Rezept für Biskuitrolle mit Creme — Schritt für Schritt zum perfekten Ergebnis

Ich weiß, manche Hobbybäcker oder Backanfänger erfüllt der Gedanke daran, eine Kuchenroulade zu backen (statt sie beim Lieblingsbäcker zu kaufen) mit Bange oder Schwindel. Aber ich sage Euch: wenn ich das kann, könnt Ihr das auch. Und wer es einmal geschafft hat, kann von diesem Tage an Biskuitrouladen jeglicher Couleur zaubern.

Warum eine Biskuitrolle gelingt - die wichtigsten Prinzipien

Ihr braucht natürlich einen Teig, der sich gut rollen und füllen lässt. Das ist schon der erste wichtige und wahrscheinlich sogar wichtigste Punkt beim Backen. Damit die Luftigkeit (wichtig für den Biskuit!) erhalten bleibt, wird die vorher gut gemischte und gesiebte Mehlmixtur nur noch so untergehoben, dass keine Mehlinseln mehr zu sehen sind. Es soll nur ein homogener Teig entstehen und es darf nicht gemixt werden, sonst würde man die Luftigkeit des Biskuits zerstören.

Denn wenn der Teig noch schön warm ist, ist er weich und flexibel, man gibt ihm jetzt schon seine gerollte Form. Manche schwören auf ein feuchtes Geschirrtuch zum Rollen, andere auf ein trockenes aber gezuckertes, damit der Kuchenteig nicht am Tuch haftet. Hier arbeiten manche Kuchenliebhaber mit Kristallzucker, andere mit Puderzucker.

Aufgerollte Biskuitrolle auf Holzbrett mit Puderzucker

Zutaten (klassisches Grundrezept für eine Rolle)

  • 5 Eier (Gr. M) sauber getrennt
  • 150 g Zucker (plus etwas mehr für das Küchentuch)
  • geriebene Schale einer unbehandelten Bio-Zitrone
  • 100 g Mehl
  • 25 g Speisestärke
  • 1 gestr. TL Backpulver
  • Für die Füllung: 150 g frische Schlagsahne, 75 g Puderzucker, ggf. Mascarpone oder Frischkäse nach Wunsch

Vorbereitung

Ich würde insbesondere bei Biskuitrollen empfehlen, schon alle Zutaten für den Teig abgewogen zu wissen, der Ofen muß vorgeheizt sein, damit der Kuchen nicht warten muß. Den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier versehen und beiseite stellen. Mehl, Stärke und Backpulver mischen und sieben, beiseite stellen.

Zubereitung des Biskuitteigs

  1. Zucker und Zitronenabrieb zwischen den Fingern verreiben. So erhält man am meisten Zitronenaroma, da sich die ätherischen Öle der Zitrone mit dem Zucker mischen.
  2. Die sauber getrennten (kein Fitzel Eigelb darf hinein geraten sein) Eiweiß steif schlagen, dabei den Zitronenzucker langsam einrieseln lassen und so lange mit dem Handrührgerät oder der Küchenmaschine mixen, bis das Eiweiß sehr steif ist und perlmuttfarben glänzt.
  3. Die Eigelbe rasch zu einer Mixtur verquirlen, dann zum Eiweiß geben und nur ganz kurz auf niedrigster Stufe des Mixers flott einmengen.
  4. Die Mehlmischung über den Teig sieben geben und mithilfe eines Holzlöffels sachte unterheben (nicht zu dolle mixen), bis keine Mehlinseln mehr sichtbar sind.
  5. Den Teig sofort auf das Backblech geben und glatt streichen. Hierbei jedoch nicht zu viel hin- und herwischen, sonst geht die Luftigkeit verloren. Einfach ebenmässig auftragen. Dabei die Ränder nicht vergessen. Hat man hier weniger Teig, wird diese Stelle schneller gar und zu knusprig nach Ende der Backzeit.
  6. Den Biskuit in den Ofen geben und 10-14 Minuten lang backen, bis er goldgelb ist und bei leichtem Fingerdruck zurückfedert.

Den fertigen Biskuit direkt aus dem Ofen holen. Trick 17: Das Backpapier mit etwas Wasser bestreichen, so lässt sich das Backpapier besser lösen. Den Biskuit sofort von der kurzen Seite her im Küchentuch einrollen. Denn wenn der Teig noch schön warm ist, ist er weich und flexibel, man gibt ihm jetzt schon seine gerollte Form.

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Abkühlen und Weiterverarbeitung

Den Biskuitrolle nun leicht abkühlen lassen (ca. eine halbe Stunde lang). Wichtig: Manche Rezepte empfehlen, die Teigplatte noch heiß auf das gezuckerte Backpapier zu stürzen und das obere Papier abziehen. Danach das Papier sofort wieder auflegen und am besten noch ein Küchentuch darauf legen, damit der Biskuit im Feuchten abkühlen kann. Ca. 20 Minuten lang abkühlen lassen.

Biskuitteig auf gezuckertem Küchentuch, bereit zum Aufrollen

Füllungen - Variationen und ein klassischer Vorschlag

Sowohl für den einfachen Biskuitteig als auch die Füllung betreffend lassen sich vielerlei Variationen ausdenken. Schoko-Kuchenrolle mit Mokkafüllung, Zitrone-Mohn-Biskuit mit Blaubeersahne-Füllung oder oder oder. Bei der Füllung könnt ihr euch austoben: Quarksahne ist genauso lecker wie eine Mascarpone-Sahne-Creme, Frischkäse passt ebenso, man kann die Biskuitrolle ohne Gelatine zubereiten oder mit.

Ein klassisches Mascarpone-Sahne-Füllungs-Rezept:

  • Die Sahne mit sauberen und fettfreien Quirlen des Handmixers in einer sauberen Rührschüssel leicht steif schlagen (wer möchte, kann Sahnesteif verwenden), dabei den Puderzucker einrieseln lassen.
  • Die Mascarpone samt Zitronensaft und -schale dazu geben und alles zusammen steif mixen.
  • Nun die Biskuitrolle vorsichtig entrollen (dabei bitte nicht versuchen, sie glatt zu streichen, dabei könnte sie brechen), sodann mit der Füllung bestreichen und gerne an den Rändern etwas unbefüllt lassen.
Schüssel mit Mascarpone-Sahne-Creme und Zitronenschale

Aufrollen, Kühlen, Servieren

Den Biskuit dann erneut sachte zur Rolle formen, dieses mal jedoch ohne das Küchentuch. Die fertige Biskuitrolle bis zum Verzehr im Kühlschrank aufbewahren und kurz bevor er auf den Tisch kommt zunächst mit Puderzucker bestäuben. Am besten bewahrt man die fertige Biskuitrolle bis zum Verzehr im Kühlschrank auf und bestäubt sie, kurz bevor sie auf den Tisch kommt, mit Puderzucker.

Die Roulade wird mithilfe des Backpapiers, das unter der Teigplatte liegt, aufgerollt. Diese sollte so vor euch liegen, dass ihr auf ein breites Rechteck schaut statt einem hohen. Mithilfe des unterliegenden Backpapiers die Rolle vorsichtig eng aufrollen. Dann mit Frischhaltefolie bedecken und mindestens 2 Stunden kühlstellen; besser: über Nacht, dann zieht sie schön durch.

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Demonstration: Biskuitrolle richtig aufrollen und füllen

Tipps gegen Reißen und Kleben

  • Warum reißt die Biskuitrolle manchmal? Zum einen, wenn der Teig zu lange gebacken wurde und damit zu trocken ist. Zum anderen, wenn die gebackene Teigplatte nicht in einer feuchten Umgebung abkühlt, sondern ohne Abdeckung.
  • Was ist, wenn die Biskuitroulade am Geschirrtuch oder Backpapier klebt? Nach dem Backen und stürzen sollte das Backpapier direkt vorsichtig abgelöst werden und dann wieder auf die Rolle gelegt werden. Sollte das gar nicht klappen, kann man zum Lösen mit einem Pinsel etwas Wasser auf das Papier streichen.
  • Backen: Ober- und Unterhitze verwenden, nicht Umluft. Nicht zu lange backen! Wenn der Teig bei leichtem Fingerdruck zurückfedert, ist er fertig.
  • Schon beim Verteilen auf dem Blech die Ränder nicht vergessen, sonst werden diese zu knusprig.

Varianten kurz vorgestellt

  • Schokoladencreme: Den Frischkäse mit 1 EL Zucker, 2 EL Vanillezucker und dem Kakaopulver glatt rühren. Die Sahne mit dem restlichen Vanillezucker steif schlagen und unterziehen. Den Biskuit wieder auseinander rollen und mit etwa der Hälfte der Creme bestreichen.
  • Erdbeer-Ricotta-Füllung: Erdbeeren pürieren, Sahne mit Zucker und Sahnesteif steif schlagen, pürierte Erdbeeren unterziehen und mit Marmelade kombinieren.
  • Zitronen-Joghurt-Creme: Gelatine in Zitronensaft auflösen, mit Joghurt mischen, Sahne unterheben und auf dem Biskuit verteilen.
  • Mousse au Chocolat-Füllung: Schokolade schmelzen, mit geschlagener Sahne und ggf. Gelatine verbinden für eine stabile, feste Füllung.

Aufbewahrung und Haltbarkeit

Wie jede andere mit Sahne- oder Quarkcreme gefüllte Torte auch: Das ist meist maximal 3 Tage möglich. Ihr könnt sie also problemlos am Vortag zubereiten; dann zieht sie auch noch schön durch. Außerdem kann man die Roulade meist einfrieren - hier kommt es aber auf die Art der Füllung an.

Schnelle Erinnerung: Ablauf-Checkliste

  1. Zutaten abwiegen, Ofen vorheizen (200°C Ober-/Unterhitze oder 180°C je nach Rezept).
  2. Mehlmischung sieben, Eier trennen, Eiweiß steif schlagen.
  3. Eigelb kurz untermengen, Mehl nur sachte unterheben.
  4. Teig sofort auf Blech streichen, 8-14 Minuten backen.
  5. Heißen Biskuit auf gezuckertes Tuch stürzen, Backpapier lösen, sofort von kurzer Seite einrollen, abkühlen lassen.
  6. Füllung zubereiten, Rolle entrollen, füllen, erneut aufrollen, kühlen.

Ich hoffe, ich kann euch mit Omas Grundrezept ermutigen, das Gebäck auch mal zu machen. Na, Lust bekommen?

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