Arthur der Klob Schokolade Geschichte: Von den Wurzeln des Kakaos bis zur modernen Tafelschokolade

Die Geschichte der Schokolade ist eine faszinierende Reise, die von den alten Zivilisationen Mittelamerikas bis in die heutige Zeit reicht. Woher kommt Schokolade? Aller Anfang liegt in Amerika Angefangen hat alles in Mittelamerika, im Gebiet des heutigen Mexiko, Guatemala und Honduras. Die Geschichte der Schokolade lässt sich über 5.500 Jahre zurückverfolgen.

Als Kulturpflanze findet Kakao in den Tiefen des Amazonas seinen Ursprung. Die Geschichte der Schokolade beginnt in Südamerika, wo der Ursprung des wild wachsenden Kakaos vermutet wird. Neue Untersuchungen im Hochland von Ecuador zeigen, dass Kakao hier schon seit etwa 5500 Jahren genutzt wird. Das Hochland von Ecuador ist daher Ausgangspunkt für den frühen Handel bis an die Pazifikküste sowie für die Ausbreitung der Nutzung des Kakaos nach Norden.

Frühe Kakaonutzung in Ecuador: Fundorte, Handelswege und Zeitstrahl

Archäologie und frühe Nutzung: Santa Ana-La Florida und der Amazonas

Das Team führte in Ecuador in Santa Ana La Florida naher der peruanischen Grenze in einem Siedlungsareal der Mayo-Chinchipe-Kultur Ausgrabungen durch. Die Siedlung wurde vor etwa 5450 Jahren gegründet und bestand aus mehreren Gebäuden, die einen Zeremonialzentrum mit rituellen Herdstellen und mehreren Bestattungen umschlossen.

Das Team untersuchte insgesamt 28 Proben von 19 Keramikgefäßen. Dabei wurden drei unterschiedliche Nachweisverfahren angewendet, der Nachweis von Kakao-Stärkemolekülen, der Nachweis des Biomoleküls Theobromin und eine DNA-Analytik. An 15 Keramikfragmenten ließen sich Stärkemoleküle der Kakaobohne mikroskopisch nachweisen. In 6 Gefäßen Proben entdeckten die Forscher und Forscherinnen Spuren des Biomoleküls Theobromin, das von der Kakaobohne stammt und ähnlich wie Coffein eine anregende Wirkung hat. Das Besondere ist, dass Theobromin nur in der domestizierten Kakaoart Theombroma cacao vorhanden ist, nicht aber in anderen Kakaobaumarten.

Das Alter der Funde konnte mittels durchgeführter C¹⁴ Analysen (Radiokarbonmethode) auf 5450 bis 5300 Jahre bestimmt werden. Damit sind die Fundobjekte 1500 Jahre älter als die bisher frühsten Nachweise von Kakaoanbau in Mexiko. Die Forscher und Forscherinnen konnten also die bislang älteste Nutzung von Theobroma cacao in Amerika nachweisen. Nach Ansicht der Experten und Expertinnen wurde der Kakao zunächst im oberen Amazonasgebiet domestiziert und im Alltag als Nahrungsmittel und bei religiösen Zeremonien genutzt. Von dort aus verbreitete sich der Kakaoanbau nach Norden bis nach Mittelamerika.

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Archäologische Methoden: Nachweis von Theobromin, Stärke und DNA in Keramik

Olmeken, Maya und Azteken: Vom rituellen Trank zur Währung

Die 4.000-jährige Geschichte der Schokolade begann im alten Mittelamerika, heute Mexiko. Dort wurde damals die erste Kakaopflanze entdeckt. Die Olmeken, eine von Latein Amerikas ältesten Zivilisationen, waren die Ersten, die Trink-Schokolade aus einer Kakaopflanze herstellten. Funde aus den Siedlungsgebieten belegen jedoch, dass die Olmeken bereits 1.800 bis 1.000 v. Chr. ein Kakaogetränk zubereiteten.

