Dubai Schokolade Chocovia Hintergrund und Herstellung

Die Dubai-Schokolade ist mehr als nur ein süßes Vergnügen - sie ist eine kleine Reise in den Orient. Dahinter verbirgt sich eine knackige Vollmilchschokoladenhülle, die mit zartschmelzender Pistaziencreme und sogenanntem Engelshaar gefüllt ist.

Ursprung, Entstehung und Hype

Der Name „Dubai Schokolade“ deutet darauf hin, dass sie in den Vereinigten Arabischen Emiraten, insbesondere in Dubai, ihren Ursprung hat. Influencer wie Sarah Hamouda haben dazu beigetragen, das Rezept zu verbreiten und zu popularisieren. „Can’t Get Knafeh of It“ wurde 2021 von Sarah Hamouda, der Gründerin von Fix Dessert Chocolatier, in Dubai entwickelt. Sie erlebte 2024 und Anfang 2025 einen Hype in den sozialen Medien. ‚Can’t Get Knafeh of It’: Viral ‘Dubai Chocolate’ sparks global craze fueled by social media.

Dubai Skyline und Schokoladentafel

Diese überaus köstlich Schokoladenkreation, bei uns im Gegensatz zum Original übrigens mit Bitterschokolade zubereitet, ist uns im Rahmen unserer Schokoladen-Weltreise 2024 im Oktober auf jeden Fall einen kleinen Abstecher nach Dubai wert. Swiss chocolatier serves up Middle Eastern flavors as ‘Dubai chocolate’ craze hits Europe. Europe goes nuts for viral Dubai chocolate. With bars priced over €100, chocolate smuggling spreads across the continent.

Zusammensetzung und typische Zutaten

Als Schokolade wird meist Vollmilchschokolade verwendet, alternativ Bitterschokolade. Dahinter verbirgt sich eine knackige Vollmilchschokoladenhülle, die mit zartschmelzender Pistaziencreme und sogenanntem Engelshaar gefüllt ist. Letzteres ist der umgangssprachliche Name für die in der arabischen Küche weit verbreitete Teigfaden-Spezialität Kadaifi. Für die Füllung der Dubai Schokolade werden die Fäden zusammen mit Butter goldbraun und knusprig angeröstet. Die Füllung besteht aus geröstetem und gehacktem Kadaifi („Engelshaar“), gehackten Pistazien bzw.

Bei der Zubereitung: Kadayif in kleinere Stücke schneiden, in Butter Gold braun braten, bis sie knusprig werden. Abkühlen lassen. Pistaziencreme, Tahin, Meersalz, Pistazienstücke und das knusprige Kadayif zu einer Masse verarbeiten. Die Kuvertüre hacken und zwei Drittel in einer hitzebeständigen Schüssel im Wasserbad langsam und bei geringer Temperatur schmelzen lassen. Gelegentlich umrühren. Vom Wasserbad nehmen und die restliche Kuvertüre unterrühren, bis die Mischung glatt und glänzend ist.

Lesen Sie auch: Hype, Inhaltsstoffe und Qualität: Dubai-Schokolade im Vergleich

Temperieren und Formen

Das Geheimnis für eine glänzende und knackige Schokolade liegt im richtigen Temperieren. Schokolade im Wasserbad schmelzen und auf 40 Grad erhitzen. Danach bis 28 Grad abkühlen lassen und nochmal bis 29.5 Grad im Wasserbad erwärmen. Jetzt in die Form gießen. 5 Min. ruhen lassen und dann für 30 Min. in den Kühlschrank. Jetzt die Füllung dazu und dann wieder 30 Min. in den Kühlschrank. Danach deckeln (also mit Schokolade abdecken) und wieder 30 Min. in den Kühlschrank stellen.

Kadaifi-Röstung in der Pfanne

Variationen und Rezeptfreiheit

Es gibt keine einzige, offizielle Rezeptur für die Dubai Schokolade. Jeder Konditor oder Hobbykoch kann seine eigene Version mit verschiedenen Schokoladenarten, Nüssen und weiteren Zutaten kreieren. Besonders gut hat uns die Zubereitung mit weißer Schokolade geschmeckt, die exzellent mit den Pistazien harmoniert. Für eine Tafel brauchst du folgende Zutaten: weiße Schokolade zum Dekorieren, Lebensmittelfarbe zum Einfärben der weißen Schokolade, 3 Tafeln Lindt Vollmilch oder weiße Schokolade (am Ende bleibt hier nicht die ganze Schokolade in der Tafel, benutzt die Reste z.B.

