Cassata Siciliana: Rezept, Herkunft und Geschichte des sizilianischen Klassikers
Die Cassata Siciliana ist mehr als nur ein Kuchen - sie ist das kulinarische Wahrzeichen Siziliens und seit Jahrhunderten ein Symbol für festliche Anlässe. Diese reich dekorierte, farbenfrohe Torte verkörpert die Vielfalt, Geschichte und den barocken Überschwang der italienischen Insel und gilt weithin als der „König der sizilianischen Konditorei“.
In diesem Artikel erfahren Sie alles zur originalen Cassata Siciliana: von ihrer faszinierenden Entstehungsgeschichte, über traditionelle und moderne Rezept-Varianten, bis zu Tipps und Tricks für die perfekte Zubereitung. Authentische Zutaten, Zubereitungsschritte, Hintergrundwissen und spannende Details warten darauf, entdeckt zu werden.
Herkunft und Geschichte der Cassata Siciliana
Cassata Siciliana ist ein traditionelles sizilianisches Dessert, das tief in der Geschichte und Kultur Siziliens verwurzelt ist. Der Ursprung der Cassata reicht bis ins Mittelalter zurück, als Sizilien unter arabischer Herrschaft stand. Auch die Araber haben einen Beitrag geleistet. Sie brachten Zitrusfrüchte und die Technik des Kandierens nach Sizilien.
Die alten Griechen und Römer kannten wohl schon Kuchen mit Käse und Honig; die Römer sollen ihn "caseatus" genannt haben - daher ist der Weg bis zum heutigen Namen „Cassata“ nicht weit. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich die Cassata zu einem barocken Festtagskuchen, der vor allem zu Ostern und während der Weihnachtszeit serviert wurde. Sie war fester Bestandteil des religiösen Osterbrauchs und aus diesem gar nicht wegzudenken. Daher hieß es auf Sizilien: „Kläglich, der an Ostern keine Cassata isst.“
Die heutige Form der Cassata, die oft eine Schicht aus grün gefärbtem Marzipan und reichhaltiger Dekoration aus kandierten Früchten umfasst, wurde im 19. Jahrhundert populär. Die heutige Cassata Siciliana ist aber direkt mit einem Namen verbunden: Salvatore Gulì aus Palermo. Er wurde 1812 geboren und erarbeitete sich nach und nach einen internationalen Ruf als Konditor. Gulì baute eine Infrastruktur auf, mit der er die Reichen und Schönen der Belle Époque nicht nur in Palermo, sondern in ganz Europa belieferte.
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Mit dem Ende der Belle Époque und dem Ende der Familie Gulì in 1938 wurde eine Ära beendet; heute ist der "Palazzo Gulì" ein zentraler Punkt der Antimafia-Bewegung Palermos. Heute bekommt man die Cassata Siciliana in jeder guten Konditorei und Bar. Besonders in Palermo werden unzählige Varianten der Cassata Siciliana angeboten.
Zutaten der klassischen Cassata Siciliana
| Zutat | Menge (für 12 Personen) |
|---|---|
| Ricotta (Ziegenfrischkäse) | 600 gr. |
| Biskuit | 300 gr. |
| Kandierte Früchte (gemischt) | 200 gr. |
| Zucker | 200 gr. |
| Fondant | 200 gr. |
| Marzipanmasse | 100 gr. |
| Zartbitterschokolade | 100 gr. |
| Pistazien | 50 gr. |
| ½ Vanilleschote, Zimtpulver | - |
| Orangenblütenwasser, Maraschino (Kirschlikör) | nach Geschmack |
So wird Cassata Siciliana traditionell zubereitet
Biskuit (Pan di Spagna)
- Backformen einfetten und bemehlen.
- Mit einer Küchenmaschine Eier, Zucker, Zitronenschale und das Innere der Vanilleschote schaumig schlagen; anschließend Mehl durchsieben und vorsichtig unterheben.
- Den Teig in die Formen verteilen und im Backofen bei 170 Grad Umluft ca. 30 Minuten backen.
