Bienen mit Honig füttern: Gefahren und richtige Winterfütterung
Viele Imker stehen jedes Jahr vor der Entscheidung, wie sie ihre Bienenvölker sicher und artgerecht über den Winter bringen. Besonders nach einer guten Honigernte stellt sich die Frage: Soll mit eigenem Honig oder doch besser mit Zuckerwasser gefüttert werden? Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile sowie spezifische Risiken. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Ihre Bienen richtig auf den Winter vorbereiten und was bei der Fütterung mit Honig unbedingt zu beachten ist.
Wann ist die Winterfütterung der Bienen notwendig?
Nach der letzten Honigentnahme muss man die Bienen einfüttern. Solange die Bienen genügend eigenen Honig haben, können sie den in trachtarmen Zeiten als Nahrung verwenden. Vereinzelt finden die Bienen noch nektartragende Blüten, aber nicht mehr genug, um den täglichen Futterbedarf des ganzen Bienenvolkes zu stillen.
Es kann vorkommen, dass die Bienen im Winter zu wenig Futter haben. Damit sie nicht verhungern, ist eine Notfütterung notwendig. Zu viel Futter verbraucht: Auch möglich ist, dass die Bienen über den Winter einen besonders hohen Futterverbrauch hatten. Dies passiert vor allem in milden und wechselhaften Wintern. Dann legen die Bienen schon früh viel Brut an, die gefüttert und gewärmt werden muss.
Honig oder Zuckerlösung zur Winterfütterung?
In den letzten Jahren habe ich immer mit Zuckerwasser bzw. mit einer gekauften Zuckerlösung gefüttert. In diesem Jahr werde ich einen Teil davon durch eigenen Honig ersetzen. Ist ein bisschen seltsam, wenn man den Honig zunächst entnimmt und schleudert, um ihn dann zurück zu füttern. Da gibt es bestimmt bessere Lösungen. Ich kenne sie nur noch nicht.
Honig ist zweifellos das natürlichste Bienenfutter. Es sind jedoch nicht alle Honige, die die Bienen in den Waben speichern, zur Zehrung im Winter geeignet. Besonders ungeeignet sind Tauhonige, weil sie beim Verzehr durch die Bienen zu viele Verdauungsrückstände bilden und die Kotblase schnell füllen. Honigtauhonige sind ebenfalls nicht geeignet, da sie für die Bienen nicht gut bekömmlich sind.
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Ihr Vorhaben, mit Rapshonig zu füttern, ist aus wirtschaftlichen Gründen interessant und bereitet keine Überwinterungsprobleme, wenn ein Teil der Bevorratung aus Zuckerlösung hergestellt wird.
Vorteile und Risiken bei der Honigfütterung
- Bienen können mit eigenem Honig gefüttert werden, jedoch sollte nur eigener und niemals fremder Honig verwendet werden, da fremder Honig Faulbrut-Sporen enthalten kann.
- Dunkler Waldhonig ist für die Winterfütterung nicht geeignet. Die Bienen können den mineralstoffreichen Honig im Winter schlecht verdauen und es droht ein Totalverlust des Volkes.
- Andere Honigsorten kristallisieren schnell aus und werden für die Bienen dann unzugänglich.
Die richtige Zubereitung der Winterfütterung
Ich habe für die erste Futtergabe pro Bienenvolk fünf Kilogramm Honig mit fünf Kilogramm Zucker und drei Litern Wasser verrührt. Das genügt erst einmal und lässt den Bienen genügend Platz im Brutraum für Brut und, falls es noch eine späte Tracht gibt, für den Eintrag von Nektar.
Damit Honig zum Füttern dargeboten werden kann, muss er verflüssigt und verdünnt werden. Nach der Verflüssigung im Wärmeschrank oder anderen geeigneten Geräten ist es relativ leicht, Wasser beizumischen. Es muss eine Fütterungskonsistenz ähnlich der Zucker-Wasserlösung 3:2 oder des angebotenen Sirups mit ca. 30% Wassergehalt erreicht werden. Der Rapshonig dürfte einen Wassergehalt um 18% mitbringen, dieser sollte auf ca. 30% aufgemischt werden. Dann ist die Verarbeitung für die Bienen völlig unproblematisch. Einem Kilogramm Honig muss man ca. 250 ml Wasser beimischen.
| Futterart | Empfohlene Mischung | Bemerkung |
|---|---|---|
| Zuckerwasser | 3 Teile Zucker : 2 Teile Wasser | Dickflüssig, gut löslich in lauwarmem Wasser |
| Honiglösung | 1 kg Honig + 250 ml Wasser | Nur eigener Honig, Mischung auf ca. 30% Wassergehalt |
Praktische Umsetzung der Fütterung
Das Füttern selbst ist ganz einfach. Die Futtereimer haben kleine Löcher im Deckel. Der Deckel auf der Bienenbeute hat ebenfalls ein Loch. Ich kippe den Eimer mit dem Deckel nach unten auf das Loch im Beutendeckel. Die Bienen entnehmen den Honig dann durch die kleinen Löcher und tragen ihn in die Waben um.