Hersteller, Marken und Rechtslage

Die Schokolade des Originals wird vom Schweizer Hersteller Max Felchlin AG produziert. Laut dem Deutschen Patent- und Markenamt gab es in Deutschland zum Stand 4. Dezember 2024 insgesamt 19 aktive Markenanmeldungen, die den Begriff „Dubai“ im Zusammenhang mit Süßwaren umfassen. In Europa wurden mehr als 30 ähnliche Markenanmeldungen für Schokolade registriert. Im Dezember 2024 mahnte ein Importeur andere Hersteller ab, da deren Dubai-Schokolade nicht in Dubai produziert wird. Trotz der Abmahnungen vertreiben zahlreiche Hersteller weiter unter der Bezeichnung Dubai-Schokolade.

Der Bundesverband der deutschen Süßwarenindustrie ist der Meinung, dass als „Dubai-Schokolade“ bezeichnete Schokoladenerzeugnisse auf der ganzen Welt hergestellt werden dürfen. Markenrecht: Muss ‚Dubai-Schokolade‘ aus Dubai sein? „Dubai-Schokolade“ ist eine Gattungsbezeichnung und darf auf der ganzen Welt hergestellt werden. Das Landgericht Frankfurt hatte zuvor eine andere Auffassung vertreten: In einem Verfahren gegenüber dem Discounter Lidl kamen die Richter zu dem Schluss, dass der Zusatz „Dubai“ mittlerweile ein sogenannter Gattungsbegriff sei.

Das Oberlandesgericht Köln (OLG Köln) hat in vier Parallelverfahren klargestellt, dass „Dubai‑Schokolade“ eine einfache geografische Herkunftsangabe im Sinne von § 126 Abs. 1 MarkenG bleibt und sich (noch) nicht zu einer bloßen Gattungsbezeichnung gewandelt hat (Urteil vom 27.06.2025 - 6 U 52/25). Das OLG Köln hat die Entscheidung aus Frankfurt nun entkräftigt und in seinen jüngsten Urteilen sehr deutlich gemacht: Wird das betreffende Produkt weder in Dubai hergestellt noch dort wesentlich veredelt, führt die Bezeichnung „Dubai-Schokolade“ zur Irreführung (nach § 127 Abs. 1 MarkenG). Verpackungselemente wie die Skyline von Dubai oder englische Claims verstärken laut Gericht diese Fehlvorstellung. Schon wenn 15 bis 20 Prozent der Verbraucher mit dem Begriff „Dubai-Schokolade“ eine konkrete geografische Herkunft verbinden, bleibe der Schutz der Herkunftsbezeichnung bestehen.

Lesen Sie auch: Alles über Camondas Dubai Schokolade

Für Schokoladenhersteller und -händler bedeutet das: Wollen sie weiterhin mit dem Label „Dubai“ werben, müssen sie das Produkt in Dubai fertigen lassen, die Ware mit einem klaren, gut sichtbaren Herkunftshinweis versehen und die Lieferkette dokumentieren. Ansonsten gilt es, rasch auf Bezeichnungen wie „Dubai Style“ oder gänzlich neue Marken auszuweichen und sämtliche visuelle Dubai‑Anspielungen zu entfernen. Ohne solche Maßnahmen drohen einstweilige Verfügungen, Rückruf‑ und Abmahnkosten sowie Ordnungsgelder.

Rechtslage und Verpackungsbeispiel

Untersuchungen, Qualitäts- und Gesundheitsfragen

Im Dezember 2024 führte die Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg eine Untersuchung von acht Proben „Dubai-Schokolade“ durch: Fünf Proben waren unterschiedliche Chargen eines Herstellers aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), drei stammten von verschiedenen Produzenten aus der Türkei. Dabei wurde der Einsatz von Palmöl anstelle von Kakaobutter in den VAE-Proben beanstandet, was eine Verbrauchertäuschung darstellt, da das Produkt nicht den rechtlichen Anforderungen für Schokolade entspricht. Zudem enthielten die VAE-Proben herstellungsbedingte Verunreinigungen, was ihre Eignung für den menschlichen Verzehr in Frage stellt. In den Proben aus der Türkei wurde nicht deklarierter Sesam nachgewiesen, was für Personen mit Sesamallergie ein Gesundheitsrisiko darstellt.

