Dubai-Schokolade: Zwischen viralem Trend und Qualitätsproblemen in der Herstellung
Der Hype um die sogenannte Dubai-Schokolade hat in den letzten Jahren sowohl national als auch international große Aufmerksamkeit erregt. Doch was verbirgt sich hinter diesem Trend, und welche Aspekte sind bei der Herstellung und dem Konsum dieser Süßigkeit zu beachten?
Was ist Dubai-Schokolade?
Dubai-Schokolade ist eine gefüllte Tafelschokolade, die sich durch ihren Kern aus Pistaziencreme und feinen Teigfäden, auch Kadayif oder Engelshaar genannt, auszeichnet. Kadayif ist vor allem aus arabischem Gebäck wie Baklava bekannt. Die Kombination aus Schokolade und Pistaziencreme hat sich zu einem viralen Trend entwickelt, der besonders in den sozialen Medien stark präsent ist.
Qualitätsprobleme und Warnungen
Trotz des Hypes gibt es erhebliche Bedenken hinsichtlich der Qualität und Sicherheit einiger als Dubai-Schokolade beworbener Produkte. Eine Stichprobe von acht Schokoladeprodukten, die als Dubai-Schokolade beworben wurden, fiel bei einer Untersuchung komplett durch. Die Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter des Landes (CVUA) in Stuttgart, Freiburg und Sigmaringen entdeckten in sämtlichen Proben Verunreinigungen, Farbstoffe, Allergene und Fremdfett in Form von Palmöl.
Verbraucherminister Peter Hauk (CDU) betonte, dass von Betrug bis Gesundheitsschädlichkeit alles in den ersten Importproben von "Dubai-Schokolade" gefunden wurde und dies inakzeptabel sei. Fast alle Proben hätten mit künstlichen Farbstoffen einen höheren Anteil an qualitativen Zutaten vorgetäuscht.
Gefährliche Inhaltsstoffe und falsche Angaben
Drei der untersuchten Proben stammten aus der Türkei und enthielten Sesam, ohne dass dies auf der Packung angegeben war. Dies stellt eine erhebliche Gefahr für Sesam-Allergiker dar. In fünf der acht Proben, die aus den Vereinigten Arabischen Emiraten stammten und von demselben Hersteller kamen, wurde festgestellt, dass sie keine Schokolade enthielten, sondern Palmöl. Diese Proben waren nicht zum Verzehr geeignet, da sie eine fast doppelt so hohe Menge an Glycidyl-Fettsäureestern enthielten als der erlaubte Höchstwert. Glycidyl-Fettsäureester werden als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft.
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Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass bei einigen Produkten, die als Dubai-Schokolade verkauft werden, erhebliche Mängel und gesundheitliche Risiken bestehen.
Gesetzliche Regelungen und Kakaoverordnung
Die Qualität von Schokoladenprodukten wird durch die Kakaoverordnung geregelt. Diese Verordnung legt fest, welche Inhaltsstoffe in Schokolade enthalten sein dürfen und welche Mindeststandards erfüllt werden müssen. Laut Kakaoverordnung muss Schokolade mindestens 35 Prozent Kakaotrockenmasse enthalten. Kakaotrockenmasse besteht aus Kakaopulver und Kakaobutter, die durch das Pressen von Kakaobohnen gewonnen werden. Produkte, die anstelle von Kakaobutter andere pflanzliche Fette enthalten, dürfen nicht als Schokolade bezeichnet werden.
Die Einhaltung dieser Vorschriften ist entscheidend, um sicherzustellen, dass Verbraucher qualitativ hochwertige und sichere Produkte erhalten.
Veganer Trend und Alternativen
Der virale Trend der Dubai-Schokolade hat auch zu einer wachsenden Nachfrage nach veganen Alternativen geführt. Viele traditionelle Dubai-Schokoladen sind nicht vegan, da sie Milch und Sahne in der Füllung oder der Schokolade enthalten. Insbesondere die Pistazienfüllung kann Milchprodukte enthalten, um eine cremige Konsistenz zu erreichen.
Vegane Optionen
Es gibt jedoch Möglichkeiten, vegane Dubai-Schokolade herzustellen, indem man auf Milchprodukte verzichtet und stattdessen vegane Schokolade und Füllungen verwendet. Einige Hersteller haben bereits vegane Dubai-Schokoladen auf den Markt gebracht.
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- Stefanie Bengelmann: Verkauft vegane Dubai-„Vollmilchschokolade“ mit Mandeln und der typischen Pistazienfüllung.
- Chimneys: Bietet vegane Dubai-Schokolade mit dunkler Schokolade, Pistazien und Kadayif an.
- Eattofit: Produziert vegane Dubai-Schokolade mit heller oder dunkler Schokolade und reduziertem Zuckergehalt.
Diese Beispiele zeigen, dass es durchaus vegane Alternativen gibt, die den Genuss von Dubai-Schokolade ermöglichen, ohne auf tierische Produkte zurückgreifen zu müssen.
Risiken und Gesundheitsbedenken
Ein weiteres Problem, das bei der Untersuchung von Dubai-Schokolade festgestellt wurde, ist die Belastung mit Schimmelpilzgiften (Mykotoxine). In einer Probe mit Pistazienfüllung wurden hohe Anteile an Aflatoxinen gefunden, die den zulässigen Höchstgehalt überschritten. Aflatoxine sind giftige Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen, die gesundheitsschädlich sein können.
Die Ware darf bis zur endgültigen Ergebnisermittlung nicht verkauft werden. Solche Funde unterstreichen die Notwendigkeit strenger Qualitätskontrollen und Hygienestandards bei der Herstellung von Schokoladenprodukten.
Sonderprogramm zur Überwachung
Angesichts der besorgniserregenden Untersuchungsergebnisse hat Verbraucherminister Hauk ein landesweites Sonderprogramm gestartet, um angebotene Dubai-Schokolade genauer unter die Lupe zu nehmen. Dieses Programm umfasst auch Ware von kleinen einheimischen Firmen, Konditoreien und Confiserien sowie Proben von Pistaziencreme aus dem Großhandel. Ziel ist es, die Qualität und Sicherheit der angebotenen Produkte zu gewährleisten und Verbraucher vor potenziellen Gesundheitsrisiken zu schützen.
Fazit
Die Herstellung von Dubai-Schokolade ist ein komplexer Prozess, der sowohl traditionelle als auch moderne Techniken umfasst. Der Trend um diese spezielle Schokoladensorte hat in den letzten Jahren stark zugenommen, was jedoch auch zu Qualitätsproblemen und Sicherheitsbedenken geführt hat. Es ist daher entscheidend, dass Verbraucher sich bewusst sind, welche Produkte sie kaufen und welche Risiken damit verbunden sein könnten.
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