Bärenmarke und Weihenstephan: Umfassende Rückrufe von Milch und Kakao aufgrund von Verunreinigungen und Produktionsfehlern
Gleich zwei große Molkereien, Bärenmarke und Weihenstephan, sahen sich im November 2019 gezwungen, bundesweite Rückrufe für ihre Milchprodukte zu starten. Während bei Bärenmarke eine bakterielle Verunreinigung der Grund für den Rückruf war, führte bei Weihenstephan ein Produktionsfehler zum vorzeitigen Verderb von Milch und Kakao. Diese Vorfälle verdeutlichen die Notwendigkeit strenger Qualitätskontrollen in der Lebensmittelproduktion und die Bedeutung schneller Reaktion im Falle von Problemen.
Rückruf bei Bärenmarke wegen Bacillus Cereus
Die Molkerei Hochwald Foods rief bundesweit Frischmilch der Marke Bärenmarke zurück. Betroffen war die Ein-Liter-Packung "Die frische Milch" mit 3,8 Prozent Fett und dem Mindesthaltbarkeitsdatum 30. November 2019. Bei Routinekontrollen einzelner Packungen war eine Verunreinigung mit dem Keim Bacillus Cereus festgestellt worden.
Was ist Bacillus Cereus?
Bacillus Cereus ist ein Bakterium, das im Boden und in Staub vorkommt und hitzestabile Sporen ausbilden kann. Wenn diese Sporen in Lebensmitteln auskeimen, können sie zu Infektionen führen.
Symptome einer Infektion mit Bacillus Cereus
Krankheitssymptome zeigen sich schon etwa 30 Minuten bis 15 Stunden nach dem Verzehr und äußern sich in Bauchkrämpfen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Für gesunde Menschen sind diese Symptome in der Regel nicht bedrohlich, aber für Risikogruppen wie Schwangere und Immungeschwächte können Durchfallerkrankungen lebensbedrohlich verlaufen.
Ursache und Reaktion von Bärenmarke
Die Ursache für die Verunreinigung bei Bärenmarke war ein defektes Ventil in der Produktion, das inzwischen ausgetauscht wurde. Vorsorglich wurde die Ware aus dem kritischen Produktionszeitraum gesperrt und die Produktion wieder angelaufen. Die belieferten Handelsunternehmen reagierten umgehend und nahmen die betroffene Ware aus den Regalen.
Lesen Sie auch: Analyse: Bärenmarke Haltbarer Kakao
Entschädigung für Verbraucher
Verbraucher, die die betroffene Milch gekauft hatten, konnten diese auch ohne Vorlage des Kassenbons in den Läden zurückgeben und erhielten den Kaufpreis erstattet.
Rückruf bei Weihenstephan wegen Produktionsfehler
Die Freisinger Molkerei Weihenstephan rief ebenfalls bundesweit Milch und Kakao zurück. Ein Produktionsfehler führte zum vorzeitigen Verderb der betroffenen Chargen.
Betroffene Produkte bei Weihenstephan
Betroffen waren die Ein-Liter-Tetrapacks von "Weihenstephan H-Milch 3,5%" mit Mindesthaltbarkeitsdatum 8. Januar 2020 sowie von "Weihenstephan H-Kakao" mit Mindesthaltbarkeitsdatum 19. Februar 2020.
Erkennbarkeit des Verderbs
Laut Weihenstephan war der Verderb der betroffenen Produkte optisch und über den Geruch deutlich erkennbar.
Mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen
Das Unternehmen gab an, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen zum jetzigen Zeitpunkt unwahrscheinlich seien, aber nicht vollständig ausgeschlossen werden könnten.
Lesen Sie auch: Rezept für erfrischenden Minzkakao
Behebung des Problems
Das technische Problem, das den Verderb verursacht hatte, sei inzwischen behoben.
Vorgehensweise für Verbraucher
Verbraucher, die die vom Rückruf betroffenen Produkte gekauft hatten, wurden gebeten, diese zur Verkaufsstelle zurückzubringen, wo sie ausgetauscht oder erstattet wurden.
Parallelen und Unterschiede der Rückrufe
Obwohl die Rückrufe von Bärenmarke und Weihenstephan fast zeitgleich erfolgten, waren die Ursachen unterschiedlich. Bei Bärenmarke handelte es sich um eine bakterielle Verunreinigung, während bei Weihenstephan ein Produktionsfehler zum Verderb führte. Beide Unternehmen reagierten jedoch schnell und informierten die Öffentlichkeit, um mögliche gesundheitliche Risiken zu minimieren.
Lehren aus den Rückrufen
Die Rückrufe von Bärenmarke und Weihenstephan unterstreichen die Bedeutung von:
- Strengen Qualitätskontrollen: Regelmäßige Kontrollen sind unerlässlich, um Verunreinigungen und Produktionsfehler frühzeitig zu erkennen.
- Schneller Reaktion: Im Falle eines Problems ist eine schnelle Reaktion und Information der Öffentlichkeit entscheidend, um gesundheitliche Risiken zu minimieren.
- Transparenz: Offene Kommunikation mit Verbrauchern schafft Vertrauen und ermöglicht es, betroffene Produkte schnell aus dem Verkehr zu ziehen.
- Lückenloser Rückverfolgbarkeit: Eine lückenlose Rückverfolgbarkeit ermöglicht es, die Ursache von Problemen schnell zu identifizieren und zu beheben.
Weitere Rückrufe in der jüngeren Vergangenheit
Die Rückrufe von Bärenmarke und Weihenstephan waren nicht die einzigen Vorfälle dieser Art in der jüngeren Vergangenheit. Erst vor kurzem wurde ein Kartoffelsalat von „Gut&Günstig“ zurückgerufen, weil er Fremdkörper enthalten könnte. Auch der große Milchhändler Deutsches Milchkontor (DMK) und das Unternehmen Fude + Serrahn hatten zuvor einen deutschlandweiten Rückruf von Milch gestartet, nachdem in einer Probe Bakterien gefunden worden waren, die Durchfallerkrankungen auslösen können.
Lesen Sie auch: Alles über 100%ige Kakaoschokolade: Vorteile und Nachteile
tags: #Bärenmarke #Kakao #Rückruf