Die Maya und ihre Schokoladenkultur Die Maya übernahmen und verfeinerten den Gebrauch des Kakaos. Maya-Schokolade war ein Getränk aus gerösteten und gemahlenen Kakaobohnen, vermischt mit Chilis, Wasser und Maismehl. Die Mayas gossen den Mix von einem Topf in einen anderen, um ein dickflüssiges, schaumiges Getränk namens „xocolatl“ - was „bitteres Wasser“ bedeutet - herzustellen. Die Maya kultivierten den Kakaobaum, bauten ihn auf großen Feldern an und entwickelten Bewässerungssysteme, um möglichst ertragreiche Ernten zu erhalten.

Die Maya verzierten Gefäße mit Aufschriften und Ornamenten und kennzeichneten so die Verwendung des Kakaogetränkes. In einem Gefäß, beschriftet mit der Glyphe "kakaw", fanden Archäolog*innen an der Innenseite einen dunklen Belag. Analysen ergaben, dass dieser Theobromin enthielt, ein Inhaltsstoff von Kakao; Ein starker Hinweis darauf, dass es sich bei dem Pulver um Reste eines Kakaogetränks handelt. Dieser Kakao wurde zwischen 460 und 480 n.Ch. hergestellt.

Auch die Azteken schätzten Kakao hoch. Sie nannten das Getränk "Xocolatl", was "bitteres Wasser" bedeutet. Kakaobohnen wurden bei den Azteken auch als Währung genutzt. So kostete etwa ein Truthahn 200 Kakaobohnen, ein Hase 100 Kakaobohnen und eine Avocado zwischen ein und drei Kakaobohnen. Die Handelsrouten, auf denen der Kakao in die mexikanische Hochebene transportiert wurde, wurden besonders bewacht. Wie auch schon bei den Maya wurde Kakao als wertvoll erachtet und nur von den oberen Gesellschaftsschichten genutzt.

Mesoamerika: Olmeken, Maya, Azteken - Karten, Gefäße, Währungen

Mythos, Medizin und Alltag

Der lateinische Name des Kakaobaums ist "Theobroma cacao L.", übersetzt: "die Speise der Götter". In Mexiko erkannte man relativ schnell den Wert der Kakaobohne. Man hielt sie für heilig und nur adeligen Männern, Priestern und Kriegern war der Konsum der Kakaobohne erlaubt. Die Kakaobutter verwendeten sie als Medizin oder Kosmetik. Bei den Maya wurde die Kakaopflanze als Allheilmittel eingesetzt, unter anderem gegen Durchfall und Geburtsschmerzen. Neben Kopal und Menschen wurde auch Kakao als Opfergabe für die Götter dargeboten.

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Über den Atlantik: Entdeckung, Hofgetränk und europäische Mode

Mit der Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus kam der Kakao dann auch zu uns... Der erste Europäer, der die Kakaobohnen kennenlernte, war Christoph Kolumbus im Jahre 1502. Der spanische Eroberer Hernan Cortez brachte die Kakaobohne zum ersten Mal nach Europa. Dort führte er sie dem spanischen Königshof vor, wo sie zunächst wenig Anklang fand. Das lag an der fehlenden Süße der Kakaobohne. Letztlich begannen Sie am spanischen Hof mit Rohrzucker und Honig den Kakao zu verfeinern und kamen damit auf den Geschmack.

Lange war die Schokolade ein süßes Geheimnis der Spanier. Erst nach der Hochzeit von Anna von Österreich, der Tochter des spanischen Königs Philllip III, und dem französischen König Louis XIII im Jahr 1615, hielt die Schokolade auch im Rest Europas Einzug. In Frankreich wurde Schokolade insbesondere am Hofe Ludwigs XIV. populär. Durch regelmäßige Kakaolieferungen um 1700 und die Auflösung des spanischen Kakaomonopols durch den Anbau in anderen europäischen Kolonien verbreitete sich der Kakao von Spanien aus in den Adelsschichten der anderen europäischen Länder.

