Anwendung und Vorteile von Ausrollmatten für Fondant
Fondant gehört in jeder Hobby-Konditorei zur Grundausstattung und ist absolut unverzichtbar. Mit Fondant werden Gebäckstücke und Torten zu einem echten Hingucker, die Klein und Groß staunen lassen. Ich habe ein paar Tipps & Tricks zusammengefasst, damit Du nicht die gleichen Fehler machst wie ich und weißt, worauf Du achten solltest. Und gleich loslegen kannst.
Warum eine Ausrollmatte verwenden?
Um den Fondant glatt und sauber auszurollen, solltet Ihr für eine saubere und glatte Arbeitsunterlage sorgen. Empfehlenswert ist eine Arbeitsunterlage aus Silikon oder Kunststoff, idealerweise direkt mit Maßangaben, dann braucht Ihr die ausgerollte Fondantfläche nicht nachzumessen. Die beste Lösung sind Silikonmatten. Warum? Silikon hat den großen Vorteil, dass es eine materialeigene Antihaftwirkung hat. Somit klebt an Silikonoberflächen nichts an und es kann auf Mehl zum Ausrollen verzichtet werden.
Silikonmatten zum Ausrollen werden auch Silikonunterlagen genannt und sind eigens zum Ausrollen von Fondant, Marzipan und Teig gefertigt. Professionelle Silikon-Unterlagen sind mit geometrischen Figuren und Maßskalen bedruckt, sollten aber nicht als Relief eingearbeitet sein, weil sich dieses in den ausgerollten Fondant einprägt. Das Tolle an diesen Silikonmatten ist, dass auch andere Teige (z. B. Mürbeteig) darauf ausgerollt werden können.
Vorteile von Ausrollmatten im Überblick
- Antihaft-Oberfläche: Fondant klebt weniger, sodass ungleiche Dicken und Verziehen verhindert werden.
- Maßangaben und Kreise: Erleichtern das exakte Ausrollen auf die benötigte Größe.
- Wiederverwendbar und langlebig: Umweltfreundliche Alternative zu Einweg-Papier.
- Schonender zur Fondant-Oberfläche: Keine Mehl- oder Puderzucker-Grundlage nötig, wodurch der Fondant nicht austrocknet oder staubig wird.
- Vielseitigkeit: Auch zum Ausrollen von Marzipan, Gumpaste, Mürbeteig oder Macaron-Teig geeignet.
Welche Arten von Matten gibt es und worauf achten?
Es gibt Silikonmatten in unterschiedlichen Ausführungen, Farben und Größen. Es gibt Silikonmatten, die zum Backen verwendet werden, und spezielle Silikonunterlagen, die zum Ausrollen von Fondant und Marzipan genutzt werden. Weiterhin gibt es jene Silikonmatten, die als Silikonunterlage bezeichnet werden und mit geometrischen Figuren bedruckt sind. Es gibt auch Silikonunterlagen, deren geometrische Formen reliefartig eingeprägt wurden - wir empfehlen, diese nicht zum Ausrollen von Fondant zu verwenden, weil das Relief sich in den ausgerollten Fondant einprägt und gerade bei dünnen Decken durchdrücken kann.
Professionelle Silikon-Unterlagen sind mit geometrischen Figuren und Maßskalen bedruckt, sollten aber nicht als Relief eingearbeitet sein, weil sich dieses in den ausgerollten Fondant einprägt.
Lesen Sie auch: Alles über Fondant-Backen
Praktische Anwendung: Vorbereitung und Ausrollen auf der Matte
Bevor der Fondant ausgerollt wird, muss er geknetet werden bis er geschmeidig ist. Fondant ist eine feste, recht harte Masse, vor allem bei kalten Temperaturen. Damit er die benötigte Elastizität bekommt, muss er weich geknetet werden. Ich verwende auf Anraten von Lara & Katharina, wenn möglich Fondant von Massa Ticino zum Eindecken von Torten. Der Fondant ist zwar teurer als andere, aber sehr hochwertig. So braucht man auch kein extra Fett oder Palmin, um den Fondant weich zu bekommen.
