Blüten in Zucker konservieren – Anleitung für kandierte Blumen

Die Schönheit und der Geschmack von Blüten lassen sich durch Kandieren wunderbar konservieren. Kandierte Blüten sind eine außergewöhnliche und essbare Dekoration für Kuchen, Gebäck oder Pralinen. Doch neben ihrem optischen Reiz punkten sie auch mit einer erstaunlich langen Haltbarkeit. In diesem umfassenden Leitfaden erfährst du alles über die verschiedenen Methoden, die Auswahl geeigneter Pflanzen sowie detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Herstellung von kandierten Blüten.

Wissenswertes zum Kandieren von Blüten

Kandieren ist eine bewährte Methode, um Früchte und Pflanzen haltbar zu machen. Beim Kandieren wird dem jeweiligen Lebensmittel Wasser entzogen, während der Zuckeranteil erhöht wird. Dadurch sind Produkte auf Jahre konserviert. Viele Wildpflanzen und Kräuter blühen nur für eine kurze Zeit. Eine besonders dekorative Möglichkeit, diese vergängliche Schönheit einzufangen, besteht darin, die Blüten zu kandieren.

Auf das Kandieren von unbekannten Blüten solltest Du übrigens tunlichst verzichten. Nicht dass beim Pflücken unabsichtlich ein giftiges Blümchen im Körbchen landet! Hinweis: Achte beim Sammeln darauf, nur Blüten zu verwenden, die du zu 100 % sicher bestimmen kannst. Ebenso eignen sich ungespritzte Blüten. Ich persönlich halte mich beim Blütensammeln auch von viel frequentierten Hunde-Gassi-führen-Routen fern. Die Gänseblümchen aus dem Garten gehen immer.

verschiedene essbare Blüten zum Kandieren

Geeignete Blüten und Blätter zum Kandieren

  • Wildrosen
  • Stiefmütterchen
  • Minzeblätter
  • Löwenzahn
  • Rotklee
  • Kapuzinerkresse
  • Ringelblume
  • Wegwarte
  • Kornblume
  • Lavendel

Beschränken brauchst du dich beim Zuckern von Blüten und Knospen nicht auf die klassischen kandierten Veilchen oder kandierten Rosenblätter. Auch zahlreiche Wildpflanzen bringen essbare Blüten hervor.

Methoden zum Kandieren

Kandieren mit Eiklar und Zucker (klassische Methode)

Für diese Art des Kandierens kommt Hühnereiweiß zum Einsatz. Um Blüten auf die klassische Art zu kandieren, benötigst du neben frischen, essbaren Blüten folgende Zutaten:

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  • 1 Eiweiß (Eiklar)
  • Kalt Wasser
  • Feinkristallzucker (kein Puderzucker!)
  • Backpapier
  • Blüten und Blätter mit ca. 2 cm Stielansatz

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Ein Backblech mit Backpapier belegen.
  2. Das Eiklar mit Wasser mischen, mit einer Gabel sanft schlagen, bis das Eiklar keine Fäden mehr zieht. Schaum abschöpfen.
  3. Den Zucker in einen Suppenteller schütten.
  4. Die Blüten und Blätter einzeln in das Eiklar tauchen. Mit Pinsel oder Zahnstocher überschüssiges Eiklar abstreifen. Es soll nur eine dünne Schicht die Pflanzen gleichmäßig überziehen.
  5. Die Blüten und Blätter ausgebreitet auf den Zucker legen. Etwas Zucker darüberstreuen, sanft andrücken.
  6. Die Blüten kopfüber, die Blätter mit der schöneren Seite nach oben auf das Backpapier legen.
  7. Die Blüten und Blätter an einem warmen Ort trocknen lassen (zwischen zwei und zehn Tagen abhängig von Dicke, Temperatur und Luftfeuchtigkeit).
  8. Die fertigen Pflanzen in luftdichten Behältern mit Zwischenlagen aus Backpapier lagern.
klassische kandierte Blüten auf Backpapier

Kandieren mit Zuckersirup (vegane Variante)

Das Kandieren mit Zuckersirup ist die vegane Variante. Die Blüten sind anschließend länger haltbar, als beim Kandieren mit Eiklar und Zucker. Hier brauchst du:

  • 125 g Zucker
  • 100 ml Wasser
  • Frische, essbare Blüten
  • Backpapier

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Den Zucker im Wasser auflösen und mindestens eine Minute aufkochen lassen.
  2. Den entstandenen Sirup in ein Gefäß gießen, wo man die Blüte bequem eintauchen kann.
  3. Einzelne Blütenblätter in den Sirup tauchen und vorsichtig verteilen.
  4. Die ganzen Blüten am Stängel fassen und in den Sirup tauchen. Im Blüteninneren vorsichtig verstreichen.
  5. Blüten auf das Backpapier legen.
  6. Die gesammelten Blüten werden ausgeschüttelt, damit eventuell vorhandene Tierchen herausfallen. Danach zupft man die Blüten aus den Kelchen.
  7. Am nächsten Tag die Blüten über ein Sieb abgießen, abtropfen lassen und großflächig auf Backpapier auslegen.
  8. Die Blüten nun ca. 5 Tage lufttrocknen lassen. Optional am 2. Tag nochmals in Sirup tauchen oder mit Zucker bestreuen. Dadurch verlängert sich auch die Trocknungszeit.

Ich finde die Blüten schöner, wenn sie nur in Zuckersirup getaucht wurden und nicht mit Kristallzucker bestreut wurden, sie sehen dann einfach fast wie frische Blumen aus.

Anwendung: Kandieren von Blüten mit veganem Zuckersirup

Kandieren mit Gummi Arabikum - Extralange Haltbarkeit

Gummi Arabikum - klingt ziemlich abgefahren, oder? Ist es aber nicht. Bei der Lebensmittelherstellung wird es sogar recht häufig verwendet. Es ist pflanzlich und wird aus dem Harz von Bäumen gewonnen. Der Vorteil bei dieser Methode ist, dass sich die kandierten Blümchen gut 4-5 Monate halten. Probiere dieses Rezept mit Gummi Arabikum unbedingt mal aus.

Methode Zutaten Haltbarkeit
Eiklar + Zucker Eiweiß, Feinkristallzucker, Wasser 2-10 Tage
Zuckersirup (vegan) Zucker, Wasser ca. 6 Monate
Gummi Arabikum Gummi Arabikum, Wasser, Zucker 4-5 Monate

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Je einen Esslöffel Gummi Arabikum und zwei Esslöffel Wasser in ein Glas mit Deckel geben, gut schütteln bis milchige Flüssigkeit entsteht.
  2. Blüten und Blätter mit der Lösung bepinseln.
  3. In fein gemahlenem Kristallzucker wenden.
  4. An einem trockenen und dunklen Ort mindestens zwei Tage trocknen lassen.
  5. Nach vollständiger Trocknung in einem verschlossenen Gefäß lagern, vorzugsweise wieder an einem dunklen Ort.
Infografik: Drei Methoden zum Kandieren von Blüten

Trocknung und Lagerung - so erhalten die kandierten Blüten ihre Schönheit

Nun gibt es mehrere Möglichkeiten der Trocknung: Entweder an einem staubfreien Ort an der Luft trocknen, im Backofen bei 50 °C und leicht geöffneter Tür oder im Dörrgerät. Die Blüten bleiben wunderschön und bekommen beim kopfüber Trocknen die Form einer halbgeschlossenen Rose. Wer die Blüten lieber flach möchte, legt sie auf dem Backpapier aus.

Kandierte Blüten mit der veganen Variante oder unter Verwendung von pasteurisiertem Eiweiß aus dem Supermarkt halten sich gut getrocknet und luftdicht verschlossen etwa sechs Monate. Die fertigen Pflanzen in luftdichten Behältern mit Zwischenlagen aus Backpapier lagern. Bei richtiger Lagerung an einem trockenen, kühlen Ort bleibt die Schönheit und Haltbarkeit über Monate erhalten.

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Praxis: Kandierte Blüten als Dekoration und Genuss

Die Ergebnisse sind einfach wunderschön: Kandierte Blüten ergänzen Kuchen oder Pralinen und geben einen Hinweis darauf, was sich im Gebäck verbirgt. Lavendel-Cupcakes sind mit kandierten Lavendelblüten eine ebenso große Augenweide, wie ein paar gezuckerte Rosenknospen auf einem Kuchen, in dem Rosenwasser zum Einsatz kam. Zusätzlich haben kandierte Blüten etwas herrlich Nostalgisches - deshalb mag ich sie wohl auch so sehr. Wer gerne Zucker mag, wird die Blüten gerne naschen.

Essbare Blumen selber machen ist wirklich einfach! Mit etwas Übung werden dir die kandierten Blüten sicher noch feiner gelingen.

Tipps für perfekte Ergebnisse

  • Feinkristallzucker verwenden, keine Puderzucker (verklumpt, keine Eiskristalloptik)
  • Für längere Haltbarkeit Gummi Arabikum einsetzen
  • Nur wirklich essbare und ungespritzte Blüten verwenden
  • Blüten frisch verarbeiten
  • Trocken und lichtgeschützt lagern

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Kandieren von Blüten

  • Wie lange halten kandierte Blüten? - Je nach Methode bis zu sechs Monate.
  • Welche Blüten eignen sich besonders? - Rosen, Veilchen, Lavendel, Minze, Wildpflanzen.
  • Wie werden kandierte Blüten verwendet? - Als essbare Deko auf Kuchen, Torten, Pralinen oder zum Naschen.
  • Kann ich auch Blätter kandieren? - Ja, auch Blätter sehen kandiert wunderhübsch aus.
  • Ist das Kandieren vegan möglich? - Ja, mit Zuckersirup oder Gummi Arabikum.
Kandierte Wildrosen als Pralinen auf Kuchendeko

Kandieren von Blüten ist eine wunderbare Möglichkeit, Frühlingszeit und Natur ins Esszimmer zu holen. Es ist nicht schwer und mit den richtigen Zutaten, Methoden und etwas Geduld gelingen wunderschöne und haltbare essbare Blumen.

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