Damit die Beute sicher verschlossen ist, stelle ich noch zwei leere Honigzargen darauf und verschließe sie mit einem Metalldeckel. Diese Art der Fütterung lockt kaum Räuber an. Das Futter ist nur über sehr kleine Löcher zugänglich und es verströmt kaum Geruch.
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Das Futter in eine Futtertasche direkt neben den Bienensitz geben. Dabei an Schwimmer wie Korken oder Äste denken, damit die Bienen nicht ertrinken. Zusätzlich kannst du Stroh oder Äste nutzen, die den Bienen als Steighilfe dienen.
Gefahren und Maßnahmen bei der Winterfütterung
Räuberei und Hygienemaßnahmen
Beim Füttern werden die Bienen vom Honigaroma besonders schnell mobilisiert, man muss deshalb möglichst zügig vorgehen, um Räuberei zu vermeiden.
Angerührt habe ich es zuhause. Im Garten sind dafür gerade zu viele Wespen und hungrige Bienen unterwegs.
Schwache Völker werden im Herbst, aber auch im Frühjahr gerne ausgeräubert. Täter können hier die Nachbarvölker, aber auch Wespen sein. Um dein Volk vor Räuberei durch andere Bienen oder Wespen zu schützen, solltest du nicht zu oft die BienenBox öffnen müssen (einmal pro Woche) und die Zuckerlösung gegen Abend in die BienenBox stellen.
Unbedingt ist darauf zu achten, dass nur eigener Honig verwendet wird, da fremder Honig Faulbrut-Sporen enthalten und zu einer weitläufigen Verbreitung der Krankheit auch bei anderen Bienenvölkern führen kann. Für Menschen ist der Erreger ungefährlich.
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Maßnahmen gegen Räuberei
- Ab Mitte August, bei kleineren Völkern schon ab Mitte Juli, kannst du je nach Außentemperatur deine Fluglochverkleinerung anbringen.
- Du kannst außerdem Rauch oder Wasser aus einer Sprühflasche verteilen.
- Weitere Taktiken sind, eine Menge an Gras bzw. kleine Zweige direkt vor das Flugloch zu legen.
- Das Flugloch am Abend verschließen und 24 Stunden geschlossen halten - danach nur ein kleines Flugloch anbieten.
- Im schlimmsten Fall kann ein Versetzen des Volkes nötig sein.
Wie viel Futter brauchen Bienen über den Winter?
Mitte August solltest du nach deinen Bienen schauen, ob sie genug Vorräte für den Winter angesammelt haben. Ein Bienenvolk benötigt ca. 15 kg Honig im Winter, wenn es zu dieser Jahreszeit auf mehr als 14 Rähmchen sitzt. Wenn dein Volk recht groß ist und auf 23 oder mehr Rähmchen sitzt, schadet es nicht, einen Vorrat von 20 kg anzupeilen. Insgesamt brauchen die Bienen von Ende Februar bis Mitte April noch ca. 8 kg, so dass sie bis zur ersten Tracht versorgt sind.
Die einzelnen Völker anheben oder mit einer Kofferwaage wiegen. Dabei im leichtesten Volk nachschauen, wie viele Futterwaben noch vorhanden sind. Um den ganzen Honiginhalt abzuschätzen, kannst du einmal deine BienenBox wiegen oder durch das Ziehen der einzelnen Rähmchen den Inhalt aufsummieren.
Futterabriss und Notfütterung
Die Bienen müssen das Futter erreichen können, es darf keinen „Futterabriss“ geben. Diese Gefahr besteht besonders bei einräumiger Überwinterung. Ideal sind Futterwaben: Diese einfach direkt an den Bienensitz hängen, damit die Bienen schnell zum Futter kommen. Das Futter einer Notfütterung reicht oft nur kurz.
Die Zuckerlösung wird für das Winterfutter mit Wasser aus einer 2:3 Lösung hergestellt. Das bedeutet, dass 1 Liter Wasser mit 1,5 kg Zucker vermischt wird. Tipp: In lauwarmem Wasser löst sich der Zucker besser auf. Besser vertragen die Bienen ihre Zuckerlösung, wenn du 10% eigenen Honig (nur eigenen Honig) hinzufügst.
Vorsicht bei der Auswahl der Honigsorten zur Fütterung
- Nur eigener Honig verwenden, fremder Honig kann für Bienen potenziell gefährlich sein.
- Späte Trachten sind in der Regel Blatttrachten, aus welchen die Bienen den aromatischen dunklen Waldhonig produzieren. Sehr lecker, aber als Winterfutter für die Bienen nicht unbedingt geeignet.
- Honigtau und Waldhonig sollten von Vornherein ausgeschlossen werden, um die Bienen über den Winter zu bringen.
- Andere Honigsorten kristallisieren schnell aus und werden für die Bienen dann unzugänglich.
Praktische Tipps zur Durchführung der Winterfütterung
- Füttern nicht tagsüber oder im Freien anrühren, um Räuberei vorzubeugen.
- Zügiges Arbeiten bei der Fütterung, damit die Bienen nicht zu sehr aufgeregt werden.
- Bei hohen Außentemperaturen das Flugloch nicht zu stark verkleinern, um eine Überhitzung zu vermeiden.
- Nach Abschluss der Fütterung auf Varroa kontrollieren und behandeln.
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