Besondere Schoko-Nikoläuse: Herstellung, Arten und Qualitätsmerkmale

Zum Nikolaustag gehört für viele ein Nikolaus aus Schokolade dazu - am liebsten eine richtig große Figur. Schon viel früher wurden Weihnachtsmänner und Nikoläuse aus Schokolade kreiert. Sie sind fester Bestandteil der Adventszeit und begleiten viele Menschen rund um den 6. Dezember. Doch wer sich heute einen Schokonikolaus gönnt, sollte genauer hinschauen, wie und unter welchen Bedingungen die beliebte Süßigkeit hergestellt wurde.

Tradition und Entwicklung der Schoko-Nikoläuse

Um das Jahr 1820, also vor rund 200 Jahren, sollen sich die ersten Konditoren an die künstlerisch herausfordernde und symbolträchtige Figur getraut haben und die ersten, manuell geformten Exemplare zum Verkauf angeboten haben. Diese waren, anders als heute, aus massiver Schokolade hergestellt. Wenige Jahrzehnte später schufen ebenfalls Konditoren die ersten Schokoladenhohlfiguren zur Weihnachtszeit. Doch für den Durchbruch zum Massenphänomen brauchte es die industrielle Fertigung in größeren Mengen.

Ab den 1950er Jahren nahm die Erfolgsgeschichte richtig Fahrt auf und durch neue Verfahren konnte die Schokolade in verschließbare Formen gegossen werden. So entstanden die noch heute beliebten Relief-Weihnachtsmänner. Sie sind nicht hohl und zeigen ihre Struktur, wie den langen Bart, nur auf einer Seite - die andere ist flach. Darauf aufbauend und, eine aus Dänemark stammende Erfindung nutzend, begann in der Folge die Herstellung von Hohlfiguren, die dann geschleudert werden, so dass die flüssige Schokolade innen an der Form gleichmäßig verteilt wird. So entstehen die perfekt ausgeformten und mit vielen Details verzierten kleinen Kunstwerke.

Historische Schoko-Nikolaus Figuren und Herstellungsverfahren

Heute sind Schoko-Weihnachtsmänner aus der Adventszeit nicht mehr wegzudenken. Allein in Deutschland wurden im Jahr 2021 rund 160 Millionen Schokoladen-Nikoläuse und Weihnachtsmänner hergestellt. Knapp ein Drittel dieser besonderen Begleiter durch die Weihnachtszeit werden exportiert und erfreuen Menschen in Europa und Übersee.

Herstellungsarten: Von massiver Schokolade bis zur Hohlfigur

  • Manuelle Herstellung massiver Nikoläuse (früher): mit einfachen Gussformen ohne industrielle Techniken.
  • Relief-Figuren (ab 1950er Jahre): Schokolade wird in geschlossene Formen gegossen, Struktur nur einseitig ausgeprägt, Rückseite flach.
  • Hohlfiguren (dänische Innovation): Durch Schleudern der Formen verteilt sich die Schokolade gleichmäßig - Ergebnis ist eine filigrane, hohle und sehr detailreiche Figur.
  • Vielfalt an Sorten: Von Zartbitter bis Vollmilch und zunehmend auch vegane Varianten sowie Bio- und Fairtrade-Produkte.
Arten der Schoko-Nikolaus Herstellung im Überblick

Symbolik und Varianten

Der klassische Schoko-Nikolaus stellt einen Bischof dar, immerhin war der Heilige Nikolaus ein Bischof in der heutigen Türkei. Heute gibt es neben der beliebten Weihnachtsmannfigur auch den Bischof Nikolaus als Schokoladenfigur - oft mit Mitra und Stab.

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Es gibt sie in vielen Größen, von Mini bis Maxi und in verschiedenen Sorten - etwa mit unterschiedlich hohem Kakaoanteil. Ihren ersten großen Auftritt haben sie am Nikolausmorgen, dem 6. Dezember, wenn die glitzernd eingewickelten Nikoläuse Groß und Klein erfreuen.