Fast alle untersuchten Proben enthielten zudem künstliche Farbstoffe, die einen höheren Anteil an hochwertigen Zutaten vortäuschten. Bei ersten Untersuchungen waren acht Importproben „Dubai-Schokolade“ bezüglich ihrer Gehalte an Prozesskontaminanten, Mykotoxinen und nicht deklarierten Farbstoffen auffällig. Bei fünf dieser acht Proben handelte es sich nicht um Schokolade. Teilweise waren nicht deklarierte allergene Zutaten (wie Sesam) enthalten. Neun dieser Proben überschritten den gesetzlich festgelegten Höchstwert für Glycidyl-Fettsäureester deutlich. Sie wurden zusätzlich als nicht zum Verzehr geeignet und somit als „nicht sicher“ beurteilt, da sie eine für Verbraucherinnen und Verbraucher unzumutbar hohe Kontamination mit einer als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuften Substanz aufwiesen.

Wir halten fest: neun von 32 Proben wurden aufgrund von herstellungsbedingten Kontaminanten als „nicht sicher“ beurteilt. Bei 32 „Dubai-Schokoladen“ wurden Farbstoffe in der Füllung und im vorhandenen Dekor festgestellt; lediglich bei zwei Proben waren die nachgewiesenen Farbstoffe deklariert. Forschungsergebnisse deuten auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Azofarbstoffen und Aufmerksamkeitsstörungen bei Kindern hin. Durch den Einsatz der synthetischen Farbstoffe wird eine intensivere Färbung der Füllung erreicht.

Allergene, Pistazienanteile und Kennzeichnung

Schon bei der geschmacklichen Prüfung ist auffällig, wie wenig die „Pistazienfüllungen“ nach der hochwertigen Zutat Pistazie schmecken. Deklariert waren häufig hohe Anteile an Pistazie von mehr als 10 %, wie z. B. 44 % bei einem Produkt aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Bei näherem Studium des Zutatenverzeichnisses wird aber häufig klar: Die Füllungen enthalten nicht etwa 44 % Pistazie, sondern die zusammengesetzte Zutat Pistaziencreme ist mit diesem Gewichtsanteil angegeben.

Lesen Sie auch: Der neue Trend: Pinke Dubai Schokolade

Bei vielen Proben fehlte zudem die mengenmäßige Angabe für die Zutat Pistazie. Diese ist u. a. aufgrund der Hervorhebung von Pistazien in der Aufmachung und oftmals durch die Nennung von Pistazie in der Bezeichnung verpflichtend anzugeben. Verbrauchertipp: Achten Sie auf die Mengenangaben für Pistazien im Zutatenverzeichnis. Wenn sich die Mengenangabe z. B. „Dubai-Schokoladen“ enthalten Zutaten, die bei manchen Personen allergische Reaktionen auslösen können. Dazu zählt neben Milch und Pistazie auch Sesam. Potenziell allergene Zutaten müssen in der Kennzeichnung im Zutatenverzeichnis deutlich hervorgehoben gekennzeichnet werden.

Insgesamt untersuchte das CVUA Freiburg 28 Proben auf Allergene. Bei vier Proben von „Dubai-Schokoladen“ türkischer Herkunft sowie einer Probe niederländischer Herkunft wurde Sesam in hohen Anteilen bestimmt. Weder im Zutatenverzeichnis, noch in den freiwilligen Hinweisen war bei diesen Proben Sesam erwähnt. Menschen mit einer Sesam-Allergie können daher erwarten, dass Sesam weder als Zutat noch als Verunreinigung enthalten ist. Aufgrund der teils hohen Gehalte ist es bei diesen fünf Proben durchaus wahrscheinlich, dass Sesam-Allergikerinnen und -Allergiker durch den Verzehr des Erzeugnisses gesundheitlich beeinträchtigt werden. Wir halten fest: Bei 5 von 28 auf Allergene untersuchten Proben (18 %) war Sesam in deutlichen Mengen enthalten, obwohl Sesam weder als Zutat noch im Spurenhinweis angegeben war.

Kontaminanten, Mykotoxine und Mineralölrückstände

32 Proben „Dubai-Schokolade“ wurden am CVUA Stuttgart auf die herstellungsbedingten Kontaminanten 3‑MCPD‑ und Glycidyl‑Fettsäureester untersucht. Glycidyl‑Fettsäureester werden als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen eingestuft und sollten in Lebensmitteln soweit wie möglich minimiert werden. Diese Prozesskontaminanten entstehen vor allem bei der Raffination von Fetten und Ölen und gelten als gesundheitlich bedenklich. Vermutlich gelangten die gesundheitlich bedenklichen Stoffe über verunreinigtes Palmöl in die „Dubai-Schokolade“.

