Was ist Bio Manuka-Honig aus Neuseeland: Vorteile und Herstellung
Manuka-Honig ist ein von Honigbienen aus dem Blütennektar der Südseemyrte (Manuka, Leptospermum scoparium) erzeugter Honig, der traditionell als Naturheilmittel verwendet wird. Mānuka-Honig gilt als der Goldstandard, an dem andere Honigsorten gemessen werden.
Herkunft, Baum und kulturelle Bedeutung
Der Manuka-Baum (Leptospermum scoparium) wird auch Südseemyrte oder Neuseelandmyrte genannt und ist ursprünglich in Neuseeland und im Südosten Australiens heimisch. Dieser Baum ist von der Gestalt eher kleiner, wird bis zu 4 Meter hoch und wächst sowohl im Tiefland als auch in bergigen Gebieten von Neuseeland. Sein Hauptverbreitungsgebiet liegt in Wairarapa, im Süden der Nordinsel von Neuseeland. Die Blüten des Manuka Baums besitzen eine weiße oder rosa Färbung, die ein wenig an blühende Kirschbäume erinnern.
Die Ureinwohner Neuseelands, die Māori, verwenden traditionell Blätter und Rinde bzw. Auszüge daraus sowie den Honig des Manuka-Baums äußerlich zur Desinfektion und Unterstützung der Heilung von Wunden und Entzündungen, ferner innerlich bei Erkältungen, Blasenentzündungen und anderen Infektionen. Māori regard mānuka as a taonga, or ‘sacred treasure’ - and so do we.
Wie entsteht Manuka-Honig? Die Arbeit der Bienen und Ernte
Bei unserem Bienenhonig handelt es sich um eine Honigsorte, die aus den Bienenstöcken von Bienen, die Pollen der Manuka-Blüten sammeln, gewonnen wird. Um den Blütennektar zu sammeln, müssen die Bienen tausende von Kilometern fliegen. Den Nektar oder Honigtau saugen die über ihren Rüssel auf und transportieren ihn in einer Honigblase in den Bienenstock.
Der Nektar bzw. die Sucrose wird sodann von Enzymen und Säften der Bienen in einfachere Zucker (Monosaccharide) zerlegt und in den Waben gespeichert. Dabei wird er von den Stockbienen immer wieder umgelagert, da so regelmäßig Enzyme in den Honig gelangen. Außerdem wird durch das wiederholte Aufsaugen des Honigs der Feuchtigkeitsgehalt gesenkt, was durch weiteres „Fächeln“ mit den Flügeln beschleunigt wird.
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Der Honig ist „reif“, wenn er nur noch 18-20% Wasser enthält. Dann kommt es zum sogenannten Verdeckeln, indem die Bienen den Honig auf große, leere Waben verteilen und mit lichtundurchlässigem Wachs überziehen. Nun können Imker den Honig ernten, jedoch nur, wenn eine so hohe Menge vorhanden ist, dass die Ernährung der Bienen trotz Ernte gesichert ist.
Wenn der Wachsdeckel leicht eingefallen ist, so ist der Honig reif zur Ernte. Traditionell werden die Bienen durch Räuchern und mithilfe eines Gebläses aus ihrem Stock vertrieben, um ungestört ernten zu können. Nun kann der Imker die Rahmen aus dem Bienenstock entnehmen. Die Wachsschicht über den Waben wird anschließend mit einer speziellen Gabel oder einem Messer aufgebrochen. Mithilfe der Zentrifugalkraft wird der Honig durch Schleudern aus den Waben entfernt und gefiltert.
Inhaltsstoffe und besondere Wirkstoffe (MGO, DHA)
Die wesentlichen Inhaltsstoffe des Manuka-Honigs sind neben den Zuckern des Honigs in wechselnden Mengen das nicht-peroxidisch antibakteriell wirksame Zuckerabbauprodukt Methylglyoxal (MGO). Methylglyoxal entsteht in der Honigwabe durch Dehydratation des im Nektar der Blüten des Manukastrauchs enthaltenen Stoffes Dihydroxyaceton (DHA).
Forscher der Universität von Waikato (Neuseeland) fanden heraus, dass Methylglyoxal hauptsächlich durch einen katalytischen Effekt entsteht. So lösen verschiedene Anionen offenbar im „jungen“ Manuka-Honig eine Dehydratation des Inhaltsstoffes Dihydroxyaceton (DHA) zu Methylglyoxal aus. Dieser Prozess findet nach Einbringen des Honigs in den Bienenstock statt. Die MGO-Konzentration im „reifen“ Honig korreliert mit der DHA-Konzentration im Nektar, welche wiederum von Strauch zu Strauch schwankt.
In Arbeiten des Instituts für Lebensmittelchemie der Technischen Universität Dresden konnte die Konzentration des Stoffwechselproduktes Methylglyoxal in bestimmten Manuka-Honigen aus Neuseeland gemessen und dessen antibakterieller Einfluss quantitativ in vitro nachgewiesen werden. Besonders bakterizide Eigenschaften wurden gegen die Erreger Staphylococcus aureus und Escherichia coli festgestellt. Für Methylglyoxal wurde die minimale Hemmkonzentration gegenüber beiden Keimen ermittelt als 1,1 Millimol pro Liter (entsprechend 75 Milligramm Methylglyoxal pro Kilogramm).