Unterschiedliche Motive und Größen von Schoko-Nikoläusen

Qualitätsmerkmale: Fairtrade, Bio und Inhaltsstoffe im Fokus

Kakaoherkunft und faire Arbeitsbedingungen

Früher hat sich niemand Gedanken gemacht über den Kakao in einer Schokofigur. Doch heute stellt sich auch die Frage nach dem Kakao in der Figur: Wie fair wurde er gehandelt? Müssen Kinder in Afrika dafür bezahlen, dass die Schokofiguren bei uns nicht noch teurer werden?

Fairer Handel hat seinen Preis - das ist nicht nur beim Kakao so. Während sich viele hierzulande über süße Schokofiguren freuen, hat der Kakao in den Ländern des Südens oft einen bitteren Beigeschmack, weil die Menschen, die die Bohnen ernten, nicht fair bezahlt werden. In Ghana und der Elfenbeinküste, den Hauptanbauländern von Kakao, arbeiten immer noch 1,5 Millionen Kinder unter ausbeuterischen Verhältnissen auf Kakaofarmen.

Kakaoplantagen und Herausforderungen im Anbau

NGOs haben sich die Produktionsbedingungen der Schokoladefiguren angeschaut. Gerade die großen Schokolademarken haben in puncto Transparenz weiterhin Aufholbedarf, während einige Supermarktketten mit ihren Eigenmarken laut diesem Test eine Vorreiterrolle für Nachhaltigkeit und faire Arbeitsbedingungen einnehmen.

„Schoko-Nikolos mit strengen öko-fairen Zertifizierungen sind längst keine Nischenprodukte mehr. Mit einer so breiten Auswahl an Testsiegern wie nie zuvor sehen wir heuer eine sehr erfreuliche Entwicklung. Gleichzeitig hat sich auch das Angebot an Produkten mit zumindest einem strengen Gütesiegel stark erhöht”, sagt Caroline Sommeregger, Südwind-Kakaoexpertin. Die Förderung einer nachhaltigen, biologischen Landwirtschaft garantiert einen sorgfältigen Umgang mit der Natur und sichert die Lebensgrundlage der Landwirte und ihrer Familien.

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Um sicher zu gehen, dass im Nikolaus-Sackerl keine Schokolade landet, deren Produktion Umweltzerstörung oder Ausbeutung zur Folge hat, empfehlen NGOs, auf Bio-Kennzeichnung in Kombination mit einem Fairtrade-Siegel zu achten.

Gütesiegel und Transparenz

Das ist den süßen Figuren leider nicht anzusehen. Und so manches Label, das den Kakao als fair gehandelt bezeichnet, ist fragwürdig, da es von den Herstellerfirmen selbst erstellt wurde. Also bleibt manchmal tatsächlich nur das schlechte Gewissen, wenn da nicht Schokofiguren im Regal stehen, die offizielle Hinweise tragen - also Label, die bestätigen, dass der Kakao dieser Figur tatsächlich aus fairem Handel stammt.

Global 2000 und Südwind haben 31 Schoko-Nikolos getestet. Die Ergebnisse: EZA als Seriensieger, gefolgt von Billig-Nikolo. Kundinnen und Kunden können sowohl Kakao als auch Rohrzucker bis zu den Ursprungskooperativen zurückverfolgen. Dicht dahinter im Ranking folgt der Nikolo der Spar Eigenmarke, die sowohl mit ihrem veganen als auch dem herkömmlichen Schoko-Nikolaus punkten kann. Ebenso gut bewertet werden der Bio Favorina Weihnachtsmann sowie der Bio Natura Nikolo. Auch die Billa Bio Eigenmarke erhält doppelt grüne Bewertungen, ebenso wie der Natura Nikolo von Hofer und der Favorina Nikolo von Lidl.

Die hinteren Plätze teilen sich die Schoko-Nikolos der großen Marken: Ferrero, Milka, Lindt, Hauswirth und Mars wurden doppelt rot bewertet. Gänzlicher Verzicht auf Siegel ebenso wie nur hausinterne Initiativen und für Kunden nicht nachvollziehbare Gütesiegel seien der Grund für die roten Bewertungen, heißt es. Schoko-Nikoläuse von Milka & Co. werden von NGOs kritisch bewertet, da diese oft auf intransparente Eigeninitiativen setzen.