Fondant gehört nicht in den Kühlschrank und sollte bei Zimmertemperatur verarbeitet werden. Wenn Dein Fondant zu hart ist, dann erwärme ihn in Deinen Händen, indem Du ihn geduldig weich knetest. Es reicht den Fondant so lange zu kneten, bis er elastisch ist. Sollte Dein Fondant an den Kanten angetrocknet sein, dann schneidet diese Kanten ab und versucht nicht, sie weich zu kneten.
Arbeitsfläche vorbereiten
Die Arbeitsfläche sollte leicht mit Bäckerstärke (alternativ mit gesiebter Speisestärke) bepudert werden. Ich rate für das Abpudern der Arbeitsfläche einen „Staubbeutel“ zu benutzen. Diesen kann man auch schnell und bequem nachfüllen. Nehmt eher wenig Bäckerstärke und pudert nach, als dass Ihr zuviel davon nehmt. Man kann auch Puderzucker verwenden, dieser ist allerdings gröber und manchmal klebrig.
Fondant formen und ausrollen
Knetet den Fondant zu einer Kugel und drückt diese mit der Handfläche leicht flach, so dass Ihr einen runden Fladen vor Euch habt. Rollt nun mit Eurem Rollstab den Fondant zu einem Oval. Rollt mit einem großen Rollstab immer von der Mitte aus, erst nach oben, dann nach unten und so langsam in alle Richtungen. Nie bis ganz zum Rand, damit dieser nicht zu dünn wird. Am besten dreht (nicht wenden!) man ab und zu den Fondant und wiederholt den Vorgang. Ziel ist es immer eine runde Form beizubehalten.
Zum Ausrollen des Fondant benötigst Du einen langen Stab wie diesen Fondant Roller. Alternativ geht auch ein Wasserrohr (ca. 50 cm lang) oder ein Nudelholz (zum Eindecken von Torten ist dieses aber in der Regel zu kurz). Am besten knetet Ihr den Fondant zu einer Kugel weich und rollt ihn immer in einer Richtung aus. Fondant wird beim Ausrollen nicht gewendet.
Lesen Sie auch: Schultüte Fondant: Schritt-für-Schritt Anleitung
Dicke und Größe der Fondantdecke
Ich habe bisher nicht viel mit Fondant gearbeitet und rolle den Fondant daher nicht zu dünn aus, da dieser sonst leichter reißen kann. Ich versuche den Fondant ca. 3-4 mm dick auszurollen. Das hat auch den Vorteil, dass leichte Unebenheiten auf der eingestrichenen Torte ausgeglichen werden können. Je dünner Du den Fondant ausrollst, desto ebener muss Deine Torte eingestrichen sein. Als Anfänger empfiehlt sich sogar ca. 5-6 mm, da hier Fehler besser kaschiert werden.
Achte darauf, dass der ausgerollte Fondant groß genug ist, damit er Deine Torte vollständig bedeckt. Messt den Durchmesser Eurer Torte und anschließend die Höhe. Der Durchmesser und zweimal die Höhe, das ist der Durchmesser des Kreises den Ihr ausrollen solltet.
Umgang mit Luftblasen und Rissen
Es kann leicht passieren, dass beim Kneten ungewollt Luft eingearbeitet wird. Dies verhindert man am besten indem man den Fondant nicht wie bei Teig komplett einschlägt, sondern vielmehr versucht beim Einschlagen den Fondant seitlich wegzudrücken, damit die Luft immer austreten kann. Kleine Luftbläschen kannst Du mit einer Nadel aufstechen und das Einstichloch durch weiteres Ausrollen wieder schließen. Je dicker der Fondant, desto besser kann man Luftblasen entfernen.