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Antibakterielle Wirkung und medizinische Anwendung
In vitro konnten antibakterielle Eigenschaften des Honigs nachgewiesen werden. Methylglyoxal (MGO) ist verantwortlich für die besonderen antibakteriellen Eigenschaften des goldenen Manuka-Honigs und ein wichtiges Maß für seine Wirkstärke. Je höher der MGO-Wert, desto höher ist auch die Konzentration an MGO.
Mittlerweile wird Manuka-Honig in klinischen Studien erforscht und teilweise angewendet. Durch den Einsatz des Honigs als Wundauflage soll ein feuchtes Wundmilieu erzeugt werden. Dieses soll in der Lage sein, sich ständig selbst zu desinfizieren, die Wunde nach außen abzuschließen und sie mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen.
Im August 2005 wurde ein zur Behandlung von Wunden ausgewiesenes Fertigpräparat unter der Bezeichnung Medihoney europaweit als Medizinprodukt zugelassen. Medihoney wird aus dem Blütennektar verschiedener Leptospermum-Arten gewonnen und enthält als weitere Komponente einen Blütenhonig mit einem hohen Anteil des Enzyms Glucose-Oxidase. Das Gemisch wird durch Bestrahlung keimfrei gemacht.
Eine systematische Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration aus dem Jahr 2015 stellte fest, dass sich aufgrund der Unterschiede in den Wundarten und Vergleichsbehandlungen keine allgemeinen Schlussfolgerungen über die Wirkung von Honig auf die Wundheilung ziehen lassen. Die Evidenz für die meisten Vergleiche sei von niedriger oder sehr niedriger Qualität. Allerdings bestehe Evidenz hoher Qualität dafür, dass Teilschichtverbrennungen mit Honig etwa vier bis fünf Tage schneller heilen als mit konventionellen Verbänden.
Vorteile des Manuka-Honigs
- Enthält Methylglyoxal, das in vitro antibakterielle Wirkung zeigt.
- Traditionelle Anwendung bei Wunddesinfektion und Entzündungen durch die Māori.
- In klinischen Einsatzbereichen (z. B. Wundauflagen) etabliert: fördert feuchtes Wundmilieu und kann Sekundärinfektionen entgegenwirken.
- Reich an Aminosäuren, Vitaminen, Antioxidantien und bioaktiven Verbindungen; gilt als „Superfood“ in der Naturheilkunde.
Zertifikate, Kennzeichnungen und Authentizität (UMF, MGO, NPA)
Kommerzielle Manuka-Honige werden hinsichtlich ihrer nicht-peroxidischen antibakteriellen Aktivität mit einem sogenannten Unique Manuka Factor = UMF (übersetzt „einzigartiger Manuka-Faktor“) gekennzeichnet, welchen der neuseeländische Verband Unique Manuka Factor Honey Association (UMFHA) an Lizenznehmer für entsprechende Honigqualitäten vergibt. Zur Bestimmung dieses Faktors wird die antibakterielle Wirkung des Manuka-Honigs mit der einer Phenollösung verglichen.
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Die Firma, die das Methylglyoxal charakterisiert, gibt den Methylglyoxalgehalt der von ihr vertriebenen Manuka-Honige mit dem Markenzeichen MGO® an, gefolgt von einer Zahl, die den Mindestgehalt an Methylglyoxal in Milligramm pro Kilogramm Honig angibt. Andere Anbieter folgen mittlerweile dieser Methodik, indem sie ebenfalls einen MGO-Wert (Methylglyoxalgehalt) zur Charakterisierung der nicht-peroxidischen antibakteriellen Wirkstärke angeben.
In den letzten Jahrzehnten hat sich für die Spezifikation von neuseeländischem Manuka die Unterteilung in gewöhnlichen Manuka-Honig und aktiven Manuka-Honig durchgesetzt. Dazu entstanden zahlreiche Zertifizierungen, die in erster Linie von den führenden Manukahonig-Produzenten ins Leben gerufen wurden. Dementsprechend ist die Aussagekraft dieser Bewertungen kritisch zu sehen.
Probleme mit Fälschungen, Markt und Regulierung
Mit der steigenden internationalen Nachfrage erhöhte sich der Preis von 37 NZD für ein Kilo im Jahr 2010 auf über 100 NZD im Jahr 2015. Die Zahl der Imker wuchs sprunghaft und die Menge an produziertem Honig erreichte 2015 20.000 Tonnen. Mit der wachsenden Konkurrenz um die begrenzte Zahl an Futterpflanzen kam es zu zahlreichen Konflikten und steigender Kriminalität im Manuka-Imkermilieu.
2013 warnte die britische Agentur für Lebensmittelstandards (Food Standards Agency) Konsumenten vor zunehmenden Betrügereien mit falschem Manuka-Honig. Analyse-Ergebnisse würden zeigen, dass offensichtlich insbesondere in England, aber damit natürlich auch im Rest von Europa, sehr viel Manuka-Honig verkauft wird, der gar kein Manuka-Honig ist. Konkret wurde festgestellt, dass in diesen Honigen gar kein Methylglyoxal, also damit gar kein tatsächlicher wertgebender Inhaltsstoff, enthalten war.
Die neuseeländischen Produzenten gaben 2013 eine jährliche Produktion von nur 1700 Tonnen an, weltweit wurden jedoch jährlich 10.000 Tonnen angeblicher Manuka-Honig verkauft. Nur jeder fünfte bis sechste verkaufte „Manuka-Honig“ sei demnach authentisch. Bei dem Rest handele es sich in Wahrheit um andere Honige.
Im Dezember 2017 stellte das neuseeländische Ministerium für Grundstoffindustrien (MPI) eine Definition und ein Analyseverfahren vor, die für die Authentifizierung von „neuseeländischem Manuka-Honig“ verwendet werden können. Mit diesem Analyseverfahren, welches nur für die neuseeländischen Exporteure von Manuka-Honig vorgeschrieben ist, kann zwischen monofloralen und multifloralen Manuka-Honigen unterschieden werden.
Sicherheit, Kritik und Toxikologie
Die Bedeutung des Methylglyoxalgehaltes im Manuka-Honig wurde sowohl hinsichtlich der antibakteriellen Wirksamkeit als auch der toxikologischen Unbedenklichkeit kontrovers diskutiert. Der Lebensmittelchemiker Thomas Henle von der TU Dresden hält die in Manuka-Honigen gefundenen 300 bis 700 mg pro Kilogramm „für den menschlichen Organismus (…) möglicherweise nicht mehr unbedenklich“.
Die Europäische Union verbietet in der Werbung zu suggerieren, ein Lebensmittel könne eine Krankheit heilen oder lindern. Dies gilt auch für Manuka-Honig.
Qualitätsprüfung und Hinweise für Verbraucher
Bei dem Kauf von Manuka-Honig sollten Verbraucher auf Transparenz und Prüfberichte achten: SemenVitae garantiert für alle seine Produkte unverfälschte Qualität und lässt sie durch unabhängige, zertifizierte Prüflabore regelmäßig untersuchen. Unsere Honigprodukte werden nach der Ur-Messmethode nach Prof. Molan, Universität Waikato, bewertet. Zusätzlich dazu lassen wir unseren Honig vom Labor QSI in Bremen nach deutschen Qualitätsstandards prüfen.
Achten Sie darauf, dass der Anbieter Mitglied im neuseeländischen Branchenverband "Unique Manuka Factor Honey Association" bzw. der „Australian Manuka Honey Association“ ist oder entsprechende Laborzertifikate vorlegt. Sie können sich auch an die Marke wenden oder die UMFHA bitten, zu prüfen, ob Ihnen ein Freigabezertifikat zugeschickt werden kann, das mit der Chargen- und Lizenznummer übereinstimmt.
Praktische Hinweise zur Lagerung und Anwendung
Honig sollte am besten an einem kühlen, trockenen dunklen Ort gelagert werden, der außerdem auch geruchsneutral sein sollte. Denn dadurch können die wertvollen Inhaltsstoffe wie Enzyme möglichst lange erhalten bleiben. Nach einer Lagerung über eine lange Zeit verändern sich beim Honig jedoch die Zuckeranteile, da durch Prozesse im Honig selbst mehr Fructose und Glucose gebildet werden. So entsteht ein neues Verhältnis der beiden Elemente, sodass es zu Farbänderungen oder Kristallisation kommen kann.
In der Medizin verwendeter Manuka-Honig wird sterilisiert und äußerlich angewandt. Wer den Honig als Lebensmittel kauft, sollte ihn wegen möglicher Verunreinigungen nicht selbst auf Wunden auftragen, raten die Verbraucherzentralen.
Tabelle: Wichtige Kennzeichen und Prüfwerte
| Kennzeichen | Bedeutung |
|---|---|
| MGO | Methylglyoxal-Gehalt in mg/kg, Maß für nicht-peroxidische antibakterielle Aktivität |
| UMF® | Vergleich der antibakteriellen Wirkung mit Phenollösungen; Markenstandard der UMFHA |
| NPA | Non-Peroxide Activity - misst die nicht-peroxidische antibakterielle Aktivität |
| MPI-Analyse | Authentifizierungsverfahren des neuseeländischen Ministeriums für Grundstoffindustrien |
Manuka-Honig ist sehr teuer; 250 Gramm kosten bis zu 80 Euro. Aufgrund seines hohen Preises und seiner begrenzten Verfügbarkeit gibt es viele Fälschungen auf dem Markt. Da es derzeit kein verlässliches einheitliches Siegel für echten Manuka-Honig gibt, können Sie beim Kauf auf Mitgliedschaften, Analysezertifikate oder Laborberichte achten.
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