Traditioneller Christbaumschmuck aus Schokolade: Geschichte und Herstellung

Christbaumschmuck aus Schokolade ist eine liebgewonnene Tradition in Österreich und Deutschland und bereichert bis heute viele Familienweihnachten. Seit der Christbaum im 16. Jahrhundert seinen Weg vom Freien ins Haus fand, naschen Naschkatzen den süßen Baumbehang.

Historischer Ursprung und Verbreitung

Den Quellen nach holten sich bereits im 15. Jahrhundert Menschen in der kalten und dunklen Jahreszeit etwas Grün ins Haus. Der zeitliche und räumliche Ursprung des Baums lässt sich also nicht so ganz genau belegen, aber grob kann man das 16. Jahrhundert und den deutschsprachigen Raum ansetzen. Anfangs war der Weihnachtsbaum eine protestantische Tradition, später übernahmen sie auch die Katholiken. Man dekorierte die Bäume mit Nüssen, Obst, Gebäck, Oblaten und Basteleien aus Papier. Neben diesen meist essbaren Dekorationen hat man auch schon recht früh Gold verwendet und zum Beispiel vergoldete Nüsse aufgehängt. Als diese Darstellungen aus dem Gesichtsfeld verschwanden, blieb nur der Christbaum mitsamt seinem Schmuck aus Äpfeln. Im 17. Jahrhundert kamen bei wohlhabenden Bürgern Wachskerzen hinzu, etwas später knüpfte man auch Spielzeug, bunte Papierketten, Lebkuchen und Zuckerwerk an die Äste. Der Baum wurde dann von den Kindern „geplündert“.

Aus Deutschland trat der Weihnachtsbaum im 19. Jahrhundert seinen Siegeszug in die Welt an. Dazu trugen vor allem deutsche Auswanderer bei. In die USA brachte ihn angeblich unter anderem ein Harvard-Professor, nach Großbritannien kam er durch dynastische Verflechtungen: Albert von Sachsen-Coburg-Gotha, der Ehemann von Queen Victoria, brachte die Tradition des deutschen Weihnachtsfestes und damit auch des Weihnachtsbaumes an den englischen Hof.

Essbarer Baumschmuck: Von Äpfeln und Nüssen zu Schokoladefiguren

Äpfel, Nüsse und Zuckergebäck gehörten von Anfang an zum beliebten Baumbehang. Früher wurden dafür extra kleine Füllbehälter gebastelt: Diese sahen aus wie eine Schultüte, eine Tasche, eine Zigarre oder eine Trommel. Da hinein hat man dann kleine Leckereien gepackt wie Mandeln, Schokolade oder Zucker. Diese Täschchen durfte man als Kind dann räubern. Ein solcher Baumschmuck war auch Leuten mit wenig Geld möglich. Manchmal wurden sogar Lebensmittel wie Käse in den Baum gehängt.

Schon viel früher wurden Weihnachtsmänner und Nikoläuse aus Schokolade kreiert. Um das Jahr 1820, also vor rund 200 Jahren, sollen sich die ersten Konditoren an die künstlerisch herausfordernde und symbolträchtigen Figuren getraut haben und die ersten, manuell geformten Exemplare zum Verkauf angeboten haben. Diese waren, anders als heute, aus massiver Schokolade hergestellt. Wenige Jahrzehnte später schufen ebenfalls Konditoren die ersten Schokoladenhohlfiguren zur Weihnachtszeit. Doch für den Durchbruch zum Massenphänomen brauchte es die industrielle Fertigung in größeren Mengen.

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Schokoladen-Weihnachtsmänner und Christbaumschmuck aus buntem Stanniol

Herstellung von Schoko-Christbaumschmuck: Handwerk und Technik

Exakt 29 Grad muss die Schokolade haben. Dann kann sie zu Jesuskindern, Papageien oder Tannenzapfen verarbeitet werden. Der Zuckerbäcker streicht sich einfach einen Klecks flüssige Schokolade ans Kinn: Brennt das, muss die Masse noch etwas abkühlen. Fühlt sich die Schokolade angenehm an, kann sie in die Förmchen gegossen werden. Die richtige Temperatur ist deshalb so wichtig, damit sich die Zucker- und Fettmoleküle gut miteinander verbinden. Geschieht das unzureichend, wird die gegossene Figur gräulich.

Die kleineren Exemplare (das sind 150 bis 200 verschiedene Figuren) werden rein manuell hergestellt. Dementsprechend sorgsam geht er mit ihnen um: Kammerer bewahrt die Förmchen in Papier gewickelt und in Kartons geschlichtet auf. „Einige Formen stammen noch von meinem Großvater.“ Kammerer führt seine „Wiener Lebkuchen- und Schokolade-Manufaktur“ seit 20 Jahren. Seine Vorfahren gründeten das Unternehmen im Waldviertel, in den 1940er-Jahren zog man in den 20. Bezirk um. 400 Kilogramm Christbaumschmuck hat er heuer hergestellt - die Produktion ist für diese Saison im Wesentlichen abgeschlossen.

Abgesehen von der Original-Form zeichnet sich der Schmuck auch durch die zeittypische Verpackung aus. Sämtlicher Baumbehang wird händisch in buntes Stanniol gewickelt. Manche Folien lässt er in Deutschland nachdrucken. Damit das Umwickeln gelingt, benötigt man zwei Dinge. Erstens: je nach Figur ganz eigene Tricks. Und zweitens: kalte Hände. „Beim Verpacken starte man meistens in der Mitte der Figur und arbeite sich nach hinten - wo die Folie auf eine spezielle Art und Weise zusammengedrückt wird. Bei industriell hergestellten Figuren ist ein solcher Bug nicht zu finden, sie haben eine glatte Kante.”

Handgefertigte Schokoladenfiguren in buntem Aluminiumstanniol

Manufakturen und Traditionen: Beispiele aus Wien und Österreich

Michaela Dürnberger in der Wiener Neubaugasse, das zu den ältesten Wiens zählt, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein: Goldene Nüsse, rote Stiefel, bunte Vogerl - die Kunden lieben das funkelnde Christbaumstück, essbaren Weihnachtsschmuck aus Schokolade, der in bunt bedruckte Aluminiumfolien verpackt ist. Die Anhänger sind nie aus der Mode gekommen. Christbaum sind ein deutsch-österreichischer Brauch. Elsass behängten ihn die Menschen mit Naschzeug und Puppen. Wo man es sich leisten konnte, war er mit Naschereien geschmückt.

Als Wiener Traditionsunternehmen hat sich HEINDL der Tradition von süßem Christbaumschmuck natürlich angenommen. Alle Jahre wieder versüßen wir so den Familien die festliche Zeit des Jahres, auch über den 26.Dezember hinaus. In unserem Familienbetrieb wird Tradition mit Qualität und Nachhaltigkeit verbunden! Kinder lieben den zartschmelzenden Christbaumschmuck von HEINDL. Und da die erste Dekoration erfahrungsgemäß nicht lange hält, gibt es unseren Baumbehang auch in extra großen Packungen.

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Die Traditionsfirma Manner produziert seit 1891 Weihnachtsbehang. Jedes Jahr verbrauchen wir ein bis zwei Motive, die es so nie wieder geben wird. Aluminium, das noch in den 70ern hergestellt wurde, prägte die typische glänzende Verpackung vieler Süßigkeiten.

Produktionstechniken im Wandel: von Handarbeit zur Industrie

Ab den 1950er Jahren nahm die Erfolgsgeschichte richtig Fahrt auf und durch neue Verfahren konnte die Schokolade in verschließbare Formen gegossen werden. So entstanden die noch heute beliebten Relief-Weihnachtsmänner. Sie sind nicht hohl und zeigen ihre Struktur, wie den langen Bart, nur auf einer Seite. Die andere ist flach. Darauf aufbauend und, eine aus Dänemark stammende Erfindung nutzend, begann in der Folge die Herstellung von Hohlfiguren, die dann geschleudert werden, so dass die flüssige Schokolade innen an der Form gleichmäßig verteilt wird. So entstehen die perfekt ausgeformten und mit vielen Details verzierten kleinen Kunstwerke. Ein Verfahren, dass auch bei Osterhasen eingesetzt wird - aber immer neu auf Basis frischer Kakaobohnen.

Heute sind Schoko-Weihnachtsmänner aus der Adventszeit nicht mehr wegzudenken. Allein in Deutschland wurden im Jahr 2021 rund 160 Millionen Schokoladen-Nikoläuse und Weihnachtsmänner hergestellt. Knapp ein Drittel dieser besonderen Begleiter durch die Weihnachtszeit werden exportiert und erfreuen die Menschen in Europa und Übersee. Es gibt sie in vielen Größen, von Mini bis Maxi und in verschiedenen Sorten - etwa mit unterschiedlich hohem Kakaoanteil.

Herstellungsprozess von Schokoladenfiguren in einer Manufaktur

Kulturelle Bedeutungen und Wandel des Schmucks

Ursprünglich tauchten Bäume gar nicht im Zusammenhang mit der Krippengeschichte in der Kirche auf, sie symbolisierten im Mittelalter vielmehr den Paradiesbaum, von dem Eva den verbotenen Apfel pflückte. Heutzutage lässt das religiöse Fest Raum für ein weltliches und familiäres Fest, das dennoch die traditionellen Elemente der vergangenen Jahrhunderte aufnimmt.

Spezielles Zubehör, um es an den Baum zu hängen, gab es schon im 18. Jahrhundert auf Weihnachtsmärkten zu kaufen. Es gab dort Krippenfiguren, Baumschmuck und Rauschgoldengel. Lametta und Christbaumkugeln begann man Mitte des 19. Jahrhunderts herzustellen. Christbaumschmuck aus Glas wird in seinem Ursprung auf Thüringen zurückgeführt, genauer gesagt auf die Glashütten in Lauscha. Anfangs imitierte der gläserne Christbaumschmuck noch die essbaren Dinge, die man sonst typischerweise an den Baum gehangen hatte, wie Nüsse und Äpfel.

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Manche historische Perioden machten den Baumschmuck sogar zum politischen oder patriotischen Symbol: Das Schmücken des Baums in den beiden Weltkriegen war durchaus ein politisch-patriotischer Akt. Später versuchten die Nationalsozialisten, die angeblich „germanischen“ Wurzeln des Weihnachtsfestes herauszuarbeiten. Dass es Christbaumschmuck mit sehr deutlicher NS-Symbolik gab, ist gut belegt. Heute ist der Christbaumschmuck sicher kein derartiges Politikum mehr. Dennoch spiegelt er in gewisser Weise immer auch den Zeitgeist wider - in diesem Jahr kann man zum Beispiel Weihnachtskugeln mit aufgedruckter Maske kaufen.

Praktische Tipps für die eigene Dekoration und Kauf

  • Wer seinen Christbaum auf „moderne Art“ schmücken will, kann aus einem reichhaltigen Angebot wählen: Fan-Artikel des 1. FC Köln in den Farben rot und weiß, Auto- und Flugzeugmodelle und vieles mehr.
  • Beim Kauf von Schokoladen-Christbaumschmuck lohnt es sich, auf handwerkliche Qualität, frische Zutaten und saubere Temperierung zu achten - Exakt 29 Grad muss die Schokolade haben, damit sie perfekt glänzt und nicht gräulich wird.
  • Für Sammler und Liebhaber empfiehlt sich das Aufbewahren alter Formen und die Wertschätzung traditioneller Verpackungen: bunt bedrucktes Aluminiumstanniol gehört zur Optik und Nostalgie der Produkte.
  • Wenn Kinder im Haushalt sind: Schokolade am Baum ist beliebt, aber leicht zu „plündern“ - extra große Packungen oder eine Mischung aus essbarem und nicht-essbarem Schmuck schaffen Abhilfe.

Tabelle: Vergleich handgefertigt vs. industriell gefertigter Schoko-Schmuck

Merkmal Handgefertigt Industriell
Formenvielfalt 150-200 Figuren, oft historische Formen Breite Serien, standardisierte Motive
Temperierung Manuelle Kontrolle (z. B. 29 °C) Automatisierte Prozesse
Verpackung Händisch in Stanniol gewickelt Maschinelle Verpackung, glatte Kanten
Auflage Limitierte Motive, oft einzigartig Massenproduktion, gleichbleibende Motive

Erinnern Sie sich noch, wie Weihnachten bei Ihnen früher war? Mittelpunkt im weihnachtlich geschmückten Zimmer war für uns der Christbaum in seinem Schmuck- und Lichterglanz. Ein bescheidenes Fichtenbäumchen mit Engelshaar, vergoldeten Nüssen, mit Äpfeln und Süßigkeiten herausgeputzt. Unter dem Baum eine schlichte Krippe. Und dann die Geschenke! Meist, was man halt unbedingt brauchte: ein Paar Schuhe mit Strümpfen, eine warme Mütze, vielleicht noch eine gestrickte Weste und natürlich etwas Weihnachtsgebäck, selbstverständlich von der Mutter gebacken.

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