Nachdem England im Jahr 1650 Jamaika eroberte, kam der Kakao nach Großbritannien. Die dort von den Spaniern errichteten Plantagen lieferten das süße Gut nach England, wo schon bald sogenannte „Schokoladenhäuser“ errichtet wurden. Adlige in Europa begannen im 17. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts erfuhr Kakao wachsenden Zuspruch. Heißgetränke waren in Europa in dieser Zeit etwas Exotisches und Außergewöhnliches.

Barocke Schokoladenkultur: Hofe, Schokoladenhäuser, Trinkservice

Von Luxus zu breiterer Verfügbarkeit

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts löst zudem der Rübenzucker den teuren Import von Rohrzucker ab. Der Konsum bzw. der Handel von Kakao wurde steuerpflichtig, staatlich kontrolliert und konzessioniert. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts fand das Schokoladengetränk langsam Einzug in das vornehme Bürgertum. Das Kakaogetränk war unter den spanischen Siedlern in Mesoamerika bereits weit verbreitet, als es im 16. Jahrhundert den Weg nach Europa fand und ab dem 17. Jahrhundert innerhalb des europäischen Adels der Alten Welt fest etabliert war.

Technik, Industrie und neue Formen: Die schokoladige Revolution

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelte der Holländer Van Houten ein neues Verfahren in seiner Fabrik in Amsterdam. Er presste und zermahlte die Kakaobohnen, wodurch sich die Kakaobutter vom Kakao trennte. Mit der Entwicklung dieses Verfahrens breitete sich der Kakao mehr und mehr in Europa aus. Er galt sogar als Kräftigungsmittel und wurde in Apotheken verkauft.

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Die Geschichte der Schokoladenherstellung ist reich an bahnbrechenden technischen Errungenschaften, die ihre Produktion revolutionierten. Im Jahr 1811 machte Poincelet einen wichtigen Schritt vorwärts, indem er den Mélangeur entwickelte. Ein weiterer Meilenstein folgte 1828, als der holländische Chemiker Van Houten die Kakaobutterpresse erfand. Die industrielle Produktion von Schokolade wurde 1846 durch die Konstruktion der Eintafelanlage durch den Techniker Daupley verbessert. Nur ein Jahr später, 1847, brachte das englische Unternehmen Fry & Sons die erste feste Essschokolade auf den Markt.

Die erste richtige Essschokolade entstand 1847 und wurde von der englischen Firma "J.S. Fry & Sons" vertrieben. Die Herstellung von Milchschokolade wurde 1875 durch den Schweizer Daniel Peter revolutioniert, der das von Henri Nestlé entwickelte Milchpulver verwendete. Im Jahr 1873 leistete das deutsche Unternehmen Stollwerck einen bedeutenden Beitrag zur Verbesserung der Schokoladenqualität, indem es den Fünfwalzenstuhl konstruierte.

Technik-Meilensteine: Mélangeur, Presse, Eintafelanlage, Fünfwalzenstuhl

Vom Manufaktprodukt zur Massenware

Das 19. Jahrhundert revolutionierte die Schokolade. Zu Beginn des Jahrhunderts war sie noch ein Luxusgut das in Form von Trinkschokolade genossen wurde. Im Laufe des Jahrhunderts führte in vielen Ländern die Senkung oder der Wegfall von hohen Zöllen und Steuern auf Kakao zu einer Preissenkung. Gleichzeitig wurde der Kakaoanbau ausgedehnt und sorgte für ein zunehmend preiswerteres Angebot. Am Ende des Jahrhunderts hatte die Schokolade ihre Form geändert, sie kam nun als Essschokolade oder als leichtes Kakaogetränk zum Kunden.

Jahr Innovation/Ereignis
1811 Mélangeur von Poincelet
1828 Kakaobutterpresse (Van Houten)
1847 Erste Essschokolade (Fry & Sons)
1873 Fünfwalzenstuhl (Stollwerck)
1875 Milchschokolade (Daniel Peter, Nestlé)

Schokolade in Deutschland und Europa: Genuss, Marken und Verpackung

In Deutschland bekam man Schokolade zunächst nur als Medizin zur Stärkung in Apotheken. Erst als Jan Jantz von Huesden, ein Niederländer, eine Kaffeestube in Bremen eröffnete, wurde Schokolade auch in Deutschland als Genussmittel bekannt. Auch hier war Kakao ein Luxusgut, auf das hohe Steuern erhoben wurden. Trotz dessen erfreute sich die Schokolade immer wachsenderer Beliebtheit.

Nach 1900 geht der Boom der Schokoladenindustrie zunächst ungebremst weiter. 1914 gibt es bereits 180 Schokoladenfabrikanten in Deutschland. Der Pro-Kopf-Verbrauch steigt in Deutschland von 300 g im Jahr 1901 auf 640 g im Jahr 1910. Nun kommen auch erste Pralinenschachteln auf den Markt. 1910 brachte Sarotti erstmals eine neuartige luftdichte Verpackung auf den Markt die S-i-Verpackung genannt wurde. Ebenfalls 1910 errichtete der Schweizer Robert Victor Neher das erste Walzwerk zur Herstellung von Aluminiumfolie.

Die erste europäische Blüte erlebte die Schokolade in der Zeit des Barock. Es entstehen sogar eigene „Schokoladenhäuser“ und Schokolade ist das In-Getränk beim Adel und in Teilen des wohlhabenden Bürgertums. Für die Masse der Menschen bleibt Schokolade unbezahlbar. 1776 kostet ein Pound (ca. 453 Gramm) Schokolade der Firma Fry in England 35 Pence.

Historische Verpackungen und Schokoladenhäuser in Europa

Ritter und die quadratische Idee: „Ritter’s Sport Schokolade“

Der Grundstein für die Schokoladengeschichte von Ritter Sport, die Gründung der Schokoladen- und Zuckerwarenfabrik durch Alfred Eugen Ritter und Clara Ritter, wird 1912 in Stuttgart-Bad Cannstatt gelegt. Hier wurden die ersten "Ritter"-Pralinen hergestellt und verkauft. Die Platzverhältnisse in Bad Cannstatt werden schnell zu eng. Im idyllischen Waldenbuch entsteht der neue Firmensitz.

Der Vorschlag von Clara Ritter: "Machen wir eine Schokolade, die in jede Jackentasche passt, ohne zu brechen und das gleiche Gewicht wie eine normale lange Tafel hat." Sie wird unter dem Namen "Ritter's Sport Schokolade" lanciert. Außerdem im Sortiment: Langtafeln, Pralinen, Oster- und Weihnachtsartikel. Eine Revolution auf dem Schokoladenmarkt: Der Unternehmer Alfred Otto Ritter stellt die „Bunte Vielfalt“ vor.

Die Erfindung der Schlauchbeutelverpackung mit der revolutionären Knick-Pack-Mechanik unterscheidet unsere Tafelschokolade letztendlich von herkömmlichen Langtafeln und entwickelt sich schnell zu einem unverwechselbaren Markenbestandteil. Firmengründer Alfred Eugen Ritter stirbt im Alter von 66 Jahren. Sein Sohn Alfred Otto Ritter übernimmt die Geschäftsführung. Erstmals nach dem Krieg ist Kakao wieder uneingeschränkt verfügbar. Das Unternehmen nimmt die Produktion wieder auf.

Quadratisch, praktisch: Ritter Sport, Knick-Pack und Markenwelt

Krieg, Knappheit und Neubeginn

Der Kriegsausbruch 1939 führte nicht zur sofortigen Stilllegung der Produktion, dennoch können nur geringe Stückzahlen produziert werden. Während des Nationalsozialismus gab es Probleme mit Kakao und anderen Rohstoffen. Ab 1940 musste die Produktion komplett eingestellt werden. Unmittelbar nach dem Krieg produzierte die Firma Ries & Hetzel in der Schokoladenfabrik Zahnpasta. Erstmals nach dem Krieg ist Kakao wieder uneingeschränkt verfügbar. Das Unternehmen nimmt die Produktion wieder auf.

Nachhaltigkeit und Verantwortung in der modernen Schokoladenwelt

Seit vielen Jahren wird erheblich in Nachhaltigkeitsmaßnahmen investiert. Als erster namhafter deutscher Tafelschokoladenhersteller stellen wir unser gesamtes Kakaosortiment auf zertifizierten Kakao um. Seit 2018 beziehen wir nur noch zertifizierten Kakao. Als erster deutscher Schokoladenhersteller sind wir nach dem „ZNU-Standard Nachhaltiger Wirtschaften“ des Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) zertifiziert.

Die Familie Ritter kauft Land in Nicaragua und steigt damit selbst in den nachhaltigen Kakaoanbau ein. Eines der größten zusammenhängenden Kakaoanbaugebiete der Welt entsteht. Die erste Ernte war 2017. Wir haben das Wirtschaftsprojekt CACAONICA in Nicaragua gegründet. Es unterstützt lokale Kleinbauern beim nachhaltigen Kakaoanbau. Dieses Projekt verbessert die Lebensbedingungen der von der Landwirtschaft lebenden Familien und bremst gleichzeitig die Abholzung des Regenwaldes.

Seit 2002 betreiben wir ein Blockheizkraftwerk. 2016 wurde das Kraftwerk durch eine neue Anlage ersetzt und dadurch die CO2-Emissionen im selben Jahr um 2.900 Tonnen reduziert. Durch die Nutzung der Abwärme des BHKW erzeugen wir rund 70 % des Wärmebedarfs und 37 % des Stroms selbst. Schon seit 2020 haben wir unser Ziel erreicht, ein klimaneutrales Unternehmen zu werden. TÜV NORD CERT Standard TN-CC 020). Sowie Kompensation durch Gold Standard-Klimazertifikate.

Nachhaltige Lieferkette: Zertifizierter Kakao, Agroforst, Energieeffizienz

Globale Produktion, Ungleichheit und Klimarisiken

Die weltweite Erntemenge von Kakao wird im Jahr 2023/24 auf 4,45 Millionen Tonnen geschätzt, wobei allein Côte d’Ivoire mit 1,8 Millionen Tonnen dazu beiträgt. Doch auch im Kakaosektor sind die Folgen des Klimawandels spürbar. Zunehmende Extremwetterereignisse in den Anbauländern, wie Dürren und Überflutungen haben 2023/24 zu erheblichen Ernteeinbußen geführt, wodurch die Rohstoffpreise für Kakao um knapp 60 Prozent gestiegen sind. Global sind rund sechs Millionen Menschen in der Kakaoproduktion beschäftigt und sichern damit den Lebensunterhalt für 40-50 Millionen Menschen.

Bereits die Geschichte des Kakaoanbaus, die eng mit der Kolonialgeschichte verknüpft ist, zeigt die gewaltvolle Ausbeutung von Menschen und Ressourcen; ein Muster, das sich leider bis in die Gegenwart zieht. Große internationale Konzerne dominieren den Markt und üben eine erhebliche Marktmacht aus, wodurch die Kleinbäuer*innen stark benachteiligt werden. Mittlerweile gibt es immer mehr Initiativen und Siegel, die darauf abzielen, die Arbeitsbedingungen im Kakaosektor zu verbessern und eine faire Entlohnung zu gewährleisten.

Vom Baum zur Tafel: Botanik, Verarbeitung und Geschmack

Der bis zu 15 Meter hohe Baum gedeiht nur in tropischen Gebieten, vorzugsweise im Schatten größerer Bäume, und gehört zu den Sterkuliengewächsen. Direkt am Stamm entstehen jährlich bis zu 100.000 Blüten - aus den befruchteten werden lange, dickliche und gurkenförmige Früchte, die mit der Reife immer gelber und dunkler werden. In ihrem Inneren sind bis zu 50 Samenkörner in einem dicken, weißen Fruchtfleisch zu finden: der Kakao. Erst durch Weiterverarbeitung durch Trocknen, Fermentieren und Rösten entfalten diese Körner ihr charakteristisches Aroma.