Fondant auf die Torte legen und glatt streichen
Die fertig ausgerollte Fondantdecke kann jetzt auf die Torte gelegt werden. Nehmt dazu die Torte aus dem Kühlschrank und stellt sie neben Euch, damit der Fondant direkt vom Rollstab auf die Torte gelegt werden kann. Legt nun den Ausrollstab quer über die ausgerollte Fondantdecke und klappt eine Hälfte des Fondants darüber. Jetzt könnt Ihr den Fondant an den Enden des Ausrollstabes hochheben. Sollte der Fondant nicht richtig auf der Torte liegen, habt Ihr jetzt noch kurz Zeit, ihn mit beiden Händen anzuheben und zu zentrieren.
Der nächste Schritt ist nun das Glätten des Fondants auf der Torte. Anschließend drückt Ihr den Fondant an der Oberkante der Seiten ca. 2 cm hoch fest, am Besten mit der Handkante. Beginnt damit, dass Ihr den Fondant an einer Stelle der Seite an die Torte drückt, an der die wenigsten Falten zu sehen sind. Sobald Ihr merkt, dass sich beim Andrücken des Fondants an die Tortenseite eine Falte bildet, hört auf mit dem Andrücken und zieht den Fondant erneut von der Seite der Torte ab bis die Falte nicht mehr da ist. Den überschüssigen Fondant könnt Ihr mit einem Skalpell oder einem Fondantschneider abschneiden.
Lesen Sie auch: Kreative Tortendekoration mit Fondant
Pflege und Lagerung von Ausrollmatten
Reinigen: Reinigt die Silikonmatten nach Gebrauch in warmem Seifenwasser. Vermeidet die Verwendung von harten Scheuerschwämmen und scharfen Reinigungsmitteln, da diese die Oberfläche der Matten beschädigen können. Lagerung: Lagert Eure Silikonmatten flach oder gerollt, um Falten und andere Verformungen zu vermeiden. Überprüft die Matte regelmäßig auf Risse, Verfärbungen oder Verlust der Antihafteigenschaften und ersetzt sie gegebenenfalls.
Sicherheitsaspekte und Qualität
Beim Kauf von Silikon-Backmatten für Euer Hobby solltet Ihr darauf achten, dass sie aus 100 % lebensmittelechtem Silikon ohne Füllstoffe hergestellt sind. Minderwertiges Silikon kann Füllstoffe oder Zusatzstoffe enthalten, die in Lebensmittel übergehen und schädlich sein können. Hochwertige Silikonmatten sind sehr temperaturbeständig, antihaftbeschichtet und langlebig.
Praktische Tipps und Zubehör
- Werkzeuge bereithalten: Lege vor dem Ausrollen Dein Zubehör wie Ausrollmatte, Fondant-Roller, Ausstechförmchen und Messer bereit.
- Fondant-Tauglichkeit der Füllung: Achte darauf, dass Sahne- und Frischkäse-Cremes nicht direkt unter Fondant kommen; nutze Ganache oder Buttercreme als Versiegelung.
- Aufteilen großer Fondant-Stücke: Große Fondant-Stücke sollten aufgeteilt werden, bevor Du sie bearbeitest.
- Reste aufbewahren: Fondant muss luftdicht verpackt und sauber gelagert werden, da er sonst austrocknet oder schlecht wird.
Wann ist eine Ausrollmatte nicht die beste Wahl?
Matten mit reliefartigen oder stark erhabenen Mustern sind zum Ausrollen von dünnem Fondant ungeeignet, da sie sich in die Oberfläche einprägen können. Spitze oder scharfe Werkzeuge sollten die Silikonoberfläche nicht beschädigen, da dies die Antihaftwirkung beeinträchtigt.
Fazit: Warum Ausrollmatten lohnen
Silikon-Ausrollmatten sind für alle, die regelmäßig mit Rollfondant arbeiten, eine sinnvolle Investition. Sie erleichtern das Ausrollen, schützen den Fondant vor Austrocknung und ermöglichen präzises Arbeiten dank Maßangaben. Mit einer guten Matte und etwas Übung gelingen glatte, gleichmäßige Fondantdecken deutlich einfacher.
tags: #Anwendung #und #Vorteile #von #Ausrollmatten #für


