine ich nur, wenn ich allein bin.“
„Wie schaffst du es, anderen Menschen so viel Freude zu bereiten?“, frage ich. „Ich bin ein guter Schauspieler“, antwortet er.
Als Gianni losläuft, setze ich mich ins Publikum und hoffe, meine Sitznachbarn sehen nicht zu mir herüber. Fumagalli hat mein Zwerchfell berührt, sein Zwilling Gianni mein Herz.
Maskenbild, Kostüm und das „feuchte f“
Die Verkleidung des typischen (Zirkus-)Clowns besteht aus verschiedenen Elementen. Er trägt oft zu große, bunte Kleidung, eine Perücke und eine rote Nase. Häufig wird durch Größenkontraste, wie zu große Schuhe und Miniaturinstrumente, eine komische Unangemessenheit herausgestellt.
Die Maske: Mit einer Maske lässt sich der Charakter vergrößern. Man unterscheidet zwischen Vollmaske und Halbmaske. Die Vollmaske bedeckt das gesamte Gesicht und hat meist noch Haarteile angefügt. Durch die Bedeckung des Gesichts geht die Mimik verloren, weshalb bei Vollmaske eine überzogene Gestik gefordert ist. Die Halbmaske lässt Mund und Unterkiefer frei, womit das Sprechen möglich ist. Zur Maskierung gehört auch die rote Clownsnase, die einen wichtigen Bezugspunkt bildet, da sie den Charakter festlegt. Schminke ist vor allem bei Pantomime wichtig, um eine bessere Wahrnehmung der Mimik zu erzielen. Farbkontraste wie weißer Grund, schwarz umrandete Augen und roter Mund erleichtern dies.
Zumindest die Haare seiner Bühnenfigur Fumagalli stehen schon: drei nach oben geföhnte Kämme, die aussehen, als hätte er die Borsten von drei Besen auf dem Kopf.
Die kulturhistorische Herkunft des Clowns: Rahmen für „Bienchen, Bienchen“
Vom Komiker und vom Narren lässt sich der Clown nicht immer unterscheiden; jedenfalls fehlt dem Begriff je nach Kontext meist das Despektierliche des Hampelmanns. Die Funktion des Clowns in menschlichen Gesellschaften ist uralt.
Im 17. Jahrhundert tritt der Clown als spitzbübischer Gegenspieler Harlekins in der englischen Harlequinade auf, einem durch die Commedia dell’arte inspirierten Genre.
Mit der Entstehung fester Spielorte (Cirque Olympique, Cirque Medrano, Cirque d’hiver) veränderte sich auch die Darbietung der Clowns. Der Clown trat vornehmlich als Pantomime auf, der tölpelhaft in der Manege herumstolperte, stürzte und sich in Interaktion mit anderen Clowns Fußtritte und Ähnliches einfing.
Der Schweizer Clown Grock trat Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgreich in Europa, Amerika und Nordafrika auf. Der Russe Oleg Popow wurde in den 1960er-Jahren weltweit berühmt.
Hinter der Pointe: Warum „Bienchen, Bienchen“ berührt
Mit viel Liebe zum Detail präsentiert der Spaßvogel mit dem feuchten „f“ seinen legendären Circusspäße: Die schlagfertigen Kaskaden mit Bruder Daris, die Gesangskünste mit Volare und natürlich den Lachschlager „Bienchen, Bienchen, gib mir Honig“.
Mit all diesen Gebärden überschreitet der Clown verbotene Grenzen der Gesellschaft und wird damit zum Spötter der Realität.
„Con una risata“ (= mit einem Lächeln) machtst Du Deine Träume wahr, sagt Fumagalli und strahlt über das ganze Gesicht.
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