Heutzutage ist Schokolade beliebter denn je. Rund 9,3 kg Schokolade isst der*die Deutsche im Jahr - umgerechnet rund 2 ganze 100 g Schokoladen-Tafeln pro Woche. Seit seiner Ankunft in Europa hat Kakao eine bemerkenswerte Transformation durchlaufen und ist heute aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Von der Kakaofrucht zur Tafel: Ernte, Fermentation, Röstung, Conchieren

Namen, Worte und „Xocolatl“: Sprach- und Kulturspuren

Verfeinert mit Chilli, Vanille und Honig bereiteten die Azteken einen wahrhaften Powerdrink, die "Xocolatl", aus dessen Name sich später die Ableitung "Schokolade" entwickelte. Im Laufe der Zeit änderte sich auch das Wort des Getränks und wurde zu „chocolatl“ und später zu „chocolate“. Auch die Azteken schätzten Kakao hoch. Sie nannten sowohl den Kakao als auch dasKakaogetränk „cacahuatl“.

Die Familie der Mixe-Zoque-Sprachen, die heute noch im südlichen Mexiko gesprochen werden, deutet darauf hin, dass die Urform der Sprachfamilie von den Olmeken genutzt wurde. Von der Kultur der Olmeken ist kaum etwas überliefert. Kolossaler Steinkopf der Olmeken. Ihre Blütezeit war von 1.500 bis 400 v. Chr..

Markt, Krieg und Moderne: 20. Jahrhundert bis heute

Die moderne Geschichte der Schokolade beginnt im Zweiten Weltkrieg. Die deutsche Schokoladenindustrie produzierte fast ausschließlich für die Armee. Kakao als Notration und Stärkungsmittel wurde ständig mitgeführt. Der erste Weltkrieg beginnt 1914 für die deutsche Schokoladenindustrie mit einem heftigen, aber kurzen Boom.

Heute wird der weltweite Schokoladenmarkt nur von wenigen großen internationalen Unternehmen beherrscht. Zu Europas Schokoladenmarktführern zählen Mars Incorporated, Ferrero, Mondelez International, Nestlé sowie Lindt & Sprüngli. Seit seiner Ankunft in Europa hat Kakao eine bemerkenswerte Transformation durchlaufen und ist heute aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Schokolade heute Knapp zwei Jahrhunderte später gründete Konditormeister Karl Heilemann ein kleines Geschäft im Allgäu und fertigte dort feinste Pralinen in Handarbeit.

Globaler Schokoladenmarkt: Konzerne, Lieferketten, Konsum

Zeitleiste: Schlüsselmomente der Schokoladengeschichte

  • 1.800-1.000 v. Chr.: Olmeken bereiten ein Kakaogetränk zu.
  • 460-480 n. Chr.: Maya-Gefäß mit Theobromin-Spuren (kakaw) belegt Kakaogetränk.
  • 16. Jahrhundert: Hernán Cortés bringt Kakao nach Europa; Zucker verfeinert den Geschmack.
  • 1650-1700: Schokoladenhäuser in England; Adelseinzug in Europa.
  • 1828: Van Houten erfindet die Kakaobutterpresse; Weg zur Essschokolade.
  • 1847: Erste feste Essschokolade (Fry & Sons).
  • 1875: Daniel Peter entwickelt Milchschokolade.
  • 1912: Gründung der Ritter-Schokoladenfabrik in Stuttgart-Bad Cannstatt.
  • 2018: Umstellung auf zertifizierten Kakao; Ausbau nachhaltiger Projekte.
Infografik: Chronologie von Kakao und Schokolade über 5.500 Jahre

Menschlich. Nachhaltig.GROSS­ARTIG! Alfred Theodor Ritter führte Ritter Sport aus der Krise und engagiert sich seit Jahrzehnten intensiv für die Umwelt. Als erster namhafter deutscher Tafelschokoladenhersteller stellen wir unser gesamtes Kakaosortiment auf zertifizierten Kakao um.

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