- Biskuit auf dem Küchenrost erkalten lassen; Tipp: Biskuit einen Tag vorher zubereiten, dadurch lässt er sich leichter schneiden.
Vorbereitung
- 100 ml Wasser und 50 gr. Zucker zum Kochen bringen, erkalten lassen und etwas Maraschino sowie Orangenblütenwasser hinzufügen.
- Biskuit in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden.
- Ricotta eventuell abtropfen lassen und durch ein Sieb in eine Schüssel streichen.
- Mit Zucker, geriebener Schokolade, Vanillemark, einer Handvoll kandierte Früchte und gemahlenen Pistazien vermengen.
Die Form belegen und füllen
- Marzipan mit Hilfe von Puderzucker dünn ausrollen, anschließend den Rand der Backform damit belegen.
- Biskuitstreifen nebeneinander auf den Boden der Backform legen und mit der Maraschino-Flüßigkeit benetzen.
- Ricottamasse darüber streichen und die restlichen Biskuitstreifen darüber legen.
- Mit weiterer Maraschino-Flüßigkeit benetzen und mit Frischhaltefolie abgedeckt im Kühlschrank einige Stunden fest werden lassen.
Vollendung
- Frischhaltefolie entfernen und die Cassata stürzen.
- Fondant leicht erwärmen und damit den sehr kühlen Kuchen glasieren.
- Mit kandierten Früchten oder Schokofiguren dekorieren und bis zum Servieren im Kühlschrank aufbewahren.
Varianten und Alltagstipps
Cassata Siciliana hat sich im Laufe der Zeit regional unterschiedlich entwickelt. Einige experimentieren mit Schokolade, andere mit Pistazien und wieder andere runden die Cassata mit Likör ab. In Messina bevorzugt man eine einzige Schicht Ricotta im Inneren, reich und glatt, während in Palermo die Dekoration mit Mandarine, Orangen, Feigen, Kirschen, Zitrone und kandiertem Kürbis den typisch barocken Charakter unterstreicht.
Für Cassata alla Siciliana eignen sich besonders kandierte Orangen- und Zitronenschalen, Kirschen und Melonen. Für die Cassata ist es wichtig, dass der Ricotta sehr fein und cremig ist. Es empfiehlt sich, den Ricotta durch ein feines Sieb zu streichen, um etwaige Klumpen zu entfernen. Wer keinen Alkohol verwenden möchte, kann den Orangenlikör durch Orangensaft oder eine Mischung aus Zitronensaft und Wasser ersetzen.
Alternative Zubereitungen
Cassata lässt sich auch ohne Marzipan zubereiten. Anstelle des Marzipans können Sie den Kuchen mit einer dünnen Schicht Puderzucker oder einer Glasur aus Zuckerguss bedecken. Für eine leichtere Füllung können Sie einen Teil des Ricottas durch geschlagene Sahne ersetzen.
Cassata schmeckt oft sogar besser, wenn sie einen Tag vor dem Servieren zubereitet wird. Bewahren Sie sie in einem luftdichten Behälter im Kühlschrank auf.
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Die Cassata Siciliana und die sizilianische Identität
Traditionell wurde die Cassata ausschließlich in Klöstern oder auf großen Landsitzen hergestellt. Heute gehört sie an Festtagen auf jede sizilianische Tafel - besonders zu Ostern und Hochzeiten. Diese süsse Versuchung besteht aus Schichten von luftigem Biskuit und einer Ricotta-Creme, eingehüllt durch eine Zucker-Glasur und häufig mit grünem Marzipan umschlossen. Die Oberseite wird mit kandierten, farbenfrohen Früchten kunstvoll verziert.
Cassata alla Siciliana ist ein traditioneller sizilianischer Kuchen, der reich an Geschichte und Aromen ist. Dieses farbenfrohe und festliche Dessert kombiniert feuchten Biskuitkuchen, cremigen Ricotta, süßes kandiertes Obst und eine leuchtende Glasur aus Marzipan. Die Cassata Siciliana ist eine Ikone der sizilianischen Konditorkunst.
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