Zusätzlich untersuchte das CVUA Stuttgart 25 Proben im Rahmen des Sonderprobenprogramms auch auf das Vorhandensein von Mineralölrückständen (MOSH und MOAH). In allen Proben wurden Rückstände an MOSH bestimmt. Zwei von 25 Proben (8 %) waren mit Kontaminationen an MOSH und MOAH auffällig. MOAH stuft die EFSA aufgrund des Vorkommens von genotoxischen Verbindungen als besorgniserregend ein. Im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes sind nach derzeitiger Verständigung der Mitgliedsstaaten bestimmbare Rückstände von MOAH in Lebensmitteln unerwünscht.

Wir halten fest: Bei neun von 32 Proben wurden im Rahmen von Screening-Untersuchungen auffällige Gehalte des kanzerogenen Schimmelpilzgifts Aflatoxin B1 festgestellt. Alle neun Proben stammten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Bei allen 34 „Dubai-Schokoladen“ waren Kennzeichnungsmängel vorhanden.

Laboruntersuchung von Schokoladenproben

Praktische Hinweise zur eigenen Herstellung

Du möchtest die Dubai-Schokolade selbst herstellen? Kein Problem! Unser Tipp: Experimentiere ruhig mit verschiedenen Schokoladensorten und Nüssen. So kreierst du deine ganz persönliche Dubai-Schokolade. Die Kadaifi Teigfäden mit einem scharfen Messer zerkleinern und in einer Pfanne bei mittlerer Hitze zusammen mit der Butter leicht goldbraun rösten. Vorsichtig rühren, damit sie nicht anbrennen. Anschließend zur Seite stellen und abkühlen lassen. Die Silikonform aus dem Kühlschrank nehmen, die Mulden mit der Pistazien-Kadaifi-Mischung befüllen und mit flüssiger Kuvertüre übergießen. Nach dem Erkalten die Schokoladentafel(n) vorsichtig aus der Silikonform drücken.

Das Geheimnis für eine glänzende und knackige Schokolade liegt im richtigen Temperieren. Jetzt in die Form gießen. 5 Min. ruhen lassen und dann für 30 Min. in den Kühlschrank. Jetzt die Füllung dazu und dann wieder 30 Min. in den Kühlschrank. Danach deckeln (also mit Schokolade abdecken) und wieder 30 Min. in den Kühlschrank stellen. Die Kuvertüre hacken und zwei Drittel in einer hitzebeständigen Schüssel im Wasserbad langsam und bei geringer Temperatur schmelzen lassen. Gelegentlich umrühren. Vom Wasserbad nehmen und die restliche Kuvertüre unterrühren, bis die Mischung glatt und glänzend ist.

Schritt-für-Schritt: Dubai-Schokolade herstellen

Tipps für Verbraucher und Händler

Die sehr hohen Preise sind unserer Meinung nach in keinem Fall gerechtfertigt. Schokoladenhersteller, die bis vor kurzem noch auf den Dubai-Hype aufgesprungen waren, werden bei ihren Werbemaßnahmen wohl künftig zurückhaltender sein. Es empfiehlt sich daher, eine sorgfältige Kosten‑Nutzen‑Analyse durchzuführen und die künftigen Gerichtsentscheidungen kontinuierlich im Blick zu behalten. Verbrauchertipp: Achten Sie auf die Mengenangaben für Pistazien im Zutatenverzeichnis. Insbesondere Menschen mit Sesamallergie sollten daher vorsichtshalber auf den Verzehr verzichten, auch wenn kein Sesam deklariert ist.

Aspekt Wichtiges
Typische Füllung Pistaziencreme, geröstetes Kadaifi (Engelshaar)
Hülle Vollmilch- oder Bitterschokolade (temperiert)
Herkunft/Recht Geografische Herkunftsbezeichnung umstritten; OLG Köln sieht Schutz der Herkunftsbezeichnung
Hauptgefahren Palmöl statt Kakaobutter, Prozesskontaminanten (Glycidyl-FE), Aflatoxine, nicht deklarierte Allergene (Sesam), farbige Zusatzstoffe
Verbrauchertipp Etiketten prüfen, Pistazienanteile kontrollieren, bei Allergien Vorsicht walten lassen

Vielen Dank an Lisa Nieschlag vom Foodblog Liz & Friends für die immer wieder fantastischen Rezepte, die sie für uns kreiert. Auch lieben wir ihre Bücher, die wir hier regelmäßig vorstellen.

tags: #Dubai #Schokolade #Chocovia #Hintergrund #und #Herstellung

Populäre Artikel: