Beste Schokoladenmarken Frankreichs: Ein umfassender Überblick

Frankreich ist weltbekannt für seine Lebenskunst und die Herstellung qualitativ hochwertiger Lebensmittel, zu denen vor allem auch exquisite Schokoladen zählen. Während Länder wie Belgien und die Schweiz oft im Rampenlicht stehen, nimmt Frankreich auch im Bereich der Edel-Schokolade eine Spitzenposition ein. Besonders beliebt ist in Frankreich die dunkle Schokolade mit kräftigem Aroma, die etwa 30% des jährlichen Schokoladenkonsums ausmacht.

Die französische Schokoladenlandschaft ist geprägt von einer Vielzahl kleiner, unabhängiger Chocolatiers neben einigen wenigen großen Herstellern. Diese kleinen Manufakturen bieten ein reichhaltiges und vielfältiges Angebot an Schokoladenprodukten, von klassischen Tafeln bis hin zu kunstvollen Pralinen und Trüffeln.

Historische Entwicklung der Schokolade in Frankreich

Die Geschichte der Schokolade in Frankreich reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück, als Alphonse de Richelieu, Kardinal von Lyon, 1642 als erster Franzose Schokolade konsumierte. Ursprünglich als Medizin gegen Melancholie verwendet, etablierte sich Kakao gegen Ende des 17. Jahrhunderts schnell am europäischen Hof, etwa bei der Hochzeit Ludwigs XIV. mit Maria-Theresia von Spanien. Diese legte sogar fest, dass neben ihren Ankleidedamen auch ein Schokoladen-Zubereiter zu ihren Dienern gehören sollte.

Bis zum 19. Jahrhundert wurde Schokolade hauptsächlich als heiße Trinkschokolade genossen. 1811 erfand der Franzose Poincelet den Mélangeur, mit dem die Kakaomasse mit Zucker vermischt wurde - ein bedeutender Schritt in der Entwicklung der Schokoladenherstellung. Der Wandel von handwerklicher Verarbeitung zu industriellen Methoden begann erst im 19. Jahrhundert, doch gerade seit der Millenniumswende erlebt handwerkliche, hochwertig hergestellte Schokolade eine Renaissance.

Historische Darstellung der Schokoladenherstellung in Frankreich

Die Bedeutung handwerklicher Schokoladenherstellung

In Frankreich sind dunkle Schokoladen mit hohem Kakaoanteil besonders geschätzt, und viele Chocolatiers setzen auf reine Kakaosorten, ohne Mischungen. Die Verarbeitung erfolgt oft in Handarbeit und mit großer Sorgfalt, um das Aromenspektrum der Kakaobohnen optimal zu entfalten.

Lesen Sie auch: Welches Aufback-Croissant schmeckt am besten?

Ein wichtiger Aspekt ist die Qualität der Rohstoffe. Die Fermentation der Kakaobohnen - vergleichbar mit der Gärung bei Weintrauben - ist entscheidend für die Geschmacksvielfalt. Die so entstehende große Aromenvielfalt macht die Kombination von dunkler Schokolade mit kräftigen französischen Rotweinen zu einem einzigartigen Geschmackserlebnis.

Bekannte französische Schokoladenhersteller und ihre Besonderheiten

  • Bonnat Chocolatier: Seit 1884 steht Bonnat aus Voiron für hochwertige Plantagenschokolade. Stéphane Bonnat, der derzeitige Chef in vierter Generation, röstet die Kakaobohnen selbst und verwendet ausschließlich Edelkakaosorten von kleinen Plantagen. Die Schokoladen bestehen nur aus Kakaomasse, Kakaobutter und Zucker, ohne Zusatzstoffe. 2016 wurde Bonnat in London als Hersteller der weltbesten Schokolade ausgezeichnet, insbesondere mit der Tafel „Selva Maya 75%“ aus mexikanischem Kakao.
  • Michel Cluizel: In Damville in der Normandie beheimatet, ist Cluizel bekannt für seine Bean-to-Bar Schokoladen und französische Pralinen. Die Firma legt großen Wert auf direkte Beziehungen zu den Plantagenbesitzern und verzichtet seit 2011 auf Sojalecithin als Emulgator. Besonders erwähnenswert ist die 99%ige Schokolade, die international für Qualität steht.
  • Valrhona: Valrhona ist ein international renommiertes Unternehmen, das vor allem Kuvertüren für Spitzenküchen produziert, aber auch Tafeln und Pralinen bietet. Die Kakaobohnen werden selbst verarbeitet, teils sortenrein, teils nach Region oder Plantage getrennt. Die „Guanaja“-Schokolade von Valrhona gilt lange als Referenz edler Schokolade.
  • François Pralus: Ein Maître Chocolatier, der seine eigene Schokolade herstellt und dabei großen Wert auf Qualität und handwerkliche Perfektion legt. Seine Kreationen reichen von dunklen bis hin zu hellen Schokoladentafeln mit unterschiedlicher Kakaointensität.
  • Mathez: Spezialisiert auf Schokoladentrüffel seit 1934, verwendet Mathez ausschließlich hochwertige Bio-Zutaten. Die Trüffel begeistern durch zarten Schmelz, kräftige Schokolade und raffinierte Aromen in weicher Ganache.
  • Daniel Rebert: Chocolatier aus Wissembourg, bekannt für fruchtige Pralinenfüllungen und weißen Nougat. Vom Club des Croqueurs de Chocolat (CCC) mit drei Tafeln ausgezeichnet.
Schokoladenprodukte von Bonnat, Valrhona und Michel Cluizel

Der Club des Croqueurs de Chocolat und seine Bedeutung

Der Club des Croqueurs de Chocolat (CCC) ist eine wichtige Institution in Frankreich, wenn es um die Bewertung und Förderung erstklassiger Schokoladen geht. Seit rund 40 Jahren treffen sich bis zu 150 Mitglieder regelmäßig, um die besten Schokoladen zu verkosten und auszuzeichnen. Ihre jährlichen Empfehlungen und Auszeichnungen gelten als verlässliche Orientierung für Genießer und schaffen Aufmerksamkeit für herausragende Chocolatiers.

Der CCC engagiert sich auch auf der Fachmesse Salon du Chocolat in Paris, die seit 1994 eine wichtige internationale Plattform für die Branche darstellt.

Regionale Schokoladenkunst im Elsass und Baskenland

Das Elsass gilt als größter Exporteur französischer Schokoladen und steht symbolisch für leidenschaftliche Schokoladenkunst in Frankreich. 2007 wurde hier die „Route du Chocolat“ ins Leben gerufen, die Genussreisenden die besten Chocolatiers und Produzenten vorstellt.

Das Baskenland, insbesondere die Stadt Bayonne, war bereits im 19. Jahrhundert als Schokolade-Hauptstadt Frankreichs bekannt. Die dort ansässigen Chocolatiers, viele mit jüdischen Wurzeln, brachten spezielle Methoden der Kakaoröstung und Schokoladenherstellung mit, die bis heute fortgeführt werden. Die Herstellung heißer Trinkschokolade hat hier Tradition, und einige Hersteller wie Cazenave und Daranatz rühren ihren Kakao noch selbst.

Lesen Sie auch: Leitfaden für den Schokoladenkauf: Die besten Optionen im Supermarkt

Auch das Musée du Chocolat in Cambo-les-Bains bietet spannende Einblicke in die Geschichte und Handwerkskunst der Region. Christophe Puyodebat, ein Meisterchocolatier, verbindet hier moderne Schokoladenkunst mit regionalen Aromen wie dem Piment d’Espelette.

Schokoladenmuseum und traditionelle Chocolatiers im Baskenland

Fakten und Zahlen zum Schokoladenkonsum und zur Industrie in Frankreich

Frankreich konsumiert jährlich rund 354.935 Tonnen Schokolade, wobei etwa 6,4 Kilogramm pro Person verzehrt werden - ein Platz fünf im weltweiten Vergleich. Die Deutschen liegen mit über 11 kg pro Kopf deutlich vorne. Der Schokoladenmarkt ist hauptsächlich von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägt, die rund 90% der Branche ausmachen. Die Schokoladenproduktion beschäftigt etwa 30.000 Menschen in rund 120 Betrieben.

Frankreich exportiert rund 63% seiner Schokoladenproduktion, hauptsächlich in andere EU-Länder. Die wichtigsten Rohstoffe stammen aus westafrikanischen Ländern wie der Elfenbeinküste, Ghana und Ecuador.

Fakt Zahlen/Details
Jährlicher Schokoladenkonsum in Frankreich ca. 354.935 Tonnen (6,4 kg pro Person)
Exportanteil 63% der Produktion, vor allem in die EU
Wichtigste Kakaolieferanten Elfenbeinküste (43%), Ghana (19%), Ecuador (19%)
Beschäftigte in der Schokoladenindustrie ca. 30.000 in etwa 120 Unternehmen
Marktanteile nach Produkt Tafelschokolade: 33%, Schokoladenkonfekt: 27%, Schokoladencremes: 19%
Marktanteile und Schokoladenproduktion in Frankreich

Besonderheiten und Genusskultur

Frankreich verbindet Tradition und Innovation in der Schokoladenherstellung. Ob handwerklich geröstete Bohnen, feine Kombinationen mit Nüssen und Nougat oder das Zusammenspiel mit charakteristischen französischen Rotweinen: Schokolade gilt hier als Kulturgut und Ausdruck höchster Genusskunst.

Zu den klassischen französischen Schokoladenspezialitäten gehören neben Tafelschokolade auch exquisite Pralinen, Trüffel und Nougatvariationen. Die meisten Hersteller verzichten auf künstliche Zusatzstoffe und setzen auf höchste Qualität der Rohstoffe - vom Anbau über die Fermentation bis hin zur Verarbeitung.

Lesen Sie auch: Schokoladentest: Die Top-Schokoladen im Vergleich.

Die Kombination von Schokolade mit Wein, verschiedene Pairings, und die geschmackliche Vielfalt machen französische Schokoladen zu einem faszinierenden Genussmittel, das weit über die Grenzen Frankreichs hinaus geschätzt wird.

Herstellung und Verkostung französischer Schokolade bei ausgewählten Chocolatiers

tags: #beste #schokoladenmarken #frankreich

Populäre Artikel: