Bester Honig im Test: Vergleich und Kaufberatung

Honig ist ein echtes Naturprodukt und gehört in vielen Haushalten zum festen Bestandteil. Doch wie bei zahlreichen anderen Lebensmitteln gibt es auch beim Honig große Preisunterschiede. Viele Verbraucher setzen höhere Preise dabei automatisch mit besserer Qualität gleich. - ein Irrtum, wie eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt.

Stiftung Warentest: Teurer Honig nicht gleich gut

Die Stiftung Warentest prüfte verschiedene Blütenhonige, darunter auch Produkte von bekannten Discountern wie Aldi, Lidl und Netto. Im Test von 24 Blütenhonigen schnitten über die Hälfte der getesteten Produkte mit der Note "gut" ab. Und das Erstaunliche daran: Einige der besten Honige waren nicht etwa aus teuren Manufakturen, sondern stammten von Discountern und waren deutlich günstiger.

Besonders hervorzuheben ist der Honig "Frühlingssummen" von Breitsamer, der mit der Note 1,8 ("gut") ausgezeichnet wurde und knapp 13 Euro pro Kilogramm kostet. Doch auch bei den Discountern wurden Honige mit der Note "gut" ausgezeichnet. Die günstigeren Produkte "Aldi Gut Bio Honig cremig", "Lidl Maribel Cremiger Blütenhonig streichzart" und "Netto MarkenDiscount Vom Land Blüten-Honig cremig" erzielten allesamt eine Bewertung von 1,9. Diese Honige kosten deutlich weniger - oft nicht einmal die Hälfte des Preises des Testsiegers.

Testsieger-Frühlingssummen-Breitsamer-Glas

Ergebnisse im Detail: Herkunft, Chemie und Sensorik

Interessant ist, dass diese günstigen Honige meist Mischungen aus EU- und Nicht-EU-Ländern sind. Dennoch schnitten sie in Geschmack und Qualität gut ab und überzeugten die Tester. Im Gegensatz dazu gab es auch teurere Honige aus Deutschland, die nicht überzeugen konnten. Einige dieser Produkte, die als "Echter Deutscher Honig" oder "Spitzenqualität" vermarktet wurden, fielen mit der Note "ausreichend" oder "mangelhaft" durch.

Häufig lag dies an einem Mangel an wichtigen Enzymen oder an zu hohen Werten von sogenannten Hitzemarkern, die die Naturbelassenheit des Honigs infrage stellten. Erkennungszeichen für ein hohes Maß an Naturbelassenheit sind bestimmte Messwerte wie ein möglichst geringer Gehalt an Hydroxymethylfurfural (HMF) sowie eine möglichst hohe Aktivität des Enzyms Invertase.

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Bei den Laboruntersuchungen zu Honigverfälschungen fand Stiftung Warentest keine Hinweise auf gepanschten Honig. Zum Einsatz kamen hierbei die branchenüblichen Testmethoden wie NMR, IRMS und LC-HRMS. Die neuartige DNA-Analyse aus Estland, die im vergangenen Jahr für großes Aufsehen auf dem Honigmarkt gesorgt hatte, sei noch nicht ausgereift, habe aber Potenzial.

Sensorik

Neben den chemischen Eigenschaften untersuchte Stiftung Warentest auch die sensorischen Merkmale der Blütenhonige. Dazu bewerteten geschulte Prüfer Geruch, Geschmack, Konsistenz und Mundgefühl. Geschmacklich konnte der Großteil des Honigs überzeugen: 20 der 24 getesteten Produkte erhielten die Note "gut" und schmeckten "etwa aromatisch, pflanzlich oder würzig".

Auch hierbei erhielt einer der D.I.B.-Honige eine schlechte Note wegen kohlartigem Geschmack. Der sei untypisch für Blütenhonig und würde eher zu einem Rapshonig passen. Die Pollenanalyse zeigte außerdem, dass es sich bei dem Blütenhonig um einen Rapshonig handelte. Gleichzeitig hatte eine leichte Rauchnote oder Rauchgeruch bei mehreren ausländischen Honigmischungen nicht zu Abzügen geführt. Dies sei laut Stiftung Warentest für Honige aus Lateinamerika typisch.

Sensorik-Honig-Geschmack-Konsistenz

Welche Honige lagen vorn - Ausgewählte Platzierungen

  • 1. Platz: "Frühlingssummen" von Breitsamer - Testsieger, Note 1,8, Preis etwa 12,98 Euro/kg.
  • 2. Platz: Gut Bio-Honig cremig von Aldi - Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern, aromatisch und pflanzlich.
  • 3. Platz: Maribel Cremiger Blütenhonig streichzart von Lidl - pflanzlich, leicht rauchig, fruchtig.
  • 4. Platz: Vom Land Blütenhonig cremig von Netto - pflanzlich, aromatisch.

Kritik der Imkerverbände und Debatten um Deklaration

Stiftung Warentest erntet Kritik von deutschen Imkerverbänden. Die Honigauswahl in unseren Supermärkten ist riesig. Obwohl der Honig vom Testsieger Breitsamer aus Deutschland und Dänemark kommt, haben deutsche Honige insgesamt durchwachsen abgeschnitten. Von den 24 getesteten Blütenhonigen schnitt kein Honig mit der Note „sehr gut“ ab. 14 Honige bewertete Stiftung Warentest mit „gut“ (1,8-2,5). Davon kommt der überwiegende Teil aus dem Ausland - lediglich fünf deutsche Honige erhielten eine „gute“ Bewertung.

Die Abwertung von Honigen mit dem Aufdruck „Spitzenqualität“ oder „Echter Deutscher Honig“ wurde von Verbänden kritisiert: Die Abwertung sei vor allem darin begründet, dass Stiftung Warentest den Etikettenaufdruck „Spitzenqualität“ als besondere „Premium“-Auslobung angesehen hat. Die Abwertung ist nicht gerechtfertigt, da bislang kaum eine staatliche Lebensmittelkontrollstelle den Aufdruck „Spitzenqualität“ mit „Premium“ gleichgesetzt hat.

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Der D.I.B. zeigte sich außerdem enttäuscht bei der Bewertung der Herkunftsangaben von ausländischen Mischhonigen: Die schwammige Bezeichnung „Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern“ habe nichts mit Verbraucherinformationen zu tun. Die Tatsache, dass Stiftung Warentest die völlig unklare Ursprungsangabe „Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern“ unter dem Punkt „Deklaration“ nicht abgewertet hat, ist angesichts der übrigen Entscheidungen unverständlich.

Stiftung-Warentest-Honig-Interview

Öko-Test und weitere Untersuchungen: Risiken und Verunreinigungen

Testmagazine wie ÖKO-TEST überprüfen regelmäßig Honig. Öko-Test fand in früheren Untersuchungen in einigen Produkten Rückstände oder Verunreinigungen: In einem Produkt wurden „starke Verunreinigungen“ festgestellt, in anderen Pollen gentechnisch veränderter Pflanzen oder erhöhte Werte von HMF. Öko-Test hat ein neuartiges Analyseverfahren anwenden lassen, um Rückstände zu identifizieren. Insgesamt zeigen solche Untersuchungen, dass auch Bio-Honig nicht automatisch frei von Belastungen ist.

Was sagen Tests über Authentizität und Panscherei?

Honig gilt laut Stiftung Warentest als eines der "meistverfälschten Lebensmittel" und wird häufig mit "billigem Zuckersirup" gestreckt. Für die Authentizitätsanalyse kamen spezielle Methoden zum Einsatz, die nur für Honig entwickelt wurden und Hinweise auf Verfälschungen, etwa mit Zuckersirup, geben können. Bei der Untersuchung in der Warentest-Probe fanden die Experten jedoch keine Hinweise auf gepanschten Honig.

Kaufberatung: Worauf Verbraucher achten sollten

  1. Achten Sie nicht nur auf den Preis: Ein hoher Preis ist kein sicheres Indiz für besonders guten Honig. Auch günstigere Produkte aus Discountern können hinsichtlich Geschmack und Qualität überzeugen.
  2. Ursprung und Deklaration prüfen: Angaben wie „Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern“ sind erlaubt, sagen aber wenig über Frische oder Herstellung aus.
  3. Siegel beachten: Wer regionalen, naturbelassenen Honig sucht, achtet auf Labels wie „Echter Deutscher Honig“ oder biologische Zertifikate - jedoch nicht als alleinige Qualitätsgarantie.
  4. Chemische Kennwerte: HMF und die Aktivität von Invertase/Diastase geben Hinweise auf Hitzeeinwirkung und Naturbelassenheit.
  5. Sensorik testen: Geruch, Geschmack und Konsistenz sind wichtige Kriterien - Blütenhonig hat keinen einheitlichen Geschmack und kann je nach Tracht variieren.
  6. Regional kaufen: Honig vom Imker vor Ort ist naturbelassen und deshalb reich an wichtigen Nährstoffen und Enzymen; heimische Honige haben in der Regel einen geringeren ökologischen Fußabdruck.
  7. Vorsicht bei Säuglingen: Honig eignet sich nicht für Babys und Kleinkinder.
Regionaler-Imker-Honig-Glas-Markt

Honigsorten und ihre Eigenschaften

Die verschiedenen Inhaltsstoffe der Honige führen zu unterschiedlichen Honigsorten. Je nach Mischung aus Enzymen, Traubenzucker, Vitaminen, Wasser, Pollen, Proteinen und Aminosäuren unterscheiden sich Konsistenz, Farbe und Geschmack. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Hauptkategorien: Blütenhonig und Waldhonig.

  • Blütenhonig: Entsteht, wenn Bienen Nektar von verschiedenen Blütenpflanzen sammeln. Beispiele sind Rapshonig, Akazienhonig oder Lavendelhonig.
  • Waldhonig: Entsteht aus Honigtau, ist oft dunkler und etwas flüssiger.
  • Manuka-Honig: Sehr kostspielig, besonderes Aroma und oft wegen spezieller Wirkungen geschätzt.
  • Akazienhonig: Mild, bleibt besonders lange flüssig.

Welche Honigsorte bietet die beste Qualität?

Welche Variante am besten schmeckt, ist eine persönliche Präferenz - probieren Sie am besten mehrere Sorten aus. Grundsätzlich finden Fachleute regionalen, naturbelassenen Honig besonders hochwertig, weil er noch viele wertvolle Inhaltsstoffe und Enzyme enthält.

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Tabelle: Wichtige Kennzahlen für Kaufentscheidung

Kriterium Bedeutung
Preis Kein eindeutiger Qualitätsindikator
HMF (Hydroxymethylfurfural) Hinweis auf Hitzeeinwirkung und Lagerung; möglichst gering
Invertase-Aktivität / Diastase Enzyme als Indikator für Naturbelassenheit und schonende Behandlung
Ursprung Regional = kürzere Transportwege, oft geringerer ökologischer Fußabdruck
Sensorik Geruch, Geschmack, Konsistenz entscheiden über Genuss
Siegel Hinweis auf spezielle Anforderungen (Bio, Echter Deutscher Honig)
Honigsorten-Übersicht-Akazie-Manuka-Raps

Praxis-Tipps zum Lagern und Verwenden

Bei der Lagerung von Honig ist es wichtig, dass Sie einen trockenen und dunklen Ort wählen. Ebenso empfehlen wir die Lagerung in einem verschlossenen Behältnis. Geschmacklich liefert Honig große Vielfalt: Wählen Sie gleich mehrere Sorten aus und genießen Sie das dezente oder intensive Aroma.

Honig kann vielseitig verwendet werden: im Tee, als Brotaufstrich, zum Backen oder als Hausmittel bei leichten Wunden und Hautirritationen. Für Kosmetikanwendungen kann Honig mit weiteren Zutaten gemischt werden. Achtung: Honig ist kein Ersatz für medizinische Behandlung und nicht für Babys geeignet.

Fazit für Käufer

Weder Preis noch Herkunft verraten etwas über die Qualität, offenbart unser Test von 24 Blütenhonigen. Ein hoher Preis ist also kein sicheres Indiz für besonders guten Honig. Verbraucher sollten sich nicht nur vom Preis leiten lassen, sondern auch auf die Herkunft und die Angaben zur Verarbeitung des Honigs achten. Naturbelassener Honig vom regionalen Imker kann sich positiv auf Ihre Gesundheit auswirken und ist 100% biologisch.

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