Gesundheitsrisiken und Testergebnisse (u. a. Öko-Test)

Öko-Test sah in Ausgabe 12/2022 Schoko-Weihnachtsmännern unter die Folie und prüfte sie auf schädliche Bestandteile. In dem Test von 23 Weihnachtsmännchen gibt es einige Gewinner, die mit ihren Inhaltsstoffen überzeugen. Aber es gibt auch Verlierer, die voller Mineralölbestandteile sind. Sieben Schokoladen-Weihnachtsmänner erhalten die Note „gut“. Fünf von 23 enthalten Schadstoffe.

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Schoko-Nikoläuse im Öko-Test: Gewinner und Verlierer
Marke/Produkt Testergebnis Besonderheiten
Dm Bio Schoko Weihnachtsmann gut Naturland
Klett Bio-Vollmilchschokolade Weihnachtsmann gut Bio
Riegelein Bio-Fairtrade-Weihnachtsmann gut Bio & Fairtrade
Alnatura Schoko-Nikolaus mangelhaft belastet mit MOAH
Zwei vegane Produkte mangelhaft belastet mit MOAH

Zu den „ungenügenden“ oder teils auch „mangelhaften“ Testergebnissen kommt es, da aus Sicht der Experten die meisten Exemplare zu stark mit Mineralölbestandteilen verunreinigt sind. Einige Substanzen, die in den schokoladigen Versuchungen enthalten sind, können krebserregend sein. MOSH hingegen kann sich im Körper anreichern. MOSH und MOAH gelangen auf unterschiedliche Wege in die Schokolade, beispielsweise durch Erntemaschinen, Säcke oder die Umwelt. Sogar die Verpackung ist für Verunreinigungen bedeutsam.

Auch Bio-Produkte können durch MOSH/MOAH-belastet sein, denn im Handel gibt es keine absolute Sicherheit. Daher raten Tests und Umweltorganisationen, auf genaue Ergebnisse zu achten und Produkte mit nur leicht erhöhten Werten zu bevorzugen.

Schokonikolaus - Genuss mit Verantwortung

Ob ein Schoko-Weihnachtsmann jetzt gesund ist oder nicht, darüber lässt sich nicht streiten. Das ungesunde Dasein des Schoko-Weihnachtsmännchen kommt auf die Inhaltsstoffe an. Zucker und Kakaogehalt spielen hierbei eine große Rolle. Wodurch Nikoläuse aus Zartbitterschokolade gesünder sind als ihre vollmilchigen Kollegen. Auch kommt es darauf an, welches Kakaopulver für die Rohmasse verwendet wird. Mit dem besten Kakaopulver gelingt ein gesunder Weihnachtsmann ganz bestimmt.

Nicht nur die geplanten Inhaltsstoffe sorgen für eventuelle Gesundheitsrisiken, sondern auch Schadstoffe, die nicht hineingehören. Grundsätzlich gilt: Genau wie Chips sollte man Schoko-Nikoläuse in Maßen genießen und auf die Siegel achten.

Worauf beim Kauf achten?

  • Bio-Siegel und Fairtrade-Zertifizierung beachten; diese garantieren nachhaltige und soziale Herstellung.
  • Auf Öko-Test und andere seriöse Testberichte achten, um Produkte mit Schadstoffbelastung zu vermeiden.
  • Genauen Blick auf Inhaltsstoffe werfen: Je höher der Kakao- und je niedriger der Zuckeranteil, desto „gesünder“ der Schokoladennikolaus.
  • Produkte ohne nachvollziehbares Siegel oder mit Eigenlabels großer Unternehmen kritisch prüfen.
Bedeutung verschiedener Gütesiegel auf Schokoladenprodukten

Schokolade gehört zu Weihnachten wie der Weihnachtsbaum oder der Adventskalender, und zwar in vielen Ländern der Welt. Die Auswahl an nachhaltigen und fairen Schoko-Nikoläusen wächst und macht es leichter, sich für Qualität und Verantwortung zu entscheiden.

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